Erich Maria Remarque

 4.3 Sterne bei 1.406 Bewertungen
Autor von Im Westen nichts Neues /Der Feind, Arc de Triomphe und weiteren Büchern.
Autorenbild von Erich Maria Remarque (©)

Lebenslauf von Erich Maria Remarque

Erich Maria Remarque hieß eigentlich Erich Paul Remark, kehrte jedoch zur französischen Schreibweise seines Namens zurück, die sein Großvater vorher ablegte. Maria nannte er sich auch wegen der Rückbesinnung seiner Vorfahren und wegen seiner Verehrung für Rilke. Sein Vater war Buchbinder und er hatte 4 weitere Geschwister. 1916 machte er das Notexamen am katholischen Lehrerseminar und wurde eingezogen. Er wurde an der Westfront eingesetzt. Bereits nach 2 Monaten kam er wegen mehrere Granatsplitter und einem Halsschuss in das Armeehospital Duisburg bis Ende des Krieges. Er setzte nach dem Krieg seine Lehrerausbildung fort und arbeitete ein Jahr lang an verschiedenen Orten. Er gab seinen Lehrerberuf auf um Schriftsteller zu werden, jedoch floppte sein erster Jugendroman. Er musste sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten und arbeitete unter anderem als Grabsteinagent, Organist und Comictexter. Für die Vossische Zeitung begann er den Fortsetzungsroman im Westen nichts Neues, der ein Kassenschlager wurde. Hier verarbeitet er wie in vielen seiner Werken selbst erlebtes und gehörtes. Vor allem Geschichten die er im Lazarett mitbekam wurden hierfür verarbeitet. Aus Werbezwecken behaupteten dementierten weder der Autor noch Remarque, dass es nicht seine eigenen Erlebnisse seien. 1930 wurde das Buch sogar verfilmt. Wegen seinem Werk wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. 1925 heiratete er zum ersten Mal die Tänzerin Jutta Ilse Zambona. Jutta stammte aus guten Elternhaus und verließ ihren ersten Mann wegen Remarque. Jutta forderte Rilke und ermahnte ihn zu schreiben, da sein Durchhaltevermögen nicht das Beste war, ohne sie wäre der Roman "Im Westen nichts Neues" wohl nie fertig geworden. Auch in späteren Romanen dient sie immer wieder als Vorlage für eine Figur. Jutta arbeitete bis zu ihrem Tod als Malerin und ging wie Remarque sehr häufig fremd. Deswegen scheiterte die Ehe das erste mal auch 1930. Beide kamen mit ihrer offenen Ehe nicht mehr klar. Konnten aber auch nicht ohne einander so lebten sie die nächsten Jahre auch zusammen. Aus Solidarität um Jutta vor den Nazis zu retten heiratete er sie 1938 zum zweiten Mal. Den nicht einmal Juttas Schwester, Edith, die mit Görings Halbbruder verheiratet war konnte ihr helfen. Sein Hauptwohnsitz war schon seit langem in der Schweiz wo er sich auch einem tag nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler dauerhaft zurückzog. Hier nahm er viel Kontakt mit emigrierten Schriftstellern auf und bot Schriftstellern Schutz, die wie er wegen Hetzparaden des NSDAP ihr Land verlassen mussten. Den Nationalsozialisten hat es Remarque auch zu verdanken, dass immer wieder Gerüchte aufkommen, dass er Jude sei, da der jüdische Name "Kramer" rückwärts geschrieben Remark ergibt. Deswegen hätte er auch aus Vertuschungsgründen sich seit 1922 in der französischen Variante geschrieben. Es wurden auch immer wieder Stimmen laut, die behaupteten, er hätte gar nicht am Krieg teilgenommen. Seine Bücher fielen der Bücherverbrennung zum Opfer und ab 1938 lebte er in den USA und erlangte sogar die amerikanische Staatsbürgerschaft, nachdem ihm die deutsche aberkannt wurde. Er lehnte es später ab, die deutsche Staatsbürgerschaft wieder anzunehmen. Wie bereits in der Schweiz unterstützte er emigrierte Autoren und hatte zahlreiche Affären, unter anderem mit Marlene Dietrich und Greta Garbo. 1958 heiratete er die Schauspielerin und ehemalige Frau von Charlie Chaplin, Paulette Goddard. Mit ihr lebte er bis zu seinem Tod. Am 25. September 1970 starb er in Locarno an der Arteriosklerose. Schon in den Jahren davor hatte er einige Herzinfarkte.

Neue Bücher

Im Westen nichts Neues

Erscheint am 21.08.2020 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Die Nacht von Lissabon

Erscheint am 21.08.2020 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

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Cover des Buches Im Westen nichts Neues /Der Feind (ISBN: 9783462036473)

Im Westen nichts Neues /Der Feind

 (80)
Erschienen am 18.11.2005
Cover des Buches Der Weg zurück (ISBN: 9783942656788)

Der Weg zurück

 (52)
Erschienen am 10.05.2013
Cover des Buches Arc de Triomphe (ISBN: 9783462027235)

Arc de Triomphe

 (54)
Erschienen am 01.01.1979
Cover des Buches Der Funke Leben (ISBN: 9783462027242)

Der Funke Leben

 (27)
Erschienen am 01.01.1988
Cover des Buches Herbstfahrt eines Phantasten (ISBN: 9783462030525)

Herbstfahrt eines Phantasten

 (3)
Erschienen am 17.12.2001
Cover des Buches Die nacht von Lissabon. (ISBN: B005BGAWOM)

Die nacht von Lissabon.

 (3)
Erschienen am 01.01.1980

Neue Rezensionen zu Erich Maria Remarque

Neu

Rezension zu "Herbstfahrt eines Phantasten" von Erich Maria Remarque

Interessante Hintergründe zu Remarque selbst und seinen Werken
Sofie_Schankatvor 8 Monaten

In diesem Buch sind einige Kurgeschichten und Artikel sowie Rezensionen von Remarque enthalten, die er im Laufe von Jahrzehnten verfasst und zum großen Teil auch in Zeitschriften oder anderer Form publiziert hat.

Viele Themen, die er auch in seinen Romanen behandelt, finden sich hier wieder und teilweise erkennt man ganze Charaktere wieder, so zum Beispiel den Risiko liebenden Kai oder die todkranke Lilian Dunquerque.

Außerdem sind in diesem Buch Erläuterungen zu den einzelnen Texten enthalten, die zum einen darüber informieren, wo der Text veröffentlicht oder wo er gefunden wurde, die zum anderen aber auch oft interessante Hintergrundinformationen zu den einzelnen Texten und auch zu Remarque selbst, seinem Leben und seinem Werdegang als Schriftsteller enthalten. Über Letzteres gibt auch ein Nachwort des Herausgebers noch einmal recht ausführlich Auskunft.

Rein vom Inhalt her haben mir einige Geschichten und Aufsätze sehr gut gefallen, andere eher weniger, doch zusammen mit den  Hintergrundinformationen war jeder Text interessant. Ich finde es spannend, sich mit Autoren und Werken zu beschäftigen. Gerade zu sehen, wie manche Themen oder Charaktere bereits in Kurzgeschichten auftauchten, bevor sie in einem Roman noch einmal aufgegriffen und noch weiter ausgearbeitet wurden, ist einfach interessant. Man bekommt durch dieses Buch einen etwas tieferen Einblick darin, wie Remarque wohl teilweise gearbeitet und wie er sich weiterentwickelt hat, wie er sich mit so mancher negativen Kritik herumschlagen musste, dass er auch Zweifel hatte und  wie er zu seinem "Frühwerk" und seinem Erfolg überhaupt stand.

Wenn man die Romane von Remarque mag und auch die Person als solche interessant findet, sollte man dieses Buch auf jeden Fall lesen. Für mich waren die Hintergründe hinter den Geschichten und Essays eigentlich sogar spannender als die Geschichten und Artikel selbst.

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Rezension zu "Der Funke Leben" von Erich Maria Remarque

Sehr eindrücklich und ergreifend
Sofie_Schankatvor 10 Monaten

Ich habe schon viele Bücher von Remarque gelesen, aber keines war so grausam wie "Der Funke Leben". Ich hätte es nicht an einem Stück lesen können, selbst wenn ich die Zeit dazu gehabt hätte, da ich nach einigen Seiten immer wieder eine Pause machen musste. In "Der Funke Leben" geht es um die Geschehnisse in einem Konzentrationslager Ende des zweiten Weltkriegs. Wie mit den Häftlingen umgegangen wurde, wird so eindrücklich beschrieben, dass es mich teilweise ziemlich stark mitgenommen hat. Dafür sorgen vor allem Formulierungen, die immer wieder deutlich machen, wie kraftlos und nah am Tod sich die Häftlinge befinden. So werden die Häftlinge beispielsweise immer wieder als "Skelette" bezeichnet, und wenn sich zwei dieser Skelette um ein bisschen mehr Platz in einem Bett in der Baracke streiten, das sie sich mit mehreren anderen teilen müssen und gestapelt aufeinander liegen, dann können die anderen Barackenbewohner "kraftlose Schläge" vernehmen. Auch werden immer wieder Formulierungen benutzt, die eher an Tiere erinnern dann an Menschen. Wie sich die Gefangenen auf dem Boden zusammenkauern, in der Erde festkrallen,  herumkriechen anstatt zu gehen und ihre mageren Essensrationen in Näpfen empfangen, lässt einen immer wieder an misshandelte Hunde denken. Dadurch wird einem in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie unmenschlich und würdelos es in den KZs zugegangen sein muss.

 Auf der anderen Seite wirken die Häftlinge jedoch wiederum sehr menschlich, da ihre Gefühle und Gedanken beschrieben werden. Dies führt dazu, dass die Zustände im Lager noch grausamer erscheinen.

Doch es wird nicht nur aus der Sicht der Häftlinge erzählt, sondern auch aus der Sicht einiger Nazis, die im KZ arbeiten. Anders, als man es vielleicht erwarten würde, werden sie aber nicht als die durch und durch "Bösen" dargestellt, sondern bekommen teils ambivalente Charaktere und der Leser kann durchaus Zugang zu ihnen finden.  Besonders der Obersturmbannführer Neubauer ruft an der ein oder anderen Stelle durchaus so etwas wie Mitleid beim Leser hervor, wenn er wieder einmal in seinem Kaninchenstall sitzt, den er sich schon als Kind gewünscht hat, und versucht, dort einen kurzen Moment die Gegenwart zu vergessen, da er bereits ahnt, dass die Deutschen am Ende nicht die Gewinner sein werden, und auch nicht immer ein gutes Gefühl bei der Sache hat. Aber er gehorcht ja bloß dem Führer. Diese Ausrede haben am Ende alle Nazis. Die Entwicklung im Laufe der Geschichte, bis der Krieg schließlich beendet ist, wird sehr interessant dargestellt. Der Leser kann miterleben, wie die Häftlinge immer mehr Menschlichkeit zurückgewinnen, weil sie neue Hoffnung verspüren, und wie gleichzeitig  die Nazis immer mehr Angst bekommen und versuchen, die Dinge (auch auf Kosten der Häftlinge) noch so zu drehen, dass sie am Ende in gutem Licht erscheinen.

Interessant war auch zu lesen, wie sich die Häftlinge, je wahrscheinlicher eine Rettung wurde, wieder zu selbstständigen Menschen entwickelt haben. So unterhalten sich beispielsweise in einer Szene zwei Häftlinge über ihre unterschiedlichen politischen Meinungen, wobei deutlich wird, dass sie sich plötzlich nicht mehr als Kameraden und Leidensgenossen, sondern vielmehr als Feinde sehen. Erschreckend ist an dieser Stelle auch, dass einer der Häftlinge davon spricht, dass für die in seinen Augen  richtige politische Sache ein erneuter Krieg und erneute Konzentrationslager sinnvoll wären, wenn sie langfristig den Sieg seiner Partei bedeuten.

Es war auch gut dargestellt, wie viele Häftlinge, als sie dann tatsächlich befreit wurden, erst einmal gar nicht damit zurechtgekommen sind und gar nicht wussten, wohin mit sich.

Ich denke, dass dieses Buch sehr wichtig und auch noch immer aktuell ist, da es die Grausamkeiten und Entmenschlichungen zur damaligen Zeit in aller schrecklicher Deutlichkeit zeigt und auch bewusst macht, dass theoretisch die Gefahr besteht, dass so etwas wieder passieren könnte.

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Rezension zu "Liebe Deinen Nächsten" von Erich Maria Remarque

Sehr eindrücklich
Sofie_Schankatvor einem Jahr

„Liebe deinen Nächsten“ gehört zu meinen persönlichen Favoriten von Remarque und ist auch mein Lieblings-Emigranten-Roman.

Besonders gut gefallen mir die vielen unterschiedlichen Orte und Charaktere, durch die ein Gefühl von Schutzlosigkeit, Gefahr und ständigem Risiko entsteht. Die Atmosphäre der Fluch ist so sehr spürbar. Das Buch wird dadurch aber auch sehr abwechslungsreich und spannend und macht nachdenklich, da es so viele verschiedene Figuren gibt, die unterschiedlich handeln. Es wimmelt nur so von einsamen, kaputten, verletzten, aber auch von starken, kämpferischen und hoffnungsvollen Seelen in dieser Geschichte, die mir tief unter die Haut gegangen sind.

Ludwig Kern, Josef Steiner und Ruth Holland fliehen vor den Nazis durch Europa, wobei sie sich auf ihren Wegen immer wieder treffen und sich gegenseitig helfen und unterstützen. Sie müssen zwar ständig auf der Hut und aufbruchbereit sein, aber ihr Schicksal hängt auch von Glück und Pech ab und von den Menschen, auf die sie treffen. Da gibt es Spione der Nazis, die zunächst hilfsbereit scheinen, Polizisten, die einem Flüchtling bewusst die Flucht gewähren, hilflose Richter, die schockiert über die Erkenntnis sind, dass das Verbrechen der Flüchtlinge einzig und allein die Tatsache ist, dass sie leben, und die ihnen dann wenigstens etwas Geld zustecken, Bauern, in deren Heu Emigranten übernachten dürfen, und natürlich die anderen Flüchtlinge, die zum Teil richtige Flüchtlingsexperten geworden sind und ihren Schicksalsgefährten Tipps geben.

„Liebe deinen Nächsten“ bietet einen Einblick darin, wie die Flüchtlinge sich durchs Leben schlagen mit allen Mitteln, auch illegalen, die ihnen irgendwie zur Verfügung stehen. Immer wieder wird darauf eingegangen, dass nach dem Gesetz diese Menschen gar nicht leben dürften, gar nicht existieren, und dass sie gar keine andere Möglichkeit haben, als illegal die Grenzen zu überschreiten, da es für sie legal keinen Platz auf der Welt gibt.

Einem wird während des Lesens ganz bewusst, dass jeder Mensch ein Mensch ist und das Recht aufs Leben haben sollte. Es gibt eine Szene im Buch, in der das sehr gut auf den Punkt gebracht wird: Kern sitzt einem Beamten gegenüber und stellt fest, dass er sich in nichts von ihm unterscheidet, nicht durch das Blut, nicht durch Organe oder Körperfunktionen oder das Gehirn – nur durch einen Pass, und deshalb darf der Beamte leben und Kern nicht. Es gibt noch mehr solcher Szenen, die bei mir hängengeblieben sind und mich traurig, wütend, verständnislos und nachdenklich gemacht haben.

Aber trotz aller Schwierigkeiten ist der Roman auch romantisch, denn es gibt einige Liebesgeschichten, die sehr bewegend und nahegehend sind. Ich denke hierbei vor allem an Steiner und Marie und an Kern und Ruth. Die Beziehung von Kern und Ruth nimmt den meisten Raum ein und ist auf eine sehr schlichte Weise sehr romantisch. Es sind oft allein Formulierungen, die die tiefen Gefühle, die Kern für Ruth empfindet, perfekt auf den Punkt bringen. Es wird deutlich, dass Steiner und Kern ihre Geliebten wichtiger sind als die Gefahr und ihr eigenes illegales Leben. Das sorgt für einige sehr romantische und auch traurige Szenen und verdeutlicht gleichzeitig auch die Ungerechtigkeit, dass manchen Menschen das verwehrt bleibt, was andere genießen dürfen, nur weil die keinen Pass haben (z.B. Kerns Erkenntnis, dass er Ruth gar nicht heiraten könnte, wenn er wollte, da sie keine Pässe haben). Die Momente, in denen sie sich dann einmal kurz entspannen und sich vielleicht sogar ein bisschen wie Menschen mit Pass fühlen können, saugen die Charaktere tief in sich auf. Das kann schon eine trockene Nacht auf einem Heuboden sein, die für Kern und Ruth ein wahnsinniges Glück bedeutet.

Das Ende bleibt offen und vermittelt neben einem beklemmenden Gefühl auch Hoffnung. Alles in allem ist „Liebe deinen Nächsten“ einer der kraftvolleren, eindrücklicheren und berührenderen Romane von Remarque, der meiner Meinung nach auch heute noch aktuell ist, da Flüchtlinge ja auch heutzutage ein sehr großes und schwieriges Thema sind.

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Erich Maria Remarque wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück (Deutschland) geboren.

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