Erich Maria Remarque

 4.3 Sterne bei 1,351 Bewertungen
Erich Maria Remarque

Lebenslauf von Erich Maria Remarque

Erich Maria Remarque hieß eigentlich Erich Paul Remark, kehrte jedoch zur französischen Schreibweise seines Namens zurück, die sein Großvater vorher ablegte. Maria nannte er sich auch wegen der Rückbesinnung seiner Vorfahren und wegen seiner Verehrung für Rilke. Sein Vater war Buchbinder und er hatte 4 weitere Geschwister. 1916 machte er das Notexamen am katholischen Lehrerseminar und wurde eingezogen. Er wurde an der Westfront eingesetzt. Bereits nach 2 Monaten kam er wegen mehrere Granatsplitter und einem Halsschuss in das Armeehospital Duisburg bis Ende des Krieges. Er setzte nach dem Krieg seine Lehrerausbildung fort und arbeitete ein Jahr lang an verschiedenen Orten. Er gab seinen Lehrerberuf auf um Schriftsteller zu werden, jedoch floppte sein erster Jugendroman. Er musste sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten und arbeitete unter anderem als Grabsteinagent, Organist und Comictexter. Für die Vossische Zeitung begann er den Fortsetzungsroman im Westen nichts Neues, der ein Kassenschlager wurde. Hier verarbeitet er wie in vielen seiner Werken selbst erlebtes und gehörtes. Vor allem Geschichten die er im Lazarett mitbekam wurden hierfür verarbeitet. Aus Werbezwecken behaupteten dementierten weder der Autor noch Remarque, dass es nicht seine eigenen Erlebnisse seien. 1930 wurde das Buch sogar verfilmt. Wegen seinem Werk wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. 1925 heiratete er zum ersten Mal die Tänzerin Jutta Ilse Zambona. Jutta stammte aus guten Elternhaus und verließ ihren ersten Mann wegen Remarque. Jutta forderte Rilke und ermahnte ihn zu schreiben, da sein Durchhaltevermögen nicht das Beste war, ohne sie wäre der Roman "Im Westen nichts Neues" wohl nie fertig geworden. Auch in späteren Romanen dient sie immer wieder als Vorlage für eine Figur. Jutta arbeitete bis zu ihrem Tod als Malerin und ging wie Remarque sehr häufig fremd. Deswegen scheiterte die Ehe das erste mal auch 1930. Beide kamen mit ihrer offenen Ehe nicht mehr klar. Konnten aber auch nicht ohne einander so lebten sie die nächsten Jahre auch zusammen. Aus Solidarität um Jutta vor den Nazis zu retten heiratete er sie 1938 zum zweiten Mal. Den nicht einmal Juttas Schwester, Edith, die mit Görings Halbbruder verheiratet war konnte ihr helfen. Sein Hauptwohnsitz war schon seit langem in der Schweiz wo er sich auch einem tag nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler dauerhaft zurückzog. Hier nahm er viel Kontakt mit emigrierten Schriftstellern auf und bot Schriftstellern Schutz, die wie er wegen Hetzparaden des NSDAP ihr Land verlassen mussten. Den Nationalsozialisten hat es Remarque auch zu verdanken, dass immer wieder Gerüchte aufkommen, dass er Jude sei, da der jüdische Name "Kramer" rückwärts geschrieben Remark ergibt. Deswegen hätte er auch aus Vertuschungsgründen sich seit 1922 in der französischen Variante geschrieben. Es wurden auch immer wieder Stimmen laut, die behaupteten, er hätte gar nicht am Krieg teilgenommen. Seine Bücher fielen der Bücherverbrennung zum Opfer und ab 1938 lebte er in den USA und erlangte sogar die amerikanische Staatsbürgerschaft, nachdem ihm die deutsche aberkannt wurde. Er lehnte es später ab, die deutsche Staatsbürgerschaft wieder anzunehmen. Wie bereits in der Schweiz unterstützte er emigrierte Autoren und hatte zahlreiche Affären, unter anderem mit Marlene Dietrich und Greta Garbo. 1958 heiratete er die Schauspielerin und ehemalige Frau von Charlie Chaplin, Paulette Goddard. Mit ihr lebte er bis zu seinem Tod. Am 25. September 1970 starb er in Locarno an der Arteriosklerose. Schon in den Jahren davor hatte er einige Herzinfarkte.

Alle Bücher von Erich Maria Remarque

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Erich Maria RemarqueIm Westen nichts Neues
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Im Westen nichts Neues
Im Westen nichts Neues
 (928)
Erschienen am 01.01.1993
Erich Maria RemarqueIm Westen nichts Neues /Der Feind
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Im Westen nichts Neues /Der Feind
Im Westen nichts Neues /Der Feind
 (78)
Erschienen am 18.11.2005
Erich Maria RemarqueArc de Triomphe
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Arc de Triomphe
Arc de Triomphe
 (50)
Erschienen am 01.01.1979
Erich Maria RemarqueDer Weg zurück
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Der Weg zurück
Der Weg zurück
 (41)
Erschienen am 10.05.2013
Erich Maria RemarqueDer Funke Leben
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Der Funke Leben
Der Funke Leben
 (25)
Erschienen am 01.01.1988
Erich Maria RemarqueDer Himmel kennt keine Günstlinge
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Der Himmel kennt keine Günstlinge
Der Himmel kennt keine Günstlinge
 (23)
Erschienen am 01.01.1990
Erich Maria RemarqueStation am Horizont
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Station am Horizont
Station am Horizont
 (7)
Erschienen am 01.01.2000
Erich Maria RemarqueIm Westen nichts Neues / Der Weg zurück (2 Romane in einem Band)
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Im Westen nichts Neues / Der Weg zurück (2 Romane in einem Band)

Neue Rezensionen zu Erich Maria Remarque

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Tintenklecks98s avatar

Rezension zu "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque

Kriege zerstören Menschen
Tintenklecks98vor 2 Monaten

- Wir fahren ab als mürrische oder gut gelaunte Soldaten, - wir kommen in die Zone, wo die Front beginnt, und sind Menschentiere geworden. - S. 46

- Wir sind keine Jugend mehr. Wir wollen die Welt nicht mehr stürmen. Wir sind Flüchtende. Wir flüchten vor uns. Vor unserem Leben. Wir waren achtzehn Jahre und begannen die Welt und das Dasein zu lieben; wir mussten darauf schießen. Die erste Granate, die einschlug, traf in unser Herz. Wir sind abgeschlossen vom Tätigen, vom Streben, vom Fortschritt. Wir glauben nicht mehr daran; wir glauben an den Krieg. - S. 67

- Kamerad, ich wollte dich nicht töten. Sprängst du noch einmal hier hinein, ich täte es nicht, wenn auch du vernünftig wärest. Aber du warst mir vorher nur ein Gedanke, eine Kombination, die in meinem Gehirn lebte und einen Entschluss hervorrief - diese Kombination habe ich erstochen. Jetzt sehe ich erst, dass du ein Mensch bist wie ich. Ich habe gedacht an deine Handgranaten, an dein Bajonett und deine Waffen - jetzt sehe ich deine Frau und dein Gesicht und das Gemeinsame. Vergib mir, Kamerad! Wir sehen es immer zu spät. Warum sagt man uns nicht immer wieder, dass ihr ebenso arme Hunde seid wie wir, dass eure Mütter sich ebenso ängstigen wie unsere und dass wir die gleiche Furcht vor dem Tode haben und das gleiche Sterben und den gleichen Schmerz -. Vergib mir, Kamerad, wie konntest du mein Feind sein. Wenn wir diese Waffen und diese Uniform fortwerfen, könntest du ebenso mein Bruder sein wie Kat und Albert. Nimm zwanzig Jahre von mir, Kamerad, und stehe auf - nimm mehr, denn ich weiß nicht, was ich damit beginnen soll. - S. 154

- Ich bin jung, ich bin zwanzig Jahre alt; aber ich kenne vom Leben nichts anderes als die Verzweiflung, den Tod, die Angst und die Verkettung sinnloser Oberflächlichkeit mit einem Abgrund des Leidens. Ich sehe, dass Völker gegeneinander getrieben werden und sich schweigend, unwissend, töricht, gehorsam, unschuldig töten. Ich sehe, dass die klügsten Gehirne der Welt Waffen und Worte erfinden, um das alles noch raffinierter und länger dauernd zu machen. - S. 180

- Wären wir 1916 heimgekommen, wir hätten aus dem Schmerz und der Stärke unserer Erlebnisse einen Sturm entfesselt. Wenn wir jetzt zurückkehren, sind wir müde, zerfallen, ausgebrannt, wurzellos und ohne Hoffnung. Wir werden uns nicht mehr zurechtfinden können. - S. 198

Ein Buch, mit zeitlos wahren Erkenntnissen, welches nichts an Brisanz und Aktualität eingebüßt hat. Der Mensch ist sein größter Feind und richtet sich selbst zugrunde. 

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Velina2305s avatar

Rezension zu "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque

Bedrückend...
Velina2305vor 3 Monaten


Gasattacken, stundenlanger Artilleriebeschuss, Leben in den Gräben, die ersten Panzer, die die Stellungen einfach überrollen, Maschinengewehre, viele technische Neuerungen, die diesen Krieg unheimlich brutal gemacht haben, massives Auftreten von posttraumatischen Belastungsstörungen... in diese Welt stürzt sich Paul, indem er sich für die Front freiwillig meldet.

"...Oktober 1918 an einem Tage der so ruhig und still war an der ganzen Front, dass der Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkte: Im Westen sei nichts Neues zu melden."

Was soll ich zu diesem Buch sagen... Ich habe vorab schon oft gehört, dass man diese Geschichte kennen und gelesen haben muss! Dass es eine realistische Darstellung vom Leben an der Front ist und nicht wie in vielen anderen Fällen eine Verharmlosung des 1. Weltkriegs. Werden doch Kriege gern romantisiert, für Propaganda oder um Tugenden wie Wille, Kameradschaft, Mut und Tapferkeit aufleben zu lassen. 
Ich hatte mich nicht wirklich informiert, was auf mich zukommt und so erfasste mich gleich zu Beginn die bedrückende, düstere Stimmung. Ich musste erst richtig reinfinden in das Buch, habe ich mich anfangs doch irgendwie ausgeschlossen gefühlt von der Handlung (was sicherlich bei den Grausamkeiten des Kriegs nicht das Schlimmste ist). 
Ich bin nicht der Meinung, dass man unbedingt die Geschichte kennen muss, nicht, weil es keine "gute" Geschichte ist, sondern weil vielleicht nicht jeder damit umgehen kann. Teilweise werden doch sehr gut vorstellbar, Verletzungen und Verstümmelungen erläutert, was sicherlich nicht für jeden angenehm zu lesen ist. Es ist daher okay, wenn man nicht mehr mit den furchtbaren Taten von damals konfrontiert werden möchte. 
Die Realitätsnähe kann ich zum Glück nicht beurteilen, es kam mir aber alles sehr realistisch beschrieben vor. Absolut schonungslos und grausam wird von Paul berichtet, was er erlebt. Dieses Buch hinterlässt also traurige Gedanken und Eindrücke vom Leben an der Front, untermalt von Pauls tiefsinnigen Gedankengängen.

Fazit: Dieses Buch hat mich sehr traurig gestimmt, trotzdem bin ich froh, Pauls Geschichte gehört zu haben!





Kommentare: 3
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UteSeiberths avatar

Rezension zu "Der schwarze Obelisk" von Erich Maria Remarque

Roman einer Generation nach dem 1. Weltkrieg.
UteSeiberthvor 3 Monaten

Das Inflationsjahr 1923 ist die Zeit der Spekulanten und Schieber,der kleinen Beamten und großen Kaufleute aber auch der verarmten Rentner und Kriegsversehrten. Ludwig erzählt,wie er seine Jugend in diesem Krieg verloren hat und versucht jetzt mit seinem Leben zurechtzukommen.Zum Glück gibt es auch die Liebesgeschichte zu der schönen Isabelle,die aber leider auch kein gutes Ende nimmt.

Damit setzt Remarque dieser schwierigen Zeit eine lesenswertes Denkmal.

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Gespräche aus der Community

Neu
SusanneUlrikeMariaAlbrechts avatar
SusanneUlrikeMariaAlbrecht
Adventsgruß aus weiter Ferne.

Aber tröstlich ist dies Wort:

Ja, dieselben hohen Sterne

leuchten uns - so hier wie dort.

Sehnsucht wird die Brücke schlagen

übern Strom und übers Land.

http://susanne-ulrike-maria-albrecht.over-blog.de/article-der-wei-e-tag-zur-ewigkeit-125208797.html

So sind wir in diesen Tagen

dicht beisammen - Hand in Hand.


Susanne Ulrike Maria Albrecht





Etwas später als geplant und doch viel früher als erwartet,

erscheint in Kürze das neue Werk "Chaoten, Mörder, Luder"

von Susanne Ulrike Maria Albrecht.

http://susanne-ulrike-maria-albrecht.over-blog.de
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Erich Maria Remarque wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

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auf 90 Wunschlisten

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