Ernö Szép Die Liebe am Nachmittag

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Inhaltsangabe zu „Die Liebe am Nachmittag“ von Ernö Szép

Vom flüchtigen Glück der Liebe»In meinem ganzen Leben habe ich von Frauen nur den Nachmittag bekommen, und wie oft hat sich auch der noch zerschlagen.« Eingehüllt in den dekadenten Hauch des untergehenden Kaiserreiches, betrachtet Mihály die Welt und sich selbst kontemplativ und abgeklärt. Sein Metier ist die Verführung, die verheiratete 5Fleurs, eine namenlose grande dame, begehrt er nur halbherzig, die Liebe der unschuldigen jungen Schauspielschülerin Iboly erduldet er nur. Mihálys Reflexionen über die Liebe, die Frauen und das Leben sind betörend, klug und berührend. Mit Sándor Márai und Antal Szerb gehört Erno Szép zu den Mitbegründern der ungarischen Moderne.»Manchmal scheint die Zeit stillzustehen in diesem grandiosen Roman, der im Porträt der Hauptfigur noch einmal das Flair der Monarchie beschwört.« Susanne Kunckel in der ›Welt am Sonntag‹

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  • Rezension zu "Die Liebe am Nachmittag" von Ernö Szép

    Die Liebe am Nachmittag
    tedesca

    tedesca

    11. January 2011 um 16:00

    Es ist lange her, dass ich mich so an der Sprache eines Buches freuen konnte, aus diesem Buch möchte man gleich seitenweise zitieren. Mihály, der Lebemann, der ständig um seine Existenz kämpfen muss, betrachtet die Welt einerseits mit großer Nüchternheit und Abgeklärtheit, gleichzeitig schwelgt er in poetischen Betrachtungen der kleinsten Begebenheiten, sei es auch nur, wie sich ein Herbstblatt vom Baum löst. Nie wird die Grenze zum Kitsch überschritten, egal, wieviel Gefühl er in seine Worte legt. Szép beschreibt die Stimmungen, egal ob die allgemeine Lage nach dem 1. Weltkrieg oder das Halbdunkel im Schlafzimmer nach einer heissen Umarmung, so dicht und greifbar, dass man das Gefühl bekommt, ganz nah dran zu sein, das alles selbst schon einmal erlebt zu haben. Gleichzeitig malt er ein Bild der damaligen Gesellschaft mit all ihren Gegensätzen. Die gelangweilte Ehefrau eines reichen Mannes, das liebe Mädel vom Theater - klischeehaft mögen sie schon sein, die Figuren, aber nicht ohne Eigenleben. Getrieben von der Suche nach der Liebe flaniert Mihály durch Budapest, empfindet eine Leere, die auch die Menschen in seiner Umgebung nicht zu füllen vermögen. Schonungslos und mit viel Humor betrachtet er die Welt. Besonders amüsant fand ich seine Gedanken über Männer, die die 40 überschritten haben, da musste ich mehr als einmal schmunzeln. Alles in allem eine echte Perle und ein Top-Tipp für alle, die etwas für die ungarische Literatur des beginnenden 20. Jahrhunderts übrig haben.

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  • Rezension zu "Die Liebe am Nachmittag" von Ernö Szép

    Die Liebe am Nachmittag
    Jari

    Jari

    03. November 2010 um 22:05

    Inhalt: Mihály schreibt für die Bühne, für Zeitschriften, wird gelobt und dennoch reicht das Geld nie zum Leben aus. Er hat eine Geliebte, die verheiratet ist, und die er Cinq-Fleur nennt und geht mit einer typisch ungarischen Melancholie durch das Budapest der 1930-er Jahre. Dann trifft er auf ein Mädchen. Gerade mal 19 Jahre alt. Nicht hübsch. Naiv. Niemals würde er Iboly lieben. Dennoch trifft er sich mit der angehenden Schauspielerin. Spielt mit ihr, hält sie auf Abstand. Doch was immer er auch tut, das Mädchen ist dem Charme des älteren Mannes verfallen. Irgendwann stellt sich einem jedoch immer die Frage, was für wen am der beste Weg ist... Meine Meinung: Ernö Széps "Die Liebe am Nachmittag" nimmt uns mit in das Ungarn der Kaffehäuser und des Flanierens. Flaniert wird in diesem Buch überaus oft. Die Spaziergänge führen uns durch Budapest und durch die Gedanken des alternden Mihály, der mit dem Älterwerden, dem Geld und dem Leben hadert. Für die junge Iboly hat er nur etwas Jovalität übrig. Die Welt der grossartigen Cinq-Fleur, die in Glamour lebt und von Pary zu Pary schwebt, hat er nicht mehr als ein müdes Lächeln übrig. Mihály scheint mehr mit den Frauen zu spielen, als dass er es wirklich ernst meint mit ihnen. Dennoch ist der Leser dazu angehalten, dieses Verhalten zu hinterfragen. Überhaupt kann man Einiges im Buch hinterfragen, die Gespräche, die geführt werden, lassen einem Raum, selbst zu Interpretieren. Széps Roman ist kein Buch für zwischendurch. Die Sprache ist zerfleddert und geheimnisvoll, man spürt den ungarischen Flair der damaligen Zeit zwischen den Zeilen. Melancholie und Lebensfreude geben sich die Klinke in die Hand. Der Protagonist ist ein Paradebeispiel dieses Paradoxes. Deshalb sollte man sich gut auf das Buch konzentrieren können, um die Stimmung der Geschichte nicht zu zerstören. "Die Liebe am Nachmittag" ist ein poetisches Werk mit viel Lebensweisheit über die Liebe, das Geld, das Theater und Leben und Tod. Wir alle kennen Mihálys Probleme und obwohl er kein strahlender Romanheld ist, schliesst man ihn, sowie auch die naive Iboly, irgendwann dann doch irgendwie ins Herz. Fazit: "Die Liebe am Nachmittag" ist ein Werk für Denker, Hobbyphilosophen und jene, die ein Bisschen Weltschmerz zu schätzen wissen, die gerne flanieren und ihre Gedanken schweifen lassen. Wer Ungarn und insbesondere Budapest kennt und mag, kann sich von diesem Buch in eine vergangene Zeit zurückversetzen lassen, als in Ungarn die Kaffehäuser und die Badekultur geschätzt wurde und man nachmittags an der Donau entlang flanierte. Wer ein Buch für einen entspannenden Nachmittag auf der Couch sucht, sollte jedoch besser die Finger von Szép lassen, da das Buch volle Konzentration fordert. Es ist eines jener Bücher, von denen man öfter mal aufschaut, um sich seine eigenen Gedanken zum Geschehen und dem Gesagten zu machen.

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