Erich Follath

 3.8 Sterne bei 18 Bewertungen

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Siddhartas letztes Geheimnis

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Neu erschienen am 27.08.2018 als Hardcover bei DVA.

Siddhartas letztes Geheimnis: Eine Reise über die Seidenstraße zu den Quellen des Buddhismus

Neu erschienen am 27.08.2018 als E-Book bei Deutsche Verlags-Anstalt.

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Die Kinder der Killing Fields

Die Kinder der Killing Fields

 (5)
Erschienen am 18.10.2010
Jenseits aller Grenzen

Jenseits aller Grenzen

 (3)
Erschienen am 11.12.2017
Die neuen Großmächte

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 (2)
Erschienen am 08.10.2013
Der neue Kalte Krieg

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 (2)
Erschienen am 11.02.2008
Siddhartas letztes Geheimnis

Siddhartas letztes Geheimnis

 (1)
Erschienen am 27.08.2018
Das Vermächtnis des Dalai Lama

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 (1)
Erschienen am 01.07.2007
Die neuen Großmächte

Die neuen Großmächte

 (0)
Erschienen am 19.01.2015

Neue Rezensionen zu Erich Follath

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Rezension zu "Siddhartas letztes Geheimnis" von Erich Follath

Über die Seidenstrasse zu den Quellen des Buddhismus
HansDurrervor einem Monat

Xuanzang? Nie gehört. Unter Buddhisten sei er so berühmt wie Marco Polo, lese ich in „Siddhartas letztes Geheimnis“ von Erich Follath, der sich ein Jahr lang auf Xuanzangs Spur begeben hat und das Leben und die Abenteuer dieses Mönchs, der sich im Jahr 629, im Alter von achtundzwanzig Jahren, durch Wüsten und Gebirgspässe der Seidenstrasse nach Indien aufgemacht hatte. So stark war sein Bedürfnis, Zeugnissen des Religionsstifters Siddharta Gautama auf die Spur zu kommen, dass er diese Reise gegen den Willen des chinesischen Kaisers unternahm und siebzehn Jahre später im Triumph in die Heimat zurückkehrte. Seine spirituelle Suche machte ihn zur Legende.
 
„Eine Reise über die Seidenstrasse zu den Quellen des Buddhismus“, lautet der Untertitel dieses höchst anregenden Buches. Sie beginnt in Luoyang, im Herzen der Volksrepublik China, dem Geburtsort von Xuanzang. Zu bestaunen gibt es da die Longmen-Grotten, der Besuch ist wie vieles in China perfekt organisiert, was auch meint: perfekt überwacht. „Bereits von Weitem, vom anderen Ufer des Flusses, ahnt man, sieht man das Wunder: Aus den Felsen kunstvoll herausgemeisselt sind Pagoden, grosse und kleine Buddha-Statuen, Reliefs von Bodhisattvas, Jüngern, Tempelwächtern: eine Perlenkette des Glaubens, ein religiöser Lehrtext par excellence, eine artistische Sutra in Stein (...) Es sollen insgesamt mehr als hunderttausend Skulpturen sein, die grösste siebzehn Meter hoch, erhaben auf einem Felsvorsprung platziert, die kleinste fünfundzwanzig Millimeter, hineingedrängt in eine winzige Nische.“
 
Im Gegensatz zu Xuanzang reist Erich Follath nicht zu Fuss, zu Pferd und zu Kamel, sondern mit Hochgeschwindigkeitszügen, Flugzeugen und Taxis. Dabei klärt er unter anderem auf über das nach Superlativen so süchtige China. Dass er das Land von früheren Besuchen her kennt, macht seine Ausführungen umso spannender – schliesslich kann er Vergleiche anstellen, sieht und erlebt, was sich in recht kurzer Zeit verändert hat, weiss aber eben auch, dass die chinesische Zeitrechnung einen langen Atem hat. „Auch die Herrschaft der Kommunistischen Partei ist, angesichts der jahrtausendealten chinesischen Geschichte, bisher nicht viel mehr als ein Wimpernschlag.“ Wohl wahr und mich daran erinnernd, dass, als ich einmal in Quanzhou unterrichtete, in jedem Gespräch mit chinesischen Studenten nach spätestens fünf Minuten unweigerlich die Bemerkung fiel: „In unserer fünf tausendjährigen Geschichte ...“.
 
Die Stadt Turfan, die der Autor bei seinem Besuch vor dreissig Jahren als ein kleines, idyllisches Weindorf erlebte, hat sich zu einer Stadt von vierhundert tausend Einwohnern entwickelt. Die Uiguren, die die Gegend ursprünglich besiedelten, sind fast alle Muslime und fühlen sich heute als Bürger zweiter Klasse. Massive Steuerbegünstigungen haben die Han-Chinesen angezogen, die heute die einflussreichsten Posten in der Verwaltung besetzen.
 
Er erreicht Bischkek, die Hauptstadt von Kirgisistan. „Die Stadt ist attraktiv, vielleicht gerade weil sie keine besonderen Attraktionen, keine bedeutenden Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat. Die weiten Boulevards, alle nach russischem Militärmuster rechteckig angelegt, sind von Bäumen gesäumt und führen oft in grosszügig angelegte, schattige Parks ...“. Dann trifft er in Samarkand ein, dieser Stadt, die er schon so oft besucht hat – „als Reporter, als Tourist, als Interviewer, als Flaneur. Immer wieder. Und jedes mal von Neuem fasziniert.“ Bis es ihn weiter zieht, via Afghanistan und Pakistan in Richtung Indien.
 
Diese Faszination für ganz Vieles und ganz Unterschiedliches findet man immer wieder in diesem Buch, das so recht eigentlich von der Lebensneugier des gelernten Politikwissenschaftlers Erich Follath Zeugnis ablegt. Und dem Leser (Frau wie Mann) eine willkommene geografische und politische Horizonterweiterung beschert. So erfährt man etwa, dass er seinen Reiseweg, der politischen und militärischen Verhältnisse wegen, immer Mal wieder ändern muss. Und man lernt unter anderem, dass es am Drehkreuz Dubai auch einen nicht so feinen Teil des Flughafens gibt, wo die „Lumpenflüge“ aus den Problemstaaten der Nachbarschaft abgefertigt werden. Es sind solche und ähnliche Detailschilderungen, die für mich die Lektüre dieses Buches vor allem lohnenswert machen.
 
„Siddhartas letztes Geheimnis“ ist ganz vieles: Reisebericht, Geschichtslektion sowie Einführung in den Buddhismus. Vor allem ist es jedoch Journalismus vom Feinsten!

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S

Rezension zu "Jenseits aller Grenzen" von Erich Follath

Jenseits aller Grenzen, rezensiert von Götz Piesbergen
Splashbooksvor 3 Jahren

Für die Europäer war Marco Polo der Mensch, der zu einer Zeit, als die Distanzen größer erschienen, mit seinen Erlebnissen und Berichten viele begeisterte. Doch er war nicht der einzige seiner Art. Auch im Orient existierte jemand, der sich auf eine Weltreise begab und darüber berichtete. Erich Follath hat sich in der aktuellen Zeit auf die Spuren des Abenteurers begeben und berichtet darüber in seinem Buch "Jenseits aller Grenzen".

Der Autor wurde 1949 in Esslingen geboren und ist promovierter Politikwissenschaftler und ein bekannter Sachbuchautor. Er berichtete lange Jahr für den SPIEGEL aus dem Nahen Osten, dem indischen Subkontinent und Ostasien. Über diese Regionen hat er zahlreiche Bücher geschrieben.

13 Kapitel und 13 Länder lang begibt sich der Autor auf die Spuren von Ibn Battuta. Dabei geht die Reise quer durch den Orient. Gleichzeitig berichtet Erich Follath auch aus ausgewählten Städten über die aktuelle Situation, die aktuell im Land vorherrscht.

Es ist ein interessanter Kontrast, der dadurch zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht. Auf der einen Seite wird berichtet, was der Abenteurer damals erlebt hat und wie seine Sicht der Dinge war. Dabei fällt auf, wie tolerant er gegenüber anderen Religionen war. Kein Vergleich zu dem Hass, der heutzutage vor allem zwischen Schiiten und Sunniten vorherrscht.

Ibn Battuta wird vor allem auch als Glückspilz dargestellt. Als jemand, der selbst in den Augenblicken, wo es ihm am schlechtesten geht immer noch eine Möglichkeit findet, die richtigen Personen zu treffen. Und meistens wird er von diesen Menschen reich beschenkt.

Erich Follath setzt sich auch mit dem Privatleben des Reisenden auseinander. Und schildert zum Beispiel, wie viele Ehefrauen er hatte und wie viele verschiedene Kinder. Gleichzeitig wird aber auch klar gemacht, dass es damals eben andere kulturelle Bedingungen waren, wodurch auch eine Ehe eine gänzlich unterschiedliche Bedeutung hatte, als heutzutage.

Rest lesen unter:
http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23634/jenseits_aller_grenzen_auf_den_spuren_des_grossen_abenteurers_ibn_battuta_durch_die_welt_des_islam

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M

Rezension zu "Jenseits aller Grenzen" von Erich Follath

Hervorragend recherchiert und hoch informativ
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Hervorragend recherchiert und hoch informativ

„Ibn Battuta ist ein Abenteurer vor dem Herrn par excellence“.

Eier, dem die heimische Welt schon früh zu eng erscheint. Einer, der sich aufmacht, das Leben zu sehen, die Orte zu besuchen, den Horizont zu weiten, das Abenteuer zu erleben. Ein „Nicht-Sesshafter“ im positivsten Sinn des Wortes.

Einer, der aus einer einfachen, dem Moslem bis heute bekannten und wichtigen Reise einen Startpunkt für eine „weltumspannende“ Entdeckung der islamischen Welt gesetzt hat.

Und dass zu Anfang des 14. Jahrhunderts im bunten, schillernden, vielfältigen Orient.
Und, vor allem, einer, der seine Erlebnisse und Eindrücke bereits damals festgehalten hat, so dass aufgrund dieses Reisetagebuches heute die weiten Wege Battutas nachvollzogen werden können. Und mehr noch, der Spiegel.Nahost-Experte Erich Follath setzt diesen „alten“ Erfahrungen je Aktualisierungen hinzu. Hat die Route in Teilen in der Gegenwart nachvollzogen und kann so den damaligen Eindrücken der besonderen Atmosphären seine eigenen, aktuellen Schlagworte ergänzend hinzufügen.

Womit auch nahe liegt, und auch das findet sich im Buch, flüssig verfasst und hervorragend zu lesen, wieder, Verbindungen zu ziehen von A nach B, vom 14. Jahrhundert in die Gegenwart. Verbindungen, die aufzeigen, was denn in diesen Jahrhunderten dazwischen an Entwicklung geschehen ist, die zum gegenwärtigen Stand führte.

Für Battuta verband sich so unter anderem mit seinen Erfahrungen in Anatolien und Istanbul der Begriff „zukunftsweisend“. Schon bei der Annäherung an die Stadt fallen die vielen unverschleierten, „modernen“ Frauen auf, welche „genauso viel Rechte genössen wie Männer“. Er selbst wird zu einem „Beschützer“ für eine Prinzessin, was ihm einen direkten Weg in die Metropole eröffnet.

Faszinierend sind diese Reiseeindrücke und die ganz besondere Persönlichkeit Battutas zu lesen, erschreckend fast vergleicht man diese reiche, tolerante und offene Kultur mit der zunehmenden sich verengenden Kultur der heutigen Tage.

„Es ist nicht das als Krankheit empfundene Leiden eines Einzelnen, sondern der millionenfach erlebte Verlust von Kultur und Atmosphäre, „Was im „Museum der Unschuld“ gegenwärtig an vielen kleinen Dingen anzuschauen ist.

Oder welch umgekehrte Entwicklung Dubai genommen hat. Die Battuta als „die dreckigste, stinkendste und unerfreulichchste vorstellbare Stadt der ganzen Welt“ bezeichnet, während in der Gegenwart von 2013 zu 2014 dort die Immobilienpreise um 40 Prozent gestiegen sind und eine der modernsten Sädte der Welt nun dort zu finden ist. In der im Jahr 2020 die erste Weltausstellung überhaupt in einer Stadt des Nahen Ostens ausgerichtet werden wird.

Tanger, Kairo, Mekka, Damaskus, Shiraz, Samarkand, Delhi, Male, Jakarta, Hangzou, Granada, vielfach und verschiedenen sind die Hauptknotenpunkte der damaligen „kulturellen Entdeckungsreise“ des wagemutigen Lebemanns, die bis heute nichts von ihrem Reiz verloren haben und die durch die sehr lebendige Darstellung Follaths mitsamt der gegenwärtigen Eindrücke ein wunderbares Bild von Entwicklungen über lange Zeiträume hinweg vermittelt. Und eine ebenso interessant Darstellung des aktuellen Status Quo der Vielfalt der islamischen Welt.

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