Erin Jade Lange

 4.3 Sterne bei 87 Bewertungen
Autorin von Halbe Helden, Butter und weiteren Büchern.
Erin Jade Lange

Lebenslauf von Erin Jade Lange

Erin Jade Lange wuchs als Einzelkind in den Maisfeldern des nördlichen Illionois auf und lebt heute im sonnigen Arizona. Tagsüber schreibt sie als Journalistin und nachts arbeitet sie an ihren Romanen. Aufgrund der Themen, die sie als Journalistin berühren, erforscht sie in ihren Jugendromanen, wie aktuelle Themen Jugendliche beeinflussen.

Alle Bücher von Erin Jade Lange

Halbe Helden

Halbe Helden

 (44)
Erschienen am 13.07.2017
Butter

Butter

 (38)
Erschienen am 01.03.2014
Butter

Butter

 (3)
Erschienen am 18.09.2012
Dead Ends

Dead Ends

 (2)
Erschienen am 06.02.2014

Neue Rezensionen zu Erin Jade Lange

Neu

Rezension zu "Butter" von Erin Jade Lange

Tiefgreifend, faszinierend - und wichtig!
Hellomymediavor einem Monat

In Deutschland nimmt die Übergewichtigkeitsrate weiter rasant zu. Der Großteil der Bevölkerung, etwa die Hälfte der Frauen und fast zwei Drittel der Männer, bringt laut Aussage der Welt ein zu großes Gewicht auf die Waage. Dieses Phänomen zieht vor allem bei Vorkommnissen in der Jugendphase Ausgrenzung und Mobbing nach sich. Die Thematik des Debutromans der US-amerikanischen Autorin Erin Jade Lange, „Butter“, ist demnach noch immer außerordentlich aktuell. Im Folgenden möchte ich näher auf genanntes Werk eingehen und seine Stärken und Schwächen herausarbeiten.

Dass die Autorin schreiben kann, beweist sie ihrer Leserschaft bereits in der Exposition ihres Romans. Ihr Schreibstil wirkt jederzeit ehrlich und lebendig, sodass man schnell in die Handlung einsteigen kann. Das Szenario ist dabei genauso schockierend wie realistisch, verliert dabei über die dreihundert Seiten Länge niemals an Anziehungskraft und Reiz. Das Ende jedoch möchte sich nicht ganz stimmig in die Geschichte einfügen und fühlt sich unbefriedigend, fast kitschig an – und ist doch auf seine eigene Weise genial, dazu später mehr.

Die Hauptfigur, die den Spitznamen „Butter“ trägt und somit auch als Namensgeber für das Buch fungiert, wird gelungen vorgestellt und dem Leser ist es möglich, einen Eindruck über die innere als auch äußere Handlung des Protagonisten zu gewinnen. Dabei agiert dieser mit nachvollziehbaren Motivationen; die Entwicklung, die der Charakter im Laufe des Romans durchschreitet, erscheint glaubwürdig. Die Figur lernt während der sich überschlagenden Ereignisse wichtige Komponenten, durch die ihm der Wert des Lebens klarwerden, und bietet der Leserschaft eine Fülle von Argumenten, die gegen jegliche Art von Selbstverletzung und Suizid sprechen, sodass sich die Lektüre sicherlich gut für die Verwendung im Unterricht eignet.

Die rasante Geschwindigkeit, mit der sich die Ereignisse fortentwickeln, lässt nicht nur die Hauptperson selbst stutzig werden, sondern reißt den Leser mit einer ungeheuren Wucht mit, dass man sich dieser Sogwirkung nicht selbst entziehen kann. Ich ertappte mich selbst in dem Gedankengang, dass ich mit diesem Internetphänomen mitgefiebert und auf ein explosives Finale gehofft habe, bis man selbst wieder zur Vernunft kommt und einem die moralische Verwerflichkeit der Umgebung, in der man sich bewegt, deutlich wird. Und genau das ist die absolute Stärke des Buches: Die Leserschaft wird selbst Teil der Geschichte!

Ich stelle mir selbst während des Lesens immer wieder die Frage: Wie würde ich mich verhalten? Was, wenn so etwas wirklich geschieht? Würde irgendjemand eingreifen? Ich, zum Beispiel? Die Autorin baut geschickt verschiedene Anekdoten von großer Aktualität in die Geschichte ein, ohne zu sehr mit erhobenem Zeigefinger zu erzählen. Die Aufgabe des Lesers ist es, die Balance zwischen bloßem Beobachter und der Einhaltung moralischer Regeln zu halten. Und das ist gar nicht so einfach.

Einige Ungereimtheiten trüben das bis dato so rein positiv gewaschene Bild, die ich hier nicht ungenannt lassen kann. Das würde sonst meiner Position als abwägender und fairer Rezensent widersprechen. Zum einen finde ich, dass einige Geschichtenstränge, die dem Vorantreiben der gesamten Handlung nicht viel Essenzielles hinzuzufügen haben, zu viel Erzählzeit zum Entfalten erhalten. Ohne diese wäre „Butter“ ein wenig knackiger gewesen, hätte vermutlich nicht diese von Kapitel zu Kapitel Spannung aufbauende Atmosphäre gehabt. Ich denke, dass man einen größeren Fokus auf die falschen Freundschaften, die entstehen, hätten legen können, um so die Dramatik und Folgenschwere eines voranstehenden, öffentlichen Suizids zu intensivieren.

Mehr noch, obwohl die Autorin das Innenleben ihres Protagonisten so wunderbar erläutert, stört mich die Tatsache, dass dieser in Klarheit solchen Ausmaßes denkt und handelt, sodass man gar nicht denken würde, dass er die Freude am Leben verloren hat. Diese Darstellung erweist sich meiner Meinung nach als bedenklich, da Lange diese Denkweise somit beschönigt und nicht als falsch betitelt. Die restliche Figurenkonstellation bleibt größtenteils passiv – den Teil, dass man gegen Suizid vorgehen sollte, dass diese Entscheidung kein Ausweg ist, muss man sich also meist selbst dazu denken! Für ein zu junges Publikum ist „Butter“ daher auf keinen Fall geeignet.

Wie oben schon kurz angeschnitten, konnte mich das Ende des Romans nicht hundertprozentig überzeugen. Es wirkt zu kitschig, zu unrealistisch. Es ist, als würde die Autorin dreihundert Seiten lang sparen und dann in ihrem Finale voll auf die Tränendrüse drücken – dabei trägt sie viel zu dick auf. Zwar ist das Ende eines, das den Leser entlastet, und eines, das den ewigen Teufelskreis, in dem man sich als Leser befindet, konsequent zu Ende führt, bleibt aber doch nicht zufriedenstellend. Vielleicht ist es genau das, was uns die Autorin wie ein Spiegel vor das eigene Gesicht halten will. Wir dürsten nach einem spannenden, schockierenden und die eigenen Triebe befriedigenden Ende, nehmen also die Rolle der passiven Zuschauer ein: Wir reden uns ein, wir könnten selbst nichts daran ändern, weil wir ja nur darüber lesen, irgendjemand wird schon irgendwann eingreifen. Das ist aber die falsche Herangehensweise, wie uns Erin Jade Lange mit ihrem Debut „Butter“ eindrucksvoll beweist.

Wenn auf dem Klappentext groß vermerkt ist, dass laut einer Fachzeitschrift ein Buch besonders lesenswert, oder in diesem Beispiel laut Publishers Weekly „Butter“ „düster, komisch, herzzerreißend und eindringlich“ sei, dann ist meistens die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass es diese positive Resonanz aus der Sicht des Lesers nicht einhalten kann. Wie ich hoffentlich mit meiner Bewertung kundgetan habe, stehe ich diesem Buch jedoch sehr positiv entgegen und kann dieser Kurzmeinung Recht geben. Für alle, die sich von diesem Werk angesprochen fühlen, sei hiermit eine große Leseempfehlung ausgesprochen.

„Butter“ is(s)t ein vielschichtiges Menü aus unterschiedlichen Zutaten, die zusammen einen auf der Zunge zergehenden Gaumenschmaus kreieren, dessen Nachgeschmack noch lange nachwirken wird. 


P.S.: Die originale Rezension und noch vieeel mehr findest du hier. Ich freue mich über deinen Besuch! ;-)

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Rezension zu "Butter" von Erin Jade Lange

ButtersLastMeal.com
Eliza_vor 10 Monaten

In dieser Sache würde ich das letzte Wort haben. In der Silvesternacht würde ich das letzte Wort sprechen. Sie konnten mich von mir aus Bigfoot und Fettwanst, Fresssack und Butter nennen, aber niemand würde mich als beschissenen Lügner bezeichnen. (Seite 94)

Inhalt:

Es geht um Butter (seinen richtigen Namen erfahren wir erst auf der letzten Seite) 1,80m groß, 423 Pfund schwer (das sind knapp 192 kg.), Diabetiker und Highschool Schüler. Aussenseiter, begabter Saxophonspieler und unglücklich verliebt in eine hübsche Mitschülerin, die ihn keines Blickes würdigt.

Nach einem katastrophalen Schultag, beschließt er Selbstmord zu begehen, er eröffnet einen Blog den er mit der Website der Schulseite verlinkt. Er nennt ihn ButtersLastMeal.com. Eine Art Hilfeschrei der ihm mehr Aufmerksamkeit bringt als von ihm vermutet. Alles läuft aus dem Ruder...

Meine Meinung:

Zu Anfang mochte ich "Butter" absolut nicht. Ich verstand ihn nicht und ich verstand auch seine Mutter nicht.

Sein Vater spricht schon seit Jahren nicht mehr mit ihm und die Mutter kocht immerzu super vor fett triefendes Essen steckt ihn aber jeden Sommer in ein FatFib Camp... Das soll mal einer verstehen.

Butter hasst sein Aussehen, tut aber nichts dagegen. Er bemitleidet sich selber und gibt allen anderen die Schuld für sein Aussehen. Wenn seine Mutter mal versucht zuckerfrei zu backen dann isst er es nicht. Er schüttet auch literweise Cola und Co. in sich rein. Er ändert nichts an seiner Einstellung oder Essgewohnheit da es ja eh nichts bringt. Super tolle Einstellung. :(

Nach einem super peinlichen Erlebnis in der Kantine der Schule haut er ab und klappert sämtliche Fastfoodketten ab, bis er sich übergeben muss. Danach beschließt er sich umzubringen und möchte das in einem zuerst öffentlichen Livestream zu Silvester machen. Eine Henkersmahlzeit. Das spricht sich ziemlich schnell unter den "coolen" Typen in der Schule rum, die Wetten darauf abschließen ob er sich das wirklich traut. Sie nehmen ihn in ihrer InClique auf, sie laden ihn auf ihre Partys ein.

Alles verselbständigt sich und er kann nicht mehr zurück...

Harter Tobak, aber ich wurde nicht warm mit "Butter".

Kommentare: 1
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M

Rezension zu "Halbe Helden" von Erin Jade Lange

Sensibilisiert einfühlsam auf die Themen "Behinderung" und "Jugendgewalt".
Matthias_Hehlenvor einem Jahr

"Halbe Helden" sensibilisiert einfühlsam auf die Themen "Behinderung" und "Jugendgewalt". Ohne kitschig zu werden bleibt das Buch bis zum Schluss spannend und überrascht die Leserschaft mit einigen cleveren Überraschungen. 

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Gespräche aus der Community

Neu

So ganz kann Dane sich nicht erklären, wie er da hineingeraten ist: Gerade ging er noch (überwiegend) friedlich und unbescholten zur Schule, jetzt hat er einen Aufpasserjob. Dumm nur, dass Billy D., ein neuer Schüler mit Downsyndrom, nicht will, dass man auf ihn aufpasst – viel lieber ist ihm, wenn Dane ihm beibringt, wie man sich prügelt, oder wenn er ihm hilft, seinen Dad zu finden. Der hat Billy nämlich einen Atlas  mit geheimnisvollen Hinweisen hinterlassen, und Billy ist überzeugt, dass sie ihn am Ende zu seinem Vater bringen werden. Dane kann den Ärger förmlich riechen, der ihm blüht, wenn er Billy einmal quer durchs Land kutschiert, aber dessen Enthusiasmus hat er wenig entgegenzusetzen. Wo ihr Weg sie schließlich hinführt, hat keiner von ihnen geahnt …

 

Tagsüber berichtet Erin Jade Lange über Fakten, nachts schreibt sie Romane: Die Autorin nutzt ihre journalistische Erfahrung, um aktuelle Themen erzählerisch aufzuarbeiten und dabei zu untersuchen, wie sie Jugendliche beeinflussen. Sie lebt mit ihrem Mann in Arizona. „Halbe Helden“ ist ihr zweiter Roman.


Billys Nase steckt die meiste Zeit in seinem Atlas, der von einem skurrilen Ortsnamen zum nächsten führt. Wenn ihr eure Nase noch vor Erscheinen des Buches in "Halbe Helden" stecken möchtet, dann habt ihr hier die Gelegenheit dazu! Ab heute habt ihr sieben Tage Zeit, um bei unserem Gewinnspiel zu einer Vorab-Leserunde mitzumachen! Was ihr tun müsst? Schreibt uns bis Mittwoch, 10. Juni, warum ihr unbedingt mit Billy D. und Dane auf die Reise durch den Rätsel-Atlas und auf die Suche nach Billys Vater gehen möchtet!

Unter allen Posts verlosen wir zehn Leseexemplare und die Teilnahme an dieser exklusiven Leserunde. Wir freuen uns darauf!


Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Erin Jade Lange im Netz:

Community-Statistik

in 160 Bibliotheken

auf 34 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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