Erich Hackl Familie Salzmann

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Inhaltsangabe zu „Familie Salzmann“ von Erich Hackl

Die Geschichte der Familie Salzmann, die quer durch beide deutschen Staaten, durch Österreich, Frankreich, die Schweiz verläuft, über drei Generationen und ein Jahrhundert. Zugleich eine kollektive Geschichte »aus unserer Mitte«, die uns vor Augen führt, was schützens- und liebenswert ist, gerade dann, wenn die Umstände die Menschen zu überfordern scheinen.

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    Familie Salzmann

    Herbstrose

    01. May 2017 um 03:31

    Man schreibt das Jahr 1994. Der vierundzwanzigjährige Hanno Salzmann arbeitet zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten als Kanzleikraft in der „Steiermärkischen Gebietskrankenkasse“ in Graz, die ihn als sachlich, höflich und korrekt beurteilen. Doch dann geschieht etwas, womit niemand gerechnet hat. Hanno erzählt einem Freund und Kollegen ganz beiläufig, dass seine Oma in einem KZ umgekommen sei. Ab sofort wurde er als Jude betrachtet, von Kollegen und Vorgesetzten gemobbt, musste niedere Arbeiten verrichten und wurde zwei Jahre später fristlos entlassen. Diese Großmutter, Juliana Sternad, wurde 1909 in Stainz (Steiermark in Österreich) geboren und ging 1926 auf Arbeitssuche nach Deutschland. In Bad Kreuznach lernte sie den sechs Jahre älteren Metalldreher Hugo Salzmann kennen, der aktiv in der KPD tätig war. Das Paar heiratete, 1932 wurde ihr Sohn Hugo jun. geboren. Bereits 1933 flüchteten sie vor den Nazis nach Paris. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich wurden sie verhaftet, Hugo kommt in ein Lager und überlebt, Juliana kommt ins KZ wo sie später stirbt, der kleine Hugo wächst bei einer Tante in der Steiermark auf. Nach dem Krieg lebt Hugo jun. zunächst einige Zeit bei seinem Vater, geht dann später freiwillig in die DDR, wo er auch seine Frau kennen lernt. Nach zwölf Jahren flüchtet das Paar mit ihrem ersten Sohn, der an spastischen Lähmungen leidet, und kommt über Wien in die Steiermark. Dort wird auch Sohn Hanno geboren, der dann 1994 an seinem Arbeitsplatz in Graz die verhängnisvolle Bemerkung über seine Großmutter machte … Der 1954 in Steyr/Österreich geborene Autor Erich Hackl studierte Germanistik und Hispanistik, arbeitete einige Jahre als Lehrer und Lektor und ist seit längerer Zeit als freier Schriftsteller tätig. Der vorliegenden Biographie „Familie Salzmann“ liegt ein authentischer Fall zugrunde. Das Buch ist 2010 im Diogenes-Verlag Zürich erschienen. Die pedantisch und mit viel Enthusiasmus recherchierte Geschichte der Familie Salzmann wird von Hackl nahezu chronologisch erzählt. Eine Geschichte die bewegt und erschüttert, über Diskriminierung und Erniedrigung, über Bosheit und Niedertracht, die Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt und sich bis ins heutige, sozialdemokratisch regierte, Österreich fortsetzt. Der sachlich-knappe Schreibstil ist passend zum Geschehen. Nichts wird beschönigt. Hackl lässt Fakten sprechen, er deckt auf, nennt Namen, klagt an und demaskiert. Man ist als Leser erschüttert über die Grausamkeiten, denen die früheren Generationen ausgesetzt waren, und ist empört, dass sich bis heute nichts geändert hat. Fazit: Ein bewegendes Stück Zeitgeschichte – nicht einfach zu lesen.

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  • Rezension zu "Familie Salzmann" von Erich Hackl

    Familie Salzmann

    WinfriedStanzick

    21. February 2012 um 12:08

    Ähnlich wie sich der österreichische Schriftsteller Erich Hackl neben seiner eigentlichen literarischen Produktion immer wieder als Herausgeber von Werken unbekannter oder an den Rand gedrängter Autoren betätigt, so lässt er in seinen eigenen Werken Menschen zur Sprache kommen, bringt Licht in das Dunkel ihres vergessenen, gequälten oder verachteten Lebens, deren Geschichte sonst vielleicht niemand interessieren würde. Es sind Originalgeschichten, die Hackl minutiös und mit viel Empathie und Leidenschaft recherchiert hat. Es ist ein leises Schreiben, das vom Gespür für das leidenden Einzelwesen lebt, "ein Lichtblick in der verödenden geistigen Landschaft", wie der leider viel zu früh verstorbene Essayist und Kritiker Lothar Baier Hackls Werk vor vielen Jahren schon charakterisiert hat. In seiner hier vorliegenden "Erzählung aus unserer Mitte" berichtet er vom Leben der Familie Salzmann. Es ist eine bewegende und erschütternde Geschichte von Verfolgung und Diskriminierung quer durch das 20. Jahrhundert. Über drei Generationen verfolgt Erich Hackl, der Aufzeichnungen von Hugo Salzmann sen. und Forschungen verschiedener Historiker zum Leben von Hugo Salzmann jun. und dessen Frau Juliana in sein Buch hat einfließen lassen, die Geschichte einer politisch engagierten Familie. Was mich bei der Lektüre ganz besonders bewegt hat, ist, dass es auch hier zwischen den Generationen ein undurchdringliches Schweigen gibt, die das Leben vor allem des Sohnes von Hugo und Juliane Salzmann, Hanno Salzmann, unerträglich schwer machte bis hin in die neunziger Jahre des 20.Jahrhunderts. Dort, im aufgeklärten und sozialdemokratischen Österreich setzt sich die Verfolgung und Diskriminierung fort, indem man Salzmann auf seinen verschiedenen Arbeitsstellen als Jude denunziert und seelisch fertig gemacht wird von seinen Kollegen und Vorgesetzten. Und das alles nur, weil er im Vertrauen einem Kollegen einmal gesagt, hatte, dass seine Großmutter in einem KZ umgekommen sei. Ohne den väterlichen Schutz, den er sein Leben lang vermisste, ist Hanno den Anfeindungen ausgesetzt. "Familie Salzmann" ist eine Geschichte, "die uns vor Augen führt, was schützens- und liebenswert ist, gerade dann, wenn die Unstände die Menschen zu überfordern scheinen." Ein bewegendes und erschütterndes Buch, das mir manches Mal die Zornesröte auf die Stirn trieb. Wenn einer aus der Masse von Unrecht ein einzelnes Schicksal heraushebt, wird die Dimension des Unrechts erst richtig deutlich.

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  • Rezension zu "Familie Salzmann" von Erich Hackl

    Familie Salzmann

    leserin

    12. January 2011 um 16:50

    Ein neues Buch von Erich Hackl (einer meiner Lieblingsautoren) Der 24jährige Hanno Salzmann arbeitet seit dem Jahr 1994 zu aller Zufriedenheit in der Beitragsabteilung der Steirischen Gebietskrankenkasse in Graz, bis er Jochen Koraus kennenlernt, der in Erfahrung bringt, daß die Großmutter von Hanno im KZ Ravensbrück gestorben ist. Er wird jahrelang wegen seiner Familiengeschichte und seines Namens Salzmann gequält und verspottet. Es wurde angenommen, daß Hanno Jude sei. Er wurde dann im Jahre 1997 fristlos entlassen. Zur Familiengeschichte Familie Salzmann lebte sehr zurückgezogen. Der ältere Sohn Peter war schwer behindert und somit ans Haus gefesselt. Obwohl sie schon Jahrzehnte in Graz lebten, fühlten sie sich immer noch fremd. Hannos Großeltern, Elisabeth (geb.1909) und Josef Sternad, lebten mit 13 Kindern in großer Armut. Mutter Elisabeth verstarb mit 47 Jahren. Die Tochter Ernestine kümmerte sich um ihre beiden jüngeren Schwestern Juliana und Anna. Ernestine hatte ein heiteres Wesen, liebte das Leben und verehelichte sich mit dem Tischler Peter Fuchs. Juliane war eine sehr pflichtbewußte junge Frau. Anna wollte schnell selbständig werden und zog bald aus dem Haus. Juliana lernte in Bad Kreuznach den Metalldreher Hugo Salzmann kennen und heiratete im Jahr 1932. Sohn Hugo wurde am 2.11.1932 geboren. Hugo S. war politisch sehr engagiert. Er war Organisationsleiter bei der KPD sowie Leiter des "Antifaschistischen Kampfbundes". Beide mußten 1933 nach Paris flüchten, arbeiteten für Exil-Organisationen der KPD und lebten unter großen Entbehrungen. 1939 sahen sich das Ehepaar das letzte Mal. Hugo wurde verhaftet, dann an die Gestapo ausgeliefert und zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Seine Frau wurde ebenfalls verhaftet und ins KZ gebracht. Klein Hugo wurde zu seiner Tante Ernestine nach Stainz zurück gebracht, die ihn sehr gern hatte. Er konnte sich hier wieder gut erholen. Es gab auch brieflichen Kontakt mit seiner Mutter. Hugo Senior kam zurück nach Bad Kreuznach, hatte anfangs keine Möglichkeit seinen Sohn zu sehen. Nach einiger Zeit wurde er über die Verehelichung mit Lore und Geburt einer Tochter benachrichtigt. Den 16-jährigen Hugo holte der Vater im Jahr 1948 zu sich nach Deutschland, wurde aber sehr unfreundlich aufgenommen und wenig beachtet. Aus diesem Grund entschloß er sich in die DDR zu wechseln. Er wurde nach schwerer Krakheit als Naziverfolgter anerkannt, konnte studieren und lernte die Lettin Herta Heinrich kennen, heiratete sie 1957. Sie hatten immer wieder engen Kontakt zu Ernestine. Seinem Vater begegnete Hugo noch 2 mal, aber es war eine sehr kühle Erfahrung. Der Autor hat aus dieser ausgezeichnet recherchierten Familiengeschichte eine ernsthafte zeitgenössische Literatur gemacht, die sich über das ganze 20. Jahrhundert zieht. Ein Buch mit relativ wenig Seiten, aber äußerst brisantem und informativem Inhalt.

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  • Rezension zu "Familie Salzmann" von Erich Hackl

    Familie Salzmann

    Merleperle

    01. September 2010 um 04:02

    BITTE LEST DIESES BUCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Eines der erschütternsten Bücher, die ich seit langem lesen durfte (musste).

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