Erich Kästner Der Gang vor die Hunde CD

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Inhaltsangabe zu „Der Gang vor die Hunde CD“ von Erich Kästner

'Es geht um gekaufte und verkaufte Liebe, um Sehnsucht und Selbstmord, um eine Zeit, die sich verliert, in Berlin, dem zärtlichen Moloch der Moderne.' Georg Diez, Der Spiegel Fabian ist Erich Kästners Meisterwerk. Doch der Roman wurde vor seinem Erscheinen verändert und gekürzt. Jetzt liegt er zum ersten Mal so vor, wie ihn Kästner geschrieben und gemeint hat – unter dem Titel, den Kästner ursprünglich vorgesehen hatte: Der Gang vor die Hunde. Nun gibt es das Buch auch als Hörbuch mit einer ungekürzten Lesung von Nico Holonics.

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  • Fabian, unzensiert

    Der Gang vor die Hunde CD

    Wortklauber

    01. July 2015 um 17:32

    Vielleicht werden die meisten Erich Kästner mehr als Autor von Kinderbüchern kennen, so z. B. als geistigen Vater von Pünktchen und Anton oder Emil und den Detektiven. Kästner hat aber nicht nur Bücher für Kinder geschrieben, auch für Erwachsene, und - in Anbetracht der Zeit, in der er mit dem Veröffentlichen begann, auch durchaus drastische. Der 1931 erschienene Roman „Fabian - Die Geschichte eines Moralisten“ wurde im Völkischen Beobachter als "gedruckter Dreck" diffamiert. Es konnte nicht anders sein, denn der Germanist Dr. Jakob Fabian, dessen unaufhaltsamen Niedergang man im Roman miterlebt, konnte so gar nicht nach dem Geschmack der neuen Herren sein, die wenig später an die Macht kommen sollten. 1933 wurde der „Fabian“ folgerichtig von den Nazis ins Feuer geworfen. 2013 wurde dieser Roman neu veröffentlicht, und zwar in der von Kästner ursprünglich geschriebenen Fassung und mit dem von ihm wohl favorisierten Titel "Der Gang vor die Hunde". 1931 hatte man "Fabian" doch arg zusammengestrichen, so wollte man den Roman dann doch nicht veröffentlichen. Fabian (außer von seiner Mutter immer beim Nachnamen genannt) flaniert durchs Berlin der im Niedergang begriffenen Weimarer Republik. Er lässt sich treiben, beobachtet, landet, von Zufällen geleitet, in Kneipen, Animierschuppen und Bordellen, im Atelier einer Bildhauerin und auf dem Rummel. Er gabelt eine Frau auf, deren Mann plötzlich im Schlafzimmer steht, ihn aber beschwichtigt, er habe eine vertragliche Abmachung mit seiner Frau, da ihm "ihr Unterleib über den Kopf gewachsen" sei. Auch Fabian flieht, gerät in die nächste Kaschemme, begegnet der nächsten Frau, aber jetzt einer, mit der tatsächlich so etwas wie eine zarte Liebe aufkeimt. Wenn er nicht durch den Sündenpfuhl Berlin flaniert, entwickelt Fabian Anzeigenkampagnen. Bis er seinem Vorgesetzten auf die Füße tritt und auf die Straße gesetzt wird. Nun zählt er zum großen Heer der Arbeitslosen. Wenn der Niedergang allerorten schon vorher unübersehbar, aber eher auf größerer Ebene stattfand - alles scheint in Auflösung begriffen, Nazis und Kommunisten liefern sich nächtliche Schießereien, Regeln scheinen über den Haufen geworfen, das bisherige Rollenverständnis von Mann und Frau ist gekippt, die Gier regiert ...: Jetzt packt das Unglück Fabian höchstpersönlich am Kragen. Die Leichtigkeit, mit der er sich mit seinem Freund Labude im Bus zur Empörung der übrigen Fahrgäste über berühmte Bauwerke der Stadt lustig gemacht hat, schwindet, die dahinter liegenden Schatten treten in den Vordergrund. Das alles beschreibt Kästner äußerst sachlich. Die Sexszenen sind deutlich, keinesfalls schwülstig oder überladen, eher im Gegenteil äußerst nüchtern gehalten. Der Grundtenor des Romans ist - wie sollte es beim vom Autor präferierten Titel "Gang vor die Hunde" auch anders sein - pessimistisch, ohne Hoffnung auf ein Happy-End. Was aber nicht heißt, dass es dem Roman an Humor fehlt. Im Gegenteil, Kästners Sprachwitz adelt selbst vermeintlich schlichte Sätze. Wenn auch der Schreibstil heute, über 80 Jahre nach Entstehen des Romans, ungewohnt sein mag: sich darauf einzulassen lohnt. Ob man den Schmelz, den der Sprecher Nico Holonics in seine Stimme legt, wenn er Dialoge einer Frau spricht, als hilfreich oder bloß nervig empfindet, muss jeder für sich entscheiden. Buch wie Hörbuch ist ein Nachwort des Herausgebers Sven Hanuschek beigegeben, das über die Urfassung des „Fabian“ informiert, zur Entstehung des Romans, seiner politischen und satirischen Dimension, der Rezeption u. a. (In der Hörbuchfassung, wohl Platzgründen geschuldet, in einer sehr kleinen Schrifttype). PS: Man soll keine Äpfel mit Birnen vergleichen, und es verwundert auch nicht, aber: Diesem Roman fehlt die dicke Schicht Zeitkolorit, die manch heutiger Autor seinem Roman, der in vergangenen Epochen spielt, versucht ist, mitzugeben. Als zeitgenössischer Autor musste Kästner damals seinen Lesern weniger erklären, er durfte einfach erzählen. Die Geschichte steht im Vordergrund, nicht die Utensilien. So mag vielleicht für heutige Leser nicht alles sofort verständlich sein. Ich fand es ausgesprochen wohltuend.

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  • Rezension zu Erich Kästners Großstadtroman Fabian

    Der Gang vor die Hunde CD

    Annesia

    29. September 2014 um 13:33

    Der sogenannte Großstadtroman von Erich Kästner hat mich sehr berührt. In vielerlei Hinsicht. Der als Werbetexter bzw. Propagandist tätige Dr. phil. Jakob Fabian fühl sich mit dem unmoralischen Treiben im Berliner Nachtleben konfrontiert. Was da so alles "ab geht", erschüttert ihn sehr und er steht den Geschehnissen als distanzierter Beobachter gegenüber. Außerdem gerät er ungewollt in einen Studel politischer Polarisierung der Nationalsozialisten contra Kommunisten. Sein Studienfreund Labude ist der Ansicht, man könne die Menschheit ethisch vorantreiben, während Fabians Erfahrungen nach vielen Enttäuschungen durch verschiedene Menschen zeigen, man könne höchstens sich selbst verbessern. Was danach noch alles auf Fabian zukommt, soll vorerst verborgen bleiben. Mir gefiel das Buch sehr gut und ich habe mir über viele Dinge ernsthaft Gedanken gemacht. Man sollte sich doch hin und wieder solcher Literatur zuwenden um zu verhindern, sich selbst in einem Blumenmeer, fernab von der Wirklichkeit wieder zu finden. Hin und  wieder muss man die Augen aufreißen um die Wahrheit zu sehen. Der Synchronsprecher hat mir persönlich nicht so gut gefallen aber er hat seine Sache gut gemacht.

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