Erich Follath

 3.9 Sterne bei 19 Bewertungen

Alle Bücher von Erich Follath

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Die Kinder der Killing Fields

Die Kinder der Killing Fields

 (5)
Erschienen am 18.10.2010
Jenseits aller Grenzen

Jenseits aller Grenzen

 (3)
Erschienen am 11.12.2017
Siddhartas letztes Geheimnis

Siddhartas letztes Geheimnis

 (2)
Erschienen am 27.08.2018
Die neuen Großmächte

Die neuen Großmächte

 (2)
Erschienen am 08.10.2013
Der neue Kalte Krieg

Der neue Kalte Krieg

 (2)
Erschienen am 11.02.2008
Das Vermächtnis des Dalai Lama

Das Vermächtnis des Dalai Lama

 (1)
Erschienen am 01.07.2007
Die neuen Großmächte

Die neuen Großmächte

 (0)
Erschienen am 19.01.2015

Neue Rezensionen zu Erich Follath

Neu

Rezension zu "Siddhartas letztes Geheimnis" von Erich Follath

Viel mehr als ein Sachbuch
rumble-beevor einem Monat



In einer buddhistischen Zeitschrift war dieses Sachbuch kürzlich sehr positiv rezensiert und empfohlen worden, weshalb ich es mir auch gekauft habe. Mich hatte gerade die Mischung gereizt aus Reisebericht, Historie und Religion. Und ich bin wahrhaftig nicht enttäuscht worden!

Ein wenig ringe ich um Worte, weil ich das Gefühl habe, diesem Buch nicht wirklich gerecht werden zu können. Jeder Versuch, es in nur eine Kategorie einzuordnen, ist zum Scheitern verurteilt. Es ist so viel mehr als ein Sachbuch! Es ist auch aus literarischer Hinsicht wertvoll. Ganz zu schweigen von den Perspektiven aus Geopolitik und Religionsgeschichte.

Erstens einmal – was war der Anlass zu diesem Buch? Der Autor Erich Follath ist Wissenschaftsjournalist, und viel gereist. Er hat bereits ein Buch über einen berühmten Reisenden veröffentlicht, den Muslim Ibn Battuta. Da lag es vielleicht nicht so fern, auch einen chinesischen Reisenden in den Fokus zu nehmen – den Mönch Xuanzang, der im 6. Jahrhundert von China bis nach Indien reiste, um die Quellen des Buddhismus zu erforschen.

Erich Follath hat zweifellos seine Hausaufgaben gemacht. Sowohl das damalige Reisetagebuch des Mönches, als auch seine Biographie, erstellt von Hui Li, hat er gelesen (und auf der Reise dabei). Er wählt genau (oder zumindest annähernd genau) dieselbe Route, die Xuanzang damals gewählt hat. Aus China über das heutige Usbekistan, Kirgisistan, Pakistan… bis nach Indien. Dort zu den berühmtesten Stätten des Buddhismus, an denen der Buddha geboren wurde, gelehrt hat, und verstarb. Danach auf einer etwas weiter südlicheren Route zurück nach China.

Das Buch ist sehr gut aufgebaut. Zunächst eine Einleitung mit dem ironischen Titel „Kann es sein, dass Gott bloß stört?“ Hier trifft Erich Follath auf verschiedene radikale Gläubige, und fragt sich, wie das zusammenhängt mit Politik und Eingriffen in die Weltgeschichte. Danach ein ausführliches erstes Kapitel, in dem die ganze Reise des Mönches Xuanzang nacherzählt wird. Und zwar mit Herzenswärme, viel Verständnis und Augenzwinkern! Das war spannend wie ein Roman, und wurde für den Leser erlebbar gemacht. Danach folgt erst die Beschreibung der eigenen Reise.

Während der Reise verfährt er zweifach. Er ruft sich am jeweiligen Ort in Erinnerung, was die Erfahrungen Xuanzangs auf dieser Etappe waren. Das kontrastiert er mit dem Ort, wie er heute ist. Und mit seinen eigenen Erinnerungen, denn an den meisten Stätten ist er bereits gewesen. Ebenfalls eingeflochten werden Betrachtungen über den Buddhismus, und wie sehr die Politik die Geschichte eines Glaubens beeinflussen kann.

Das Ergebnis ist einfach nur großartig! Eines der wenigen Sachbücher, das man, schon allein der literarischen Qualitäten wegen, am liebsten gleich noch einmal lesen möchte. Ich würde absolut nicht zögern, es in eine Riege einzuordnen mit den großen Reiseschriftstellern Bruce Chatwin, oder Colin Thubron. Erich Follath schafft dabei verschiedene Dinge. Seine Beobachtungen sind sehr genau, und dabei oft hintersinnig. Gerade zur Großmannssucht der Chinesen stellt er sehr treffende Beobachtungen an, ohne jedoch jemals Gefahr zu laufen, verleumderisch zu klingen. Er regt den Leser zum eigenen Nachdenken an. Er zeigt sehr genau auf, wie sehr Politik und Religion oft zusammenhängen. Wie Bürokratie gewisse Strömungen behindern kann. Und – was mich sehr positiv berührt hat – es gelingt ihm tatsächlich, den Buddhismus klar und ohne Verzerrung darzustellen. Sowohl aus der Sicht Xuanzangs, als auch aus der heutigen. Als Sahnehäubchen obendrauf gibt es dann noch teils wunderschöne Naturschilderungen!

Ich kann das Buch wirklich nur jedem Geschichtsinteressierten empfehlen. Es ist auch für Nicht-Buddhisten unbedingt geeignet, da die Darstellung einführend und verständnisvoll ist. Ein großer Akzent liegt auf der kritischen Darstellung Chinas, aber das liegt einfach daran, dass ein Großteil der Reiseroute in China liegt. Wie gesagt, ist es dabei viel mehr als ein Sachbuch. 

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Rezension zu "Siddhartas letztes Geheimnis" von Erich Follath

Über die Seidenstrasse zu den Quellen des Buddhismus
HansDurrervor 3 Monaten

Xuanzang? Nie gehört. Unter Buddhisten sei er so berühmt wie Marco Polo, lese ich in „Siddhartas letztes Geheimnis“ von Erich Follath, der sich ein Jahr lang auf Xuanzangs Spur begeben hat und das Leben und die Abenteuer dieses Mönchs, der sich im Jahr 629, im Alter von achtundzwanzig Jahren, durch Wüsten und Gebirgspässe der Seidenstrasse nach Indien aufgemacht hatte. So stark war sein Bedürfnis, Zeugnissen des Religionsstifters Siddharta Gautama auf die Spur zu kommen, dass er diese Reise gegen den Willen des chinesischen Kaisers unternahm und siebzehn Jahre später im Triumph in die Heimat zurückkehrte. Seine spirituelle Suche machte ihn zur Legende.
 
„Eine Reise über die Seidenstrasse zu den Quellen des Buddhismus“, lautet der Untertitel dieses höchst anregenden Buches. Sie beginnt in Luoyang, im Herzen der Volksrepublik China, dem Geburtsort von Xuanzang. Zu bestaunen gibt es da die Longmen-Grotten, der Besuch ist wie vieles in China perfekt organisiert, was auch meint: perfekt überwacht. „Bereits von Weitem, vom anderen Ufer des Flusses, ahnt man, sieht man das Wunder: Aus den Felsen kunstvoll herausgemeisselt sind Pagoden, grosse und kleine Buddha-Statuen, Reliefs von Bodhisattvas, Jüngern, Tempelwächtern: eine Perlenkette des Glaubens, ein religiöser Lehrtext par excellence, eine artistische Sutra in Stein (...) Es sollen insgesamt mehr als hunderttausend Skulpturen sein, die grösste siebzehn Meter hoch, erhaben auf einem Felsvorsprung platziert, die kleinste fünfundzwanzig Millimeter, hineingedrängt in eine winzige Nische.“
 
Im Gegensatz zu Xuanzang reist Erich Follath nicht zu Fuss, zu Pferd und zu Kamel, sondern mit Hochgeschwindigkeitszügen, Flugzeugen und Taxis. Dabei klärt er unter anderem auf über das nach Superlativen so süchtige China. Dass er das Land von früheren Besuchen her kennt, macht seine Ausführungen umso spannender – schliesslich kann er Vergleiche anstellen, sieht und erlebt, was sich in recht kurzer Zeit verändert hat, weiss aber eben auch, dass die chinesische Zeitrechnung einen langen Atem hat. „Auch die Herrschaft der Kommunistischen Partei ist, angesichts der jahrtausendealten chinesischen Geschichte, bisher nicht viel mehr als ein Wimpernschlag.“ Wohl wahr und mich daran erinnernd, dass, als ich einmal in Quanzhou unterrichtete, in jedem Gespräch mit chinesischen Studenten nach spätestens fünf Minuten unweigerlich die Bemerkung fiel: „In unserer fünf tausendjährigen Geschichte ...“.
 
Die Stadt Turfan, die der Autor bei seinem Besuch vor dreissig Jahren als ein kleines, idyllisches Weindorf erlebte, hat sich zu einer Stadt von vierhundert tausend Einwohnern entwickelt. Die Uiguren, die die Gegend ursprünglich besiedelten, sind fast alle Muslime und fühlen sich heute als Bürger zweiter Klasse. Massive Steuerbegünstigungen haben die Han-Chinesen angezogen, die heute die einflussreichsten Posten in der Verwaltung besetzen.
 
Er erreicht Bischkek, die Hauptstadt von Kirgisistan. „Die Stadt ist attraktiv, vielleicht gerade weil sie keine besonderen Attraktionen, keine bedeutenden Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat. Die weiten Boulevards, alle nach russischem Militärmuster rechteckig angelegt, sind von Bäumen gesäumt und führen oft in grosszügig angelegte, schattige Parks ...“. Dann trifft er in Samarkand ein, dieser Stadt, die er schon so oft besucht hat – „als Reporter, als Tourist, als Interviewer, als Flaneur. Immer wieder. Und jedes mal von Neuem fasziniert.“ Bis es ihn weiter zieht, via Afghanistan und Pakistan in Richtung Indien.
 
Diese Faszination für ganz Vieles und ganz Unterschiedliches findet man immer wieder in diesem Buch, das so recht eigentlich von der Lebensneugier des gelernten Politikwissenschaftlers Erich Follath Zeugnis ablegt. Und dem Leser (Frau wie Mann) eine willkommene geografische und politische Horizonterweiterung beschert. So erfährt man etwa, dass er seinen Reiseweg, der politischen und militärischen Verhältnisse wegen, immer Mal wieder ändern muss. Und man lernt unter anderem, dass es am Drehkreuz Dubai auch einen nicht so feinen Teil des Flughafens gibt, wo die „Lumpenflüge“ aus den Problemstaaten der Nachbarschaft abgefertigt werden. Es sind solche und ähnliche Detailschilderungen, die für mich die Lektüre dieses Buches vor allem lohnenswert machen.
 
„Siddhartas letztes Geheimnis“ ist ganz vieles: Reisebericht, Geschichtslektion sowie Einführung in den Buddhismus. Vor allem ist es jedoch Journalismus vom Feinsten!

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S

Rezension zu "Jenseits aller Grenzen" von Erich Follath

Jenseits aller Grenzen, rezensiert von Götz Piesbergen
Splashbooksvor 3 Jahren

Für die Europäer war Marco Polo der Mensch, der zu einer Zeit, als die Distanzen größer erschienen, mit seinen Erlebnissen und Berichten viele begeisterte. Doch er war nicht der einzige seiner Art. Auch im Orient existierte jemand, der sich auf eine Weltreise begab und darüber berichtete. Erich Follath hat sich in der aktuellen Zeit auf die Spuren des Abenteurers begeben und berichtet darüber in seinem Buch "Jenseits aller Grenzen".

Der Autor wurde 1949 in Esslingen geboren und ist promovierter Politikwissenschaftler und ein bekannter Sachbuchautor. Er berichtete lange Jahr für den SPIEGEL aus dem Nahen Osten, dem indischen Subkontinent und Ostasien. Über diese Regionen hat er zahlreiche Bücher geschrieben.

13 Kapitel und 13 Länder lang begibt sich der Autor auf die Spuren von Ibn Battuta. Dabei geht die Reise quer durch den Orient. Gleichzeitig berichtet Erich Follath auch aus ausgewählten Städten über die aktuelle Situation, die aktuell im Land vorherrscht.

Es ist ein interessanter Kontrast, der dadurch zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht. Auf der einen Seite wird berichtet, was der Abenteurer damals erlebt hat und wie seine Sicht der Dinge war. Dabei fällt auf, wie tolerant er gegenüber anderen Religionen war. Kein Vergleich zu dem Hass, der heutzutage vor allem zwischen Schiiten und Sunniten vorherrscht.

Ibn Battuta wird vor allem auch als Glückspilz dargestellt. Als jemand, der selbst in den Augenblicken, wo es ihm am schlechtesten geht immer noch eine Möglichkeit findet, die richtigen Personen zu treffen. Und meistens wird er von diesen Menschen reich beschenkt.

Erich Follath setzt sich auch mit dem Privatleben des Reisenden auseinander. Und schildert zum Beispiel, wie viele Ehefrauen er hatte und wie viele verschiedene Kinder. Gleichzeitig wird aber auch klar gemacht, dass es damals eben andere kulturelle Bedingungen waren, wodurch auch eine Ehe eine gänzlich unterschiedliche Bedeutung hatte, als heutzutage.

Rest lesen unter:
http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23634/jenseits_aller_grenzen_auf_den_spuren_des_grossen_abenteurers_ibn_battuta_durch_die_welt_des_islam

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