Erik Neutsch

 4.1 Sterne bei 44 Bewertungen
Autor von Spur der Steine, Zwei leere Stühle. Novelle und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Der Friede im Osten
 (1)
Erscheint am 11.12.2018 als Hardcover bei Das Neue Berlin Imprint von Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH.

Alle Bücher von Erik Neutsch

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Erik NeutschSpur der Steine
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Spur der Steine
Spur der Steine
 (20)
Erschienen am 28.08.2008
Erik NeutschDer Friede im Osten: Erstes Buch: Am Fluß.
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Der Friede im Osten: Erstes Buch: Am Fluß.
Der Friede im Osten: Erstes Buch: Am Fluß.
 (5)
Erschienen am 01.01.1980
Erik NeutschZwei leere Stühle. Novelle
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Zwei leere Stühle. Novelle
Erik NeutschDer Friede im Osten : Zweites Buch : Frühling mit Gewalt
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Der Friede im Osten : Zweites Buch : Frühling mit Gewalt
Erik NeutschDer Friede im Osten : Viertes Buch: Nahe der Grenze.
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Der Friede im Osten : Viertes Buch: Nahe der Grenze.
Erik NeutschDer Friede im Osten
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Der Friede im Osten
Der Friede im Osten
 (1)
Erschienen am 11.12.2018
Erik NeutschAuf der Suche nach Gatt : Roman
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Auf der Suche nach Gatt : Roman
Auf der Suche nach Gatt : Roman
 (1)
Erschienen am 01.01.1973
Erik NeutschDie anderen und ich.
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Die anderen und ich.
Die anderen und ich.
 (0)
Erschienen am 01.01.1970

Neue Rezensionen zu Erik Neutsch

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Rezension zu "Spur der Steine" von Erik Neutsch

Die Spur der Steine
Suskavor 2 Jahren

Zum Autor
Erik Neutsch wurde 1931 in Schönebeck an der Elbe als Arbeitersohn geboren. 1949 trat er in die FDJ und die SED ein. 1953 schloss er sein Studium als Diplomjournalist ab und schrieb 1964 schließlich seinen Roman "Spur der Steine", für den er den Nationalpreis für Kunst und Literatur der DDR verliehen bekam, welchen er 1981 erneut erhielt. 1961, 1962 und 1974 erhielt er den Literaturpreis des FDGB und 1971 bekam er den Heinrich Mann Preis der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin verliehen. Ein Autor also, wie ihn sich die DDR wünschte.

Zur Epoche
Spur der Steine ist in die Epoche des Bitterfelder Weges einzuordnen, der die Hauptaufgabe an die Schriftsteller und Künstler stellte, in die Betriebe zu gehen und dort die Arbeiter bei ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit zu unterstützen und Volk und Partei einander näher zu bringen. Damit war der Arbeiter am Aufbau des Sozialismus beteiligt.

Zum Inhalt
Im Mittelpunkt der Handlung steht der Zimmermannbrigadier Hannes Balla, ein Anarchist, der sich von niemandem etwas sagen lässt und eigentlich immer dagegen ist und damit keinen Respekt vor der Partei zeigt. Balla arbeitet mit seiner Brigade in Schkona, einem Großbauprojekt, dessen Name aus den realen Großprojekten der DDR Leuna und Schkopau zusammengesetzt wurde. Nun wird Werner Horrath neuer Parteisekretär von Schkona und wird gleich bei seiner Ankunft mit den Missständen der Planwirtschaft konfrontiert, woran er etwas ändern möchte und eigenständig das Salzkohlewerk stilllegt. Oberbauleiter Trutmann passt das gar nicht und meldet dies dem Kombinat, Horrath bekommt daraufhin eine Rüge von der Partei wegen Planänderung. Später trifft Horrath auf die Ingenieurin Kati Klee und beide beginnen eine Affäre und sie wird schwanger, obwohl er verheiratet ist. Da Kati Mitglied der Partei ist und den Namen des Vaters nicht nennen will, wirft diese ihr unmoralischen Lebenswandel vor und Horrath steckt ganz schön in der Klemme. In der Zwischenzeit spricht sich Balla für ein neues Schichtensystem aus, um der Partei zu zeigen, dass er der King ist und entdeckt während eines Richtfestes die Spur der Steine, die er durch das Land zog und mit der er die DDR aufgebaut hat. Diese Spur der Steine zeigt ihm endlich den Sinn im Leben. Durch seine Bewunderung für Horrath und einige erschütternde Ereignisse, darunter der Tod seines Vaters, tritt Balla schließlich in die Partei ein und sagt der Rebellion und dem Anarchismus ab und wird zum Sozialisten. Derweil muss Horrath seinen Platz als Parteisekretär räumen, doch ist er nicht der Einzige, der geht.

Ich führe den Inhalt bewusst nicht weiter aus, um noch Interesse am Lesen zu lassen, aber ich hoffe, dass ich einen groben Überblick zum Werk geben konnte.

Zur Sprache
Neutsch verwendet eine einfache Sprache, die für jeden Verständlich sein sollte, und relativ lange Sätze. Das Ziel des Bitterfelder Weges war, Inhalt zu vermitteln, deshalb finden sich nicht unnötige Schnörkel in der Sprache.
Das Buch ist in 3 Teile eingeteilt, wobei Teil 1 16 Kapitel, Teil 2 22 und Teil 3 8 Kapitel hat.

Zur Reaktion der SED
Eigentlich entspricht das Buch den Wunschvorstellungen der SED: Der Anarchist Balla, der ständig auf der Suche nach dem Glück ist und verzweifelt versucht, sesshaft zu werden entwickelt sich zum sozialistisch denkenden Menschen und geht in seiner Arbeit für die Partei auf. Insofern unterscheidet dieses Buch sich nicht weiter von anderen Werken der DDR-Literatur. Jedoch wird der Alltag offen und ehrlich geschildert und weicht somit vom propagandierten Bild der DDR ab: Da ist der Parteisekretär, der eine junge Genossin schwängert und sich nicht dazu bekennen will, weil er Angst um seine Karriere hat, ein Bauleiter, der krumme Dinger dreht, ein Bauer, der sich gegen die Kollektivierung wehrt, die Missstände der Planwirtschaft. Trotzdem durfte das Buch erscheinen und wurde fast 2 Jahre lang verkauft. 1966 kommt schließlich der gleichnamige Film von Frank Beyer in die Kinos. Dieser Film erreicht eine breitere Öffentlichkeit als das Buch, nicht zuletzt wegen der populären Besetzung mit Manfred Krug in der Hauptrolle. Der Film erhält großen Zulauf, finden die Bürger doch nun ihren Alltag in ungeschönter Form wieder. Das macht die SED-Führung stutzig und nach 3 Tagen wird der Film verboten, Argumente dafür waren u.a. Abwertung der Funktionäre der Partei und eine angebliche Tendenz gegen Partei und Staat. Wenig später folgt auch das Verbot des Romans. Dabei wollte Neutsch weder den Weg der SED noch den Aufbau des Sozialismus kritisieren, er hat lediglich ein realistisches Werk geschaffen, auf das die SED-Führung gerne verzichtet hätte.

Meine Meinung
Das Buch mit seinen 776 Seiten liest sich natürlich nicht so schnell durch. Es gibt durchaus Passagen, die einfach nur langweilig und zäh sind. Andererseits gibt es aber auch wieder Stellen, bei denen man nicht aufhören kann zu lesen. Abgesehen davon ist das Buch wirklich zu empfehlen, da es ungeschönt den DDR-Alltag zeigt. Dabei darf man den Hintergrund, den Aufbau des Sozialismus und den Schriftsteller als Erzieher, natürlich nicht vergessen, aber ich finde, dass dieses Buch ein Stück Zeitgeschichte ist und somit einen guten Einblick in die damalige Zeit gibt. Es ist gut zu sehen, dass auch Parteifunktionäre nur Menschen sind. Auch die ziemlich übertriebenen Reaktionen der SED sind interessant, da diese natürlich keine Unmoral dulden konnte und aus einer Mücke teilweise einen Elefanten macht. Aber wie gesagt, dies ist nicht unbedingt fiktiv, sondern real. Neutsch als SED-Mitglied müsste wissen, was so abging. Alles in allem also ein gutes, empfehlenswertes Buch, zwar nicht für entspannende Sonntag-Nachmittage, aber gut, um den persönlichen Horizont zu erweitern.

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Rezension zu "Zwei leere Stühle. Novelle" von Erik Neutsch

Der Arzt und der Offizier
karatekaddvor 5 Jahren

Zwei Abiturienten, zwei Freunde, einer Arzt der andere Offizier. Und Zwei leere Stühle. Ihre Stühle. Denn beide kommen nicht zum Klassentreffen. Der eine, Uwe, ist verstorben. Der Offizier. Der andere, der Arzt, Wolfgang, lebt nicht mehr in diesem Land. Er hat einen Weg gefunden über Bulgarien in die Bundesrepublik Deutschland. Uwe wollte einen seiner Soldaten in einem Schützenpanzer retten und stürzt mit diesem von einer Brücke in die Tiefe.
Wolfang war der Klassenprimus und Uwe war der Tollpatsch, Sportler, aber ständig ins Fettnäpchen tretend. Und so einer wird Offizier? In der DDR.
Arzt wird man nur mit den besten Noten, Auch damals, die hat der Wolfgang.

Klassentreffen: Der Direktor hat eine Einladung erhalten. Vor ungefähr 10 Jahren machte die Klasse ihr Abitur an einer Erweiterten Oberschule. Der Direktor erinnert sich: An Uwe Tolls, das schwarze Schaf und an Wolfgang Lichterfeld, den tollen Hecht mit den Bestnoten und dem höchsten Klassenbewußtsein, das man sich so denken konnte. Den Träger der Lessing-Medailie, die nur die besten Abiturienten erhielten.
Er erinnert sich an das letzte Zusammentreffen der beiden in seinem Garten. Und dass er schon dort über die unterschiedliche Entwicklung der beiden nach dachte.

Ein Buch: Nicht dick. eine Novelle eben. Im Jahr 1987 auch verfilmt. Kritisch. Fragend. Und doch PRO DDR. Ein Stück Geschichte. Mit Figuren, die authentisch wirken. Auch wenn das Ergebnis schon im Titel liegt, ist die Novelle nicht ohne Spannung. Die beiden Hauptfiguren sind detailliert heraushebend gezeichnet. Die Klassenkameradinnen bleiben etwas im Hintergrund. Selbst das Mädchen um das sich beide mal bemühten und die jetzt Lehrerin an eben dieser Schule ist.

Der Autor: Erik Neutsch. Kaum mehr bekannt zumindest unter jüngeren Lesern. Eher noch durch seinen Roman SPUR DER STEINE. Weil als Film verboten. Auch wegen Manfred Krug. Dem Hauptdarsteller. Der Autor ist inzwischen 82 Jahre alt. Hier hat er, der doch sonst mit dicken Romanen bekannt wurde, eine kurze aber sehr imprägnante Novelle verfasst. Damals im Jahr 1979, zehn Jahr vor dem Fall der Mauer.

Ich werde ihn wieder mal in die Hand nehmen. Demnächst.



98 Seiten, E-Book (EPub, PDF oder Mobi)
Preis: 6,99 EUR
ISBN: 978-3-86394-405-6

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Heike110566s avatar

Rezension zu "Der Friede im Osten : Viertes Buch: Nahe der Grenze." von Erik Neutsch

Rezension zu "Der Friede im Osten : Viertes Buch: Nahe der Grenze." von Erik Neutsch
Heike110566vor 8 Jahren

Dieser bislang letzte Teil der Roman-Serie erschien 1987.
An der Grenze der DDR zur CSSR liegen die Bataillione der NVA. Die Truppen des Warschauer Paktes sind in die CSSR eingerückt, nachdem dort der Sozialismus ins Wanken kam. Es ist das Jahr 1968 - Achim Steinhauer, der inzwischen als Gleisbauer, Fernfahrer und
Vogelbeobachter gearbeitet hat, hatte eine Erzählung erfolgreich verlegt und war nun zu Lesungen bei der NVA eingeladen worden. Als Fernfahrer war er auch viel in der Tschechoslowakei und ihn interessiert, was dort vor sich geht. - Die Stimmung
im Lager ist gespannt. Selbst unter den Offizieren ist der Einmarsch in das Nachbarland umstritten. Achim beobachtet die Situation genau. - Aber: ihm beschäftigen auch andere Sachen. Zuhause sitzt Ulrike, seine Frau, mit vier Kindern. Den beiden eigenen und den zwei von Frank und Ilse Lutter. - Ilse war kurz vor Achims Abreise plötzlich gestorben und Frank hat seine
Kinder bei dem alten Freund untergebracht.
Der Roman unterscheidet sich im Aufbau von den Vorgängern. Die Ereignisse im NVA-Camp bilden einen Rahmen, das erste und das letzte Kapitel aowie eines in der Mitte. Dazwischen werden die letzten Jahre, die Jahre zwischen Mauerbau und diesem Prager Frühling 1968, rückbetrachtet. Dabei insbesondere die Entwicklung von Frank Lutter.
Franks Entwicklung war konstant auf der Karriereleiter nach oben gegangen. Dafür stieg er aber auch über alles hinweg, was ihn behinderte und nahm keine Rücksichten. Auch nicht gegenüber der Familie. Inzwischen war er in der SED-Bezirksleitung Halle stellvertretender Wirtschaftssekretär, seine Frau kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Nur wenn es Probleme mit den Kindern gab, dann wurde er familiär. Aber nicht durch Liebe und Zuwendung, sondern Schläge. Für ihn war es selbstverständlich: die Kinder müssen so toll werden wie er. - Aber: es kam zunehmend anders. Der heranwachsende, inzwischen pubertierende Robert schließt sich einer Clique Rowdys an, wird kriminell und findet den Sozialismus Mist. Prügelt sich bei Fussballspielen, klaut ein Motorrad, lamdet schließlich vor Gericht mit der Clique.. Auch Franks kleinere Tochter beginnt zu stehlen, wird in der Kaufhalle dabei erwischt und klaut sogar der Mutter Geld aus der Handtasche. - Frank sieht die
Schuld einzig bei Ilse, seiner Frau. Sie habe als Mutter versagt. Es sei ihr Job gewesen alles in Ordnung zu halten, während er für die Partei alles tat. Schuld bei sich suchen, das kennt Frank nicht. Selbst dass er fremd geht, mit Lina Bonk, seiner
ehemaligen Kommilitonin, sieht er als richtig und normal.
Doch dann kommt es zum Knick. Frank hatte spekuliert Wirtschaftssekretär der SED-Bezirksleitung zu werden. Er wird übergangen und ihm wird eine Frau auf diesen Posten vor die Nase gesetzt. Er ist erbost, macht das Verhalten seines Sohnes dafür verantwortlich und seine Frau, die versagt habe. Fehlverhalten bei sich sieht er nicht.
Seine Frau begeht Selbstmord.
Aber: statt nun Frank aufwacht, zieht er auch noch über sie nach dem Tode her. Was sie sich bloß dabei gedacht habe sich zu töten? Hat sie denn gar nicht an ihn gedacht und seine Funktion und Stellung in der Partei?
Was der Autor in diesem Band zur Sprache bringt, ist die wachsende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Funktionsträger und der SED auch selber. Deutlich wird: Kommunisten sind nicht bessere Menschen, nur weil sie sich
Kommunisten nennen. Dabei gerät die These, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, der Mensch Produkt seines Daseins, auch ins Wanken. Auf den ersten Blick zumindest. Die Kinder von Lutter werden nicht automatisch passgerechte
Vorzeigekinder, nur weil Papa SED-Funktionär ist.
Und deutlich wird auch in diesem Roman: die moralische Verlogenheit der SED-Bürokraten. Frank ist da das Paradebeispiel: öffentlich moralisch top, privat ein Kinderschläger und Ehe-Fremdgeher.
Hier wird dann doch, bei genauerer Betrachtung, wieder klar: Marx hatte doch recht! - Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Der Mensch wird entscheidend mitgeformt durch seine Daseinsbedingungen. - Die Kinder von Frank und Ilse entwickeln sich
so, wie sie es tun, weil sie genau in dem Setting leben, wie sie leben. - Auch der Selbstmord von Ilse ist folgerichtig. - Der karrieregeile Frank Lutter hat für diese Bedingungen gesorgt, die zu dem Geschehenen führten. Und auch er ist Produkt seiner Umwelt. Ihm wurden nie Grenzen gesetzt. Seine Karrierestrebsamkeit, besser gesagt: sein der SED-Führung sich anpassendes Wendehals-Verhalten, immer wieder mit neuen Posten bedacht.
Neutschs Handlung spielt zwar in den 1960er Jahren, aber was er in diesem Buch darstellte bezüglich den Werten, war auch für 1987, dem Erscheinungsjahr des Romans, zutreffend. - Ein sehr interessantes Buch.

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