Erica Fischer Himmelstraße

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 13 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(1)
(4)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Himmelstraße“ von Erica Fischer

Die unmögliche Heimat Ein nasskalter Januartag, die Mutter ist gerade drei Wochen tot, da verschwindet der Bruder Paul aus der Wiener Wohnung. Brieflich teilt er mit, er habe beschlossen, nach Übersee auszuwandern. Die Schwester kann nicht glauben, was sie da liest. Sie taucht ein in die Erinnerungen ihrer Familie. Und findet die Geschichte zweier ungleicher Geschwister, deren Mutter als Jüdin von den Nazis aus Wien vertrieben wurde. Erica Fischer, die Autorin von „Aimée & Jaguar“, erzählt ein dramatisches Familienschicksal – es ist ihr eigenes. „Eine packende Familiengeschichte“ (Brigitte)

Stöbern in Romane

Die Phantasie der Schildkröte

Ein Märchen für Erwachsene, manchmal etwas zu übertrieben.

ulrikerabe

Und es schmilzt

Was für ein Buch!

Buchperlenblog

Niemand verschwindet einfach so

Wunderschönes Cover, poetische Sprache, aber wenig Handlung: Der Protagonistin in ihre Depression zu folgen, war nicht mein Fall.

Walli_Gabs

Kirchberg

Leider ein Abbrecher- nicht mein Fall

kadiya

Wer hier schlief

Puhh- irgendwie nicht meins

kadiya

In einem anderen Licht

Ein sehr mitreißender Roman abends mit Tee und Kerzen

Anja_Si

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Himmelstraße" von Erica Fischer

    Himmelstraße
    EricTHansen

    EricTHansen

    30. July 2007 um 11:00

    Seiten Geschafft: alle. Ich liebe dieses Buch - Himmelstrasse (eine Strasse in Wien) von Erica fishcer, die auch "Aimee und Jaguar" geschrieben hat. Die deutsche Literatur erlebt derzeit ein kleines Hoch, angetrieben von Werken, die gleichzeitig literarisch anspruchsvoll und publikumsfreundlich sind – wenn man zu diesem Hoch nur eine Handvoll Bücher zurechnen könnte, müsste Erica Fischers Buch "Himmelstrasse" dabei sein. Das Buch ist ein kleines Wunder – während andere Holocaust-Bücher davon leben, Schuld zu predigen, lässt Fischer den Holocaust als übermächtiger, dunkler Hintergrund fungieren. Als Kind in England hat sie selbst ihre Großeltern nie kennen gelernt, die in Treblinka ermordet wurden. Auch ihre Mutter war mit Ach und Krach aus Wien rechtzeitig geflohen. Sie sind also keine Holocaust-Opfer. Dennoch schwebt der Holocaust über sie wie ein dunkles Erbe, das sie nicht loswerden. Am Ende wird die Geschichte der Überlebenden zu einer Geschichte von gescheiterten Menschen. Als ich das Buch weglegte, dachte ich, ich würde etwas mehr von Leben verstehen – dass das Leben etwas ist, was wir Menschen gar nicht in der Lage sind, zu bewältigen. Fischer nimmt sich auch nicht raus – sie porträtiert sich auch schonungslos ehrlich und ohne Mitleid. Und man merkt, dass sie auch nicht genau versteht, warum ihre Mutter und ihr Bruder scheiterten. Das ist unglaublich ehrlich. Die meisten Autoren, die Holocaust-Bücher schreiben (oder auch Leidensmemoiren – in Amerika gibt es derzeit eine ganze Gattung von solchen Bauchnabelschau Epen – siehe "Tausend Kleine Scherben" von James Frey – die davon leben, zynisch auf die Tränendrüse zu drücken), machen dem Leser unterschwellig vor, dass sie wissen, was passiert ist – wer die Schuldigen sind oder wo der Fehler lag. Wer die am Tod der Großeltern schuldig war, ist klar; alles andere aber bleibt unklar. Das ist ein ehrlicher Blick auf den Zustand des Lebens, und es ist ein Blick, das die wenigsten deutschen Autoren heute sich leisten. Das macht "Himmelstrasse" zu mehr als einem Stück Zeitgeschichte – es handelt vom Leben selbst.

    Mehr