Erling Jepsen Die Kunst, im Chor zu weinen

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Inhaltsangabe zu „Die Kunst, im Chor zu weinen“ von Erling Jepsen

"Wenn Vater eine gute Grabrede hält, dann haben ihn die Leute gern, und wenn die Leute ihn gern haben, dann hat er auch uns gern."
Allan, der elfjährige Sohn des Milchmanns, weiß, wie man zu Tränen rührt. Zusammen mit seinem Vater besucht er sämtliche Beerdigungen des Ortes. Die Grabreden des Vaters – unterstützt durch den traurigen Blick des Sohnes – bringen die Angehörigen unweigerlich zum Weinen; und da eine gute Rede dem Umsatz des elterlichen Ladens zugute kommt und zudem die "psychischen Nerven" des Vaters beruhigt, ist die Logik für Allan klar: des einen Tod, des anderen Brot. Aber was tun, wenn die Todesfälle ausbleiben? Wer hat das Feuer gelegt, in dem Allans Großmutter umkam? Wird die große Schwester deshalb wenig später in die Psychiatrie gebracht? Oder etwa, weil sie nicht länger mit dem Vater auf dem Sofa schlafen mag?
Eine abgründige Familiengeschichte, geschildert aus dem treuherzigen Blickwinkel eines Elfjährigen, dem die familiäre Harmonie über alles geht und dem es deshalb zunehmend schwerer fällt, "gut" und "böse" voneinander zu unterscheiden.

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  • Rezension zu "Die Kunst, im Chor zu weinen" von Erling Jepsen

    Die Kunst, im Chor zu weinen

    einMalTee

    02. October 2010 um 12:55

    Ein Familiendrama aus der Froschperspektive Vater, Mutter, Tochter, älterer und jüngerer Sohn. Klassisches Familienbild. Es gibt Höhen und Tiefen im Alltag und auch mal Außergewöhnliches. Nur die Intensität der Höhen und Tiefen variiert immer wieder. Und in der Familie um den elfjährigen, jüngsten Sohn gibt es allerhand Tiefen. Niederschmetternd tief sind sie, dass er es kaum begreift. Er kann es gar nicht, ist ein Kind und naturgegeben noch naiv. Doch er hat auch seinen Stolz und seine Ideen von einer besseren Welt zum Wohlsein aller, die er immer wieder versucht zu realisieren. Er erzählt die Geschichte des Vierpersonenhaushaltes (der Älteste ist ausgezogen) aus Südjütland, Dänemark. Sein Vater betreibt ein kleines Geschäft, seine Mutter erfüllt die klassische Rolle der Hausfrau. Der Junge, dessen Namen der Leser nicht erfährt, geht mit seiner größeren Schwester Sanne in die Schule. Eine Sache, fast ein Hobby, verbindet ihn mit seinem Vater: Beerdigungen. Und damit erfüllen beide auch einen Zweck. Vater, so wie er im ganzen Buch über genannt wird, „hat die Macht der Worte“. Bei mehr oder weniger Bekannten der Familie hält er nach der Bestattung eine fulminante Grabrede. Dabei steht sein Sohn neben ihm, ergreift seine Hand, lässt all seinen Charme spielen und ganz langsam kullert ihm eine Träne vom Gesicht. Alle Anwesenden sind von diesem perfekten – beinahe inszeniertem – Ereignis so gerührt, dass sie selber in Tränen ausbrechen. Gut fürs Geschäft: Danach läuft der kleine Laden des Vaters rund, denn alle Trauergäste kaufen bei ihm ein. Der Sohn versteht nicht, dass eine derartige Handlung völlig geschmack- und pietätlos ist. Er sieht darin den Vorteil für die Familie und die Haushaltskasse. Doch das sind bei weitem nicht die einzigen Verständnisprobleme des Kindes. Der Abgrund der Familie und das Ende, das sich ganz langsam selbst vorbereitet auf einen großartigen Schluss, wird immer größer. Als der Vater von der eigenen Tochter verlangt – sie ist vierzehn – öfter neben ihm auf dem Sofa zu schlafen, ist das für den Sohn nur eine nette Geste. Dass sie vergewaltigt wird, und das regelmäßig wird dem Leser als ein familiärer Gefallen beschrieben. Als Sanne es nicht mehr aushält und diese Probleme mit Alkohol und Zigaretten zu kompensieren versucht, wird sie in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Aufopfernd und liebevoll versucht der jüngste Sohn der Familie sie wieder nach Hause zu bringen... Jepsen schafft es auf erschreckende und atemberaubende Art und Weise den Leser in den Kopf des Kindes zu versetzen: Seine Gedanken, sein Handeln, sein Tun und seine infantile Naivität. Der Leser versteht das Kind, will aber das Geschehen außenherum nicht begreifen, so abtrünnig ist es. Gleichzeitig wirft Jepsen den Leser in Zeit vor mehreren Dekaden. Eine kleine, unscheinbare Dorfidylle zeigt neben der besprochenen Familie noch ganz andere kuriose aber auch normale Abwegigkeiten. Die Macht der Worte hat hier der Autor, nicht immer der Vater. Mit vielen einfachen Sätzen, wie sie Kinder nun einmal eben denken, nimmt die spannende, seltsame, komische und ungewohnte Handlung seinen Lauf Richtung unvorstellbarer Alltag, in dem immer wieder auf seltsame Art und Weise Menschen sterben.

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  • Rezension zu "Die Kunst, im Chor zu weinen" von Erling Jepsen

    Die Kunst, im Chor zu weinen

    leseratte53

    20. February 2009 um 13:55

    Das Buch liest sich ganz gut. Recht makaber wird die Abhängigkeit der Kinder, vor allem zum Vater, aufgezeigt.

  • Rezension zu "Die Kunst, im Chor zu weinen" von Erling Jepsen

    Die Kunst, im Chor zu weinen

    Gert

    07. January 2009 um 19:11

    Das Buch liest sich ganz gut, vor allem die deutsche Sprache/Übersetzung ist sehr gut. Viel Komik und guter Handlungsverlauf. Allerdings bleibt eigentlich der ganze Sinn des Buches nicht ganz klar. Alles etwas krampfig.

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