Die Kunst des Liebens

von Erich Fromm 
4,2 Sterne bei231 Bewertungen
Die Kunst des Liebens
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JayCs avatar

An manchen Stellen nicht mehr nz zeitgemäß, aber gibt trotzdem noch eine neue Sichtweise auf das Thema in seinen verschiedenen Formen frei

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Das Buch verändert nachhaltig die Sicht zu diesem Thema. Auch wenn es hier und da nicht mehr zeitgemäß ist.

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Inhaltsangabe zu "Die Kunst des Liebens"

In seinem vielleicht wichtigsten Buch diskutiert der Psychoanalytiker Erich Fromm die Liebe in alle ihren Aspekten: nicht nur die von falschen Vorstellungen umgebene romantische Liebe, sondern auch Elternliebe, Nächstenliebe, Erotik, Eigenliebe und die Liebe zu Gott.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548377513
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:17.11.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2001 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Linaschreibts avatar
    Linaschreibtvor einem Jahr
    Die Kunst des Liebens

    Unglaublich interessant und auch sehr erkenntnisreiches Buch. Wer es liest und es sich bloß durchliest ohne sich selbst zu reflektieren, verpasst meiner Meinung nach den Sinn des ganzen Buches.

    Ich werde es vielleicht nochmal lesen, habe auch zahlreiche Notizen erstellt, wegen so viele nützliche Informationen.


    Gerade die Aussage gegen Ende des Buches: "Dann werden wir auch erkennen, daß wir bewusst zwar Angst haben, nicht geliebt zu werden, daß wir wir uns aber in Wirklichkeit - wenngleich meist unbewußt - davor fürchten, zu lieben." war für mich sehr augenöffnend, wie zahlreiche andere Zitate.


    Das Buch hilft, sich selbst zu erkennen und andere Menschen zu erkennen. Also bitte lesen. 


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    Farbwirbels avatar
    Farbwirbelvor 2 Jahren
    Nachdenken über Liebe

    Eigentlich bin ich in meiner Freizeit selten für ein Sachbuch jeglichen Metiers zu begeistern, doch als dieser Band in mein Bücherregal einzog, freute ich mich sehr, ihn lesen zu können. Nicht lange verweilte er darin, sondern wurde alsbald begonnen.

    Erich Fromm ist bekannt für seinen eingängigen Schreibstil, der es trotz theoretischer Grundlagen nicht erschwert, Verständnis für seine Konklusionen zu haben.

    In seiner Abhandlung zur Kunst des Liebens geht er verschiedenen Arten der Liebe auf den Grund und erläutert ihre Notwendigkeit und ihre Laster, doch vor allem beschreibt er den modernen Menschen des Kapitalismus, der es sich erschwert hat, zu lieben.

    Konkret geht er auf die Nächstenliebe, die mütterliche Liebe, erotische Liebe, Selbstliebe und der Liebe zu Gott ein. Auch wenn mich einige Themen nicht ansprachen, war es interessant seine Überlegungen dazu zu lesen. Einige Erkenntnisse waren mit bereits bekannt, andere erforderten ein konzentriertes Lesen. Fromm beschreibt die Problematik, dass die Liebe heutzutage (1956!) als ein Affekt angesehen wird, dass sie kommerzialisiert wurde und dadurch der Mensch die Unfähigkeit entwickelte, zu erkennen, dass Liebe eben Arbeit bedeutet.

    Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt. Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, daß man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen. - S. 33

    Nach einer Einleitung berichtet er also von der Theorie der Liebe, die unter anderem die genannten Liebesarten behandelt. Interessant war der Gedanke zur mütterlichen Liebe: Die idealtypische Mutter liebt erst einmal im Affekt ihr Kind, doch ist die tatsächliche Mutterliebe die, die loslassen kann und akzeptiert, dass das Kind immer selbstständiger wird. Ich bin selbst keine Mutter, doch kann ich mir vorstellen, dass dieser Prozess wirklich schwer sein kann. Das Loslassen, um Zurückkommen zu lassen.

    Außerdem empfand ich den Absatz zur Selbstliebe interessant. Fromm besetzt diese Art nicht negativ, denn er setzt sich nicht mit übersteuertem Egoismus gleich. Der Gedanke, man müsse sich selbst lieben, um andere lieben zu können bzw. geliebt zu werden, ist bekannt, doch wird er doch selten auch gelebt. Es ist aber auch wirklich schwer.

    Wie viele Verlobte oder Jungvermählte träumen vom künftigen Liebesglück und fangen bereits jetzt an, sich leid zu werden. Diese Tendenz paßt zur allgemeinen Einstellung, die für den modernen Menschen kennzeichnend ist. Er lebt in der Vergangenheit oder in der Zukunft, nicht aber in der Gegenwart. - S. 116

    Der zweite Teil der Abhandlung befasst sich mit der Praxis der Liebe. Dabei stellt Fromm heraus, dass Disziplin, Geduld und Mut, ähnlich wir bei jeder anderen Profession, notwendig sind, um aufrichtig lieben zu können. Er begründet ausführlichst, warum es nicht nur eine leere Worthülse ist, wenn man sagt, Liebe sei Arbeit. Schön fand ich dabei den Gedanken, dass der Mensch generell objektiv seine Umwelt betrachten sollte. Erst dann könne er aufrichtig lieben. Ohne Vorurteile, ohne Bewertung, ohne Häme. Ein schöner Gedanke, aber ist er wirklich möglich? Ich denke, die Idee dahinter ist, sich selbst 'rein' zu halten. Nicht im religiösen Sinne, sondern im übertragenen Sinne. Wenn ich Gehässigkeit und Hass aus meinem Leben streiche, bin ich empfänglicher für Liebe und kann sie anderen schenken.

    Die Fähigkeit zu Lieben erfordert einen Zustand intensiver Wachheit und gesteigerter Vitalität, der nur das Ergebnis einer produktiven und tätigen Orientierung in vielen anderen Lebensbereichen sein kann. - S. 146

    Am Ende beschleicht mich das Gefühl, Fromm sieht die Liebe, also die wahrhaftige, als eine Lösung für die individualistisch geprägte Gesellschaft, in der die westliche Zivilisation vereinsamt.

    Besonders im letzten Teil musste ich auch schon mal schmunzeln, denn einige Typen, die mit einer fremdgesteuerten Liebe Charaktereigenschaften entwickeln, kommen einem etwas bekannt vor...

    Kommentare: 4
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    Claudia_Poesies avatar
    Claudia_Poesievor 2 Jahren
    Kurzmeinung: wundervolle Gedanken
    Die Kunst des Liebens


    In seinem Buch "Die Kunst des Lieben" beschreibt Erich Fromm die Liebe als eine Kunst, die man erlernen kann. Zunächst geht er dabei auf die Theorie der Liebe ein und unterscheidet dabei die Eigenschaften von echter Liebe und anderer Formen von Liebe. Diese Eigenschaften, zu denen beispielsweise Mut, Disziplin, Konzentration und Geduld gehören, können nach Fromm erlernt werden. Somit ist die Charakterentwicklung eine Voraussetzung um die Kunst des Liebens zu erlangen. Der Autor zeigt zudem auf, dass sich dies in unserer heutigen Gesellschaft aufgrund des Mangels dieser notwendigen Eigenschaften als äußerst problematisch erweißt und nur noch wenige Menschen in der Lage sind wirklich zu lieben. Neben der romantischen Liebe, behandelt Fromm in seinem Buch auch Formen der Liebe zwischen Eltern und Kind, Nächstenliebe, Selbstliebe und die Liebe zu Gott.

    Das Buch ist wunderschön aufgemacht und lässt sich aufgrund des tollen Schreibstils sehr gut lesen. Mir hat das Buch besonders gut gefallen, da es viele neue Gedanken in mir hervorgerufen hat. Durch das Buch beschäftigt man sich mit Fragen nach der wirklichen Bedeutung von Liebe und erkennt die Probleme unserer heutigen Gesellschaft, die der Autor in einigen Abschnitten erläutert. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen, da ich den Schreibstil sehr mochte und die Thematik insgesamt sehr spannend fand. Ich werde es jedoch bestimmt noch ein zweites Mal lesen, da viele erkenntnisreiche Zusammenhänge thematisiert werden, mit denen ich mich gerne nochmal beschäftigen möchte.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    "Die Kunst des Liebens" und das Problem mit der heutigen Gesellschaft

    Mit der Liebe ist das so eine Sache. Zum einen ist es eines der wohl stärksten Gefühle, die ein Mensch haben kann. Zum anderen jedoch gibt es in unserer Gesellschaft immer weniger Menschen, die in der Lage sind Liebe (dauerhaft) zu empfinden. Wieso ist das so? Was ist das Problem mit unserer Gesellschaft? Und was ist Liebe überhaupt? Mit diesen und noch mehr Fragen setzt sich Fromm in seiner Abhandlung auseinander.



    Das Buch fasst in etwa 4 mehr oder weniger große Bereiche, in denen die unterschiedlichen Themen behandelt werden. Dabei ist das zweite über die Theorie der Liebe das längste und gliedert sich wiederum in weitere Bereiche auf. Ich persönlich habe normalerweise eher ein Problem damit, wenn Einzelbereiche zu sehr fokussiert werden und dadurch andere Bereiche eher in den Hintergrund gerückt werden. Hier ist dieser Eindruck vollkommen ausgeblieben, was aber vermutlich auch daran liegt, dass er zu Beginn des Buches genau erläutert, wieso die Theorie der Kunst des Liebens so ausführlich besprochen werden soll im Vergleich zur Praxis. Diese Erläuterung macht die Aufteilung schlüssig. Gleichzeitig erhält man dadurch nicht den Eindruck, dass etwas in den Hintergrund gedrängt wird. Jeder Abschnitt hat den gleichen Wert, egal, ob er nun 6 oder 80 Seiten lang ist, was vermutlich auch dadurch zu erklären ist, dass man sich gleichermaßen ausreichend informiert fühlt durch die verschiedenen Kapitel.

    Inhaltlich sehe ich das Buch noch ein bisschen zwiespältig. Einerseits muss ich sagen, dass viele kluge Gedanken und Ideen darin stecken und ich mich an vielen Stellen wiedergefunden habe. Auf der anderen Seite neigt er teilweise dazu, zu sehr abstrakt zu denken. An manchen Stellen habe ich mich echt schwer getan, Fromm zu folgen, auch wenn es mir in dem Moment total Leid getan hat, eben weil das Buch voller schöner Zitate und Wahrheiten ist. Das Kapitel, bei dem ich mich wohl am schwersten getan habe, war das über die Liebe zu Gott. Es war interessant, informativ - aber auch sehr philosophisch. An sich keine sehr schlechte Eigenschaft einer Herangehensweise, vor allem wenn es um religiöse Sphären geht, aber ich persönlich fand teilweise schwer zu verstehen, 1. wieso er so abschweift und 2. was er mir überhaupt damit sagen will. Die meiste Zeit versucht er zwar, seine Intention genau zu erläutern, aber nicht immer scheint das ausreichend zu sein - auch über dieses Kapitel hinaus.

    Die meiste Zeit jedoch hat man den Eindruck, dass er genau aus dem Leben spricht. Er hat eine etwas andere Sichtweise auf die Liebe, die man sonst eben so erlebt (schön fand ich auch den Bezug auf die Unterhaltungsmedien, die uns ein bestimmtes Bild von Liebe vorgaukelt - und wie viele sich davon vereinnahmen lassen) und diese Sicht ist meiner Meinung nach nicht ganz unrealistisch. Auch wenn er ab und an abstrakt wird und man sich fragt, wie man das jetzt in seinem Leben bitte so umsetzen soll, so sind doch auch viele Gedanken dabei, die zum Nachdenken bringen und die Ansätze liefern, was im eigenen Leben falsch laufen könnte oder was man zumindest anders machen könnte (oder sollte). Interessant finde ich dabei, dass er vor allem auf die Freudsche Meinung über die Liebe eingeht und sie mal bestätigt, aber in den wesentlichen Zügen auseinandernimmt und zu seinen Bedingungen verbessert. Es zeigt, dass er sich auch außerhalb seiner Meinung informiert hat und gibt weitere Einblicke in die möglichen Auslegungsformen der Liebe. Allgemein finde ich es gut, dass er immer wieder darauf hinweist, dass es seine Auffassung ist, die er vertritt, als wolle er sie niemandem aufzwingen.

    Einen nicht unerheblichen Anteil macht letztlich die Frage aus, was das Problem in unserer heutigen Gesellschaft ist. Und gerade in diesem Abschnitt finde ich steckt die meiste Wahrheit. Wo auch immer sonst Abstraktes zum Vorschein kommt, hier erscheint alles eher unverblümt und direkt. Damit verknüpft sind seine Gedanken bezüglich der Natur des Menschen und wieso Liebe überhaupt notwendig ist. Ein Zitat, das diese beiden Aspekte miteinander verbindet, hat sich mir besonders eingeprägt und ist mit beim Lesen immer wieder in den Sinn gekommen:

    "Wie sollte ein Mensch, der in diesem Routinenetz gefangen ist, nicht vergessen, daß er ein Mensch, ein einzigartiges Individuum ist, dem nur diese einzige Chance gegeben ist, dieses Leben mit seinen Hoffnungen und Enttäuschungen, mit seinem Kummer und seiner Angst, mit seiner Sehnsucht nach Liebe und seiner Furcht vor dem Nichts und dem Abgetrenntsein zu leben?" (S. 28)

    Das hat mich doch sehr bewegt, weil ich doch selbst oft das Gefühl habe, wie ein Automat zu funktionieren und immer die gleichen Sätze auf der Arbeit herunterzuleiern. Ist es das, was unser Problem ist? Laut Fromm ist es zumindest eines und ein nicht gerade geringes.

    Sprachlich ist das Buch in den größten Teilen gut verständlich, an manchen Stellen jedoch hätte er mit Fachbegriffen ein wenig sparen können. Ich habe mir öfter gewünscht, ein Wörterbuch parat zu haben, um ein Wort nachschlagen zu können, auch wenn sich der Sinn meist von selbst durch die nachfolgenden Absätze geregelt hat. Ich denke jedoch, dass jemand, der nicht ganz so vertraut ist mit der Sprache solcher Abhandlungen durchaus seine Probleme damit haben könnte, weil es bisweilen doch ein wenig komplex wurde. Da bin ich noch sehr auf die Meinung meiner Mutter gespannt - aber die ist in meine Rezension ja nicht weiter von Bedeutung.



    Letztlich kann ich nur sagen, dass es ein wirklich schönes Buch ist. An manchen Stellen wirklich komplex und schwer verständlich, wenn man nicht mit den philosophischen Grundgedanken vertraut ist, aber doch irgendwie aus dem Leben gegriffen. Es regt zum Nachdenken an und zeigt viele Aspekte auf, die vermutlich jeder schon erlebt hat und die wahrscheinlich jeder früher oder später erleben wird. Ich selbst habe mich an vielen Stellen massiv angesprochen gefühlt.

    Zum Abschluss möchte ich noch mein Lieblingszitat mit euch teilen, das für mich "Die Kunst des Liebens" am schönsten zusammenfasst:

    "Die Liebe sollte im wesentlichen ein Akt des Willens, des Entschlusses sein, mein Leben völlig an das eines anderen Menschen zu binden." (S. 69)

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    HerrLyDmanns avatar
    HerrLyDmannvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine der besten Abhandlungen über das Phänomen Liebe
    Verminderte Liebe in unserer Gesellschaft und das Heilmittel

    In diesem berühmten Buch von Erich Fromm geht es (natürlich) um das Phänomen Liebe, die nach Fromm in unserer Gesellschaft vermindert ist, ja sogar als eine Art Religion inzwischen angebetet wird. Daher appelliert er an den Leser, diese als eine „Kunst“ zu sehen und daher in Theorie sowie Praxis zu lernen. Weiterhin geht er auf die verschiedenen Arten und Formen der Liebe ein und erläutert die krankhaften Ausprägungen davon.

    Neu an diesem Buch war vor allem die Annahme, dass Lieben erlernt werden müsse. So bietet seine Auseinandersetzung dem Leser eine völlig neue Perspektive auf die Liebe und natürlich: wie man sie findet.

    In meinen Augen ist das eine der besten Abhandlungen über die Liebe die es gibt (auch wenn ich mit einigen Ausführungen Fromms nicht konform gehe) und die man auf jeden Fall (auch mehrmals) gelesen haben sollte, um sich selbst zu einem besseren Liebenden entwickeln zu können.

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    TheRavenkingvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm

    In diesem Buch beleuchtet Erich Fromm das Phänomen der Liebe aus allen möglichen Blickwinkeln. Er stellt soziologische, philosophische und psychologische Überlegungen über das Wesen der Liebe an. Fromm betrachtet Liebe als eine Kunst, die man erlernen, bzw. vervollkommnen kann, und nimmt die Gesellschaft in die Verantwortung, denn sie muss die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit sich der Mensch entsprechend entfalten kann.
    Es ist ein sehr kritisches Buch, das auch die Frage stellt, ob Liebe überhaupt noch möglich ist, in einer Gesellschaft, die alles zur Ware degradiert. Die moderne Gesellschaft, in der alles auf Konsum und Profit ausgerichtet ist, zerstört die inneren Anlagen des Menschen und lässt ihn orientierungslos und zu echten Gefühlen unfähig zurück.
    Obwohl das Buch vor sechzig Jahren erschienen ist, ist es heute aktueller denn je.
    Fromms Forderungen nach mehr Selbstbestimmung und einer echten Demokratie wirken auch im 21. Jahrhundert noch utopisch.
    "Wenn der Mensch fähig sein soll zu lieben, muss seine Entfaltung das höchste Ziel der Gesellschaft sein. Die Wirtschaftsmaschine muss ihm dienen und nicht umgekehrt. Er muss in die Lage versetzt werden, mit anderen am Erleben und an der Arbeit teilzuhaben, nicht aber - bestenfalls - an den Gewinnen. Die Gesellschaft muss so organisiert werden, dass die soziale, liebende Natur des Menschen nicht von seiner gesellschaftlichen Existenz getrennt, sondern mit ihr vereint wird; dass er nicht von seinen eigenen Kräften entfremdet ist und sie nur in der Anbetung der neuen Götzen - Staat, Produktion, Konsumtion - in vermittelter Form erlebt. Nur in einer Gesellschaft, in der, wie Marx gesagt hat die volle menschliche Entfaltung des Einzelnen die Bedingung der vollen Entfaltung aller ist, kann auch die Liebe zu einer gesellschaftlich relevanten Haltung werden. Wenn es - wie ich aufzuzeigen versuchte - wahr ist, dass die Liebe die einzig befriedigende Antwort auf das Problem der menschlichen Existenz ist, dann muss jede Gesellschaft, die die Entwicklung der Liebe ausschließt, letzten Endes an ihrem Widerspruch zu den grundlegenden Notwendigkeiten der menschlichen Natur zugrunde gehen."

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    Sokratesvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm

    Ein Klassiker der philosophisch-psychologischen Literatur, geschrieben für den interessierten Laien. Ich habe das Buch erstmals mit 18 Jahren gelesen und es hat mich nachhaltig geprägt. Fromm wirft zu Beginn die Frage auf, ob Lieben überhaupt eine erlernbare Fähigkeit ist oder ob man es einfach „kann“. Nach seiner Auffassung ist es eine erlernbare Kunst, die aber mit viel Mut, Neugier und Ausdauer trainiert werden muss; ein Fünkchen Reife des Einzelnen gehört wohl auch dazu.
    Danach geht er über zur Beschreibung der verschiedenen Arten der Liebe, so der mütterliche Liebe, der erotischen Liebe oder der Selbstliebe. Abschließend – typisch für Fromm – gelangt er zu der Einsicht, dass die Liebe in ihrer wahren, reinen Form in den westlichen Kulturen auszusterben beginnt. Sein Skeptizismus wird insoweit nicht nur in allgemeinen gesellschaftlichen Prozessen deutlich, sondern eben auch im zwischenmenschlichen, so auch bei der Liebe. Und leider muss man Fromm in Teilen Recht geben.
    Ich empfehle dieses Buch besonders jungen Lesern; eine gewisse menschliche Reife ist jedoch unverzichtbar, um mit dem Buch auch schon in jüngeren Jahren etwas Vernünftiges anfangen zu können.

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    Marrys avatar
    Marryvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm

    Eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe. "Die Kunst des Liebens" ist nicht nur ein simples Fachbuch über die Liebe, sondern zugleich ein Ratgeber, Freund und Begleiter. Es regt zum Nachdenken über sich selbst und die gesamte Gesellschaft an und ist dabei doch nicht zu kompliziert geschrieben. Ich werde es sicher noch einige Male lesen, da es mich einfach nur fasziniert hat und mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet hat.

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    laos avatar
    laovor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm

    Ohne dem Thema Liebe die Mystik zu nehmen analysiert Fromm das, was zwischen vermeindlich liebenden existiert, begründet jene Gefühle mit der Tatsache des untereinander bestehenden Abgetrennt-seins und den Wunsch Verbindungen einzugehen. Kritik an der westlichen Schnelllebigkeit und dem Kapitalismus geben Aufschluss, warum es immer schwierigen wird, sich aufrichtig, ehrlich und vor Allem selbstlos an einen Menschen zu binden. Zum Schluss noch ein aussagekräftiges Zitat von Fromm: "Unreife Liebe sagt: Ich liebe dich, weil ich dich brauche; Reife Liebe sagt: Ich brauche dich, weil ich dich liebe"

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    Ninifees avatar
    Ninifeevor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm

    Dieses Buch verändert Leben. Sehr weiser Mann, sehr weise Worte. Schade für jeden, der die Gedanken dieses Genies niemals liest.

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