Erich Scheurmann

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Erich ScheurmannDer Papalagi. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea
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Der Papalagi. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea
Erich ScheurmannDer Papalagi
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Der Papalagi
Der Papalagi
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Erschienen am 01.01.2013
Erich ScheurmannDie Lichtbringer. Die Geschichte vom Niedergang eines Naturvolkes. Leben und Dichtung in 19 Bildern.
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Die Lichtbringer. Die Geschichte vom Niedergang eines Naturvolkes. Leben und Dichtung in 19 Bildern.
Erich ScheurmannZweierlei Blut. Ein Südsee-Roman.
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Zweierlei Blut. Ein Südsee-Roman.
Zweierlei Blut. Ein Südsee-Roman.
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Erschienen am 01.01.1920
Erich ScheurmannDer Papalagi. Liebhaberausgabe
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Der Papalagi. Liebhaberausgabe
Der Papalagi. Liebhaberausgabe
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Erschienen am 01.06.1992
Erich ScheurmannSamoa gestern
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Samoa gestern
Erich ScheurmannDer Papalagi. Englischsprachige Ausgabe. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea / Tuiavii's Way. A South Sea Chief's Comments on Western Society
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Der Papalagi. Englischsprachige Ausgabe. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea / Tuiavii's Way. A South Sea Chief's Comments on Western Society
Erich ScheurmannSamoa aus der Sicht des Papalagi
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Samoa aus der Sicht des Papalagi
Samoa aus der Sicht des Papalagi
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Erschienen am 01.10.1991

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bm_eleonoras avatar

Rezension zu "Der Papalagi. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea" von Erich Scheurmann

Und immer wieder Papalagi
bm_eleonoravor 2 Jahren

Das Buch ist erstmals 1920 erschienen, und zwar "als geheime Mitteilung" wie Scheurmann seinem Leser erklärt, da er die Reden des Häuptlings Tuiavii "sicherlich gegen seinen Willen“ veröffentlichte. Das Buch ist in 11 Reden untergliedert, was das Lesen und vor allem das Wiederfinden von bestimmten Beschreibungen des Häuptlings leicht macht.
Die naive Ausdrucksweise zur Darstellung der Weisheiten des Häuptlings wurde oft als rassistisch kritisiert, denn Scheurmann bedient sich des Klischees primitiver Kolonialvölker, in diesem Fall die Bewohner von Samoa. Es ist schnell kritisiert - v.a. wenn man immer wieder in die gleiche Kerbe schlägt.

Warum sich nicht auf das konzentrieren, was das Buch heute lesenswert macht? Die Message ist Immer noch gültig - vielleicht mehr denn je.
Die Weisheiten des Häuptlings regen zum Nachdenken über unsere Wertvorstellungen an. Mit einem Augenzwinkern und einer Art Ermahnung gibt er einige Gedanken auf den Weg - Gedanken, die mich seit vielen Jahren begleiten. Immer wieder (nach 30 Jahren ?) habe ich mich an den einen oder anderen Punkt erinnern müssen, musste lachen oder auch den Kopf schütteln. 

Das Buch ist in jedem Fall auch heute noch top-aktuell, oder gibt es etwa "das runde Metall" oder "das schwere Papier" nicht mehr? 
Ein Beispiel:

"Solche Maschine, die sich leicht auf zwei flachen Fingern tragen läßt, sieht in ihrem Bauche aus wie die Maschinen im Bauche der großen Schiffe, die ihr ja alle kennt. Es gibt aber auch große und schwere Zeitmaschinen, die stehen im Innern der Hütten oder hängen auf den höchsten Hausgiebeln, damit sie weithin gesehen werden können. Wenn nun ein Teil der Zeit herum ist, zeigen kleine Finger auf der Außenseite der Maschine dies an, zugleich schreit sie auf, ein Geist schlägt gegen das Eisen in ihrem Herzen. Ja, es entsteht ein gewaltiges Tosen und Lärmen in einer europäischen Stadt, wenn ein Teil der Zeit herum ist."
Ist das nicht einfach genial? 

Natürlich müsste Tuiavii heutzutage so Einiges hinzufügen, wie zum Beispiel: 

"Der Papalagi trägt eine Metallplatte vor sich her, wenn er durch die Straßen geht, wendet seinen Blick fast nie von deren bunt glänzenden Seite ab und streichelt sie immer wieder. Seine Augen leuchten und Speichel tritt auf seine Lippen, wenn er mit einem oder zwei Fingern die bunte Seite in schnellen Bewegungen flüchtig berührt. Sollte der Papalagi die Metallplatte doch einmal in seine Lendentücher gesteckt haben, so zögert er keinen Augenblick, sie beim Vernehmen eines besonderen Klanges wieder ans Tageslicht zu holen  - um sie erneut zu streicheln, bei ihrem Anblick zu lächeln oder entsetzt dreinzuschauen. Manchmal hält er die Metallplatte wie eine Muschel an sein Ohr und redet sogar mit ihr, als ob sie ganz und gar lebendig sei."






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S

Inhalt:
Papalagi ist ein aus dem Samoanischen stammendes Wort, welches übersetzt etwa "der Himmelsdurchbrecher" oder auch "der Fremde" oder "der Weisse" bedeuten kann. "Himmelsdurchbrecher" soll davon kommen, dass die Weissen bei der Erforschung von Samoa mit einem Segelboot (wobei den Bewohnern das Segel direkt aus dem Himmel kommend erschien) auf Samoa zugerudert seien. Es habe also so ausgesehen, als hätten die Weissen den Himmel durchbrochen und wären dem Segel entlang auf die Erde geklettert. Die elf verschiedenen Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea richten sich an sein Volk und beschreiben das Leben und Verhalten der Europäer und üben dabei natürlich auch Kritik an deren Umgang mit der Natur und der Anbetung materieller Güter.
Wie ich aber gelesen habe, ist der Häuptling eine fiktive Person und die Reden stammen allesamt vom Maler und Schriftsteller Erich Scheurmann. Scheurmann weist mit diesem kleinen Büchlein in kindlicher Sprache, welche die Sprachweise der Inselbewohner imitieren soll, auf verschiedenste Missstände in der europäischen Kultur hin. Die Anbetung des Geldes, das Bauen von Häusern, in die gar keine Sonne und keine frische Luft hinein gelangen kann und die "Unsitte" sich in mehrere "Lendentücher" zu hüllen, obwohl Körper doch so etwas Schönes seien sind nur einige Beispiele aus den Reden. Der Autor hat ein Jahr auf der Insel Samoa verbracht und weiss somit, wovon er spricht und erinnert uns Leser immer wieder ein wenig daran, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen.

Meine Meinung:
Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, tut dies jedoch auf nicht immer ganz ernste Weise. Mit einem Augenzwinkern und einer sanften Ermahnung gibt es dem Leser einige Gedanken auf den Weg und darf sicher nicht als wortwörtliche Kritik verstanden werden. Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten und trotzdem ein wenig blossgestellt gefühlt, musste einige Male laut lachen, aber auch den Kopf schütteln. Alles in allem erscheinen mir die elf Reden nach wie vor als sehr aktuell und passend. Ausserdem halten sich dabei der erhobene Zeigefinger und das gutmütige Schulterklopfen angenehm die Waage.

Zusätzliche Infos:
Editor: Erich Scheurmann
Kartonierter Einband: 117 Seiten
Verlag: Let Me Print
Sprache: Deutsch
ISBN  978-5-87403-647-8

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W

Rezension zu "Der Papalagi. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea" von Erich Scheurmann

Rezension zu "Der Papalagi. Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea" von Erich Scheurmann
WilderMajoranvor 6 Jahren

Auch wenn das Buch in den 20er Jahren geschrieben wurde, ist es immer wieder ein Denkanstoß. Scheurmann verfasste die Reden des Südseehäuptlings aus seiner Sicht. Trotzdem erscheinen sie authentisch. Wie würden die Reden wohl heute aussehen?
Ich denke, das Buch ist zeitlos und gibt Impulse zum Überdenken, was wirklich notwendig ist im Leben.

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