Erna Sassen

 4.1 Sterne bei 29 Bewertungen

Alle Bücher von Erna Sassen

Cover des Buches Das hier ist kein Tagebuch (ISBN: 9783772528613)

Das hier ist kein Tagebuch

 (24)
Erschienen am 01.05.2017
Cover des Buches Keine Form in die ich passe (ISBN: 9783772528637)

Keine Form in die ich passe

 (3)
Erschienen am 15.02.2018
Cover des Buches Ein Indianer wie du und ich (ISBN: 9783772528644)

Ein Indianer wie du und ich

 (1)
Erschienen am 20.03.2019
Cover des Buches Komm mir nicht zu nah (ISBN: 9783772528620)

Komm mir nicht zu nah

 (1)
Erschienen am 24.08.2016

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Rezension zu "Keine Form in die ich passe" von Erna Sassen

Rezension zu „Keine Form in die ich passe“
Shanina03vor 4 Monaten

Angaben zum Buch:

Titel: Keine Form in die ich passe

Autor/in: Erna Sassen

Verlag: Freies Geistesleben

Seitenanzahl: 224

Dieses Buch erzählt vom Prozess der Selbstfindung eines 16-jährigen Mädchens

Tessel passt nirgends rein, sie kämpft mit sich selber und weiss nicht wer sie ist, genauso wenig wie sie weiss über welches Thema sie ihre Hausarbeit schreiben soll.

In einem Schuhgeschäft lernt sie Evelien kennen, sie hat gerade ihre Tochter Sanne an Krebs verloren und sie trauert. Tess fühlt sich auf wundersame Weise von ihr ergriffen.

Sie schreibt ihr zunächst nur einen Brief und trifft sich öfters mit ihr, was mich als Leser zunächst verwirrt hat, warum verabredet sich ein 16-jähriges Mädchen mit der Mutter eines Mädchens, das sie nicht mal kannte und warum lässt sich Evelien auf diese Beziehung ein?

Tess ist zutiefst verletzt und irritiert, sie versteht selbst nicht richtig warum sie bei Sanne's trauernden Mutter Halt findet. Als Leserin habe ich Eveliens Funktion eher darin gesehen, Tess wieder in die richtige Bahn zu stossen, wenn manchmal auch etwas unsanft. Durch Streitgespräche und abweisende Worte.

Im Laufe der Handlung erfahren wir von den Gründen für Tess´ Krise.

Ihr Verhältnis zu Parzival den sie meist P. Nennt war der Auslöser ihrer Lebenskrise. P war ein Lehrer, mit dem sie ein persönliches Verhältnis eingegangen ist. Zunächst war sie nur seine persönliche Begleiterin für Voraufführrungen seiner Theaterinszenierungen. Er findet in Tess eine Zuhörerin, sie ist so geblendet zuerst von ihrer Irritation und danach von ihrer Verliebtheit, dass jegliches rationales Denken für sie nebensächlich wird, sie stellt P's grenzüberschreitende Handlungen in keiner Weise infrage, obwohl er in einer Beziehung lebt und seine Partnerin ein Kind erwartet, bewundert P. uneingeschränkt und ist am Boden zerstört als der Junglehrer das Verhältnis nach der Geburt seines Sohnes abrupt und für Tess auf beschämende Weise beendet. Erst in den Gesprächen und generell in der Beziehung zu Sannes Mutter werden ihr ihre Handlungen rückwirkend bewusst.

Dem Leser werden die Tiefen der Emotionen durch Grossbuchstaben deutlich gemacht, ebenso wie sich das Schriftbild je nach Gefühlslage ändern kann. Die inneren Monologe und ihre Unvollständigkeit zeigen die innere Erschütterung. Ohne belehrende Worte und so zentriert auf ihr inneres, berichtet sie mit einer Offenheit und auch mit den Anschuldigungen die sie sich selbst macht über ihre Erfahrungen. Erst durch die fragwürdige Freundschaft zu Sannes Mutter kann sie langsam Abstand zu ihren Gefühlen, zu dieser Situation und zu P gewinnen. Unterstrichen wird ihre Entwicklung durch von Tessels´ eigenen Songtexten, die ihren inneren Kampf deutlich machen.


Ganz am Schluss scheint, Tessel eine Form zu finden in die sie passt und einen Weg aus der Tiefe ihrer Gefühle.

Ich wusste lang nicht was ich von dieser Geschichte oder vielmehr von Tessel halten soll. Mein Fazit geht jedoch in eine sehr positive Richtung. Ich empfand Tess zwar als naiv, aber auch als verzweifelt und in gewisser Weise so tief verletzt, dass ich sie gar nicht negativ beschreiben möchte.

Ja, sie ist naiv und hat einige Charakterzüge, die es mir wirklich schwer, machten sie, zu mögen aber ihre Geschichte geht unter die Haut. Es ist eine faszinierende Erzählung die, Tessel’s innere Konflikte so ehrlich und unbeschönigt darstellt.

Ich vergebe 9 von 10 Herzen und empfehle dieses Buch, definitiv nicht jedem. Aber denjenigen die keine Berührungsängste haben mit der schonungslosen Offenheit mit der hier von Tod, Trauer und tiefem Schmerz gesprochen wird.

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Rezension zu "Ein Indianer wie du und ich" von Erna Sassen

Freundschaft
Seelensplittervor einem Jahr

Meine Meinung zum Kinderbuch:

Ein Indianer wie du und ich

Inhalt in meinen Worten:

Boaz ist in der Schule ziemlich gut, zu gut, weswegen er eine Klasse überspringen kann, dafür das er so gut ist, ist er jedoch leider auch ziemlich einsam, denn Freunde hat er kaum, das ändert sich jedoch als die neue Mitschülerin auftaucht, sie spricht erst einmal nur sehr wenig Niederländisch und irgendwie merkt er das die beiden doch etwas verbinden, so kommt es auch, das er denkt sie sei ein Indianermädchen, denn Indianer die liebt er und weiß eine ganze Menge über dieses Volk und die Stämme.

Doch um was es wirklich geht, das erzählt er ganz am Ende des Buches.

Lässt du dich auf diese kleine und doch kostbare Freundschaftsgeschichte ein?


Wie ich das Gelesene empfinde:

Zu erst einmal gehe ich auf die Gestaltung des Buches ein, die mich faszinierte. Diese ist vor allem in rot-weiß-schwarz gehalten, nicht nur außen sondern auch innen auf den Seiten, was manchmal das Lesen etwas erschwerte und dennoch das Buch gerade deswegen liebenswert erscheinen lies.


Die Geschichte:

Es ist eine Flüchtlingsgeschichte und wie zwei Kinder ganz ohne Hintergedanken sich anfreunden. Schnell bekommt Boaz auch mit was Aisha Angst macht. Sie wohnt in einem Flüchtlingsheim und dort schlugen Menschen von außen die Fenster ein. Denn nicht jeder geht so gut mit den Flüchtlingen um, wie es seine Oma und Mama und Papa tun. Doch Boaz weiß was er an Aisha hat auch wenn diese noch nicht so gut seine Sprache spricht und zudem noch etwas still ist.

Doch manchmal kann man sich auch mit Hand und Fuß und Bild unterhalten, was dann auch ganz natürlich ist.

Doch die Flüchtlingssache ist nur eines der Themen die in diesem Buch auf einen wartet. Vor allem geht es um Freundschaft und darum gemeinsam etwas zu erschaffen, so haben die beiden nämlich ein gemeinsames Projekt.


Wie kommt es zu den Indianern:

In diesem Buch geht es um Indianer, nicht so wie man es dem Titel nach denken könnte, sondern indem das Hobby von Boaz erzählt wird. Er mag Indianer und weiß auch wie die verschiedenen Stämme heißen, was diese unterscheidet, warum man Indianer Indianer nennt und was da alles anders ist, als bei ihm. Zudem sammelt er alles was es damit auf sich hat. Interessant finde ich die Darstellung, die im Buch geboten wird, denn diese ist immer in einem roten Kasten zu finden, die richtig toll erklärt ist.


Spannung:

Das Buch ist ein dünnes Buch mit einer kleinen aber feinen Geschichte. Es ist zwar wieder einmal ein Thema über Flüchtlinge, was aber auf so bezaubernde und berührende Art erzählt wird, das ich dem Buch gerne gefolgt bin und Boas und Aisha begleitet habe. Vor allem weil ich erst am Ende wirklich die Auflösung erfahren durfte, was das alles mit den Indianern auf sich hat zudem finde ich die Geschichten und Freundschaftskonstelation interessant. Denn Aisha ist – wie der Name schon anmutet – aus dem „Feindesvolk“ der Juden. Und trotzdem haben gerade diese beiden eine ganz besondere Freundschaft. Wie die Oma mit dem Thema umgeht und warum sie Freundschaft niemals von Glauben abhängig macht fand ich gut. Auch wenn der Glaube allgemein irgendwie schlecht abschnitt.


Empfehlung:

Ein Kinderbuch der besonderen Klasse. Es zeigt wie lebendig Freundschaft doch gestaltet werden kann und was es bedeutet, sich manchmal gegen Dinge zu setzen, die als gegeben angesehen werden, dazu ist die Seitengestaltung geheimnisvoll und einzigartig gesetzt und es macht einfach Freude den beiden Kindern zu folgen.


Bewertung:

Ich bin rundum zufrieden mit der Geschichte der beiden Kinder, wäre da nicht das Thema Glauben, wo ich nicht so ganz mitgehen konnte und wollte, aber das macht nichts, denn jeder sollte die Freiheit haben selbst zu wählen, wo hin er mit seinem Glauben gehen möchte, deswegen gebe ich vier Sterne und hoffe das ich noch einmal von der Autorin ein Buch entdecken darf, denn es lohnte sich!

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Rezension zu "Das hier ist kein Tagebuch" von Erna Sassen

Das hier ist kein Tagebuch (Erna Sassen)
LieLuvor 2 Jahren

Erschienen
1.Mai 2017
Seitenzahl: 183
Verlag: Verlag Freies Geistesleben
Gebunden: 17,90 €
ISBN: 978-3772528613

Die Autorin

Debüt der niederländischen Autorin Erna Sassen. 1961 in Beverwijk, Niederlande, geboren, trat nach ihrer Ausbildung an der Theaterschool in Amsterdam in Musicals und Theatervorstellungen auf. Sie wurde durch ihre Rolle als Krankenschwester in der Fernsehserie Medisch Centrum West bekannt, bevor sie 2004 ihr erstes Kinderbuch veröffentlichte. Sie lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn Mats, ihrer Tochter Micky, einem Kaninchen und einer Katze in Haarlem. (Verlag Freies Geistesleben)

Das hier ist kein Tagebuch

Boudewijn soll Tagebuch schreiben und hinein soll alles, was mir ihm los ist und was er fühlt. Alles nur weil seine Mutter sich umgebracht hat. Da sein Vater lange genug mit der depressiven Mutter sein Leben geteilt hat, erkennt er die Anzeichen zum Glück frühzeitig und zwingt Bou seine Zeit wenigstens stundenweise täglich mit Inhalt zu füllen: Musik hören und Tagebuch schreiben. Während er das unerwünschte Nicht-Tagebuch führt, merkt er wie sehr es ihm hilft, seine Gedanken zu ordnen und aus seiner tiefen Depression langsam wieder an die Oberfläche zu kommen. Die Wut auf seine Mutter, diese „dumme Kuh“ weicht nach und nach echter Trauer.

Fazit

Ein Buch, welches mich durch seinen provokanten Titel und die Gestaltung selbst ansprechen konnte. Schlicht, traurig, schwarz, voller Trübsinn und Schmerz. Genau das begegnet dem Leser auch auf den ersten Seiten dieses Tageskalenders, der kein Tagebuch ist. Die Worte, die Bou auf die Vorsatzseiten seines Tagebuch schreibt, findet man auch auf den Klappenseiten dieses Romans: FÜR UNBEFUGTE VERBOTEN.

Der Hauptprotagonist Boudewijn, der von allen nur Bou genannt wird, hat es nicht leicht. Im Zuge einer Behandlung soll er sich ein Tagebuch zulegen und in dieses seine Empfindungen eintragen. Natürlich findet er das alles ziemlich blöd, doch schon bald wird dieses „Nicht-Tagebuch“ für ihn lebensnotwendig. In ihm verarbeitet er den Tod seiner Mutter und dies auf wirklich eindrucksvolle und emotionale Art und Weise. Die Texte die Bou schreibt, haben mich zutiefst berührt und lange nachdenklich zurück gelassen. Dieses Buch geht unter die Haut und das noch lange nach der Lektüre. Es ist ein Buch um einen Jungen, der zu zerbrechen scheint, was seine Texte auch deutlich zeigen, er ist verzweifelt und am Boden. Doch das Tagebuch hilft ihm, seinen Schmerz zu verarbeiten. Gerade weil er mit seiner unbändigen Wut nicht umgehen kann, ist dieses Tagebuch das richtige Mittel. Zwei Menschen geben Bou im Leben Halt und das ist zum einen seine Tante, die er häufig verantwortlich für den Tod seiner Mutter macht und seine siebenjährige Schwester Fussel, die noch zu klein war, um den Tod seiner Mutter zu verstehen. Eine weitere Protagonistin, die im Laufe des Buches ans Tageslicht tritt, ist Bous Schulkameradin Pauline, die in ihm den kleinen Keim einer Freundschaft sät. Allerdings bleibt diese Leider nicht lang bestehen.

Von einem Schreib- und Erzählstil kann man im Buch kaum sprechen, da es sich häufig um aneinandergereihte Songtexte etc. handelt. Allerdings finde ich, dass gerade die zusammengewürfelten Sätze zeigen, wie verwirrt Bou gerade zu Beginn ist. Durch seine unregelmäßige Form in Inhalt und Form, ist das Buch etwas besonderes, was auch eine besondere Tiefe transportiert. Zurecht 2016 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

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