Stille

von Erling Kagge 
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Stille
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Ein Muss in der heutigen Zeit :) Stille kann jeder finden

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Großartig, wohltuend, konsequent - LESEN

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Inhaltsangabe zu "Stille"

Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute wichtiger denn je? Lange hat Erling Kagge sich mit diesen drei Fragen beschäftigt. Angeregt durch Freunde und Wegbegleiter wie Marina Abramović, Jon Fosse, Elon Musk, Børge Ousland und Oliver Sacks, ist er in seinem Buch zu dreiunddreißig Antworten gekommen. Entstanden ist ein Wegweiser für den modernen Menschen auf seiner Suche nach Stille, Ruhe, Frieden – überall dort, wo es laut ist. »Die Natur sprach zu mir, indem sie sich als Stille präsentierte. Je stiller es wurde, desto mehr hörte ich ... eine ohrenbetäubende Stille.« Der Weltwanderer Erling Kagge musste weit gehen, um ein Gut zu finden, das in unserer Zeit immer wichtiger wird: Stille. Auf seinen Expeditionen – zum Süd- und zum Nordpol, auf den Mount Everest – hat er sie gefunden. Aber ist Stille auch in der Stadt zu erfahren? Im turbulenten Oslo, wo er lebt? Ja, wenn man bereit ist, die Welt auszusperren und eine Reise in sein Inneres anzutreten, kann man auf dem Weg zur Arbeit, beim Lesen, Stricken, Musikhören, beim Abwaschen, beim Yoga »seinen eigenen Südpol finden«, denn »Stille ist überall«.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458177241
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:144 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:11.09.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 18.12.2017 bei steinbach sprechende bücher erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Abundantias avatar
    Abundantiavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Muss in der heutigen Zeit :) Stille kann jeder finden
    Ruhepol im täglichen Lärm

    Erling Kagge ist in seinem Sachbuch "Stille" drei Grundsatzfragen zum Titel auf der Spur. Anhand eigener Gedanken, Erlebnisse und Theorien, findet er Antworten auf Fragen unsere heutigen lauten und gestressten Welt. Stille zu finden, ihren Nutzen zu begreifen und in den Alltag zu integrieren, hat der Autor sich zur Aufgabe gemacht. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir zum Rückzug in ein anderes Land fahren, einen Trip ins Niemandsland unternehmen, oder zuhause in den eigenen vier Wänden Momente der Stille erzeugen. Dank anschaulicher Beispiele, Zitaten und eigenen Fotos, bringt Erling Kagge die Botschaft klar und präzise auf den Punkt. Das Buch ist jedem dienlich, der wieder den Kontakt zu sich und (s)einem Ruhepol finden möchte, um im Arbeits- und Lebensalltag mit mehr Kraft und Stärke zu bestehen.

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    Brivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Großartig, wohltuend, konsequent - LESEN
    Den eigenen Südpol finden

    "Stille heißt, eine Pause einlegen, um Dinge wiederzuentdecken, die uns Freude bereiten."

    Vor einigen Jahren verbrachte ich die letzten Tage des Jahres mit meinem damaligen Freund - und jetzigem Mann - in einer abgelegenen Hütte in der Fränkischen Schweiz. Es gab kein elektrisches Licht, nur Kerzen; keine Heizung außer einem Holzofen auf dem auch der Schnee, der damals doch recht üppig lag, zu Wasser geschmolzen und dann abgekocht werden konnte. Gekocht wurde ebenfalls auf dem Ofen, und man hatte zu tun, es rund um die Uhr angenehm warm zu haben. Was wir nicht mitgebracht hatten, war nicht vorhanden. Doch vor dem Haus war eine Frischwasserquelle, die mein Mann mit fachmännischem Blick unter dem Schnee entdeckte und schnell befreite. Im Garten gab es einen keltischen, streng nach dem Sonnenstand zur Sommersonnenwende ausgerichteten Steinkreis. Dort waren wir im Sommer des Öfteren gesessen und hatten die Zeit mit Gesprächen verbracht. Wie gesagt, was wir nicht mitbrachten, gab es nicht. Doch was wir vorfanden, war Stille - in Form von Abwesenheit lauter Geräusche und in Form von Raum. Im Nachhinein darüber nachdenkend, war es sogar eine göttliche Ruhe, die uns umgab - obwohl wir nicht wirklich allzu weit von der nächsten menschlichen Ansiedlung waren. Dennoch gelang es uns, die Welt für diese paar Tage auszuschließen. Die Zeit stand nicht still, und wir hatten den Tag über gut zu tun, um es angenehm zu haben, nicht zu frieren, uns gut zu fühlen. Und obwohl die Welt außen vor war, waren wir mit ihr in Verbindung. Mehr sogar als wenn wir mitten im wuseligen Treiben zur Vorbereitung irgendwelcher Jahresendparties oder ähnlichem gewesen wären. Lesestoff gab es genug, doch keine andere Ablenkung von uns, oder dem was uns umgab. Wir waren eins mit uns selbst und unserer Umgebung.

    Es waren tatsächlich nicht mehr als zwei, drei Tage in diesem Tal, das zwar nur über eine schmale, steile, über tatsächlich enge Kurven erreichbare Landstraße zugängig war und spätere kleinere Auszeiten oder Urlaube waren angenehm, schön und erholsam, doch dieses Erlebnis war besonders bereichernd und nachhaltig. Es hatte uns ein wenig von unserem Alltag entrückt.

    Solche Unterbrechungen der alltäglichen Betriebsamkeit, die jeder von uns kennt, gerade mit Familie, sind wichtig und manchmal schwer zu realisieren. Seit ich in der Großstadt wohne, fühle ich das Bedürfnis nach dem, was Erling Kagge in seinem grandiosen, wunderbaren Buch versucht zu erklären, dessen Wesen nachzuspüren, indem er diesen Zustand von verschiedenen Seiten betrachtet, stärker als zuvor. Stille ist, was mir fehlt. Doch das umreißt nicht nur die Abwesenheit von lauten Geräuschen, denn wirklich lautlos ist es wohl nur im All, sondern auch eine gewisse Distanz zu den vielen anderen Menschen, denen ich tagtäglich auf dem Weg zur und von der Arbeit begegne. Kagges Betrachtungen haben meinen Blick auf meine Bedürfnisse dahingehend geschärft, mein automatisches Verhalten zu hinterfragen und mich früher aus anstrengenden, enervierenden Situationen herauszunehmen.

    Wir leben in einer Gesellschaft des Lärms. Will man diesem entfliehen, muss man es auch wirklich wollen. Und dann ist das überall möglich, da gehe ich mit Kagge absolut d'accord. Es braucht keine Luxusorte, die einem vorgaukeln, man fände dort, das was eigentlich unentgeltlich zu haben, mittlerweile aber ein Luxus geworden ist, was man sich quasi "verdienen" muss. Vielleicht muss man das auch - Erling Kagges Theorie der uns angeborenen Unruhe, die uns dazu bringt, uns ständig von uns selbst ablenken zu wollen, ist nachvollziehbar und nichts Neues - heute jedoch wohl noch schwieriger zu handeln, als früher.

    "Der Gedanke liegt nahe, dass das Wichtigste oder die Essenz in der Technologie das Technologische ist, aber das ist ein Fehler. Die Essenz sind du und ich. Es geht darum, wie wir von der Technologie, die wir nutzen, verändert werden, was wir lernen wollen, wie unser Verhältnis zur Natur aussieht, über die wir uns freuen, wie viel Zeit und Energie wir verbrauchen und wieviel Freiheit wir für Technologie aufgeben. Ja es ist richtig, wenn viele darauf hinweisen, dass sich durch die Technologie Abstände verkürzen, aber das ist in erster Linie eine banale Feststellung. Wesentlich ist eher, worauf Heidegger hinwies: das Ausbleiben von Nähe."

    Kagge selbst ist wohl ein Getriebener, hat er doch als erster Mensch die drei Pole - Südpol, Nordpol und den Mount Everest - erreicht und immer wieder die Stille gesucht. Still zu sitzen ist für ihn wohl schwieriger, als für andere Menschen und dennoch versucht er immer wieder, diesen Zustand zu erreichen, in der Natur aufzugehen, eines der unglaublichsten Glücksgefühle und der Verbindung schaffende Moment schlechthin. Draußen gelingt das einfach besser.

    Menschen, die Kinder haben, kennen sicherlich alle folgendes Phänomen: In der Wohnung sind die lieben Kleinen an manchen Tagen so missmutig, aufgedreht oder schlecht gelaunt, dass man sich dreimal überlegt, ob es Sinn macht, mit ihnen an die frische Luft zu gehen. Doch tut man dies dann und hat die Möglichkeit, in einen Wald zu gehen, kommen sie urplötzlich bei sich an und empfinden weder Langeweile, noch irgendeine andere Unbill. "Wenn Du drin bleiben willst, musst Du raus." - unser von Petterson und Findus entliehener Lieblingsspruch an solchen Tagen trifft den Zustand punktgenau.

    Stille: die Pause in einem Musikstück, das in sich gehen, die Welt ausschließen, eins werden mit der Zeit, das alles braucht nicht unbedingt einen bestimmten Ort. Was es braucht, ist der Wille, die Entscheidung dazu, sich selbst zu begegnen, vermeintlich nicht alles mitzubekommen. Kagge entwickelt diesen Gedanken mit Leichtigkeit, spricht aus, was wir uns vielleicht alle schon selbst gedacht haben und verpasst uns den nötigen Schubs, indem er uns klar macht, dass nicht die Umstände es sind, die uns davon abhalten inne zu halten, wenn wir es brauchen. Es gibt viele Situationen, in denen man ein wenig beiseite treten sollte - eine meiner persönlichsten war der Tod meines Vaters kurz vor seinem 91. Geburtstag, der nicht plötzlich eintrat, eher schon länger erwartet war. Ich habe mich, obwohl ich zwar traurig, aber nicht am Boden zerstört war, zwei Tage ausgeklinkt. Darüber nachgedacht, was er mir bedeutet hat und ihm damit - so sehe ich das - ein wenig Respekt gezollt. Die Welt stand für diese zwei Tage tatsächlich ein klein wenig still. Eine unglaublich wohltuende Erfahrung.

    Völlig fernab von jeglicher Esoterik, wohltuend konsequent und einfach wunderbar durchdacht, ohne konstruiert zu sein, unangestrengt in Sprache und Duktus gibt uns Kagge 33 mögliche Antworten auf die Frage, was Stille sein kann. Der besondere Knalleffekt am Schluss hat mir ein glückliches Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und ich habe mir fest vorgenommen, meinen eigenen Südpol zu finden und regelmäßig aufzusuchen. Begonnen habe ich nach der Lektüre von Stille erst einmal damit, nicht gleich nach dem nächsten Buch zu greifen. Zu Kagges Stille aber solltet ihr auf jeden Fall greifen, wenn ihr es noch nicht getan habt. Besonders schön gestaltet ist es zudem.

    Eine weitere, sehr schöne Besprechung zu diesem grandiosen Buch findet sich bei Zeichen&Zeiten , meine liebe Mitstreiterin Thursdaynext hat mir so sehr vom Hörbuch vorgeschwärmt und ich muss ihr dafür danken, dass ich dieses Schätzchen entdecken konnte. Auch an den Verlag, der uns dieses Buch in deutscher Sprache beschert hat. Nun ab zum Buchhändler eures Vertrauens - er weiß, wo ihr Stille finden könnt.

    "Wichtig ist nicht, wie es dir geht, sondern wie du die Dinge angehst, heißt es in einem alten norwegischen Sprichwort [...]"

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    jackdeckvor 5 Monaten
    Stille

    »Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute wichtiger denn je?« Mit diesen drei zentralen Fragen im Gepäck macht sich Erling Kagge auf die Suche nach dem Wesen der Stille. Erling Kagge greift auf seine reichhaltige Biografie zurück, um das Phänomen Stille zu erforschen. Und Stille kennt er wahrlich. Alleine 50 Tage alleine zu Fuß zum Südpol, nur von den Geräuschen der Natur und seines Schlittens begleitet. Erling Kagge, Jahrgang 1963, ist Verleger, Autor, Jurist, Vater dreier Töchter. Der Norweger hat als Erster die drei Pole erreicht – den Süd- und den Nordpol und den Mount Everst. In »Stille« machte sich auf den Weg, die Stille in ihren Facetten zu entdecken.

    Wunderbares Buch über die Reise zur Stille in sich selbst, fesselnd geschrieben... Mir hat es sehr dabei geholfen, auch im Alltag Ruhepole zu finden und ausgeglichener zu werden. Ich liebe Stille und genieße sie, wenn sich mal wirklich ein solcher Moment bietet, was im normalen Leben nicht allzu oft vorkommt.

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    DasPostItvor 6 Monaten
    „Stille“ ist etwas Besonderes.

    Angesiedelt zwischen Sachbuch, Erfahrungsbericht und persönlichem Journal ist es für mich ein echtes Juwel, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigen möchte. Es handelt sich hier nicht um ein weiteres Achtsamkeits-, Weisheiten- und Meditations-Problemlösungsgeschwurbel, auf dessen Zug viele Verlage meinen, noch ein Hyggelchen draufsetzen zu müssen. Sondern um ein kleines, feines, leises Buch abseits des lauten Mainstream. Wie vom Insel Verlag zu erwarten. Der sehr gelungene Kontrast zwischen Buchumschlag und -deckeln wird dem Thema obendrein in gekonnter Form gerecht, und das Papier ist für alle Freunde des bedruckten Blattes haptisch eine wahre Freude.

    Natürlich spielen die o. g. Themen eine Rolle, wenn es um Stille, insbesondere die innere Stille geht. Dem Autor gelingen hier aber sehr persönliche Eindrücke, gespickt mit kleinen philosophischen und lyrischen Abstechern, die mich persönlich schon seit längerer Zeit bewegen und beschäftigen. Parallel dazu liest man von sehr modernen Einsichten, die einen durchaus zum weiteren Nachdenken anregen.

    Fazit: Ein Kleinod, das ich sicherlich nicht nur einmal gelesen haben werde. Ein ganz besonderes Buch!

    "Mein Kopf ist voller unausgereifter Gedanken, und ich schaffe es nicht, die Welt auszusperren. […] Stille zu erzeugen, ist bisweilen eine kleine Herausforderung. Manchmal schreibe ich mir verschiedene Gedanken auf einen Zettel, um sie so aus dem Kopf zu bekommen."

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    CanYouSeeMevor 7 Monaten
    Stille. Ein Wegweiser.

    Der Weltwanderer Erling Kagge musste weit gehen, um ein Gut zu finden, das in unserer Zeit immer wichtiger wird: Stille. Auf seinen Expeditionen – zum Süd- und zum Nordpol, auf den Mount Everest – hat er sie gefunden. Aber ist Stille auch in der Stadt zu erfahren? Im turbulenten Oslo, wo er lebt? Ja, wenn man bereit ist, die Welt auszusperren und eine Reise in sein Inneres anzutreten, kann man auf dem Weg zur Arbeit, beim Lesen, Stricken, Musikhören, beim Abwaschen, beim Yoga »seinen eigenen Südpol finden«, denn »Stille ist überall«.

    Erling Kagge gibt in seinem Buch ‚Stille – Ein Wegweiser‘ 33 Antworten auf die Frage, was Stille ist, wo sie zu finden ist und was sie bedeutet. Sein Schreibstil ist sehr direkt und schnörkellos. Das hat mir gut gefallen. Die Sprache ist konstant und trägt gut durch das Buch.
    Die 33 Antworten sind in ihrer Länge und Thematik sehr unterschiedlich. Einige haben mich sehr, andere gar nicht angesprochen. Aber das ist okay. Insgesamt konnte ich aus diesem Buch sehr viel mitnehmen, Kagges Ausführungen schwanken zwischen philosophisch und nüchtern beschreibend. Eine tolle Abwechslung, die die Vielseitigkeit der Stille adäquat unterstreicht.
    Im Buch finden sich auch einige Bilder. Ihre Anwesenheit wird nirgends erklärt und nicht immer erschließt sich mir ein Zusammenhang zwischen Bild und Text. Dennoch haben die Bilder allesamt eine eher beruhigende Wirkung auf mich.
    Insgesamt ist ‚Stille – Ein Wegweiser‘ genau das, was es vorgibt zu sein. Ein Wegweiser. Durch das Buch habe ich mich intensiv damit auseinander gesetzt, was Stille für mich ist und wo ich sie finden kann. In jedem Fall ein lehrreiches Buch, aus dem ich viel mitnehmen konnte.

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    Diana182vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein schönes Buch der Denkanstöße und tiefer Entspannung
    Einfach nur: Stille - Ein ruhiger Wegweiser

    Das Cover ist komplett in Weiß gehalten und zeigt nur den Namen des Autors und des Buches. Dieses Bild viel sofort ins Auge und verbreitete auf Anhieb ein klein wenig Ruhe in mir.


    Dies wird spätestens dann bewusst, wenn man den Schutzumschlag abnimmt und ein Kunterbuntes Bild einer stark befahrenen Straße zum Vorschein kommt. Sofort verspürt man eine Gegenteilige Hektik und passt sich der Situation an.


    Diese ersten Eindrücke wecken meine Neugier und ich wollte gern mehr über den Inhalt erfahren.


    Der Autor erläutert nach einer kleinen Einführung in 32 Punkten, worin er seine Momente der Stille empfand. Man hört regelrecht eine beruhigende Stimme im Kopf, welche die einzelnen Situationen beschreibt. Sofort wird man ruhiger und lauscht den Ausführungen mit Interesse und Neugier.


    Viele Begebenheiten waren auch mir Vertraut und ich nickte zustimmend. Aber er gibt auch Anregungen und Denkanstöße, welche dem Leser aufzeigen, was Stille bewirkt und warum sie mitunter heutzutage schon etwas bedrohlich auf manche Menschen wirkt. Niemand mag in der heutigen Zeit mehr gern allein sein und sich nur mit seinen Gedanken auseinandersetzten. Eine ständige Beschäftigung und Abwechslung muss her. So hat man mitunter weniger Auffassungsvermögen als ein kleiner Golffisch in seinem Wasserglas. Man muss fast erst wieder erlernen, welchen Wert sie trägt: Die Stille, die heute nur noch schwer zu finden scheint.


    Und dennoch ist sie für fast jeden Greifbar und ein kostbares Gut- man muss ihn nur finden, seinen ganz persönlichen Ort der Stille, des Friedens und der inneren Ruhe. Dieses Buch stellt einen guten Wegweiser dar.


    Mein Fazit:
    Schon beim Lesen fühlte ich mich ruhiger und entspannter; die alltäglichen Dinge konnten kurz in den Hintergrund treten und Stille konnte Einkehr finden.


    Wer einmal dem Alltag entfliehen und Abschalten möchte, kann so sehr schön ein Stück der äußeren Hast entfliehen und die Seele auf die Reise schicken.


    Ich vergebe sehr gerne eine klare Leseempfehlung und volle Punktzahl!

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    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor 7 Monaten
    Stille ist nicht nichts


    "Reden ist Silber, schweigen ist Gold" Allein über das Sprichwort wurde uns schon oft suggeriert, dass die Lösung nicht immer im gesprochenen Wort oder einer Tat liegt. Der Autor Erling Kagge hat den Moment der Stille analysiert und bewertet. Er erzählt in 33 Kapiteln unterschiedliche Ansätze Stille zu erleben, zu ertragen oder zu genießen.


    In unserer heutigen Zeit zählt die Zeit des Innehaltens und der Erholung eher zur Schwäche. Frei nach dem Motto schneller, höher, weiter versuchen wir immer neue Maxime zu erreichen, ohne dem Erlebten und dem aktuellen Moment eine Wertschätzung zu geben. Vieles entfaltet erst durch den Raum der Stille sein wahres Potential, so wird in der Musik viel auf der Stille aufgebaut, um dann den Tönen eine Basis zu geben. Der Autor Erling Kagge ist ein erfahrener Abenteurer, der in seinem Leben schon viele außergewöhnliche Momente erleben durfte. Besonders fasziniert hat ihn dabei immer wieder die Zeit, die er mit sich selber hatte. So konnte er die Stille auf den langen und einsamen Weg zum Südpol sicherlich ganz anders wahrnehmen, als ein Autonormalverbraucher in der heutigen Welt, aber Erling Kagge macht auch deutlich, dass es nicht extremer Expeditionen bedarf, um Stille erleben zu dürfen. In unser aller Leben gibt es immer wieder die Möglichkeit innezuhalten und den Moment zu genießen. Ein mutiger Prozess, da es durchaus als ungewöhnlich angesehen wird gerade im Miteinander eine Zeit lang zu schweigen. 


    "Stille" regt zum Nachdenken und zur Veränderung an. Ein weiser Ratgeber für das tägliche eben, denn es ist sicherlich hilfreich, durch das Lesen seiner unterschiedlichen Ansätze, sich der Stille hinzugeben. Ein sehr lesenswertes und hochwertig aufbereitetes Buch, welches das Leben lebenswerter gestalten kann. Von mir erhält "Stille" daher gute vier von fünf Sternen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten
    Jeder erfährt seine eigene Stille

    „Stille“ ist heute ein rares Gut. Hektisch ist der Alltag, stressig das Leben, wenig Entspannung gibt es oft auch in der Freizeit. Die Gelegenheiten innezuhalten, sich dem Moment und dem Eindruck hinzugeben, sich in sich selbst zurückzuziehen, sind heute selten. Und oft scheint es so, daß Momente der Ruhe, des Nichts-Tuns und des Nichts-Zu-Tun-Habens sofort ausgefüllt werden müssen mit Aktivitäten – um ja nichts zu verpassen. Der Mensch kommt heute nicht mehr zu sich.


    Erling Kagge stellt die von ihm (und uns) beobachteten Verhaltensweisen in seinem kleinen Buch „Stille“ in Frage. Und in 33 Betrachtungen nähert er sich dem Begriff der Stille aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Denn Stille ist nicht gleich Stille. Vor allem ist Stille nicht einfach die Abwesenheit von Geräuschen. Im Gegenteil ist Stille gerade nicht gleichzusetzen mit Geräuschlosigkeit. Jeder Mensch hat seine eigene Definition von Stille und Erling Kagge zeigt einige dieser Definitionen auf: die verschiedenen Schattierungen von Blau im Schnee, das in sich Versinken während einer Meditation, der Arbeitsweg mit dem Fahrrad sind nur einige der Arten von Stille, die Kagge bespricht. Dabei schöpft er – der Unternehmer, der Familienvater, der Extremsportler, der Künstler – aus einem reichen Erfahrungsschatz und stellt uns die verschiedenen Möglichkeiten vor, meist ohne dabei belehrend zu wirken.

    Viele dieser Varianten sind natürlich bekannt. Sie werden nur selten genutzt. Und Kagge bietet Denkanstöße, um eigenes Verhalten und den Umgang mit sich selbst zu reflektieren. Neben seinen eigenen Erfahrungen greift er auch auf die Einlassungen von Persönlichkeiten verschiedener Epochen zurück. Damit gibt er gleichzeitig noch den Anstoß, selber weiter zu recherchieren, die „Stille Anderer“ zu entdecken – oder neue Stillen.


    Der Text läßt viel Freiraum zum reflektieren, nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch im Tatsächlichen. Die Textgestaltung arbeitet oft mit leeren, weißen Flächen am Ende einer jeder Betrachtung. Er setzt Pausen. Zusätzlich zu diesen Pausen werden die Themen der Betrachtungen mit Bildern – Naturphotographie oder Bilder von Künstlern – untermalt und bieten so eine Erweiterung oder auch Übung zum Text.

    Nicht alle der 33 Betrachtungen sind vom Leser adaptierbar zum Zeitpunkt des Lesens. Aber mit jedem erneuten Lesen zu einem anderen Zeitpunkt im Leben können andere Betrachtungen hilfreich sein. Daher könnte das Buch zu einem ständigen Begleiter werden. Mit jedem neuen Zur-Hand-Nehmen besteht die Möglichkeit, daß der Leser einen neuen und interessanten Aspekt entdeckt der bisher unbeachtet blieb.

    Der ruhige Ton des Buches trägt neben Text- und Buchgestaltung sein Eigenes dazu bei, ein angenehmes, unaufgeregtes Leseerlebnis zu schaffen, und ist damit ein erster Schritt zur Stille.


    „Denk daran, das die Stille, die du erlebst, ein wenig anders ist als die, die andere erfahren. Alle haben ihre eigene.“ (S. 102)

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    Schnuck59vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Die Nuancen der Stille
    Die Geheimnisse in der Stille

    In „Stille“ bringt uns Erling Kagge die Geheimnisse  und die kostbaren Momente der Stille näher.

    Der norwegische Weltenwanderer und Abenteurer, Verleger, Autor, Jurist, Kunstsammler und Vater hat als Erster die drei Pole, Süd- und Nordpol und Mount Everest erreicht. Er hat sich lange mit Fragen rund um Stille beschäftigt.

    In 33 kurzen Kapiteln geht er folgenden Fragen nach:

    Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute wichtiger denn je?

    Er hat dabei persönliche, wissenschaftliche und philosophische Ansätze. Es wird deutlich, dass es unterschiedliche Definitionen und Aspekte zu diesem Thema gibt. Die Nuancen sind sehr vielfältig und jeder Leser wird auf seine Art zum Weiterdenken angeregt. Die eingefügten Bilder sind minimalistisch, klar und ruhig. Dadurch haben sie auf mich eine klare Assoziation zum Thema.

    Die Ausführungen des Autors regen auf jeden Fall zum Nachdenken an. Jedes Kapitel ist auf seine Art besonders und ich werde es wohl immer mal wieder in die Hand nehmen und darin lesen.

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    TinaLiestvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch ist selbst eine kleine Portion Stille im Alltag, inspiriert und informiert auf erzählerische Art und Weise.
    Eine kleine Portion Stille im Alltag

    Stille im weitesten Sinne ist ein Thema, mit dem ich mich seit einiger Zeit schon ein wenig intensiver auseinandersetze. Ering Kagges Wegweiser für die Stille kam da gerade recht. In 33 Kapiteln sinniert er über Stille, die nicht nur die Abwesenheit von Lärm ist, legt seine Gedanken dar und gibt praktische Beispiele und Hinweise. Die Leitfragen sind für ihn “Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute wichtiger denn je?” Dabei sind seine Texte nicht nur schlichte Abhandlungen oder sachliche Darstellungen, sondern sie sind gespickt mit persönlichen Anekdoten und Erlebnissen - sei es auf seinen Entdeckungstouren in der Antarktis oder anderswo oder in der Familie in seinen heimischen Gefilden in Norwegen.

    Viele der Gedanken in den 33 Kapiteln sind dabei eigentlich nichts neues. Vieles weiß man eigentlich schon unterbewusst, ist nicht erstaunt, denkt oft “Oh ja, wie recht er hat”. Doch genau darum geht es bei “Stille”: Dinge bewusst wahrnehmen, bewusst nachdenken, sich bewusst Zeit nehmen für Stille und für sich selbst. So war es für mich beispielsweise keine Überraschung, dass ich eigentlich nie wirklich von Stille umgeben bin. Wenn ich zuhause bin, läuft meist Musik, auch unterwegs sind die Kopfhörer mein bester Freund. Und wenn es nicht die Musik ist, die meine Gedanken beschäftigt hält, dann ist es ein Buch oder Netflix oder mein Handy mit all den Messaging und Social Media Apps. Stille für Kopf und Herz, Abschalten, Ruhe genießen, für sich sein finden viel zu selten bis gar nicht statt. Das Lesen von Kagges “Stille” hat in zweierlei Hinsicht dabei geholfen: Zum einen inhaltlich, zum anderen aber auch durch den Prozess des Lesens selbst, bei dem man sich schon viel stiller gefühlt hat. Verrückt eigentlich! Das Buch hat aber so definitiv den gewünschten Effekt.

    Jedem, der selbst auf der Suche nach ein wenig Stille ist, der einen Ratgeber ohne erhobenen Zeigefinger lesen möchte, der ein wenig eintauchen möchte in Wissenschaft und Philosophie, aber auch in persönliche Momente der Stille, dem möchte ich dieses Buch wirklich sehr ans Herz legen. 

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