Erika von Wietersheim Nur 24 Zeilen

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Inhaltsangabe zu „Nur 24 Zeilen“ von Erika von Wietersheim

Kapstadt 1939. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs lernt der junge Austauschlehrer Kurt Falk Hildegard Mereis kennen – und verliebt sich auf den ersten Blick. Nur zwei Tage später reist er Hals über Kopf ab, um der drohenden Internierung zu entkommen. Auf seiner abenteuerlichen Flucht Richtung Norden gerät Kurt jedoch schnell in den Strudel des Krieges: Er wird gefangen genommen, überlebt nur knapp die Torpedierung des Transportschiffes und landet nach vielen Zwischenstationen schließlich in einem australischen Internierungslager, während Hildegard in Kapstadt ihren Weg allein finden muss. Sechs Jahre vergehen, bis der Krieg vorbei ist, doch es dauert weitere drei Jahre, bis es Kurt gelingt, eine Passage zurück ins südliche Afrika zu bekommen. Fast zehn Jahre, in denen sie sich nur Briefe schreiben können. Und als ein Treffen endlich möglich ist, ist Hildegard nicht mehr frei ...

Wer die Dimension des Zweiten Weltkriegs als wirklich weltumspannendes Ereignis erfassen will, der sollte dieses Buch unbedingt lesen!

— RuthT

Eine unglaubliche Lebensgeschichte, spannend und berührend erzählt. Sehr zu empfehlen.

— MeretHansen

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  • Berührend!

    Nur 24 Zeilen

    Thea_Loedeck

    14. October 2017 um 17:07

    24 Zeilen als Liebesband   Durch diesen großartigen Briefroman führt die Autorin den Leser  auf Samtpfoten. Mit behutsam gewählten Worten und Formulierungen reiht sie liebevoll die vielen Briefe ihrer Eltern aus 10 Jahren bewegter Liebe in Trennung,  historisch genau recherchiert, zu einer fast unglaublichen Geschichte  aneinander. Es entsteht sowohl ein Zeugnis inniger Verbundenheit der Liebenden, trotz riesengroßer physischer Entfernung und beklemmender Lebensgefahr für ihren Vater, als auch eine ungewöhnliche Schilderung von Menschenschicksalen abseits der bekannten Kriegsfronten  des 2. Weltkriegs. Wer von uns hat schon gewusst  was damals mit Deutschen in Südafrika passierte, oder wie ein australisches Internierungslager aussieht. Besonders die Briefe ihres Vaters spiegeln einen bemerkenswerten Freigeist, der auch frei bleibt, trotz 10 Jahren Gefangenschaft und Ungewissheit , was seine Liebe, seine Familie und seine geliebte Heimat Deutschland betrifft;  ein Mann, der auch in der Fremde unter trostlosen Bedingungen seine Werte behält und lebt, wo und wie er nur kann. Erika von Wietersheim  gelingt ein Spannungsbogen bis zum Happy End ihrer Eltern. Bis zuletzt bangt der Leser, ob eine so lange Trennung zweier Menschen, die sich zwar verliebt, aber sonst kaum kennengelernt haben, halten kann. Die Schwierigkeiten erscheinen zwischendurch unüberwindbar, wie der große Altersunterschied, die  unterschiedlichen familiären Hintergründe, die teilweise monatelangen Briefpausen durch die Schiffspassagen und die Tatsache, dass  Hildegard, die Mutter der Autorin, mitten im Leben steht, während Kurt , ihr Vater, fast 10 Jahre als Gefangener lebt. Durch die Hartnäckigkeit ihres Vaters, an die innere Verbindung der beiden zu glauben, gelingt  diese besondere Geschichte zweier Menschen zu glücklicher Zweisamkeit mit 4 Kindern. Diesen Roman kann ich uneingeschränkt als sehr lesenswert empfehlen!  

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  • Wunderbar geschrieben

    Nur 24 Zeilen

    Gerdgass

    27. September 2017 um 07:11

    Eine schöne Liebesgeschichte in einer ungewissen Zeit. Die Autorin zieht den Leser in eine andere Welt. Unbedingt Empfehlenswert.

  • Bewegend und informativ zugleich

    Nur 24 Zeilen

    RuthT

    26. September 2017 um 15:37

    Beim Auflösen der Wohnung ihrer Mutter erhält die Autorin Erika von Wietersheim einen Ordner mit hundert alten Briefen. Es sind die Briefe, die ihr Vater während des Zweiten Weltkriegs und bis Ende 1949 an ihre Mutter geschrieben hat. Die Briefe versprechen Antworten auf viele Fragen, die sich die Autorin seit dem Tod ihres Vaters stellt: Fragen zum Leben, das ihr Vater vor ihrer Geburt geführt hat, Fragen zu dem unbemerkten Einfluss, den er vermutlich auf ihr Leben hatte. Darf, soll sie die Briefe also öffnen? Die Neugier siegt schließlich, und was vor uns liegt, ist eine Biographie der Eltern der Autorin über die Zeit des Krieges, die sie aus den Briefen, teils auch aus den viel später entstandenen Memoiren des Vaters, rekonstruiert hat. Im Vordergrund der Handlung steht die Liebesgeschichte von Kurt Falk, Erikas Vater, und Hildegard Mereis, der Mutter. Kurt, der seit 1935 im Auftrag des Auswärtigen Amtes als Deutschlehrer in Paarl, Südafrika, tätig ist, lernt dort die deutschstämmige, noch blutjunge Hildegard Mereis kennen. Die beiden verlieben sich, werden aber schon bald von den sich überschlagenden Ereignissen des hereinbrechenden Krieges getrennt. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen wird die südafrikanische Regierung überraschend von der Opposition überstimmt, mit der Folge, dass Südafrika aufseiten Großbritanniens gegen Deutschland in den Krieg eintritt. Für Kurt bedeutet dies, dass ihm ab sofort die Internierung als Kriegsgefangener droht. Um dieser zu ent­gehen, entschließt er sich zur Flucht ins Deutsche Reich. Die Irrungen und Wirrungen, die diese Flucht nach sich zieht, nehmen den größten Teil des Buches ein. Sie werfen zugleich Licht auf ein weitgehend noch unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte im Zweiten Weltkrieg. Über das portugiesische Mosambik gelingt es Kurt schließlich, als Kohlentrimmer auf der Uhenfels anzuheuern, einem Schiff, das die Blockade der Engländer als Erstes durchbrechen soll. Doch wenige Tage vor der Ankunft der Uhenfels in Spanien wird das Schiff von den Engländern abgefangen und Kurt landet in englischer Kriegsgefangenschaft. Es folgt eine Reihe von nahezu unglaublichen Schicksalsschlägen und Verwicklungen, in deren Verlauf Kurt auf zwei weiteren Schiffen landet, wo er dem Tod einmal nur knapp entrinnt. Am Ende dieser unendlich scheinenden Reise über die Weltmeere steht schließlich eine mehrjährige Kriegsgefangenschaft im fernen Australien.   Viele der in „Nur 24 Zeilen“ geschilderten Erlebnisse erfährt man direkt aus Kurts Brie­fen, die er, sooft es geht, an Hildegard in Kapstadt schickt. Parallel erfährt man, wie sich Hildegards Leben im fernen Kapstadt entwickelt. So grausam ist das Schicksal, dass Kurt nicht erspart bleibt, für ein paar Tage als Gefangener im Bauch der Dunera im Kapstädter Hafen zu liegen, während Hildegard mit einer Freundin auf den Kapstädter Anhöhen Spaziergänge unternimmt. Fast zehn lange Jahre schreiben sich Kurt und Hildegard. Doch ausgerechnet, als sich der Krieg seinem Ende zuneigt, gerät die Verbindung ins Stocken; ein Wiedersehen erscheint plötzlich unwahrscheinlicher denn je. Mit viel Fingerspitzengefühl vermittelt Erika von Wietersheim diese paradoxe Entwicklung, indem sie die sehr unterschiedli­chen Perspektiven beider Eltern beleuchtet. Diese ergeben sich nicht zuletzt aus dem unterschiedlichen Verhältnis, das Hildegard und Kurt zur deutschen Kultur, ja zu ihrem „Deutschsein“ entwickeln: Hildegard in ihrer deutschfeindlichen südafrikanisch-engli­schen Umgebung, Kurt in seinem beharrlichen Festhalten im Lager an als typisch deutsch empfundenen Idealen. Diese Betrachtungen zu Kontinuität beziehungsweise Wandel im Verhältnis zur deutschen Kultur und Herkunft bei Kurt und Hildegard gehö­ren neben den historischen, teils wenig bekannten Fakten und der mitreißenden Liebes­geschichte zu den überaus lesenswerten Aspekten von „Nur 24 Zeilen“. Wenn die Autorin dann am Ende des Buches, ausgehend von der speziellen Geschichte ihrer Eltern, die eingebettet ist in die große Weltgeschichte, über ihre eigene Identität als in Namibia geborene weiße Afrikanerin nachdenkt – mit all ihren „Widersprüchen und Möglichkeiten“ –, legt man das Buch dankbar und um viele Einsichten reicher aus der Hand.                  

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  • Eine unglaubliche Lebensgeschichte, aber wahr

    Nur 24 Zeilen

    MeretHansen

    24. September 2017 um 19:23

    Lebensbeschreibungen lese ich ausgesprochen gerne. Umso mehr, wenn sie gut und flüssig geschrieben sind. Und ganz besonders dann, wenn Autor oder Autorin durch persönliches Kennen, gründliche Recherche und viel Empathie nahe am „Gegenstand“ ihres Schreibens sind. Alle diese Voraussetzungen sind bei dem Buch „Nur 24 Zeilen“ gegeben. Erika von Wietersheim schreibt als erfahrene Journalistin flüssig, verständlich, differenziert und unterhaltsam. Die Lebens- und Liebesgeschichte, die sie beschreibt, ist die ihrer Eltern. Der Fokus liegt vor allem auf den schier unglaublichen Begebenheiten im Leben ihres Vaters als junger Mann. Der hat 1934 in Deutschland seine Lehrerausbildung absolviert und dann beschlossen, den Berufseinstieg in Südafrika zu unternehmen. Fünf Jahre ist er in der Südafrikanischen Union, zu der das heutige Namibia gehört, als Lehrer tätig, taucht in die deutsche Community ein und lernt schließlich ein junges Mädchen kennen, von dem er sich sofort sicher ist, dass sie später einmal seine Frau sein wird. Mit Kriegsausbruch im Sommer 1939 flieht er aus dem Land, um der Internierung zu entgehen. Er will zurück nach Deutschland, kommt dort jedoch 10 Jahre lang nicht an, sondern überlebt Schiffbrüche und durchsteht Gefangenenlager in Afrika, Europa und schließlich in Australien. Seelische Stütze in dieser äußerst herausfordernden Zeit ist ihm der Briefwechsel mit seiner südafrikanischen Freundin, die in den Jahren die Schule abschließt, eine Lehrerausbildung durchläuft und in ihrem Beruf arbeitet. Die Briefe – seine sind kurz, dürfen aus dem Lager nur 24 Zeilen umfassen – sind monatelang unterwegs. Schwieriger und schwieriger wird es, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Schließlich reißt der Faden, alles scheint umsonst gewesen zu sein. Doch der Vater der Autorin gibt nicht auf, gelangt schließlich zurück nach Südafrika, und es gelingt ihm in einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit, das Herz seiner Liebsten wieder zu gewinnen. Das Buch „Nur 24 Zeilen“ macht auch die Zeitumstände – Hitler regiert in Deutschland, entfesselt schließlich den Zweiten Weltkrieg – anschaulich, zumal in der überaus reduzierten Wahrnehmung aus dem fernen Ausland und von praktisch allen Nachrichten abgeschlossen im Lager. Die Autorin des Buches wurde 1952 in Namibia geboren, hat viele Jahre auch in Deutschland gelebt, pendelt heute zwischen Europa und Afrika. Sie rekonstruierte die Geschichte aus dem Briefwechsel ihrer Eltern viele Jahre nach dem Tod des Vaters. Eine spannende und berührende Lektüre, uneingeschränkt empfehlenswert. (Und wer wissen möchte, wie es Wietersheim in vierwöchiger Wüsteneinsamkeit ging, als sie das Buch schrieb, dem sei noch ihr Büchlein „Aus-Zeit“ zum Lesen empfohlen).

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