Erich Honecker Letzte Aufzeichnungen

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Inhaltsangabe zu „Letzte Aufzeichnungen“ von Erich Honecker

Erich Honecker war 169 Tage in Berlin-Moabit inhaftiert, ehe er Anfang 1993 nach Chile ausreiste. Im Gepäck hatte er ein Tagebuch, etwa 400 handschriftlich gefüllte Seiten. »Für Margot« stand auf dem Deckblatt. Darin berichtet er über den Gefängnisalltag, sein Befinden, Gespräche und Eindrücke. Es sind vermutlich die einzigen persönlichen Notizen, die Erich Honecker je zu Papier brachte. Sie erscheinen im Jahr, in welchem er 100 geworden wäre.

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  • Rezension zu "Letzte Aufzeichnungen" von Erich Honecker

    Letzte Aufzeichnungen

    Heike110566

    04. April 2012 um 12:39

    Dieses Buch, das die Tagebuchaufzeichnungen, die Erich Honecker, der 18 Jahre an der Spitze der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und des ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaates stand, während seiner Untersuchungshaft in Berlin-Moabit 1992/93 niederschireb, enthält, ist wohl das persönlichste hinterlassene Dokument des bekannten Kommunisten. Neben Eintragungen zu seinem Gesundheitszustand und Gedanken um seine Familie, enthält es vor allem Betrachtungen zu den ihm zur Last gelegten Vorgängen in der DDR, zum Scheitern des Projektes DDR, zum Verlauf der Konterrevolution, zur Annexion der DDR durch die BRD und zur aktuellen politischen Situation 1992. Höhepunkt der "Letzten Aufzeichnungen" ist Honeckers Erklärung zu Beginn des Prozesses Anfang Dezember 1992, in der er die Demagogie der Anklage messerscharf entlarvte. Ich selbst bin ein Kind der "Honecker-Ära". Geboren wurde ich zwar bereits 1966, war also 1971 fünf Jahre alt, bin aber entscheidend zum denkenden Menschen erst durch die Sozialisation und Bildung in den 18 Jahren geworden, in denen Honecker das Staatsoberhaupt der DDR war. Natürlich gab es auch bei mir eine Phase der Rebellion und der Ablehnung der tradierten Vorgaben in meiner Jugrndzeit, so wie es bei der Jugend seit dem Sturm und Drang diese im Grunde immer gab. Dabei störte mich vor allem die, wie ich es damals nannte, "Engstirnigkeit" der älteren Generation, insbesondere wenn wieder Musik, die ich besonders glaubte zu mögen, weil sie "angesagt" war, nicht in der DDR zu bekommen war oder geduldet wurde. Und ein weiterer Punkt, der damals meine Rebellion hervorrief, war, dass Kritik der jungen Generation von der älteren Generation ignoriert wurde. Andererseits war aber für mich klar: ich wollte ein guter Kommunist werden. Wobei ich nur eine schwammige Vorstellung aber davon hatte, was dies eigentlich sei. Eines stand aber fest: Nicht Deutschland, sondern die DDR, die sozialistische DDR war meine Heimat. Und dies trotz allem, was mich daran störte und was ich ändern wollte. - Der Sieg der Konterrevolution im Herbst 1989 zerstörte meine Heimat. Und die neuen Herren, die Bourgeoisie der BRD und ihre politischen Marionetten, die am 3. Oktober 1990 die DDR annektierten, begannen gnadenlos alles niederzumachen und zu delegitimieren, was für mich von Wert und Bedeutung war. - Für mich brach meine Welt zusammen und ich hatte einige Jahre zu tun, um wieder Boden, meinen marxistisch-leninistischen Boden, in dieser menschenverachtenden, von den Profitinteressen des Kapitals geleiteten BRD wiederzufinden. Um wieviel schwerer muss es da den Genossinnen und Genossen gegangen sein, die mir das Aufwachsen in der DDR und auch meine Jugend-Rebellion ermöglichten, und nun für ihr Wirken kriminalisiert und durch die Siegerjustiz der BRD vor Gericht gezerrt wurden. Was muss in Erich Honecker vorgegangen sein, als er am / ab dem 18. Oktober 1989 zum Sündenbock und personifizierten Bösen gestempelt wurde? - Der Mann hätte eigentlich allen Grund, der Welt sein Ungemach zu klagen. Aber davon ist in diesen Tagebuchaufzeichnungen nichts zu spüren. Statt Rechtfertigung und Schuldzuweisungen findet der Leser Analysen, also warum was wie geschah. Statt Jammern und Wehklagen ist er voller Tatendrang, die Sache, wofür stand und steht, vor dem Gericht des Kapitals zu verteidigen, zu zeigen, dass der Sozialismus trotz seiner Niederlage die einzige und gesetzmäßige Alternative zum Kapitalismus war, ist und bleibt. Mit seiner Prozesserklärung drehte er den Spieß, den die politische Klassenjustiz und die herrschende Klasse der BRD auf ihn gerichtet hatte, um und klagte das Kapital und dessen deutschen Staat BRD auf eindrucksvolle Weise an. Das Buch zeigt, dass es Erich Honecker keineswegs um persönliche Vorteile, Bereicherung oder ähnliches ging, sondern sein Handeln stets von der kommunistischen Sache geleitet war. Besonders untermauert, und damit auch sehr glaubwürdig, wird diese Tatsache dadurch, dass er selbst in seinem persönlichen Hafttagebuch, dass er nur für seine Frau zur Erinnerung niedergeschrieben hatte (er ging davon aus, dass er Margot, die bereits in Chile im Exil lebte, nicht wiedersehen würde). die Gedanken so niederschrieb, wie er sie niedergeschrieben hat. Es war nicht absehbar für ihn, dass einst, wie jetzt, 20 Jahre nach jener Niederschrift, seine Frau dieses Tagebuch der Öffentlichkeit zugänglich machen würde. Erich Honecker hatte also keinerlei Anlass in diesem Tagebuch eine besondere Gesinnung und einen nicht vorhandenen Heroismus zu heucheln, wie man es bei Politikern oft erlebt, die den Menschen in derartigen Niederschriften gern einiges vorGAUCKeln. Die Bedingungen waren in diesem Fall historisch und politisch einfach nicht gegeben. Dass wir nun doch dieses Dokument erfahren dürfen, ist ein Glücksfall. Ich danke Margot Honecker für die Freigabe zur Veröffentlichung und dem Verlag edition ost für die Herausgabe.

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