Der Autor greift ein, leider in der Wissenschaft und Literatur nur äußerst selten behandeltes Thema auf und liefert mit seinem Buch eine kompakte kleine Kultur- und Religionsgeschichte der frühen Menschheit.
Im Zentrum steht dabei der Mensch, der sich bereits seit der Frühzeit mit (Natur-) Phänomenen und deren Beobachtung beschäftigte und versuchte, aus diesen Vorgängen Rückschlüsse und Lehren für das eigene Leben zu gewinnen.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die Beobachtung des nächtlichen Himmels und der Gestirne, insbesondere des Mondes und des (heute leider stark in Allgemeinwissen in Vergessenheit geratenen) Sirius.
In seinem Buch beschreibt der Autor anschaulich, welche Rückschlüsse die Menschen der frühen Hochkulturen im Mittelmeerraum, insbesondere die Ägypter, aus der Beobachtung dieser Gestirne für ihr eigenes Leben gewinnen konnten. Als stetig wiederkehrender Fixpunkt erlangte der Sirus dabei eine zentrale Bedeutung.
Letztlich liegt darin, wie herausgearbeitet wird, nicht nur der Beginn der Zeitrechnung (Kalender) sondern auch der (Natur-) Religionen und damit einer wesentlichen Grundlage für das Entstehen einer Hochkultur.
Wie bei jedem dynamischen Prozess gab es beim Hinzutreten neuer Erkenntnisse Verwerfungen und Konflikte mit den alten, hergebrachten Annahmen und teilweise tiefgreifende Auswirkungen, die der Autor akribisch für die einzelnen Kulturen herausarbeitet.
Besondere Erwähnung verdient die weitere, beachtliche Leistung des Autors, diese Auswirkungen, die teilweise noch heute bestehen und u.a. auch im Christentum ihren Niederschlag gefunden haben, aufzuzeigen.
Dem Buch merkt man die große wissenschaftliche Fundiertheit des Autors an und auch die Gründlichkeit, mit der der Autor vorgeht. Hierbei gelingt es dem Autor, wissenschaftlich komplexe Sachstände präzise und anschaulich darzustellen, was insbesondere auch durch die einfache und verständliche Sprache bzw. Schreibstil erreicht wird.
Insgesamt ist dieses Werk nicht nur für Menschen zu empfehlen, die einem wissenschaftlichen Interesse an diesem Thema anhängen, sondern allen Lesern, die einmal eine Kultur- und Religionsgeschichte aus einem anderen, selten gewählten Blickwinkel, lesen möchten.


