Erich Kästner Fabian

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Inhaltsangabe zu „Fabian“ von Erich Kästner

Dr. Jakob Fabian, ein 32jähriger Germanist, bisher Adressenschreiber, nun Reklametexter für eine Zigarettenfirma, ist nicht gerade lebenstüchtig und wird von den Menschen immer wieder übervorteilt. Aber als Moralist ist Fabian ein scharfer Beobachter des Lebens und der bürgerlichen Moral, genießt aber auch die Annehmlichkeiten der "Goldenen Zwanziger" in Berlin. Er wirft sich in erotische Abenteuer, erkennt die Verlogenheit bürgerlicher Familienverhältnisse, besucht gewisse Etablissements und trinkt mit Journalisten um die Wette und bekommt so Einblick in die gewissenlose Manipulation von Nachrichten und Meinungen. Kurzum: Er lässt sich treiben durch das unmoralische und sittenlose Berlin seiner Zeit. Im Atelier einer lesbischen Bildhauerin lernt Fabian Cornelia kennen, sie verlieben sich, doch dann wird er arbeitslos, Cornelia verlässt ihn, der Abstieg nimmt seinen unaufhaltsamen Lauf. Fabian gilt als eine der brillantesten Satiren auf deutsche, besonders Berliner Zustände in der Weimarer Republik und während der großen Weltwirtschaftskrise. Das Buch wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und ist ein Klassiker der deutschen Literatur. (Quelle:'Fester Einband/01.09.2006')

Was fängt ein arbeitsloser Germanist an

— juleliest

Darf in keinem Buchregal fehlen!

— Eridanus

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Wenn auch chaotisch - witzige Szenen und Happy End :-)

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  • Wenn man sich in der Welt nicht mehr zurechtfindet

    Fabian

    winter-chill

    10. September 2017 um 18:29

    Was passiert, wenn die Welt und die ganze Gesellschaft sich gegensätzlich zu den eigenen Idealvorstellungen entwickelt? Entweder man versucht in dieser Welt zu überleben oder man geht daran zu Grunde. In diese seelische Zwickmühle gerät der promovierte Germanist Jakob Fabian. Gestrandet im Berlin der 1930er Jahre verdingt er sich als Werbetexter in einer Zigarettenfabrik. Kein Traumjob, aber er kommt über die Runden und lernt bald auch eine junge Frau kennen und lieben. Doch dann verliert er seine Arbeit und plötzlich beginnt sein ganzes Leben vor die Hunde zu gehen. Erich Kästners „Fabian“ ist eine, vor allem für die damalige Zeit, sehr provokante Großstadtsatire. Am Beispiel seines Protagonisten schildert Kästner sehr treffend den seelischen Niedergang der Berliner kurz vor Hitlers Machtergreifung: Arbeitslosigkeit, Hunger, Verzweiflung und politischer Fanatismus kennzeichnen den Zustand der in Auflösung begriffenen Gesellschaft. Während draußen der gesellschaftliche Verfall droht, treiben sich die deutschen Großstädter aber lieber in illegalen Kneipen, extravaganten Künstlerateliers oder Bordellen herum – leben in ständigem Rausch, als ob es kein Morgen gäbe. Kein Wunder, dass sich ein Moralist wie Fabian in so einer Welt nicht mehr zurechtfindet. „Fabian“ ist ein brillantes Werk – spritzig und mit sehr viel Witz erzählt, bisweilen sehr bissig, an manchen Stellen aber auch gedankenschwer und voller Weltschmerz. Erstaunlich ist aber, wie aktuell der Roman noch heute ist. So äußert sich Fabian über die Ängste seiner Generation, eine Familie zu gründen, weil die Arbeitsverhältnisse doch so unsicher seien. Diese Gedanken könnten auch von einem Dreißigjährigen aus unserer Zeit stammen. Und Labudes Hoffnung auf eine anti-kapitalistisch gesonnene Jugend Europas erinnert an die heutige Occupy-Bewegung.

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  • Das uns stets begleitende Risiko

    Fabian

    rkuehne

    15. February 2016 um 20:58

    2016 eine Satire auf die Zustände im Jahr 1931 zu lesen ist unterhaltsam, aber nicht eben einfach. Zwar weiß man, dass Kästner übertreibt, aber ohne genaue Kenntnis der Zustände in den „goldenen“ 20ern, ist mit knapp 90 Jahren Abstand schwer zu beurteilen, was Übertreibung ist und was nicht. Dennoch ist „Fabian“, die Geschichte des 32 Jahre alten (so alt war Kästner auch, als er den Fabian schrieb) arbeitslosen Germanisten Jakob Fabian, der ziellos und nicht kostverachtend durch das Leben und die Frauen wandelt (überraschend erotisch, dieser Kästner) unterhaltsam und macht deutlich, wie nah, egal wie sicher wir uns fühlen, stets ein gesellschaftlicher Abstieg ist. Eine Krise, wie sie erst vor wenigen Jahren ihren Anfang nahm, Job weg und schon ist man nicht nur beruflich aus dem Rennen, sondern auch schnell insgesamt kaum noch was für die Gesellschaft wert. Ein tragisches Risiko, dass uns stets begleiten wird, denn wenn wir nichts leisten (dürfen), will man sich alsbald auch uns nicht mehr leisten. Lesenswert.

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  • Fabian du armes Ding...

    Fabian

    WilmaFeuerstein

    23. July 2015 um 14:37

    Fabian ist begabt, loyal und moralisch integer. Doch sein Leben läuft nicht. Er verliert seine Arbeit, seinen besten Freund und seine Freundin. Die Geschichte spielt im Berlin der 30er Jahre und die gute, alte Zeit war wohl doch nicht so gut. :-) Die Geschichte ist traurig, aber mit Witz und locker geschrieben. Herr Kästner versteht sein Handwerk.

  • Der Moralist auf verlorenem Posten

    Fabian

    juni_mond

    Der Moralist pflegt seiner Epoche keinen Spiegel, sonder einen Zerrspiegel vorzuhalten. Die Karikatur, ein legitimes Kunstmittel, ist das äußerste was er vermag. Wenn auch das nicht hilft, dann hilft überhaupt nichts mehr. Das überhaupt nichts hilft (...) ist keine Seltenheit. Eine Seltenheit wäre es allerdings, wenn das den Moralisten entmutigte. Sein angestammter Platz ist und bleibt der verlorene Posten. Ihn füllt er, so gut er kann, aus. Sein Wahlspruch hieß und heißt auch jetzt: Dennoch! Dies ist ein Auszug der Worte, mit welchen Erich Kästner in seinen Roman "Fabian" einleitet, der erstmals 1931 in der deutschen Verlagsanstalt erschienen ist und ein Gesellschaftsbild Berlins am „Vorabend“ der Machtergreifung Adolf Hitlers zeichnet. Der Roman enthält autobiografische Züge und wurde von der Deutschen Verlagsanstalt in der ersten Fassung gekürzt veröffentlicht, aus Angst vor politischer Zensur, denn es werden viele damalige Tabus angesprochen. Das Werk schildert deutlich den moralischen Verfall und die Entwicklung des Protagonisten Dr. phil. Jakob Fabian, der sich von einem Mann, der ironisch auf alles um sich blickt und nichts wahrhaft ernst zu nehmen scheint, zu einem Realisten entwickelt, der sich nicht mehr zurecht findet in der Welt - zumindest nicht in den Umständen, zu denen sich die Lage, Ende der 1920er Jahre entwickelt hat. Der Germanist Fabian arbeitet als Propagandist (heute: Werbetexter) in einer Zigarettenfabrik - als sein Leben eine Wendung nimmt und er fast das Gefühl hat, angekommen zu sein, verliert er seine Arbeit und auch die positiven Wendungen in seinem Leben vergehen. "Er hatte durstig ein Gefäß in der Hand gehalten und es nicht tragen mögen, weil es leer war. Da, als er es kaum noch hoffte, war das Schicksal gnädig gewesen und hatte das Gefäß gefüllt. Er hatte sich darüber geneigt und endlich trinken wollen. 'Nein', hatte das Schicksal gesagt, 'nein, du hieltest ja den Becher nicht gern', und das Gefäß war ihm aus den Händen geschlagen worden, und das Wasser war über seine Hände zur Erde geflossen." Fabian betrachtet sich selbst die ganze Zeit über als Moralisten. Das heißt für ihn - und für Erich Kästner - dass die Handlungen der Menschen auf ethischen Prinzipien beruhen sollten und die ihrerseits auf bürgerlichen Freiheitsrechten und zwischenmenschlicher Solidarität gegründet sind. Dies wird von den Menschen der Gesellschaft um Fabian jedoch missachtet. Aber was tut man, wenn die ganze Gesellschaft konträr zu den eigenen Idealvorstellungen lebt? Kann man in so einer - für sich selbst als unpassend identifizierten Welt (über)leben? Ob und wie Fabian es kann erfährt man nur, wenn man bis zum Ende des Buches liest. In meiner Ausgabe waren am Ende noch die ursprünglich herausgekürzten Kapitel abgedruckt. Im Nationalsozialismus als entartet deklariert und 1933 schließlich der Bücherverbrennung zum Opfer gefallen verlegte erstmals der Atrium Verlag 2013 die eine ungekürzte Fassung. "Wollte er die Besserung der Zustände? Er wollte die Besserung der Menschen. Was war ihm jenes Ziel ohne den Weg dahin? Er wünschte jedem Menschen pro Tag zehn Hühner in den Topf, er wünschte jedem ein Wasserklosett mit Lautsprechern, er wünschte jedem zehn Automobile, für jeden Tag der Woche eines. Aber was war damit erreicht, wenn damit nichts anderes erreicht wurde? Wollte man ihm etwa weismachen, der Mensch würde gut, wenn es ihm gut ginge? Dann mussten ja die Beherrscher der Ölfelder und der Kohlengruben wahre Engel sein!"

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    • 5

    juni_mond

    31. May 2015 um 21:15
  • "Fabian saß in einem Café namens Spalteholz und las die Schlagzeilen der Abendblätter."

    Fabian

    SetsunaMeronpan

    24. April 2014 um 12:17

    Äußere Gestaltung Das Cover ist schlicht, langweilig, nichtssagend und nahezu hässlich; ehrlich gesagt finde ich da sogar die Erstausgabe hübscher. Die Seiten sind nicht dünn und gelblich, was nicht nur mit dem Alter meiner Ausgabe zusammen hängt. Die Formatierung wiederum scheint mir übersichtlich und angemessen. Schreibstil Sarkastische und teils zynische Kommentare treffen auf nüchterne Beschreibungen von völlig absurden Situationen - das ist Erich Kästner. Sein mit Wortspielen, Situationskomik und Zeitkritik gefüllter Roman ist trotz seines Erscheinens in den 30ern auch heutzutage noch flüssig zu lesen. Sofern man denn mit Sarkasmus und Ironie zurecht kommt. Inhalt Wer den Namen Erich Kästner hört, denkt vermutlich zunächst an "Das doppelte Lottchen" und "Das fliegende Klassenzimmer". Dass er ein äußerst zeitkritischer Mensch, großer Lyriker und Verfasser von für Erwachsene geschriebenen Romanen war, wissen die Fans seiner Kinderbücher meistens nicht. Dies ist unheimlich schade, denn "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" beweist einmal mehr Kästners brillante schriftstellerischen Fähigkeiten. An manchen Stellen des Romans hatte ich tatsächlich den Eindruck, Kästner müsse ein Wahrsager gewesen sein. Nahezu prophetisch lässt er Andeutungen auf die bevorstehende Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten miteinfließen - und das in einem Roman, welcher 2 Jahre vor der Machtergreifung Hitlers veröffentlicht wurde. Auch werden das aktuelle Zeitgeschehen, sowohl auf politischer als auch auf kleinbürgerlicher Ebene, durch den Kakao gezogen, und mitten im unmoralischen, abstrusen, ungerechten und teilweise nahezu perversen Berliner Alltag steht der studierte Germanist Dr. Fabian, ein Moralist, und weiß sich nicht zu helfen. Als Leser tut einem der Protagonist unheimlich leid, denn er wird geradezu vom Pech verfolgt. Dass seine persönlichen Erlebnisse teils repräsentativ für die damaligen Ereignisse stehen, macht das Ganze nicht besser. Fazit Gibt es etwas am Inhalt oder am Schreibstil von "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" auszusetzen? Nein. Kritik gibt es leider für das grauenhafte Cover.

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  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    Monsignore

    19. July 2011 um 22:29

    "Dieses Buch ist nichts für Konfirmanden, ganz gleich, wie alt sie sind." sagte der Autor in einem Kommentar zu seinem Buch, in dem er sein Alter Ego durch das Berlin der späten 20er Jahre schickt. Fabian ist genauso wie Kästner ein nutzlos promovierter Literaturhistoriker, ein Moralist, der an seiner Zeit verzweifelt. "Der Globus hat die Krätze" ist einer meiner Lieblingssätze in diesem satirischen, warnend-visionären Buch. Zum Zustand dieser Zeit findet man den deprimierenden Satz: "Es starben und es lebten die Verkehrten." - Wer verlässlich erfahren will, was eigentlich ein "Moralist" ist (denn zeitlos ist dieser Zustand), dem sei der "Fabian" ans Herz gelegt, er erfährt es garantiert. Und viel lachen wird er, denn Kästner beherrschte in trüber Zeit das Stilmittel der Satire wie kaum ein anderer. Vielleicht muss man ein Moralist sein, um unabhängig von seiner Zeit und ihren Beschwernissen souverän schreiben zu können.

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  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. March 2011 um 09:18

    Fabian ist Moralist, und ein Moralist in einer Zeit zu sein, in der die Moral gerade den Bach herunter geht, ist schwer. Deshalb ist ein Moralist auch zum Scheitern verurteilt - entweder muss er von der Moral lassen (was zutiefst unmoralisch wäre) oder an ihr zu Grunde gehen. Die Umstände, seit Erscheinen des Kästner-Klassikers, mögen sich nach außen hin enorm geändert haben - tief drinnen aber ist die Gesellschaft der 1920er und 1930er Jahre gar nicht so weit entfernt von der heutigen. Ändern wir im Fabian nur die Beschreibungen der technischen Errungenschaften und die Namen der Eliten - Fabian würde wohl auch heute scheitern. Ein zeitloses Buch, stark für seine damalige Zeit, aber auch heute aktuell.

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  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Fabian ist ein Moralist, der in den 30er Jahren durch das Berlin zwischen zwei Kriegen irrt. Sein Freund Labude irrt mit ihm - hat aber noch Ziele und will die Welt ändern. Fabian möchte die Menschen ändern und verliert zusehends den Mut für dieses Ziel. Schließlich stirbt sein Freund wegen eines dämlichen Witzes und Fabian verzweifelt nahezu (!) vollständig. Der Schluss des Buchs ist der bemerkenswerteste Schluss eine Buches den ich je gelesen habe - allein der ist Grund genug für die relativ kurze Geschichte. Und Erich Kästner? Kann man den lesen? Aber ja! Er hat natürlich eine Sprache, die ihm manchmal zu sehr durch geht und er leidet unter einer milden Form von Forumlierungs-Sucht. Aber er verwendet ungewöhnliche und immer passende Bilder, nimmt den Leser in jedes Stadtteil und jedes Hinterzimmer und beleuchtet das Innenleben Fabians mit großer Erzählkunst. Kann man nur empfehlen, den Fabian...

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    • 2

    Matzbach

    20. February 2011 um 10:47
  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    SagMal

    Das Lesen von "Fabian" bescherte mir eine kleine emotionale Achterbahnfahrt. Blindlings stieg ich in den Lese-Zug ein ohne das Ziel zu kennen, einzig und allein mit der Info im Gepäck, dass die Fahrt turbulent werden könnte. Als die Fahrt beginnt, muss ich mich beim Rausgucken aus dem Zug gleich zu Beginn durch herrlich, dargestellte Überspitzungen vor lauter Lachen schütteln. Mit zunehmend verstreichender Zeit wird die Fahrt jedoch ungemütlicher und meine emotionale Verfassung dreht sich aufgrund zahlreicher vorbeirauschender Ereignisse trauriger Natur ins Gegenteil um. Ich werde immer nachdenklicher. Und zu guter Letzt endet die Fahrt für mich dann auch noch ziemlich abrupt, irgendwo im Nichts, ohne Halteschild weit und breit.. Nur mit den unbeantworteten Wortfetzen im Kopf: "Ironie des Schicksals?" ..Und dem Wunsch noch mal einsteigen zu können in den Lese-Zug, der nun aber schon den nächsten Fahrgast abholt..

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    • 2
  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. December 2010 um 20:59

    Erich Kästner liefert mit "Fabian" eine satirische, humorvolle, gleichzeitig prägnante Analyse der deutschen Gesellschaft Ende der 1920er Jahre. Nahezu soziologisch betrachtet der Autor den zunehmenden Verfall von Normen, Werten und des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch die Augen von Fabian, der mit seinen moralischen Maßstäben in dieser Welt zu scheitern droht. Dabei scheinen seine Versuche, das Richtige zu tun, dem Kampf gegen Windmühlen gleich. Geschickt verstrickt Kästner mit Fabians Überlegungen verschiedene philosophische Schulen und erstaunlicherweise wirkt der Roman nicht wie ein erhobener Zeigefinger, obwohl er dem Leser Menschlichkeit näher bringt. Sprachlich bewegt sich der Erzähler auf hohem Niveau, ohne kompliziert zu schreiben oder die Entwicklung einer interessanten, spannenden, tragischen Handlung zu vergessen. Was mich jedoch sehr stark überrascht ist die Tatsache, dass Kästners Darstellung in unsere heutige Gesellschaft (wieder?) nahezu identisch wiederzufinden ist. Allein deswegen wahrlich ein Klassiker.

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  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    Silvester

    08. May 2010 um 17:53

    Ein wichtiges und unterhaltsames Dokument der Zeitgeschichte. Denkt man sich ein paar Elemente weg, die für die 20er Jahre typisch waren, liest sich Kästners Fabian, als ob der Roman gerade erst geschrieben worden ist. Und so sollte man das Werk auch verstehen: Mit Blick auf die aktuelle gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Situation.

  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    LoveGinyLove

    29. November 2009 um 19:23

    Dieses Werk, gab durch seine Freizügigkeit zumindest den Nationalisten Anlass genug, alle geschriebenen und veröffentlichen Dokumente Kästners den wüstenden Flammen zum Fraß vor zu werfen. Die Geschichte des Moralisten Fabians, dem als stummer Beobachter wenig Unglück geschieht, wohingegen durch die Zunahme seiner Aktivität auch das Glück schwindet, ist umgeben von Bordellen, Untergrundspelunken und Ateliers. Vor allem aber eröffnet sich die Sicht auf Kästners Anklage, auf das menschliche Miteinander der damaligen Zeit für den Leser. Das Ende ist in meinen Augen bizarr und überraschend, zu überraschend.

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  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    ChaosQueen13

    26. September 2009 um 13:24

    Ein hervorragendes Buch „Fabian“ (Die Geschichte eines Moralisten) von Erich Kästner, der vielen wohl eher als Kinderbuchautor bekannt ist. Kästner versteht es wunderbar, dem Leser die Zustände der ausgehenden Weimarer Republik nahe zu bringen. Arbeitslosigkeit und unterschiedlichste politische Weltanschauungen beeinflussten die damalige Zeit. Die satirische Darstellung der Gesellschaft empfindet man als äußerst belustigend. Der Leser hat durch die Auseinandersetzung mit skurrilen Charakteren stets das Gefühl, dass die damalige Gesellschaft fast ausschließlich aus verrückten oder eigensinnigen Akademikern bestand. Trotzdem geht die Botschaft des Buches nicht verloren, im Gegenteil, sie wird dadurch sogar noch verstärkt. Ich habe mich beim lesen mehr als einmal köstlich amüsiert, da gewisse Begebenheiten satirisch, aber doch nachvollziehbar, beschrieben werden. Fabian geht in dieser Geschichte als Held hervor, der auch als solcher abtritt. Das Buch ist auf zweierlei sehr interessante Arten zu lesen, einmal liest es sich runter wie ein Roman und das andere mal entdeckt man den Hintergedanken, welchen sich Erich Kästner beim schreiben gemacht hat. Für mich ist „Fabian“ ein Werk was gerade in der heutigen Zeit immer noch einen aktuellen Stand hat. „Es ist auf jeden Fall sehr interessant das Buch nicht nur einmal zu lesen, sondern nach einer Weile es wieder in die Hand zu nehmen.“

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  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. September 2008 um 10:29

    Sehr überspitzt, zeigt häufig dem moralischen Zeigefinger. Nichts desto trotz auch humorvoll. Die Story hat nichts an Brisanz verloren. Lesenswert!

  • Rezension zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian

    kuermann

    18. August 2008 um 20:42

    süffisant, voyeuristisch, ehrlich. traurig, aufrichtig. und doch hoffnungsfroh. eine zum nachdenken anregende gesellschaftssatire über die trägheit des menschlichen geistes. unheimlich aktuell, obwohl 1930 geschrieben.

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