Erna Sassen

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Das hier ist kein Tagebuch

Das hier ist kein Tagebuch

 (22)
Erschienen am 01.05.2017
Keine Form in die ich passe

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 (1)
Erschienen am 15.02.2018
Komm mir nicht zu nah

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 (1)
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Rezension zu "Das hier ist kein Tagebuch" von Erna Sassen

Das hier ist kein Tagebuch (Erna Sassen)
LieLuvor 5 Monaten

Erschienen
1.Mai 2017
Seitenzahl: 183
Verlag: Verlag Freies Geistesleben
Gebunden: 17,90 €
ISBN: 978-3772528613

Die Autorin

Debüt der niederländischen Autorin Erna Sassen. 1961 in Beverwijk, Niederlande, geboren, trat nach ihrer Ausbildung an der Theaterschool in Amsterdam in Musicals und Theatervorstellungen auf. Sie wurde durch ihre Rolle als Krankenschwester in der Fernsehserie Medisch Centrum West bekannt, bevor sie 2004 ihr erstes Kinderbuch veröffentlichte. Sie lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn Mats, ihrer Tochter Micky, einem Kaninchen und einer Katze in Haarlem. (Verlag Freies Geistesleben)

Das hier ist kein Tagebuch

Boudewijn soll Tagebuch schreiben und hinein soll alles, was mir ihm los ist und was er fühlt. Alles nur weil seine Mutter sich umgebracht hat. Da sein Vater lange genug mit der depressiven Mutter sein Leben geteilt hat, erkennt er die Anzeichen zum Glück frühzeitig und zwingt Bou seine Zeit wenigstens stundenweise täglich mit Inhalt zu füllen: Musik hören und Tagebuch schreiben. Während er das unerwünschte Nicht-Tagebuch führt, merkt er wie sehr es ihm hilft, seine Gedanken zu ordnen und aus seiner tiefen Depression langsam wieder an die Oberfläche zu kommen. Die Wut auf seine Mutter, diese „dumme Kuh“ weicht nach und nach echter Trauer.

Fazit

Ein Buch, welches mich durch seinen provokanten Titel und die Gestaltung selbst ansprechen konnte. Schlicht, traurig, schwarz, voller Trübsinn und Schmerz. Genau das begegnet dem Leser auch auf den ersten Seiten dieses Tageskalenders, der kein Tagebuch ist. Die Worte, die Bou auf die Vorsatzseiten seines Tagebuch schreibt, findet man auch auf den Klappenseiten dieses Romans: FÜR UNBEFUGTE VERBOTEN.

Der Hauptprotagonist Boudewijn, der von allen nur Bou genannt wird, hat es nicht leicht. Im Zuge einer Behandlung soll er sich ein Tagebuch zulegen und in dieses seine Empfindungen eintragen. Natürlich findet er das alles ziemlich blöd, doch schon bald wird dieses „Nicht-Tagebuch“ für ihn lebensnotwendig. In ihm verarbeitet er den Tod seiner Mutter und dies auf wirklich eindrucksvolle und emotionale Art und Weise. Die Texte die Bou schreibt, haben mich zutiefst berührt und lange nachdenklich zurück gelassen. Dieses Buch geht unter die Haut und das noch lange nach der Lektüre. Es ist ein Buch um einen Jungen, der zu zerbrechen scheint, was seine Texte auch deutlich zeigen, er ist verzweifelt und am Boden. Doch das Tagebuch hilft ihm, seinen Schmerz zu verarbeiten. Gerade weil er mit seiner unbändigen Wut nicht umgehen kann, ist dieses Tagebuch das richtige Mittel. Zwei Menschen geben Bou im Leben Halt und das ist zum einen seine Tante, die er häufig verantwortlich für den Tod seiner Mutter macht und seine siebenjährige Schwester Fussel, die noch zu klein war, um den Tod seiner Mutter zu verstehen. Eine weitere Protagonistin, die im Laufe des Buches ans Tageslicht tritt, ist Bous Schulkameradin Pauline, die in ihm den kleinen Keim einer Freundschaft sät. Allerdings bleibt diese Leider nicht lang bestehen.

Von einem Schreib- und Erzählstil kann man im Buch kaum sprechen, da es sich häufig um aneinandergereihte Songtexte etc. handelt. Allerdings finde ich, dass gerade die zusammengewürfelten Sätze zeigen, wie verwirrt Bou gerade zu Beginn ist. Durch seine unregelmäßige Form in Inhalt und Form, ist das Buch etwas besonderes, was auch eine besondere Tiefe transportiert. Zurecht 2016 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

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radmoths avatar

Rezension zu "Das hier ist kein Tagebuch" von Erna Sassen

Wie geht Trauerbewältigung richtig?
radmothvor 2 Jahren

Jeder trauert anders, so auch Bou.
Seine Mutter ist tot. Aber er trauert nicht sofort um sie, erst einige Jahre später nach ihrem Selbstmord.
Bous Vater weiß sich nicht mehr zu helfen und zwingt Bou Tagebuch zu schreiben und Musik zu hören. Bou ist anfangs wenig begeistert von der Idee, doch er will auch nicht in die geschlossene Anstalt.
Brav schreibt er Tag für Tag, abgekapselt von der Außenwelt, weil er sein Zimmer nicht mehr verlässt, in sein Heft. Er selbst sagt, es sei kein Tagbuch. Er ist oft müde, sogar zu müde um Musik zu hören.
Er erzählt von seiner Familie und von der Zeit, als er noch zur Schule ging. Auf diese Weise beginnt seine Trauerbewältigung. Er ist unglaublich wütend auf seine Mutter, die sich vor einen Zu geworfen hat.
"Das hier ist kein Tagebuch" ist ein Tagbuch, da sich mit einem sehr schwierigen Thema beschäftigt. Trauerbewältung anders, später. 
Da das Buch in Tagebuchform geschrieben ist, geht meiner Meinung nach viel verloren. Bou kennt seine Gedanken und schreibt nur das nötigste auf, ich als Leser hab aber noch so viele Frage, die unbeantwortet bleiben, weil Bou sich kurzfasst.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Obwohl das Thema doch ein schwieriges ist, ist das Konzept des Buches gut umgesetzt worden, auch wenn es an einigen Stellen verbesserungswürdig ist, da es an einigen Stellen an Tiefe fehlt.

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Natalie77s avatar

Rezension zu "Komm mir nicht zu nah" von Erna Sassen

Eine recht negative Geschichte
Natalie77vor 2 Jahren

Wenn das Telefon klingelt ist ganz sicher Reva dran, die Mar zum Reden braucht. Helfen kann Mar ihr nicht. Sie ist nur als Zuhörer wichtig, denn etwas positives kann Reva an ihrem Leben nicht finden. Ihr Leben besteht nur aus Problemen, mit Männern, ihrer Schule, mit dem Essen und mit ihrer Familie. Sie fühlt sich nur lebendig wenn ihr jemand zuhört und auch dann nicht immer.

Meine Meinung:
Komm mir nicht zu nah klingt schon nicht nach leichter Kost. Doch es ließ sich für mich noch schwerer lesen als ich auf Grund der Beschreibung erwartet hätte.

Ich empfand den Schreibstil als sehr abgehackt. Man erlebt als Leser die Telefonate der Geschwister mit und diese sind sehr düster und trocken. Es gibt kaum Freude in diesem Buch, so dass es einen von der Laune her herunterzieht. Man sollte nicht in depressiver Stimmung sein um es zu lesen, denn davon gibt es in dem Buch schon genug.

Die Figur Reva definiert sich über das Essen und man liest hier von einer Art Bulimie oder auch Magersucht. Der Grat dazwischen ist schmal. Es ist aber nicht nur Reva die ein Problem hat, sondern auch Mar die sich von ihrer Schwester gängeln lässt. Die Anrufe strengen sie an, doch kommen sie nicht kann Mar auch nicht wirklich los lassen. Es ist hier eher eine Abhängigkeit als ein geben und nehmen der Schwestern. Zeitweise hat man das Gefühl das Reva viel wichtiger für Mar ist als umgekehrt.
Es geht in dem Buch nur um sie Beide. Es gibt viele Menschen die um sie rum sind, doch ins Gewicht für die Geschichte fallen sie nicht. So wenig das die Autorin sie nur mit Buchstaben abkürzte. Es gibt nur wenige Namen die ausgeschrieben wurden. Das fand ich etwas befremdlich, was es, denke ich, auch bewirken sollte. Der innere Kreis um die Schwestern rum wird mit Namen benannt, alle unwichtigen sind nur einzelne Buchstaben. Sehr gewöhnungsbedürftig und für mich auch störend.

Am Ende hatte ich nur bedingt das Gefühl weiter zu sein als zu Beginn der Geschichte, aber vielleicht kann man das auch nur nachvollziehen wenn man in der selben Situation wie Reva war oder ist.

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