Erik Fosnes Hansen

 3,9 Sterne bei 226 Bewertungen
Autor von Choral am Ende der Reise, Das Löwenmädchen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Erik Fosnes Hansen

Erik Fosnes Hansen wurde 1965 in New York geboren. Er wuchs auf in Oslo, wo er heute lebt. Zwei Jahre studierte er in Stuttgart (und spricht hervorragend Deutsch), arbeitet als Rezensent und Literaturkritiker für die Zeitung Aftenposten und schreibt derzeit an einem neuen Roman. Seinen ersten Roman Falkenturm schrieb er im Alter von 18 Jahren, - das Buch wurde gleich nach seinem Erscheinen 1985 in Norwegen als literarisches Ereignis gefeiert. In den Ländern, in denen dieser Mittelalter-Roman erschien (u.a. in Deutschland, Holland und Schweden), waren die Kritiker derselben Meinung wie ihre norwegischen Kollegen. Choral am Ende der Reise erschien in Norwegen 1990 und wurde sofort zum größten Kritiker- und Publikumserfolg seit Jahrzehnten. Der vielleicht auffälligste Aspekt des Buches ist Fosnes Hansens Fähigkeit, gute und mitreißende Geschichten publikumsfreundlich zu erzählen, ohne dabei die literarischen Qualitäten des Werkes zu vermindern. Seine Bücher sind von genauer Recherche, durchdachter Komposition und hoher sprachlicher Qualität geprägt. Für Choral amEnde der Reise wurde Erik Fosnes Hansen im Dezember 1990 mit dem Literaturpreis Riksmålsprisen ausgezeichnet. Dieser Preis ist eine der wichtigsten literarischen Preise Norwegens, und Erik Fosnes Hansen ist der bisher jüngste Träger dieser Auszeichnung. Die Geschichte beginnt am 10. April 1912. An diesem Tag gehen im englischen Southampton sieben Musiker an Bord eines neuen Riesendampfers, der auf seiner Jungfernfahrt mehr als 2.000 Menschen nach New York bringen soll. Das Schiff heißt Titanic, und die Musiker bilden das Schiffsorchester, eine zusammengewürfelte Truppe aus aller Herren Länder. Da sind Jason, der ungeratene Sohn eines Londoner Arztes, und Alex, der vor der Polizei in St. Petersburg fliehen mußte; Leo, das einstige Wunderkind aus Württemberg, und David, der junge Jude aus Wien, den die Liebe in die weite Welt trieb, sowie schließlich Petronius, der von Marionettenspielern in Italien aufgezogen wurde. Während der fünf Tage, die ihnen an Bord verbleiben, lernt der Leser ihre so unterschiedlichen Lebensgeschichten kennen – Biographien voller Hoffnungen und Niederlagen, voller Leidenschaften und Verzweiflung. Selten treffen in einem Roman literarisches Können, historische Recherche und spannende Unterhaltung so zusammen wie in Erik Fosnes Hansens Choral am Ende der Reise.

Alle Bücher von Erik Fosnes Hansen

Cover des Buches Choral am Ende der Reise (ISBN: 9783462053883)

Choral am Ende der Reise

 (94)
Erschienen am 06.06.2019
Cover des Buches Das Löwenmädchen (ISBN: 9783596180899)

Das Löwenmädchen

 (69)
Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Ein Hummerleben (ISBN: 9783462001792)

Ein Hummerleben

 (33)
Erschienen am 19.08.2021
Cover des Buches Momente der Geborgenheit (ISBN: 9783462309355)

Momente der Geborgenheit

 (19)
Erschienen am 02.04.2015
Cover des Buches Zum rosa Hahn (ISBN: 9783462000627)

Zum rosa Hahn

 (5)
Erschienen am 09.06.2022
Cover des Buches Oslo (ISBN: 9783737407526)

Oslo

 (0)
Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Das Löwenmädchen (ISBN: 9783899642780)

Das Löwenmädchen

 (5)
Erschienen am 03.03.2008
Cover des Buches Falkenturm (ISBN: 9783878385387)

Falkenturm

 (1)
Erschienen am 01.01.1997

Neue Rezensionen zu Erik Fosnes Hansen

Cover des Buches Zum rosa Hahn (ISBN: 9783462000627)
awogflis avatar

Rezension zu "Zum rosa Hahn" von Erik Fosnes Hansen

Schräger Fantasy Krimi mit Goldmachern, Farborgeln und Politik
awogflivor 3 Monaten

Ab und an begebe ich mich raus aus meinem gewohnten Trott und lese auch Genres, die ich schon sehr lang nicht mehr genossen habe. Verzeiht mir also, in der Kategorie Fantasy bin ich zwar mittlerweile ein bisschen eingerostet, ich glaube aber dennoch, dass ich Romane dort auch sehr gut mit etwas Abstand beurteilen kann.

Das vorliegende Universum war sehr kurios und hörte sich irgendwie interessant an, sodass ich einfach mal intuitiv zu diesem Buch gegriffen habe: Zwei Alchimisten auf Wanderschaft, die Gold bei großen Events herstellen, eine kleine, verzogene, gelangweilte Kinderfürstin, namens Clothilde, die ihr Reich finanziell und politisch an die Wand fährt, ein Fischhändler als Spion und politischer Repräsentant der Feinde des Fürstentums, Katzen als Amateurspione, Farborgeln, mit denen die Stadt Jüterborg angemalt wird, schräge Programme zur Belustigung des Volkes, wie zum Beispiel Massage, sehr viel Bürokratie und politische Intrigen, ein Wachmann mit einer sprechenden intelligenten Warze, ein armes krankes Mädchen, ihr bösartiger Bruder, und deren Mutter, die ihre Familie über die Runden bringen muss, eine Verschwörung der weißen Mäuse und viele andere sehr innovative Ideen werden hier in den Plot eingewoben.

Bedauerlicherweise ist dieses inhaltliche Feuerwerk in zu viele voneinander getrennte Handlungsstränge unterteilt, die zu lange ohne Bezug zueinander, nebeneinander herlaufen. Da kommt bis zu mehr als zwei Dritteln der Geschichte leider kein Flow und keine Spannung auf, was den Plot bis zu dem Punkt ganz schön langweilig macht.

Das Ende der Geschichte ist aber großes Kino. Im finalen Golderzeugungs-Event der beiden Alchimisten kommen alle oben genannten Protagonisten zusammen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Das gibt es Drama mit Paukenschlag, und spannende Verwicklungen, die sich der Autor diesbezüglich hat einfallen lassen. Politische Umstürze, Verschwörung, Mord, beziehungsweise möglicher Mord, einige gefangene Verdächtige, Folter und Gerichtsverfahren.

Fazit: Eine schräge, gute Geschichte, mit zu langsamem Tempo, die kürzer hätte sein können und deren Handlungsstränge hätten gestrafft, auch besser  ineinander verschränkt und integriert werden sollen. Bedingte Leseempfehlung von mir.

Kommentare: 9
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Cover des Buches Zum rosa Hahn (ISBN: 9783462000627)
thenights avatar

Rezension zu "Zum rosa Hahn" von Erik Fosnes Hansen

Zum rosa Hahn
thenightvor 5 Monaten

Klappentext:

Zwei reisende Goldmacher treffen auf einer Landstraße zufällig aufeinander und ziehen schließlich in die von Fürstin Clothilde regierte Stadt Jüterbog, in der die Untertanen durch Massage bei Laune gehalten werden. Heimlich beobachtet werden die beiden von einem Hund und einer Katze, die sich fragen, was die Ankunft der Männer bedeuten könnte. Bevor die beiden Goldmacher in der Lage sind, Unheil anzurichten, kommen weitere Figuren ins Spiel: ein armes, schwer krankes Mädchen und dessen unerzogener Bruder, ein Wachmann mit sprechender Warze sowie die Fürstin selbst, die so gelangweilt ist, dass sie sogar den Tod eines Untergebenen für etwas Abwechslung in Kauf nimmt.

Der Klappentext klingt ja schon mal gut, dachte ich mir als ich das Buch entdeckte und warum nicht mal wieder etwas ganz anderes lesen. Gedacht, getan. 

Mit diesem Buch habe ich ein Lesevergnügen der besonderen Art erfahren, Schreibstil und Wortwahl sind ungewöhnlich und mehr als skurril. Der Autor hat eine Welt erschaffen, die sehr nah an der unseren ist und doch vollkommen anders. In seiner Welt scheint alles lebendig und mehr oder weniger beseelt, ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll. Fenster, die sich nicht gleich öffnen lassen, tun das vielleicht nicht, weil sie alt und verzogen sind, sondern weil sie das einfach nicht wollen. Brotteig, der von einem verzogenen Kind aus dem Fenster geworfen wurde, ist im wahrsten Sinne des Wortes beleidigt und bedarf einiger Streicheleinheiten und viel gutem Zureden, um nicht mehr störrisch zu sein. Keine Seite auf der es nicht zu amüsanten Szenen kommt,

aber

das Buch hat auch ernste Seiten, da ist die verarmte Mutter, die mit ihrem verzogenen Sohn nicht klarkommt und der in der Schule geraten wird diesen zu verkaufen, was genau er da angestellt hat darf ihr aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht verraten werden, als sie Hilfe bei der Kirche sucht, sieht deren Lösung noch viel krasser aus, man könne das Kind töten, es gäbe auch ein Sonderangebot für die Beerdigung. 

Ich kann nicht anders, ich interpretiere automatisch etwas in die Geschichten, die ich lese, ob das was ich hinter den Worten, die geschrieben stehen zu erkennen glaube vom Autor auch so gemeint ist, ist mir in dem Fall ja egal. 

Für mich ist Zum rosa Hahn, ein sozialkritisches Buch, mit Seitenhieben auf die Politik, die Steuern verschwendet und auf ein Sozialsystem in dem Armut eine Schande ist. 

Die Geschichte hatte eine seltsame Sogwirkung auf mich, manchmal habe ich es an die Seite gelegt, weil es für den Moment etwas zu viel des Guten war, aber kaum waren ein paar Stunden vergangen musste ich weiterlesen. Ich brauchte einfach mehr. 

Vielleicht ist dieses Buch nicht für jeden etwas, aber wer sich auf eine vollkommen fremde Welt, die nur ein kleines Stück von der unsrigen entfernt ist, einlassen möchte und schöne Worte und Metaphern liebt, wird auch diese Geschichte lieben.

Eine besondere Erwähnung gebührt hier sicher auch wieder der Übersetzerin Ina Kronenberger, ich hatte nie das Gefühl eine Übersetzung zu lesen. 


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Cover des Buches Zum rosa Hahn (ISBN: 9783462000627)
-nicole-s avatar

Rezension zu "Zum rosa Hahn" von Erik Fosnes Hansen

Ein ziemlich schräger Roman mit Stärken und Schwächen
-nicole-vor 6 Monaten

Eine Stadt, die skurriler nicht sein kann…

Zwei reisende Goldmacher treffen auf einer Landstraße zufällig aufeinander und ziehen schließlich in die von Fürstin Clothilde regierte Stadt Jüterbog, in der die Untertanen durch Massage bei Laune gehalten werden. Heimlich beobachtet werden die beiden von einem Hund und einer Katze, die sich fragen, was die Ankunft der Männer bedeuten könnte. Bevor die beiden Goldmacher in der Lage sind, Unheil anzurichten, kommen weitere Figuren ins Spiel: ein armes, schwer krankes Mädchen und dessen unerzogener Bruder, ein Wachmann mit sprechender Warze sowie die Fürstin selbst, die so gelangweilt ist, dass sie sogar den Tod eines Untergebenen für etwas Abwechslung in Kauf nimmt.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe – KiWi-Verlag)


Wie schon die Inhaltsangabe zeigt, erwartet uns LeserInnen hier eine völlig verrückte Geschichte. Im Mittelpunkt steht die kleine Stadt Jüterbog (die es zwar wirklich gibt, hier aber natürlich völlig fiktiv gestaltet ist). Diese wird regiert von der Markgräfin Clothilde, die eine Vorliebe für die Farbe Rosa hat und sich schnell langweilt – und genau dieses kann sehr gefährlich werden…
Gleichzeitig begegnen sich zwei Goldmacher auf einer Landstraße – der Ältere überredet den Jüngeren schließlich, gemeinsam mit ihm in Jüterbog im Hotel „Zum rosa Hahn“ zu essen. Eines kommt zum anderen und schnell beziehen sie Quartier dort und haben große Pläne – zumindest der Ältere…
Nichts ahnend werden sie von einem Hund und einer Katze, die in ihrer Freizeit gerne Detektivgeschichten liest, beobachtet – denn diese befürchtet mit der Ankunft der Männer Unheilvolles. Auch eine verarmte Mutter mit einem ungezogenen Sohn und einer kranken Tochter spielen eine zentrale Rolle. Doch das ist noch nicht alles…

Anfangs fand ich den Aufbau der Geschichte sehr interessant und unterhaltsam – neben den schrägen Figuren, sprechenden Tieren und den Sitten der etwas verrückten Stadt entwickeln auch verschiedene Gegenstände gewisse Eigenheiten:


„Das Telefon auf seinem Schreibtisch klingelte intensiv und beharrlich. (…) Es hörte nicht auf zu läuten. Ganz im Gegenteil, die Intervalle wurden nur kürzer, zudem änderte es langsam die Farbe. Von anfangs genervt rosa bis hin zu vor Verärgerung rot.“ 
– 97/98, eBook


Von wütenden Telefonen, über sterbende Origami-Rechnungen bis hin zu seufzenden Häusern – diese absolut schrägen Details sind dem Autor sehr gut gelungen – auch mache, sehr gut formulierte Sätze und Begebenheiten lassen einen ab und an ziemlich schmunzeln:


„Beim Finanzchef stand der Stahlschrank sperrangelweit offen, und um seine Leere noch zu unterstreichen, huschten kleine, halbwilde Wollmäuse in den Schrank und wieder hinaus wie Wanderbüsche in der Prärie.“ – Seite 160, eBook

 „Er inspizierte sich zunächst im Spiegel und eilte dann so rasch zur Tür hinaus, dass sein Spiegelbild noch einige Sekunden lang im Rahmen festhing, bevor es ihm verdutzt hinterhersauste.“ 
– Seite 100, eBook



Natürlich muss man sich auf diese absolut verrückte Story einlassen. Die Kapitel sind übersichtlich und wechseln regelmäßig zwischen verschiedenen Figuren, die sich an verschiedenen Orten in der Stadt aufhalten. Nach und nach werden einige Verbindungen sichtbar und auch Rückblicke in die Vergangenheiten einiger Personen lösen so manches Rätsel auf. Zugleich wird auch sichtbar, dass manches nicht das ist, was es auf den ersten Blick zu sein scheint…

Bei dieser außergewöhnlichen Geschichte war ich während des Lesens hin- und hergerissen, ob diese mir nun gefällt oder nicht. Mir hat hier besonders die erste Hälfte des Romanes gefallen: Die meisten Kapitel sind gut gelungen und unterhaltsam, manchmal auch spannend. In der zweiten Hälfte ließ die Spannung nach, es gab Kapitel die langatmig waren und vereinzelte Abschnitte hatten auch eine eher unangenehme Note. Leider verlor hier die Story diese Besonderheit vom Anfang, was sehr schade war.

Mein Fazit: Ein ziemlich schräger Roman mit starkem Anfang und schwächelndem Ende. Besonders in der ersten Hälfte ist das Buch unterhaltsam, interessant und durch ungewöhnliche und rätselhafte Geschehnisse auch spannend. Die skurrile Note mit verrückten, kleinen Details ist dem Autor wirklich gelungen. Die zweite Hälfte ist eher schwächer: Die Story verliert sich durch langatmige Abschnitte etwas, manches wurde dann doch zu übertrieben abstrus. Daher ziehe ich zwei Sterne ab.


 Man muss sich auf die Geschichte einlassen und ich würde sie allen, die spezielle und außergewöhnliche Romane mögen, empfehlen. 

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Erik Fosnes Hansen wurde am 06. Juni 1965 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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