Erich Rietenauer

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Alma, meine Liebe

Alma, meine Liebe

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Erschienen am 01.10.2008

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Rezension zu "Alma, meine Liebe" von Erich Rietenauer

Der "Burschi" unter den Größen der Kunst- und Literaturelite Wiens
Caastorbvor 3 Jahren

Die Alma-Mahler-Autobiografie Mein Leben hatte ich vor einigen Jahren gelesen. Jetzt fand ich zufällig das Buch Alma, meiner Liebe von Erich Rietenauer bei meinem Vater im Regal. Erst hielt ich diese Biografie in Händen und wusste anfangs nicht so recht, was ich davon halten sollte. Ein Junge von acht Jahren, der seinen Vater verloren hat, lebt in bittere Armut mit seiner Mutter in Wien-Währing. Seine Mutter hat keine Geld für seine neue Schuhe. Daher muss er riesige Schuhe seines Onkels tragen. Dadurch wird er zum Gespött in der Schule. Durch einen Zufall wird er zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung zu Weihnachten eingeladen. Dort trifft er zum ersten Mal Alma Mahler-Werfel, die ihm als Weihnachtsgeschenk seine neuen Schuhe überreicht. Als kleiner Bub ist er sofort fasziniert von der Ausstrahlung und dem Duft dieser Frau.

Durch Zufall lernt der junge Rietenauer dann die Sängerin Anna Moll und den Maler Carl Moll kennen. Die beiden sind die Eltern von Alma Mahler-Werfel und wohnen auf der Hohen Warte in der Villa direkt neben dem Gebäude ihrer Tochter Alma. Die beiden schließen den Jungen sofort in ihr Herz und betreuen ihn wie ihren Enkel. Er kann kommen wann er will, wird mit Kuchen und Kakao versorgt und gehört mit der Zeit wie zur Familie. Franz Werfel, Alma Mahler und ihre Tochter Mutzi gehen ein und aus. Der junge Rietenauer wird von allen "Burschi" genannt und lernt in den Jahren 1932-1938 Leute wie Alban Berg, Thomas Mann, Max Reinhard, Gerhard Hauptmann und Wilhelm Furtwängler kennen. Das Buch erzählt unglaublich witzige Anekdoten über die Persönlichkeiten, die in den Häusern ein und aus gehen. Aus der Sicht des kleinen Rietenauer wirken die Geschichten sehr authentisch, etwas naiv, aber sehr herzlich und sehr unterhaltsam. Man lernt die Künstler mit ihren menschlichen Fehlern kennen. Es ist ein Buch über die wahren Menschlichkeiten der großen Persönlichkeiten, erzählt mit der Stimme eines Achtjährigen.

Das Buch berührte mich, weil ich von der Mahler-Werfel-Villa 5 Minuten entfernt wohne. Gleich nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, packte ich mein Buch und stattete der Mahler-Werfel-Villa einen Besuch ab. Ich stand vor dem etwas verfallenen Haus. Dieser Ortes hatte immer noch einen gewissen Zauber. 

Der Verfasser des Buches, Erich Rietenauer, war 82 Jahre, als er sich entschloss, seine Kindheitserinnerungen aufzuschreiben. Er holte seine vielen Erinnerungsstücke aus seinem Keller: Autogramme, Briefe, Fotografien und sogar einen Hermelincape von Alma Mahler-Werfel. Unterstützt wurde er von "Schulli", einer Krankenschwester, die ihr Leben lang an der Seite von Alma Mahler-Werfel für sie gesorgt hatte. 

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