Erika Weinzierl Zu wenig Gerechte

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Inhaltsangabe zu „Zu wenig Gerechte“ von Erika Weinzierl

Obwohl die Mehrheit der Österreicher die nationalsozialistische Judenverfolgung ablehnte, hatten nur wenige, der Geschichtsschreibung bisher zumeist Unbekannte, den Mut, ihre Meinung außerhalb ihrer vier Wände kundzutun oder gar den verfolgten Juden zu helfen. Das Solidaritätsgefühl ihnen gegenüber war nicht stark genug, um sich in einem kollektiven Protest oder Widerstand gegen ihre Verfolgung und Vernichtung zu äußern. Dieser Mangel an Solodarität wurzelt in einer langen, aus konfessionellen, sozio-ökonomischen und rassistischen Quellen gespeisten antisemitischen Tradition, die in Österreich ebenso wie im Deutschen Reich der nationalsozialistischen Judenverfolgung vorgearbeitet hat. Die systematische Verfemung und Entrechtung der Juden durch die nationasozialistische Propaganda und Gesetzgebung und die Angst vor der Judenhelfern drohenden strengen Bestrafung haben zudem nach 1938 die Fähigkeit der meisten Österreicher zu aktivem Mitleid so stark blockiert, daß sie resigniert oder in stumpfer Teilnahmslosigkeit zuerst der Entrechtung und Beraubung und zuletze der Deportierung und damit auch der "Ausmordung" ihrer jüdischen Mitbürger zusahen. Dennoch gab es weit mehr Österreicher, als heute allgemein bekannt ist, die unter Gefährdung ihres Lebens und ihrer Freiheit verfolgten Juden halfen. Sie gehören zu jenen "Gerechten", die nach uraltem jüdischen Volksglauben in jeder Generation leben und durch ihre guten Taten den Weiterbestand der Menschheit ermöglichen. Eine Berufung auf sie im Sinne eines Alibis ist natürlich nicht möglich. Wohl aber sind sie Beispiel und Mahnung dafür, daß die Menschenrechte nie und nirgends verletzt werden dürfen. Für die nunmehr bereits vierte Auflage des Buches wurden die neuesten Forschungsergebnisse eingearbeitet und damit ein weiterer Beitrag zur Erforschung des wohl dunkeltsten Kapitels österreichischer Geschichte geleistet.

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