Der lange Krieg: Sohn des Achill von Christian Cameron ist genau das, was ich an historischen Romanen liebe – detailreich, brutal ehrlich und voller Atmosphäre. Erzählt wird die Geschichte von Arimnestos, einem Bauernsohn aus Plataiai, der wider Willen zum Krieger wird und sich durch Schlachten, Sklaverei und politische Intrigen schlagen muss. Cameron verbindet fundierte historische Recherche mit lebendigem Erzählen, und das spürt man in jeder Szene. Sei es im griechischen Dorf, auf dem Schlachtfeld oder in der Sklaverei in Ephesos.
Die Kämpfe sind intensiv, die Taktik nachvollziehbar, aber nie trocken. Besonders gefällt mir die Ich-Erzählweise des gealterten Arimnestos, der sein Leben rückblickend schildert, mal mit Härte, mal mit melancholischem Witz. Manche mögen das zu abschweifend finden, ich glaube aber, es macht den Ton glaubwürdig. Wer keine Lust auf Liebesgeplänkel, sondern auf echtes antikes Leben und Krieg hat, wird hier fündig. Für mich ist es ein starker Auftakt – rau, klug und absolut fesselnd. Aber doch: auch mit einigen Längen hier und da, ein wenig Straffung hätte dem Text sicher gut getan, weshalb es ganz für 5 Sterne nicht ganz gereicht hat. Das ist allerdings klagen auf hohem Niveau.




