Erich Hackl

 3.8 Sterne bei 264 Bewertungen
Autor von Abschied von Sidonie, Auroras Anlaß und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Erich Hackl

Seinen literarischen Beitrag zu Menschenrechtsverletzungen leisten: Der 1954 geborene österreichische Autor hat nach einem Studium der Germanistik und Hispanistik in Salzburg, Salamanca und Málaga zunächst als Lehrer und Lektor, später als Dozent an der Universität Wien gearbeitet. Seit 1983 arbeitet das Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung als Übersetzer, Herausgeber und freier Schriftsteller. Sein Debüt, die Erzählung „Auroras Anlaß“, zählt zur Schullektüre und erschien 1987. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die Erzählung „Abschied von Sidonie“ aus dem Jahr 1989, die mehrfach mit verschiedenen Literaturpreisen und wegen des gesellschaftspolitischen Engagement ausgezeichnet und 1990 verfilmt wurde. Seinen Werken, die Themen des Nationalsozialismus und Austrofaschismus in Österreich behandeln, liegen authentische Fälle zugrunde. 2017 wurde Erich Hackl mit dem Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnet.

Alle Bücher von Erich Hackl

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Buchformat:
Cover des Buches Abschied von Sidonie (ISBN: 9783257224283)

Abschied von Sidonie

 (104)
Erschienen am 23.07.1991
Cover des Buches Auroras Anlaß (ISBN: 9783257217315)

Auroras Anlaß

 (64)
Erschienen am 21.03.1989
Cover des Buches Am Seil (ISBN: 9783257070323)

Am Seil

 (23)
Erschienen am 25.07.2018
Cover des Buches Sara und Simón (ISBN: 9783257229264)

Sara und Simón

 (17)
Erschienen am 02.01.1997
Cover des Buches Die Hochzeit von Auschwitz (ISBN: 9783257233773)

Die Hochzeit von Auschwitz

 (16)
Erschienen am 30.01.2004
Cover des Buches Familie Salzmann (ISBN: 9783257240931)

Familie Salzmann

 (11)
Erschienen am 21.02.2012
Cover des Buches Als ob ein Engel (ISBN: 9783257239195)

Als ob ein Engel

 (7)
Erschienen am 25.08.2009
Cover des Buches Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick (ISBN: 9783257232424)

Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick

 (8)
Erschienen am 23.02.2001

Neue Rezensionen zu Erich Hackl

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Rezension zu "Am Seil" von Erich Hackl

Ein ruhiger Held
Buecherseele79vor 7 Stunden

„Noch während des Abstiegs geriet Lucia in Sorge, dass sie die kostbare Zeit im Freien durch Unachtsamkeit verderben könnte. Wieder hätte sie alles, was um sie war, am liebsten aufgesogen oder eingewickelt, um möglichst lang davon zerren zu können. Vogelgezwitscher, Wind in den Haaren, Duft von frisch gemähtem Gras.“ (Seite 58)

So wie der Schreibstil von Erich Hackl ist, so war auch Reinhold Duschka – ruhig, besonnen, manchmal etwas schwierig, kein Mann der großen Worte, aber Menschlichkeit und Mitgefühl sind das Wichtigste.

Und so beschreibt der Autor ebenso ruhig, manchmal etwas wirr, aber ohne große Worte verlierend, die Geschichte von Reinhold Duschka, der damals in Wien einer Frau und ihrer Tochter half, sich vor den Nationalsozialisten zu verstecken. Regina Steinig und ihre junge Tochter Lucia sind jüdisch und bevor sie in den Osten geschleppt werden, können sie bei Reinhold in der Werkstatt unterkommen.

Mit diesem manchmal „wirren“ Schreibstil der keinem roten Faden folgt beschreibt der Autor die Geschichte der 3 Menschen die sich aufeinander verlassen müssen. Ich hatte zu Beginn meine Probleme, aber doch konnte mich diese kleine Geschichte begeistern und für sich einnehmen.

Der Autor beschreibt nicht die ganzen Umstände, das Buch hat ca. 120 Seiten, die Umstände sind bekannt, was passierte als die Nationalsozialisten Europa überrannten. Wie schwer es war das Menschen die nicht in das „System“ passten um ihr Leben fürchten mussten.  

Die Geschichte wird aus den Erinnerungen von Lucia erzählt, vieles kann sie nur vermuten, nicht mehr genau wiedergeben. Wie ging es mit diesen 3 Personen weiter? Welche Probleme ergaben sich durch das Verstecken? Wie konnten sie sich vor Gestapo, neugierigen Augen, dem Hunger und den Bomben schützen? Es wird kurz und minimalistisch von Erich Hackl erzählt.

Mir war der ruhige Reinhold Duschka sehr sympathisch, die Geschichte des Buches beruht auf wahren Begebenheiten. Er war kein Mann der sich ins Rampenlicht drängte, auch keiner der seine „Leistung“ für diese zwei Frauen in die Öffentlichkeit getragen hatte. „Reinhold, wie er auf der Straße auf die für ihn typische Art Nachbarinnen und Bekannte grüßt: mit halb erhobenem Arm, den Handrücken vor und zurück schwenkend, und mit einem meckernden, dabei ungemein einnehmenden Lachen.“ (Seite 112)

Durch Enkelkinder und weitere Kinder von Reinhold oder anderen Bekannten in seinem Umfeld erhält die Geschichte auch zum Ende hin nochmals weitere Blickpunkte, man kann sich noch mehr ein Bild von der Situation machen und merkt dass es keine leichte  Zeit war, auch dass Erinnerungen sich gerne verstecken und zurückhalten wenn sie solch schlimme Zeiten erleben mussten.

Ich mochte das Buch, für mich ist Reinhold Duschka ein ruhiger aber unglaublich mutiger Mann ohne große Worte und Erich Hackl, in meinen Augen, genau der Richtige, um diese Geschichte zu Blatt zu bringen.

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Rezension zu "Sara und Simón" von Erich Hackl

Nicht mehr als ein Bericht
mariameerhabavor 2 Monaten

Das Buch fühlt sich an, als würde man einen langen historischen Bericht lesen. Die Beschreibungen sind auf die wichtigsten Details beschränkt und folgen einem Aufbau, der einem Protokoll gleicht. Es tauchen viele Namen auf, deren Bezug kurz erläutert werden, aber als Leser habe ich nicht gewusst, wie wichtig der Name war, ob er im späteren Verlauf eine Bedeutung hat, ob ich ihn mir wirklich merken sollte oder nicht. Das sorgt eben dafür, dass ich keine Nähe zu den Figuren aufbauen konnte, dass ich mich dazu zwingen musste, bloß den beiden Figuren auf dem Titel zu konzentrieren, wobei Sara die größte Rolle spielte und Simon nur eine enttäuschende Nebenrolle.


Es ist schrecklich, was in Uruguay passiert ist. Die Politik, das Leben, das Militär, all das widerspiegelt sich hier, doch sie bleiben bloß am Anfang interessant, sobald man in der Mitte des Buches angelangt, schleppt sich die Handlung nur noch träge vor sich ihn und schafft es nicht, einen gewöhnlichen Zeitungsbericht zu übertrumpfen.


 Der Autor beschreibt alles distanziert und zwingt den Leser dazu, nicht mitzufühlen, sondern als Zuseher die Geschehnisse mitzuverfolgen. Man vergisst nicht, dass man ein Buch in den Händen hält, zuhause auf einem gemütlichen Sofa sitzt, die Beine ausgestreckt, das Handy an der Seite und das eigene Luxus von Freiheit genießt. Das Buch lässt nicht zu, dass man das eigene Leben vergisst und zu der Figur wird, sondern zeigt uns alles wie ein Schwarzweißfilm, das auch noch ein Stummfilm ohne Untertitel ist. Das sorgt eben dafür, dass man hier und da vielleicht etwas mitfühlt, aber das grausame Schicksal von Sara nimmt einen nicht mit und Sara ist verdammt, nicht außerhalb dieses Buches weiter leben zu können.


 Außerdem vergehen so viele Jahre in diesem Buch. Von der achtzehnjährigen Frau am Anfang wird am Schluss eine sechzigjährige und das erschwert alles noch mehr. Das schadet der Figur, das schadet der Handlung, das schadet allem und macht daraus, dass das Buch nicht mehr bleibt als ein ausgiebiger Bericht.


 Es ist interessant, das will ich nicht abstreiten, doch es ist protokollhaft erzählt, der Autor überhäuft einen mit Namen, erdrückt den Leser mit so vielen belanglosen Figuren, dass man nicht in der Lage ist, etwas für einen gelesenen Namen zu empfinden. Das sorgt dafür, dass die Dramatik an Kraft einbüßt und man langsam für das Schicksal von Sara abstumpft, weil die Flut von Informationen einem nicht erlaubt, wirklich mitzufühlen.


 Das Buch ist wie eine einzelne Geschichtsstunde, die einen mit Details überhäuft, die man sich nicht alle merken kann und am Ende hat man ein schwieriges Schicksal gelesen, aber es fühlt sich so an, als hätte man aus der Ferne bloß zugesehen und nichts miterlebt. Es fehlt einfach an Feingefühl und es erlaubt nicht, dass man eine Nähe zu der Hauptfigur aufbauen kann. Das macht das Buch auch so schlecht. Mag sein, dass es auf der Wirklichkeit beruht, mag sein, dass das vielleicht so passiert ist, aber es lässt keinen bleibenden Eindruck zurück und ist auch kein Buch, das ich jemals empfehlen würde. Für mich bleibt der Autor schlecht und ich werde in Zukunft einen großen Bogen um seine Bücher machen.

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Rezension zu "Abschied von Sidonie" von Erich Hackl

Anklage und Mahnung
Fortivor 10 Monaten

Das dünne Büchlein "Sidonie" ist ein frühes Werk von Erich Hackl, das ganz zufällig seinen Weg zu mir fand.

Es ist eine Geschichte, die nahe geht. Eine Anklage und Mahnung. Sehr empfehlenswert!

Der Stil ist vor allem anfangs sehr dokumentarisch, aber der Autor bleibt nicht neutral, sondern schreibt auch emotional und wertend – insgesamt ergibt das eine runde, angemessene Erzählung. Es handelt sich bei "Sidonie" nämlich um eine wahre Geschichte, die der Autor so authentisch wie möglich und dennoch auch mit den Mitteln eines Literaten aufschreibt.

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Zusätzliche Informationen

Erich Hackl wurde am 26. Mai 1954 in Steyr, Oberösterreich (Österreich) geboren.

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