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juergenalbers

vor 7 Monaten

(26)

„Sie sind reich, sie sind mächtig und verdammt heiß! Kannst Du ihnen widerstehen?“ Das ist einer der Claims des Piper-Verlages, mit dem die „Paper Princess“ beworben wird. Ein Roman, der angeblich von zwei Erfolgsautorinnen unter Pseudonym verfasst wurde. Hm... Erfolgsautorinnen?, zwei?, unter Pseudonym? Wozu? Weil sie sich des wahnsinnigen Erfolges schämen? Wohl kaum. Wohl eher, weil sie wissen, was sie produziert haben: Ein „Buch“, das über weite Strecken unlogisch, sexistisch, frauen- und männerfeindlich ist und dem lediglich billigste Effekte überhaupt so etwas wie Leben einhauchen.
Warum Männerfeindlich? Weil Männer in diesem Buch ausschließlich als entweder trinkende Emotional-Versager oder hormongesteuerte Gewalttäter vorkommen. Ja, lieber Piper-Verlag: Wenn junge Männer ausschließlich und fortwährend an Sex in seiner rudimentärsten Form denken, als mechanisches Abarbeiten bis zum Climax, dann hat das so viel mit Liebe zu tun wie eine Wahl in Nord-Korea mit Demokratie. Ich weiß gar nicht recht, was mich mehr stört. Die brachiale Unlogik, die eine siebzehnjährige ihr Geld mit Strippen verdienen lässt (in den meisten U.S.-Staaten dürfen unter 21-jährige nicht einmal ein Bier trinken) oder die platten Charaktere, die so dermaßen holzschnittartig daherkommen, dass man fast Mitleid mit ihnen bekommen kann.
Die ganze Geschichte ist so flach und vorhersehbar, dass sie nicht einmal unter dem Trash-Label durchkommt. Trash kann seine eigene Schönheit haben. Die Paper-Princess hat nichts. Ich finde dieses Buch nur billig und abstoßend. 

Autor: Erin Watt
Buch: Paper Princess
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