Erich Hackl Auroras Anlaß

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Inhaltsangabe zu „Auroras Anlaß“ von Erich Hackl

»Eines Tages sah sich Aurora Rodríguez veranlaßt, ihre Tochter zu töten.« So beginnt die außergewöhnliche Geschichte der Spanierin Aurora Rodríguez, die auf der Suche nach Selbstverwirklichung an die Schranken gesellschaftlicher Konventionen stößt und ihre Träume von einer besseren Welt von einer anderen, fähigeren Person realisiert sehen möchte: einer Frau, ihrer Tochter Hildegart. (Quelle:'E-Buch Text/23.10.2012')
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  • Rezension zu "Auroras Anlaß" von Erich Hackl

    Auroras Anlaß
    leserin

    leserin

    09. February 2013 um 13:19

    Schon der erste Satz "Eines Tages sah sich Aurora Rodriguez veranlaßt, ihre Tochter zu töten" zog mich in den Bann. Man will ab jetzt einfach wissen, warum tötet eine Mutter ihre schlafende Tochter mit vier Pistolenschüssen aus nächster Nähe. Die Mutter stellte sich sofort nach der Tat den Behörden. In 13 Kapitel wird der Leser über die Gründe dieser Tat aufgeklärt. Aurora R. wird 1890 im nordspanischen Ferrol geboren, verbringt dort 24 Jahre ihres Lebens und stellt fest, daß das Elend und die Armut der Massen auf mangelnde Bildung und Kinderreichtum basiert. Auch die bürgerlichen und gebildeten Frauen haben keine Rechte und nichts zu vermelden. Sie engagiert sich stark für die Rechte der Frauen. Aurora plant eine Schwangerschaft und findet per Anzeige einen Mann (unbekannter Priester der Handelmarine) "für ihre Zwecke". Sie entbindet in Madrid ihre Tochter Hildegart und zieht diese nach ihren Prinzipien auf. Das Kind entwickelt sich prächtig und kann schon mit 3 Jahren Maschinschreiben, mit 13 Jahren beginnt es ihr Jurastudium, mit 14 Jahren tritt es den Sozialisten und der Gewerkschaft bei. Mit 18 Jahren schreibt Hildegart bereits Bücher über sexuelle Aufklärung und Hygiene, über soziales Elend und feministische Grundlagen. Hackl beschreibt die Tragik einer Mutter-Tochter-Beziehung auf eine großartige und spannende Weise. Als Leser erhält man Einblick in das Spanien vor Franko und vor dem Bürgerkrieg und erlebt eine interessante und starke Millieustudie, die trotz dem frühen Erscheinungsjahr 1987 nach wie vor aktuell zu interessanten Diskussionen anregen würde.

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