Erich Hackl Im Kältefieber

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Inhaltsangabe zu „Im Kältefieber“ von Erich Hackl

2014 jährt sich der österreichische Bürgerkrieg zum achtzigsten Mal. Der Aufstand der Arbeiterschaft und des Republikanischen Schutzbunds gegen das austrofaschistische Regime am 12. Februar 1934 wurde von den Heimwehrverbänden und dem Militär brutal niedergeschlagen. Der kaltblütige Beschuss der Arbeiterwohnhäuser stellt eine entscheidende politische Zäsur auf dem Weg zum März 1938 dar.'Im Kältefieber' ist die bislang umfangreichste Anthologie zu den Februarkämpfen, mit vielen literarischen Entdeckungen österreichischer ebenso wie ausländischer Autorinnen und Autoren und Texten, die hier erstmals auf Deutsch publiziert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kämpfenden, Arbeiter und deren Frauen und Familien, die sich nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Städten und abseits der Zentren Österreichs der Zerschlagung der Demokratie entgegenstellten. Die Texte gehen über das unmittelbare Kampfgeschehen hinaus und beleuchten ebenso dessen Vorgeschichte wie dessen Konsequenzen. Beiträge von: Jean Améry, Erich Barlud, Ulrich Becher, Willi Bredel, Melitta Breznik, Veza Canetti, Tibor Déry, Ilja Ehrenburg, Reinhard Federmann, Walter Fischer, Martha Florian, Oskar-Maria Graf, John Gunther, Michael Guttenbrunner, Erich Hackl, Alfred Hirschenberger, Franz Höllering, Franz Kain, Kurt Kläber, Rudolf Jeremias Kreutz, Miroslav Krleža, Franz Leschanz, Naomi Mitchison, Robert Neumann, Margarete Petrides, Margarete Rainer, Otto Roland, Anna Seghers, Jura Soyfer, Franz Taucher, Josef Toch, Alois Vogel, Prežihov Voranc, Karl Wiesinger.

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    Im Kältefieber

    sKnaerzle

    01. July 2017 um 19:41

    Was weiß ein durchschnittlicher Deutscher eigentlich von  österreichischer Geschichte im 20. Jahrhundert? Der Anschluss! Aber sonst?In Wien gab es in den 20er und frühen 30er Jahren eine gut organisierte Arbeiterbewegung und als allmählich deutlich wurde, dass der Staat immer diktatorischer wurde, griffen die Arbeiter im Februar 1934 zu den Waffen!Hackl sammelte Ausschnitte aus Romanen, die sich mit den Februarkämpfen befassten. Darunter sind große Namen wie Anna Seghers und Oskar Maria Graf, aber auch viele Unbekannte. Manche Schriftsteller berichten vor dem Hintergrund eigener Erlebnisse manche befassen sich Jahrzehnte später mit dem Stoff.Die Auswahl ist parteiisch, es gibt nur Texte, die aus der Sicht der Arbeiter geschrieben wurden, aber das sind ja auch die, die für die Demokratie ihr Leben eingesetzt haben, sozusagen unsere Vorgänger.Manche der Texte sind traurig, manche empörend, etwa wenn immer wieder berichtet wird, wie Artilleriegeschosse Arbeiterwohnungen zerstören, in denen selbstverständlich auch Frauen und Kinder sind, manchmal ist man erleichtert, wenn durch Solidarität ein Verwundeter versteckt wird oder eine Flucht gelingt.Die einzelnen Stücke der Anthologie sind sorgfältig ausgewählt und thematisch gut sortiert, Man hat beim Wechsel der Abschnitte nicht das Gefühl, etwas Neues anzufangen, sondern als würde man eine Geschichte unter einem anderen Aspekt weiterlesen.Schön wäre ein kleines Vorwort gewesen mit den wichtigsten Fakten, weil man ja als Deutscher die österreichische Geschichte nicht so kennt. Mein Fazit: Lektüre lohnt sich auf jeden Fall!

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