Eric Kandel

 4.3 Sterne bei 14 Bewertungen

Lebenslauf von Eric Kandel

Eric Kandel, geboren 1929 in Wien, ist einer der bedeutendsten Neurowissenschaftler des 20. Jahrhunderts. 1939 emigrierte er mit seiner jüdischen Familie in die USA. Kandel studierte Geschichte und Literatur an der Harvard University und danach Medizin an der New York University. Seit 1974 ist er Professor an der Columbia University in New York. Für seine Forschung erhielt Eric Kandel im Jahr 2000 den Nobelpreis für Medizin. Unter dem Titel »Auf der Suche nach dem Gedächtnis. Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes« erschien Kandels Lebens- und Forschungsgeschichte, die zwei Jahre später unter dem gleichen Titel auch verfilmt wurde. Für »Das Zeitalter der Erkenntnis« kehrte der begeisterte Kunstsammler und weltbekannte Naturwissenschaftler zurück in die Stadt seiner Kindheit.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Eric Kandel

Cover des Buches Das Zeitalter der Erkenntnis (ISBN:9783886809455)

Das Zeitalter der Erkenntnis

 (6)
Erschienen am 08.10.2012
Cover des Buches Auf der Suche nach dem Gedächtnis (ISBN:9783570550397)

Auf der Suche nach dem Gedächtnis

 (5)
Erschienen am 01.10.2007
Cover des Buches Was ist der Mensch? (ISBN:9783827501141)

Was ist der Mensch?

 (3)
Erschienen am 15.10.2018

Neue Rezensionen zu Eric Kandel

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Rezension zu "Was ist der Mensch?" von Eric Kandel

Ein sehr guter Lehrmeister!
Siemavor einem Jahr

Rezension „Was ist der Mensch?“
Ein guter Lehrmeister, dieser Autor, Eric Kandel, und dieses Buch. Vielleicht versteht er es deshalb, sein Wissen derart interessant und verständlich wiederzugeben, weil er außer Geschichte und Medizin auch Literatur studiert hat. Er ist Psychiater, besitzt ein gutes Allgemeinwissen, scheint ein vielseitig interessierter Mann zu sein, auch sein Interesse an Kunst ist in seinen Texten erkennbar. Ach ja, er ist auch Nobelpreisträger für Medizin.
Dieses Buch erschien im Oktober 2018 im Siedler Verlag und ist auch als E-Book erhältlich.
Was von diesem Buch zu erwarten ist:
Am Anfang jedes Kapitels werden Leser und Leserin durch den Bezug zum eigenen „Ich“ neugierig gemacht. Eric Kandel stellt uns indirekt die Frage, inwieweit das, was in dem betreffenden Kapitel behandelt wird, uns selbst und unsere Mitmenschen betrifft. Der Autor informiert darüber, was wir aus diesem Kapitel lernen können.
Das Wissen:
Mit Geschichten aus dem Leben, Erlebnissen von realen Personen, will der Psychiater Lebensbezug herstellen und macht klar, wie geforscht, behandelt und prophylaktisch gehandelt wird. Anhand von Menschen, bei denen eine „Störung“, ein Problem, bemerkt wurde, zeigt er auf, welche Erkenntnisse gewonnen wurden, welche Untersuchungen gemacht wurden und warum die Forscher so arbeiten.
Niemals sind seine Wiederholungen (Die für die Festigung des Wissens wichtig sind) langweilig. Er formuliert sie so, dass die Erinnerung an vorhergehende Erklärungen auftaucht und Zusammenhänge geknüpft werden können. Nun ja, er weiß ja, wie er unser Gehirn behandeln muss, damit es erfolgreich arbeiten kann.
Wer es genau wissen will, vertieft sich in die gut erklärten, wissenschaftlichen Berichte des Forschers.
Wie geht es weiter?
Jedes Kapitel endet mit der Frage, wie es weitergehe. Was lernen wir, was lernen die Wissenschaftler daraus, wie werden die gewonnen Erkenntnisse angewendet oder wie könnten sie angewendet werden?
Eric Kandel scheut auch nicht vor dem Geständnis zurück, dass vieles noch nicht erforscht, vieles, das erforscht wurde, nicht oder noch nicht angewendet werden kann. Kurz und gut, er klärt uns in bester Art und Weise darüber auf, wo die Gehirnforschung derzeit angelangt ist.
Einige konkrete Informationen Kandels:
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Prozesse in unserem Gehirn den Geist entstehen lässt. Nicht so wie es Descartes, der die Ansicht vertrat, dass Geist und Gehirn voneinander unabhängig seien. Jetzt geht man auf biologische Weise an den Geist heran.
Unser Gehirn konstruiert die Wahrnehmung der Außenwelt, es erzeugt Erlebnisse, steuert Tätigkeiten. Das Gehirn konstruiert unsere Realität, die Informationen dafür liefern die Sinne. Wenn es dazu kommt, dass diese Prozesse durcheinandergeraten, führt dies zu Krankheiten. Die Wissenschaftler versuchen zu verstehen, warum Prozesse fehlgeleitet werden. Auf diese Weise können sie die Funktionsweise des Gehirns verstehen.
Der Autor erklärt uns die Entstehung der Psychiatrie, woher Areale im Gehirn ihren Namen haben. Es wird schnell klar, was wir einzelnen Menschen, die der „Sache“ auf den Grund gehen wollten, zu verdanken haben und dass das, was in einem Menschenleben begonnen, aber nicht vollendet werden konnte, der Grundstein für die weitere Forschung war und ist.
Eric Kandel erzählt uns vom Gehirn als Wunder der Rechenkunst, eine Rechenmaschine, in der elektrische Schaltkreise unsere Wahrnehmungen, Empfindungen, Bewusstsein erzeugen. So wird durch seine Erläuterungen schnell klar, warum und auf welche Weise Medikamente unser Gehirn umbauen können und so bei Depressionen oder anderen Problemen helfen können. Dass diese Medikamente leider nicht immer und nicht bei jedem Menschen ihre erwünschte Wirkung zeigen verschweigt der Mediziner nicht. Auch nicht, dass die Wissenschaftler bisher noch nicht herausgefunden haben, warum das so ist.
Er weiß zu lehren und den Leser/die Leserin bei der Stange zu halten. Indem er einige (eher bekannte) Krankheiten, wie Autismus, bipolare Störung, Depression, Schizophrenie, Demenz, Parkinson und Huntington beschreibt, zeigt er dem Laien/der Laiin, wie Forschung funktioniert (und manchmal auch nicht).
Eric Kandel weitet seine Berichte aus, stets gezielt, er schweift nicht aus und bietet dem Leser/der Leserin immer die Möglichkeit, dieses Buch zu lesen und zu verstehen, ohne sich in seine genauen, hochinteressanten, Details vertiefen zu müssen. Dieses Buch bietet für Neugierige und Interessierte eine sehr gute Wissensbasis, Möglichkeiten zur Vertiefung und ist natürlich auch ein spannendes Nachschlagewerk.
Und wie geht es nun im Gehirn des Lesers/der Leserin weiter?
Eric Kandel hat ein Lehrwerk geschaffen, das nicht nur lehrende Personen kennen sollten. Seine Informationen haben mit jedem von uns zu tun und er teilt sie uns in gehirngerechter Art und Weise mit. Geschaffen, um das neue Wissen anzuwenden oder einfach im Hinterkopf zu behalten, um das Allgemeinwissen aufzupeppen.






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Rezension zu "Was ist der Mensch?" von Eric Kandel

Gelungene Verbindung von Neurologie und Psychologie
melli_2897vor einem Jahr

Ich habe schon einiges über neurologische Vorgänge gelesen und viele Bücher, die sich mit den verschiedensten Aspekten der Psychologie beschäftigen. Bisher hat jedoch keines davon den Zusammenhang zwischen psychologischen Defekten und den biologischen Ursachen so detailliert veranschaulicht. Es spricht definitiv für die fachliche Kompetenz von Kandel, zwei so komplexe Fachgebiete scheinbar mühelos und für den Laien verständlich unter einen Hut zu bekommen. Das Buch ist gespickt mit zahlreichen Grafiken, die der Anschaulichkeit dienen und deutlich zur Verständlichkeit der geschilderten Vorgänge beitragen. Auch die sorgfältig ausgewählten Fotos unterstützen die Aussagen der einzelnen Kapitel. Besonders lobend möchte ich dabei das Kapitel über die psychisch erkrankten Künstler erwähnen: zu diesem Thema würde ich mir ein ganzes Buch wünschen.

 

Manch andere Kapitel waren meiner Ansicht nach dafür etwas schwach, da sie ein bisschen zu trocken geschrieben sind - eben sehr wissenschaftlich und ohne einen Witz oder eine Anekdote des Autors, um das ganze etwas aufzulockern und das Lese-Erlebnis etwas kurzweiliger zu gestalten.

 

Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen wollte. Abseits davon war das Buch wirklich sehr überzeugend in seinem Inhalt und seiner Darstellung. Ich würde es denjenigen empfehlen, die sich vielleicht schon ein bisschen mit der Thematik auseinandergesetzt haben, da man sonst wohl schnell den Durchblick verlieren kann. Der Autor startet aber grundsätzlich immer "bei Null" und erklärt wirklich jedes Detail der Krankheiten, wodurch das Buch auch für komplette Neulinge geeignet ist. Auch wenn es dann viel Zeit und Konzentration erfordert, halte ich es in jedem Falle für lesenswert.

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W

Rezension zu "Was ist der Mensch?" von Eric Kandel

Seine besonderen Fähigkeiten als Lehrer beweist er in diesem Buch
WinfriedStanzickvor einem Jahr


 

Der mittlerweile 88-jährige Nobelpreisträger für Medizin, Eric Kandel, geht in seinem neuen Buch der großen Frage nach, was der Mensch ist, was ihn in seiner Besonderheit anderen Lebewesen gegenüber ausmacht. Er gibt auf dem neuesten Stand der Forschung einen Überblick über die Erkenntnisse der Psychologie und der Hirnforschung. Er verweist dabei auf den enormen Erkenntniszuwachs der Wissenschaft über das menschliche Gehirn, seiner Funktion und seinen Störungen:

„Über das Gehirn, seine Krankheiten und Störungen haben wir in den letzten hundert Jahren mehr gelernt als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor.“

 

Das Verständnis des menschlichen Gehirns ist für ihn essentiell für das Verständnis des Menschen, besonders derjenigen, die anders sind als wir selbst:

„Je mehr wir über den ungewöhnlichen Geist wissen, desto eher sind wir als einzelne und als Gesellschaft in der Lage, Menschen zu verstehen, die anders denken als wir, und Mitgefühl mit ihnen zu haben. Entsprechend weniger werden wir sie stigmatisieren und ausgrenzen.“

 

Mit viel Empathie für den Menschen erweist sich Kandel in diesem Buch als unterhaltsamer Lehrer, der das Verhalten von Menschen verstehen möchte und es anderen, gerade auch Laien erklären möchte. Er bietet besonders ihnen einen profunden Überblick über sein Fach.

 

Seine besonderen Fähigkeiten als Lehrer beweist er in diesem Buch, das nicht nur erhebliche Erkenntnisgewinn verschafft, zur Menschlichkeit einlädt, sondern dessen Lektüre auch ein ganz besonderes intellektuelles Vergnügen ist.

 

 

 

 

 

 

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