Eric Godtland

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True Crime Detective Magazines

True Crime Detective Magazines

 (1)
Erschienen am 01.08.2013

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Rezension zu "True Crime Detective Magazines" von Eric Godtland

Magazine mit Kultstatus!
Carol-Graysonvor 5 Jahren

Dieses voluminöse Werk im quadratischen Sonderformat beschreibt die Entwicklung eines ganz besonderen Literaturgenres in den USA, den wahren Detektivgeschichten. In Europa hat sich diese Mischung aus Ermittlerakte, Groschenroman und Illustrierte nie so ganz durchsetzen können. Doch der Werdegang dieser Magazine ist erstaunlich, er begann nämlich bereits Anfang des 19.Jahrhunderts. Das Buch selbst beginnt allerdings erst ab 1924 und endet 1969.

Sex, Leidenschaft und echte Kriminalfälle, damit wurden diese Magazine zu einem Verkaufsschlager, der selbst die ungebildete Arbeiterschicht ans Lesen brachte. Der Leser konnte sich als Held und Ermittler fühlen oder seinen eher ausschweifenden Fantasien freien Lauf lassen. Natürlich lockten die aufreizenden Cover im Pin-Up Stil vor allem Männer an, ja, sogar Bondagefans, da gerne gefesselte Frauen abgebildet wurden. Die Illustrationen selbst erinnern sogar ab und zu an Filmplakate. In den 50er Jahren findet man bei den Frauen auf den Covern frappierende Ähnlichkeiten mit Ikonen wie Marilyn Monrow oder den Schlafzimmerblick von Marlene Dietrich.
Leider wurden die Zeichnungen später mehr und mehr durch reale Fotos ersetzt, was - in meinen Augen - den Charme der Cover minderte, denn unter den Illustratoren waren echte Künstler!

Interessanterweise entdeckt man in dieser Entwicklung von Magazinen auch Zeitzeugnisse der besonderen Art, kulturelle Umbrüche, welche die verschiedenen Jahrzehnte prägten. So galt zum Beispiel in den 40er-Jahren eine in der Öffentlichkeit rauchende Frau automatisch als verrucht, freizügig und lasziv. Später war das ein normaler Anblick. In unserer Zeit ist dagegen Rauchen eher unerwünscht.

Auch bei der Aufmachung der Magazine in den 60er-Jahren bemerkt man ganz deutlich das sich verändernde gesellschaftliche Gleichgewicht, die sich anbahnende Gleichberechtigung der Frau. Und die Cover wurden mehr in Richtung Popart gestaltet. Doch der Untergang dieser Magazingattung war bereits vorauszusehen, als die ehemals wahren Stories immer mehr von fiktiven Geschichten abgelöst wurden und die Magazine zu sündigen Schmierblättern verkamen, denn Sex and Crime verkaufte sich dank der vielen weiblichen Protagonisten, den Bad Girls, noch viele Jahre weiter.

Es lohnt sich wirklich, dieses beeindruckende Buch mehrmals zu lesen bzw. zu betrachten, allein schon wegen der über 450 abgebildeten Cover der unterschiedlichen Magazine. Die bekanntesten Autoren und Illustratoren werden darin ebenfalls vorgestellt. Auch wenn die Geschichten mit den Jahren immer reißerischer und sensationslüsterner wurden, eines wird von diesen Magazinen bleiben: Ein echter Kultstatus.

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