Eric Pfeil Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee

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Inhaltsangabe zu „Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee“ von Eric Pfeil

Es geht um MusikDer Musikkritiker Eric Pfeil sucht die Glückseligkeit. Im unerbittlich peitschenden Daseinsgraupel findet er Freude und Schönheit in der Popmusik – und verzweifelt genauso oft an ihr. »Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee« ist ein lustvolles, verrücktes, kluges Buch über des Menschen wichtigstes Lebenselexier von einem der aufregendsten Musikjournalisten deutscher Sprache.An seinem 38. Geburtstag beschließt Eric Pfeil nicht nur, die Band für Afrika wieder zusammenzubringen, sondern beginnt auch ein popkulturelles Tagebuch, in dem er der Frage nachgeht, wie man als jemand, der die 40 im Visier hat, seine Liebe zur Popmusik lebendig halten kann. Vor Musikverdrossenheit schützt natürlich nur: Musik. Die Rettung kommt von Göttern und anderen Außenseitern: von Kevin Ayers, dem großen Verduftikus der Pop-Geschichte; von Bob Dylan, dem mutigen Mythenzerdepperer; von sexuell verwirrten Menschen wie Tom Jones und Devendra Banhart; von der wunderbaren Nervensäge Adriano Celentano oder dem weltmürben Robyn Hitchcock. Und natürlich von neuen Künstlern wie Vampire Weekend, Bon Iver oder den Black Lips.Eric Pfeil hat vielleicht den schlechtestbezahlten Traumberuf der Welt und kommt manchmal vor lauter Nichtstun nicht zum Arbeiten, aber solange er der Magie eines Konzertanfangs erliegen darf und solange es noch junge Filmmusikkomponisten gibt, die ein Schlagzeug in den Schnee werfen, wird er seine alternativen Karrierepläne auf Eis legen. Zum Glück.

Wer Musik mag und gern liest, sollte sich dieses "Tagebuch" zu Gemüte führen - Ich habe oft laut gelacht - er schreibt so wahr!

— Briggs
Briggs

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    Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee
    rallus

    rallus

    Eric Pfeil ist Musikkritiker und gehört laut seiner eigenen Selbstkritik wohl einer der unteren Schichten der Gesellschaft an. Zu vergleichen mit Maklern oder Notaren. Wozu wird denn ein Musikkritiker noch gebraucht? Hier lesen wir warum sie in der heutigen Zeit noch dringender als sonst benötigt werden. Musik ist Geschmackssache und darüber lässt sich bekanntlich schwer streiten. Das weiß auch Eric Pfeil: "Je nachdem mit wem man sich unterhält, ist die heute produzierte Popmusik wahlweise so gut oder so schlecht wie noch nie. Ich glaube das stimmt." Deswegen sind aber trotzdem die an verschiedenen Tagen (von 12.11.2007 bis 4.9.2009) aufgeschriebenen Notizen, Kommentare, Gedanken und Erlebnisse zu Musik, Gott und die Befindlichkeit der westlichen Welt eine höchste lesenswerte Reise durch die Dekaden der Popmusik. Eric Pfeil möchte auch niemanden missionieren er schreibt einfach über Musik und in jedem Wort seiner Liebe aber auch Kritik steckt eine wortgewaltige und humorvolle, teils lakonische Sichtweise. "'Ich finde die .... sind eine gute erste Band, mit der ein sehr junger Mensch auf den Weg gebracht werden kann', sagt der onkelnde Bekannte onkelnd. 'Genau das ist wohl das Schlimme an den ....', murmele ich weltmürbe. 'Was genau?' 'Dass ist Musik für Menschen, die gerne noch minderjährig und nicht haftbar wären. Das ist Sesamstrassen-Rock.' 'Okay wie wärs dann mit ;;;;'" Für die hier nicht genannten .... und ;;;; mag jeder dann seine entsprechenden Bands einsetzen. Natürlich gibt es auch Listen wie in High Fidelity. Listen mit Musikern mit denen Eric Pfeil nicht in einem Aufzug eingeschlossen sein möchte oder Gruppen die sich besser auflösen sollten. Eric besucht auch gerne Konzerte und wundert sich bei einem Verriss eines Take That Konzertes (herrlich subtil und böse) dass seine Anwesenheit bei anderen Größen der Musik von Konzertagenturen nicht unbedingt erwünscht ist. Für den heutigen Mainstream-Pop hat er auch direkte Worte: "Dieser salbungsvolle, prätentiöse Gefühlsrockpop aus England ist von allen Erfolg versprechenden Kühen, die auf den engen Weiden des Pop vor sich hin grasen, diejenige, die derzeit am schamlosesten gemolken wird. Ruhigstellungsmusik - produziert von jungen Männern, die großäugig von "Love, Love, Love" singen, sich dabei vor lauter Pomp verschlucken und in Posen vergehen, die sich nur von Simple Minds Live DVDs abgeguckt, der an der Stadionrockresterampe aufgesammelt haben können. Ohrenwischerei auf flachstem Niveau. Abendteuerländlich beinah." Auch hier bitte entsprechende Gruppen einsetzen. Eric Pfeil ist im Grunde ein Kulturpessimist: "Stietenroth hat am Kiosk eine neue Frauenzeitschrift entdeckt. Sie heißt 'Meine Schuld' Ich glaube, alle anderen Indizien dafür, dass die Welt vollkommen aus den Fugen ist und mit Pappnase gen Abgrund tanzt, sind nur noch Zuckerguss auf der Torte der Doofheit." Auch die Popmusik ist immer ein ewiger Grund zu granteln und das kann er in den schönsten Worten! Konzerte von Haarspray-Edelmetall-Mucker (auch hier mag der geneigte Popliebhaber eine Gruppe seiner Wahl einsetzen) werden gnadenlos seziert sowie die so mancher "Neuen Helden" (siehe oben) Popmusik ist seine Geliebte die in so manches Mal im Stich lässt - aber es gibt sie trotzdem, die Momente für die es sich lohnt Musik zu hören. Bei Eric Pfeil sind das die stillen Momente, Konzerte an denen man die Stecknadel zu Boden fallen hört, wenn die Welt 90 Minuten nur aus Musik besteht und der Lärm dieser Welt verebbt. In bin nicht in allen Aussagen mit ihm einer Meinung aber das ist ja nicht so wichtig, solange er das in solche Worte kleiden kann. Und viele Anstöße hat er mir auf jeden Fall verschafft! Leicht melancholisch, ein wenig weltmüde, aber absolut witzig sind seine Tagebücher zum Pop und so ziemlich das Beste über Musik was mir beim Lesen vor die Augen geblättert wurde. Nachtrag: Und wer sein Buch mit "Do you realize?" von den Flaming Lips anfängt, kann keinen schlechten Geschmack haben.

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  • Eric Pfeil Komm wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee - Die Poptagebücher Lob & Hudel

    Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee
    thursdaynext

    thursdaynext

    >„Stietenroth hat am Kiosk eine neue Frauenzeitschrift endeckt. Sie heißt, „meine Schuld“. Ich glaube alle anderen Indizien dafür, dass die Welt vollkommen aus den Fugen ist und mit Pappnasen gen Abgrund tanzt, sind nur noch Zuckerguss auf der Torte der Doofheit.“ < Eric Pfeils Poptagebücher sind das unschlagbar beste und amüsanteste was mir bisher im Genre Musikliteratur untergekommen ist. Wirklich jede Seite hat zitierenswerte Bonmots oder zumindest herrliche Wortschöpfungen und Musikbeschreibungen aufzuweisen. Sein trockener unaufgeregter Stil ist cool, eben weil man merkt es zielt nicht auf diese Coolness ab. Der Mann schreibt schlicht was er denkt. Und er drückt es erhebend (also Mundwinkel und Laune erhebend) aus. Seltenst geschieht es mir, dass ich einen Autor persönlich kennenlernen möchte, nicht einmal bei meinen Lieblingsautoren hätte ich da Interesse (Ausnahme Douglas Adams um ihm verschüchtert und wortlos zu huldigen, zu spät......) Eric Pfeil hat sich derart in mein Herz und Hirn geschrieben, dass ich dem Manne ewig andachtsvoll und kichernd lauschen könnte. Peinliche Vorstellung. Egal ! Ich habe mich beim Lesen weggeschmissen, penetrant meinen an Popmusik eher uninteressierten Mann verfolgt, um ihm Sätze vorzulesen ( sorry, es ging nicht anders und die Ehe ist nicht immer ein Lolly, ich sag nur Jon Krakauer! ) Da dies Tagebücher sind und sich über Geschmack nicht streiten lässt ist hier natürlich etliches Material zusammengekommen dem man entweder beigeisternd kopfnickend zustimmt, oder sich böse Wörter denkend weiterliest. Bei seiner Björk Einschätzung, noch befriedigt gackernd blieb mir bei der Paul Simon Lobhudelei das Verständnis weg und seine Einschätzung zu der Kölner Band „The Piano has been drinking“ halte ich für völlig verfehlt. Tom Waits auf Kölsch gecovert ist geil! Aber wie gesagt Geschmack ist privat und es dürfte wirklich für jeden etwas dabei sein, sogar für Nichtmusikliebhaber, da er sich nicht zu schade ist modische Feinheiten von Musikliebhabern detailgetreu in warmen Worten zu erwähnen. Nett: „....Männer deren ästhetisches Empfinden durch die Kombination Weste T-shirt nicht beeinträchtigt wird...“ Da entstehen Bilder, die man so schnell nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Sogar musikalisch schafft er es mit diesen feinen Beschreibungen unbekannte Bands vor das innere Ohr zu bringen. Chapeau! Den erhebendsten Satz fand ich über die Beatles: „Die Musik der Beatles ist wunderbare Erübrigungsmusik: Sie erürbrigt fast jede andere Musik.“ Bevor ich jetzt hier weiter schamlos, emotional schwärme besorgt euch „Komm wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee“ (Titel wird erklärt) holt euch Höranregungen und gute Laune ins Haus, geniesst, verfolgt eure Lebenspartner und macht es zur Regalzierde, auch wenn die Umschlaggestaltung etwas schlichtes, aber blasphemisches hat. Es finden sich Höranregungen, Hintergründe, herrlicher Humor, leichte Gesellschaftstrendkritik und sollte er eine seiner drei guten Ideen vom 9.12.2007 verwirklichen, nämlich das Buch mit dem Titel „Einiges über das meiste - Ein paraphilosophisches Feelgood-Buch von einem Ahnungslosen für noch Ahnungslosere“ Ich werde es umgehend kaufen! Ach ja und an alle die glauben während eines Konzertes die ganze Zeit Bilder mit ihrem Smartphone machenzu müssen. Spart Geld, bleibt daheim und schaut euch das Ganze auf Youtube an und nervt nicht die Leute die einfach nur Spass haben wollen. ;)

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  • Rezension zu "Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee" von Eric Pfeil

    Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee
    Affenbrotwald

    Affenbrotwald

    24. September 2010 um 16:15

    Ziemlich bissiges Tagebuch eines Musikkritikers. Die Einträge sind meist kurz und sehr unterhaltsam, aber einige Male vertieft er sich auch in Anschauungen über eine bestimmte Band/einen Musiker.
    Man muss kein Musikkenner sein, um dieses Buch zu lesen. (kann aber dadurch einer werden)

  • Rezension zu "Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee" von Eric Pfeil

    Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee
    Strixi

    Strixi

    13. May 2010 um 16:54

    "Komm, wir werden ein Schlagzeug in den Schnee" ist ein interessantes und unterhaltsames Buch das der Musikkritiker Eric Pfeil geschrieben hat. Es ist ein halb-fiktives Tagebuch von ihm in der Zeit von 2007 bis 2009. Darin beschreibt er seine Arbeit als freier Musikkritiker. Insbesondere berichtet er über Konzertbesuche und über Gedanken, die ihn zu dieser Zeit bewegt haben. Dazwischen erfährt man immer wieder eine Menge über aktuelle Bands und alte Klassiker. Das Buch richtet sich vor allem an Menschen, die auch Musikzeitschriften mit Begeisterung lesen. Denn es ist vor allem eine Aneinanderreihung von Rezensionen aktueller Alben und Konzerten. Dazwischen finden sich die Darstellung der wichtigsten Lebenspunkte von große Pop-Persönlichkeiten wie etwa Bob Dylan. Das alles ist jedoch auf eine größtenteils lustige Art geschrieben, die verhindert, dass das Buch zu einem reinen Sachbuch wird. Ab und zu jedoch, etwa wenn das fiktive Ich neue Gedichte erfindet, gleitet das Niveau hinab zu üblen Kalaueren, doch kann man diese Ausrutscher in der Gesamtbetrachtung verzeihen.

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