Erika Tophoven

Lebenslauf von Erika Tophoven

Erika Tophoven, geboren in Dessau, ist seit 1957 freischaffende Übersetzerin aus dem Französischen und Englischen. Sie übersetzte u.a. Samuel Beckett, Hélène Cixous, Agota Kristof, Nathalie Sarraute, Victor Segalen, Georges Simenon. Sie hat mehrere Bücher über Samuel Beckett veröffentlicht, mit dem sie in Paris in engem persönlichen Kontakt stand. Seit 1989 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Erika Tophoven

Cover des Buches Die dritte Lüge (ISBN: 9783492972420)

Die dritte Lüge

 (21)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Dante und der Hummer (ISBN: 9783518411599)

Dante und der Hummer

 (4)
Erschienen am 25.06.2000
Cover des Buches Nacht und Träume (ISBN: 9783518243251)

Nacht und Träume

 (2)
Erschienen am 01.08.2022
Cover des Buches Auswahl in einem Band (ISBN: 9783518090022)

Auswahl in einem Band

 (0)
Erschienen am 04.12.1969

Neue Rezensionen zu Erika Tophoven

Cover des Buches Die dritte Lüge (ISBN: 9783492222877)
The iron butterflys avatar

Rezension zu "Die dritte Lüge" von Agota Kristof

Kafkaesk
The iron butterflyvor 8 Jahren

Bereits am Ende von „Der Beweis“ kehrt Claus in die kleine Stadt zurück. Lucas ist nach dem Tod von Mathias verschwunden und keine der Recherchen die Claus betreibt, kein Ort ihrer gemeinsamen Kindheit, den er aufsucht, keine Person, die er kontaktiert, hilft ihm wirklich weiter. Zweifel an der Historie kommen auf, Lucas/Claus…Claus/Lucas, das Verwirrspiel ist perfekt.

Zu Beginn von „Die dritte Lüge“ erzählt Claus, wie er nach längerer Zeit des Wartens, nach mehreren Verlängerungen seiner Aufenthaltsberechtigung, Krankheit und Trübsal im Gefängnis landet. Dort erinnert er sich an „seine Geschichte“, die nun eine komplett andere Version, der bisher gehörten Erzählung darstellt. Aber der Wunsch, den Bruder endlich wieder zu sehen, bleibt konstant. Als er vor seiner Ausweisung aus dem Land die Chance erhält Lucas anzurufen, wendet sich die Sichtweise erneut und Lucas kommt zum Zug. Die Geschichte, die er erzählt, ist von Sehnsüchten geprägt, Sehnsüchten und Abweisungen. Denn alle Menschen, die sich ihm irgendwann zuwandten, sei es aus Zuneigung oder nur Symphathie, wurden von ihm abgewiesen. Der Wunsch mit der Mutter vereint zu leben beherrscht Lucas total. Als es nach dem Telefonat mit Claus zu einem Treffen kommt, besiegelt Lucas/Claus das Schicksal aller mit einer Enttäuschung, die keiner verschmerzen kann. Alle Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen an eine alle erlösende Begegnung, an die Zusammenführung, der ein halbes Leben getrennten (Zwillings-)brüder, sterben in einem Augenblick.

Agota Kristof betreibt ein intrigantes Verwirrspiel mit dem Leser, aber es dient der Veranschaulichung des Schmerzes. Die Protagonisten erleiden durch menschliche Entscheidungen und schicksalhafte Begegnungen, Verluste oder werden auf einen Weg gebracht, den sie selbst nie erwählt hätten, da er ihr Leben letzlich zu zerstören droht. Kristof erzählt von quälender Sehnsucht nach Anerkennung, Aufmerksamkeit und Zuneigung und den grausamen Folgen, die das Ausbleiben der Erfüllung verursacht. Die Protagonisten werden zu einem Symbol für Schmerz. Sie leiden an Gebrechen, die sie immer weiter nach unten ziehen. Sie lehnen helfende Hände ab, zerschneiden rettende Stricke und letztlich prallt alles an ihnen ab, die Entfremdung vollzieht sich schleichend. Am Ende ist die Erlösung nicht die Versöhnung, ein Wiedersehen, eine Umarmung oder ein klärendes Gespräch. Am Ende verstricken sich alle in ihren Lügen und bald ist nicht mehr klar, was oder wer ist/war Realität, was war Lügengebilde, was war Vision oder gar Wahn. Am Ende ist der einzige Ausweg Ruhe, die letzte Ruhe, Ruhe in einem kalten Grab.

Aussagekräftig und eindrucksvoll erzählt. Kafkaesk.

Kommentare: 1
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Cover des Buches Die dritte Lüge (ISBN: 9783492222877)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Die dritte Lüge" von Agota Kristof

Rezension zu "Die dritte Lüge" von Agota Kristof
sabatayn76vor 12 Jahren

'Alles vergeht.'

Inhalt:
Ich finde, jede Zeile über den Inhalt des Buches ist zu viel, verrät zu viel, nimmt Überraschungen und Wendungen vorweg. In aller Kürze: nichts ist so wie es schien.

Mein Eindruck:
Agota Kristof zieht den Leser regelrecht in ihre Geschichte - der Leser glaubt alles und bezweifelt alles, hofft und gibt auf, freut sich und leidet mit den Protagonisten. Kristof's eindringliche Sprache und der befremdliche Inhalt sorgen dafür, dass man am Ende verstört und bewegt das Buch zuschlägt und am liebsten die ganze Trilogie noch einmal lesen möchte.

Mein Resümee:
'Die dritte Lüge' (und damit die ganze Trilogie) ist ein Muss für all diejenigen, die eine fesselnde Geschichte mit ungewöhnlichen Protagonisten und einem verstörenden Inhalt lesen möchten.

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