Erich Loest Lieber hundertmal irren

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Inhaltsangabe zu „Lieber hundertmal irren“ von Erich Loest

Kriegsende, das hatte Vogelsberg sich anders vorgestellt. Er hatte gemeint, die Bewohner würden zitternd in den Kellern hocken, die Sieger jeden Winkel durchkämmen, Scharfschützengeplänkel, verrückte Hitlerjungen mit Panzerfäusten. Stattdessen wirbelnde Geschäftigkeit. Muss auch sein, hat ja jeder was zu verbergen in Mittweidorf, vor sich und vor den anderen. Hier trennt eine Frau noch rasch das Abzeichen vom SA-Hemd, dort versteckt schon ein Arbeiter sein Werkzeug vor der Demontage, und sein eigener Sohn muss schnell die HJ-Karriere vergessen. Nur Vogelsberg ist treu geblieben – sich und Stalin. Seiner Frau weniger, aber das interessiert nun niemanden mehr. Er, seine Freunde und Genossen sind gefragt beim Wiederaufbau in der sowjetischen Besatzungszone. Da bleibt keine Zeit Verluste zu betrauern, die eigene KZ-Haft zu verdauen, und auch für Zweifel nicht. Die sich doch bei jedem regen, den die Partei zum Bauernopfer macht.

Interessantes Porträt einer Kleinstadt zum Ende des zweiten Weltkriegs. Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil.

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  • „Lieber hundertmal mit der Partei irren, als sich einmal gegen sie zu stellen."

    Lieber hundertmal irren
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    18. September 2013 um 13:37

    Am 12. September 2013 ist Erich Loest im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Reaktionen viele seiner Kollegen und Literaturkritiker zeigen, mit welchem Verlust sie fortan leben müssen.   Seine letzte, kurz vor seinem Tod erschienene Erzählung bestätigt noch einmal Erich Loests Schreibkunst. In „Lieber hundertmal irren“ geht er weit zurück in die ersten Tage der späteren DDR und erzählt von einem Mann namens Vogelsberg, der in den Tagen um das Ende des Zweiten Weltkriegs herum an der Treue zur Kommunistischen Partei festhält: : „Lieber hundertmal mit der Partei irren, als sich einmal gegen sie zu stellen.“   Die Erzählung von der Familie Vogelsberg in Mittweidorf umfasst die Zeit zwischen September 1944 und April 1946. Der Vater Hermann ist gerade aus dem KZ entlassen worden durch den Einfluss des Fabrikbesitzers, bei dem er Vorarbeiter ist. Seine Frau arbeitet bei der Post und sicht eine Familie zu stützen, deren Sohn Joachim begeisterter Hitlerjunge ist.   In diesem Jungen begegnet sich Erich Loest noch einmal selbst. Erich Loest hatte sich selbst freiwillig ins letzte Aufgebot der Wehrmacht gemeldet. Auch die Ähnlichkeiten in der Namensgebung sind beabsichtigt. In seiner Autobiografie „Durch die Erde ein Riss“ erwähnt Loest den Mittweidaer Nachbarn Vogelsang, einen Kommunisten.   In dieser Erzählung aber geht es ihm hauptsächlich um den Vater Hermann, an dessen Person er die Zwänge darstellt, in denen ein Kommunist damals steckte. Loest hat in seinem Leben zweimal die große Verführung der Ideologien gespürt und sich zweimal davon befreit.   In seiner Erzählung wird immer wieder deutlich, wie scharf die Parteilinie als Grenze vor der Eigeninitiative steht. Vogelsberg steht hier für unzählige Frauen und Männer, die in diesen Jahren mit ihrer politischen Einstellung kämpften.   Man versteht am Ende, warum Erich Loest entgegen seinen Plänen noch ein letztes Mal eine Geschichte erzählen musste und dieses Buch schrieb.   .  

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