Erna Sassen Das hier ist kein Tagebuch

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Inhaltsangabe zu „Das hier ist kein Tagebuch“ von Erna Sassen

Er tut es widerwillig, aber doch. Tag für Tag zeichnet Boudewijn auf, was mit ihm los (bzw. nicht los) ist, was er fühlt (oder nicht fühlen kann), weil das passiert ist: Seine Mutter hat sich umgebracht. Schreibend, denkend und erinnernd löst er sich allmählich aus der Starre einer tiefen Depression. Und die Wut auf diese 'dumme egoistische Kuh!' weicht echter Trauer.

Ein beeindruckender Einblick in ein sensibles Thema. Mit viel Gefühl erzählt.

— Anke_Ackermann
Anke_Ackermann

Trauer, Humor, Angst, Hoffnung. Für mich das berührenste Buch des Jahres, das so viel mehr ist als eine Geschichte.

— Ninni89
Ninni89

Ein trauriges Thema und trotzdem eine Prise Humor

— mary_stuart
mary_stuart

Ein Buch, das unter die Haut geht!

— mabuerele
mabuerele

Interessanter Einblick in die Gefühlswelt eines Jugendlichen nach dem Selbstmord seiner psychisch kranken Mutter in Tagebuchform.

— Daniliesing
Daniliesing

An einem Tag verschlungen, wirklich glaubwürdige Umsetzung dieses ernsten Themas; musste aber auch oft laut lachen. Danke!

— Buecherheldt
Buecherheldt

Bou leidet an Depressionen. Und MUSS Tagebuch schreiben. Bewegend, eindringlich und nicht klischeebesetzt. Toll!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Mich hat es berührt

— dieDoreen
dieDoreen

Das Buch erreichte für mich leider nicht die gewünschte Tiefe!

— jasimaus123
jasimaus123

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  • Wie geht Trauerbewältigung richtig?

    Das hier ist kein Tagebuch
    radmoth

    radmoth

    14. November 2016 um 17:57

    Jeder trauert anders, so auch Bou. Seine Mutter ist tot. Aber er trauert nicht sofort um sie, erst einige Jahre später nach ihrem Selbstmord.Bous Vater weiß sich nicht mehr zu helfen und zwingt Bou Tagebuch zu schreiben und Musik zu hören. Bou ist anfangs wenig begeistert von der Idee, doch er will auch nicht in die geschlossene Anstalt.Brav schreibt er Tag für Tag, abgekapselt von der Außenwelt, weil er sein Zimmer nicht mehr verlässt, in sein Heft. Er selbst sagt, es sei kein Tagbuch. Er ist oft müde, sogar zu müde um Musik zu hören.Er erzählt von seiner Familie und von der Zeit, als er noch zur Schule ging. Auf diese Weise beginnt seine Trauerbewältigung. Er ist unglaublich wütend auf seine Mutter, die sich vor einen Zu geworfen hat."Das hier ist kein Tagebuch" ist ein Tagbuch, da sich mit einem sehr schwierigen Thema beschäftigt. Trauerbewältung anders, später. Da das Buch in Tagebuchform geschrieben ist, geht meiner Meinung nach viel verloren. Bou kennt seine Gedanken und schreibt nur das nötigste auf, ich als Leser hab aber noch so viele Frage, die unbeantwortet bleiben, weil Bou sich kurzfasst.Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Obwohl das Thema doch ein schwieriges ist, ist das Konzept des Buches gut umgesetzt worden, auch wenn es an einigen Stellen verbesserungswürdig ist, da es an einigen Stellen an Tiefe fehlt.

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  • ... und trotzdem für für Unbefugte verboten

    Das hier ist kein Tagebuch
    mary_stuart

    mary_stuart

    18. July 2016 um 07:33

    Offensichtlich bin ich befugt, denn wer das Tagebuch eigentlich wirklich nicht lesen soll - obwohl gerade er darauf bestanden hat, dass der sechzehnjährige Boudewjin es führt - ist der Vater. Achselzuckend akzeptiert er Bou's Regel. Ihm geht es darum, dass sich sein Sohn schreibend mit seinen Gedanken und  Gefühlen auseinandersetzt. Obwohl Bou behauptet, weder etwas zu denken noch zu fühlen, leistet er dem Wunsch seines Vaters Folge und schreibt - zuerst trotzig und patzig und dann immer ausführlicher über das was ihn bewegt. Der Leser wird mitgenommen auf eine Reise in Boudewjins Vergangenheit, die düster ist. Der Junge musste zuerst mit einer psychisch kranken Mutter klarkommen und dann mit ihrem Selbstmord. Kein Wunder, dass er darauf nicht mit der "gewünschten" Trauer reagiert, sondern mit verzweifeltem Hass. Er wurde verlassen und zutiefst verletzt. Das einzige, was ihn aufrecht hält, ist die Liebe zu seiner kleinen Schwester Fussel. Bei ihr findet er Trost und Halt.Als Boudewijn wirklich zum wiederholten Mal Mist gebaut hat, besteht der Vater darauf, dass er erstens das Tagebuch führt (jeden Tag einen Eintrag) und zweitens aus einer ausgewählten Sammlung von CDs täglich eine hört. Pergolesis "Stabat Mater" ist da ebenso dabei wie "Einstürzende Neubauten" und Boudewijn kann - obwohl er sich das anfangs nicht eingestehen will - der Musik tatsächlich etwas abgewinnen. Seine Tante nimmt ihn in ein Pflegeheim für Demenzkranke mit und in der Schule lernt er schließlich Pauline kennen. Obwohl er sich gegen eine Beziehung sperrt, ist es schließlich doch das, was den Jungen heilt und das Tagebuch endet damit, dass er seine Emailadresse hineinschreibt - ein erster Schritt zum Sich-Öffnen."Das hier ist kein Tagebuch" ein wirklich sehr einfühlsam geschriebenes Buch über ein Thema, das betroffen macht. Die Autorin hat es aber geschafft, es mit wohl dosierten Prisen Humor zu durchsetzen und ich habe mit großem Mitgefühl gelesen, jedoch ohne zum Schluss einen Stein im Magen davon zu tragen. Die Charaktere in der Geschichte sind glaubwürdig entwickelt. Alle Beteiligten versuchen, Boudewijn die Trauerbewältigung zu ermöglichen - mit verschiedenen Ansätzen. Die intuitive vorbehaltlose Liebe seiner Schwester gibt ihm Kraft, das verzweifelte Ultimatum des Vaters zwingt ihn zur Auseinandersetzung mit seiner Trauer, seine Tante zeigt ihm, dass es auch anderes gibt, das Betroffenheit auslösen kann und ermöglicht ihm körperliche Betätigung und Pauline steht für die Hoffnung, für eine Zukunft in Liebe, auch wenn es nicht die Lieber der Mutter ist. Die Zitate aus der "Stabat Mater" geben dem Wer zusätzliche Tiefe und dem Leser Raum, einmal kurz im Lesen innezuhalten und das Gelesene sitzen zu lassen. Speziell ist auch das Cover des Buchs - dicke kantige Deckel, beinahe wirken sie wie Holzdeckel, eine schwarze Fläche - so wie sich Boudewijns Seele am Anfang der Geschichte anfühlen muss. Die Kapitel sind natürlich die einzelnen Tage, an denen der Junge schreibt. Durch die vielen Absätze und Leerzeilen bekommt das Ganze eine Art Leichtigkeit, die man eigentlich mit dem Thema nicht verbinden würde.Ich bin wirklich restlos begeistert von dem Buch und empfehle es Jugendlichen, die Lust haben, ein bisschen in die Tiefe zu gehen.

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  • Trauerbewältigung auf ganz eigene Art

    Das hier ist kein Tagebuch
    mabuerele

    mabuerele

    „...Das hier ist kein Tagebuch. Ich sage es bloß der Deutlichkeit halber dazu...“ Mit obigen Zitat beginnt Boudewijn, ein 16jährige niederländischer Junge, sein Nicht-Tagebuch. Es ist die Geschichte einer Heilung. Dahinter steht die Forderung des Vaters, jeden Tag ein paar Zeilen zu schreiben und eine CD zu hören. Angefangen hat alles am siebten Geburtstag der Schwester. Sie bat ihn, das Grab der Mutter zu besuchen. Danach war nichts mehr wie zuvor. Migräne, Müdigkeit, Lustlosigkeit folgten. Dabei lag der Tod der Mutter schon einige Jahre zurück. Sie war manisch-depressiv, hatte ihre Medikamente nur unregelmäßig genommen und dann Selbstmord begangen. Im Tagebuch arbeitet Boudewijn nun die Vergangenheit auf, den Todestag der Mutter und seine ungewöhnliche Reaktion, die Jahre davor, sein Unverständnis und seine Wut, die ihn ungerecht werden lässt gegen andere. Es ist ein Art Trauerbewältigung, der er sich vorher verweigert hat. Dazu hört er jeden Tag klassische Musik. Er versucht es zwischendurch auch mit einem anderen Genre, doch das kann er nicht ertragen. Die Sprache des Buches ist schwer in Worten zu fassen. Manchmal sind es nur Gedankenbruchstücke. Positiven Erinnerungen an die Mutter stehen Vorwürfe und Bitterkeit gegenüber. Das Auf und Ab in der Schule wird genauso thematisiert wie die eignen Fehler. Die Einträge des jeweiligen Tages sind ein Abbild seines Seelenzustands. Manche Worte und Sätze werden in Großbuchstaben hervorgehoben. So wirken sie besonders eindringlich. Sie zeigen die innerer Zerrissenheit des Jungen. Doch dann gibt es Stellen voller Liebe und Zuneigung. Das passiert immer dann, wenn er über seine kleine Schwester Dolores schreibt, die er liebevoll Fussel nennt. Sie ist der Stabilitätsfaktor in seinem Leben, weil sie einfach da ist und nichts von ihm will. Sie nimmt ihn mit all seinen Fehlern und Schwächen wie er ist. Ich würde fast sagen, ein Teil des Buch ist eine Liebeserklärung an Fussel. Sie reißt ihn aus Einsamkeit und Angst. Das schwarze Cover mit dem Titel am unteren Rand passt zur Handlung. Als Boudewijn das Tagebuch beginnt, ist die Welt für ihn schwarz. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt, was die Krankheit der Eltern mit Kindern machen kann. Es ist emotional berührend und macht betroffen, obwohl oder gerade weil die Sprache eher kurz und prägnant ist.

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  • Jugendbuch- Challenge bei LovelyBooks 2016

    Buchraettin

    Buchraettin

    Lest ihr gerne Jugendbücher? Habt ihr Lust, dies gemeinsam mit anderen begeisterten Jugendbuchliebhabern zu tun und neue Bücher kennen zu lernen? Dann macht gleich bei unserer Jugendbuch-Challenge 2016 mit. Diese Challenge soll vor allem viel Spaß machen und zum Entdecken neuer Bücher einladen. Anmeldungen sind natürlich jederzeit möglich!Hier geht es zu Challenge 2017https://www.lovelybooks.de/thema/Jugendbuchchallenge-2017-1358395874/ Hier sind die Regeln: Es sollen jeweils 2 Bücher aus den unten folgenden Kategorien gelesen werden - Natürlich könnt ihr auch mehr lesen! Die Challenge läuft vom 1.1. bis 31.12.2016. Es zählen all jene Rezensionen, die ab dem 1.1.2016 geschrieben worden sind. (hier bei LB) Da dies eine Challenge ist, soll sie selbstverständlich eine kleine oder auch größere ;-) Herausforderung sein und dazu anregen, vielleicht auch Bücher aus einem Genre zu lesen, das ihr so sonst eher nicht gelesen und dann auch nicht entdeckt hättet. Es sollte zu jedem Buch eine Rezension geschrieben werden, eine Kurzmeinung reicht leider nicht aus. Die Rezension sollte die hier bei Lovely Books sein, die hier verlinkt wird, alle anderen zählen hier nicht. Für die Jugendbuch-Challenge zählen alle Bücher, die für ein Lesealter ab ca. 13 Jahren bis ca. 18 Jahren empfohlen sind. Das Alter der Hauptfiguren im Buch sollte in diesem Rahmen liegen. Das hier ist ein Beispiel für einen Sammelbeitrag: Jeweils 2 Bücher pro Unterpunkt - insgesamt 12 Bücher sollen gelesen werden. Fantasy, Science Fiction, Dystopie (Erscheinungsdatum 2016) Gesellschaftsliteratur, aktuelle Jugendthemen, historische Jugendbücher (Erscheinungsdatum 2016) Liebesromane, Romantic Fantasy (Erscheinungsdatum 2016) Krimis und Thriller aus dem Jugendbuchbereich (Erscheinungsdatum 2016) Alte Schätze, Jugendbuchreihen, Sachbuch, Hörbuch und 2 dürfen frei ausgewählt werden! ( auch in Bezug auf das Erscheinungsdatum, gilt auch für Punkt 5 und hier dürfen auch englische Bücher einsortiert werden)   Jeder Teilnehmer erstellt einen Sammelbeitrag, um dort seine Rezensionen übersichtlich zu sammeln und zu aktualisieren. Verlinkt in diesem Sammelbeitrag außerdem ein Regal mit dem Namen "Jugendbuchchallenge 2016", das ihr in der Bibliothek in eurem Profil erstellt. Bitte schickt mir den Link des Sammelbeitrages per persönlicher Nachricht. Dann verlinke ich diesen mit eurem Namen in der Teilnehmerliste. Die aktuellen Verlosungen, Leserunden usw. verlinke ich nachfolgenden Beitrag. ( Es gibt keine Garantie für Vollständigkeit, ich mache das hier alles in meiner Freizeit:) Thema Halloween Halloween in der Kinder und Jugendliteraturgruppe Thema Lesemuffel Tipps für Lesemuffel in der Kinder und Jugendliteraturgruppe Kleiner Anreiz um die Challenge zu schaffen. Das LB Team wird ein Buchpaket stellen, das wird dann verlost Anfang nächstes Jahr unter allen, die die Challenge geschafft haben:) Liste für Neuerscheinungen im Jugendbuchbereich 2016    Challenge Beendet Mira20 MiraxD danielamariaursula Marbuerle Mrs_Nancy_Ogg Connychaos lenicool11 Floh Seelensplitter cytelniczka73 Enys Books annlu ank3006 Lotta22, Icelegs Teilnehmer 62.61.60.59. EnysBooks challenge beendet58. JamieRose57. anjazwerg56. icelegs Challenge beendet55. Peachl54. Lea-Krambeck53. Mira12352. czarnybalerinja51. ShellyBooklove50. Lotta22 Challenge beendet49. saskiaundso48. yunasmoondragon747. BeaSurbeck46. freakygirli45. Mira20  Challenge beendet44. Buchgeborene43. Curin42. ChubbChubb41. Getready40. Gwendolina39. annlu Challenge beendet38. Danni8937. Kuhni7736. ch3yenne35. Paulamybooksandme abgemeldet 22.134. Solara30033. Schluesselblume32. Kylie131.littleowl 30. MiraxD  Challenge beendet 29. DieBerta 28. danielamariaursula   Challenge beendet 27. Mabuerle Challenge beendet 26. Delphyna 25. Mrs_Nanny_Ogg Challenge Beendet 24. Connychaos   Challenge beendet 23. christaria 22. ban-aislingeach 21. marinasworld 20. lenicool11 Challenge beendet 19.Bambi-Nini 18.JuliB abgemeldet 17.Cithiel 16.Buchgespenst15.cytelniczka73  Challenge beendet 14.Bookfantasyxy 13.Vielleser18 12.xxslxa 11.buchfeemelanie 10.Claddy 9.Foreverbooks02 8.Floh Challenge beendet 7.Lesezirkel 6.Alchemilla 5.Seelensplitter Challenge beendet 4.Xallaye 3.anke3006 challenge beendet  2.Katja78 1.Buchraettin

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    • 1098
  • Ein Jugendbuch, das die Augen vor wichtigen Themen nicht verschließt

    Das hier ist kein Tagebuch
    Seitenfluesterin

    Seitenfluesterin

    16. September 2015 um 14:17

    Ein Junge. Ein schwerer Schicksalsschlag. Tiefe Depressionen. Und ein Tagebuch.In der Hoffnung auf eine Besserung seines Verhaltens und seines Gemütszustandes bekommt der sechzehn-jährige Boudewijn, auch Bou genannt, ein Ultimatum von seinem Vater gestellt: Entweder er führt täglich Tagebuch und hört das Stabat Mater von Pergolesi oder ihm droht die Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Wenn auch gegen seinen Willen führt Bou denkend und erinnernd Buch darüber, was ihn vor vielen Jahren in ein tiefes Loch hat fallen lassen: Den Freitod seiner Mutter.   Mit ihrem Werk ,,Das hier ist kein Tagebuch" hat Erna Sassen ein Jugendbuch verfasst, das die Augen vor wichtigen Themen nicht verschließt, sondern unverblümt deutlich macht, dass auch im Schweigen einer Person die Gefühle und Gedanken toben können, die sich kaum kontrollieren lassen, sich einfach über einen legen, einen einnehmen bis man sich selbst nicht mehr wiedererkennt und nicht mehr Herr seines inneren Zustandes ist. In diesem Werk stellt die Autorin Themen wie Depressionen, Verlust, Tod und Neuanfang im Alltag in den Mittelpunkt. Auch wenn man nicht darüber spricht, heißt es nicht, dass man frei von Sorgen ist.   In Tagebuchform berichtet der sechzehn-jährige Boudewijn von seinen Gefühlen, die er fühlt oder nicht fühlt, von seinen Beschäftigungen, denen er nach geht oder eben nicht nachgeht, oder wie er sich erinnernd die Geschehnisse der Vergangenheit verarbeitet - mehr oder weniger ausführlich auf 189 Seiten festgehalten, die zum Schluss insgesamt drei Monate ergeben. Drei Monate, in denen der Leser Boudewijn, seine Familie und seine Gefühlslage kennenlernen darf. Für mich persönlich war die Vorstellung ein Buch zu lesen, das in Tagebuchform verfasst worden ist, ziemlich spannend, weil sich dahinter auch eine gewisse Herausforderung birgt die Gedanken und die Struktur möglichst authentisch herüberzubringen, ohne dass es 'zu dick aufgetragen' wirkt.  Jeder, der selbst schon einmal Tagebuch geführt hat, weiß, wie jeder Eintrag von seiner Regelmäßigkeit, seiner Länge und von seinem Inhalt variieren kann, und in diesem Fall hat die Autorin die Aufgabe der Darstellung gut gemeistert, denn ohne viele stilistische Mittel bringt die Autorin die nackten Gedanken- und Gefühlswelt eines Heranwachsenden zu Papier. Aus diesem Grund waren die Einträge nicht immer angenehm zu lesen, denn Bou gewährt dem Leser in seinen Einträgen einen Einblick in sein Inneres, und dieses Innere ist ein dunkler Ort, gefüllt mit Selbstzweifeln, das Gefühl des Versagens, Wut, Schmerz, Enttäuschung. Es zu lesen und gleichzeitig feststellen zu müssen, dass das Geschriebene gar nicht so realitätsfern ist, war erschreckend. Leistungsdruck, das Gefühl nicht gut genug zu sein oder familiäre Probleme sind bekannt, aber man hat gemerkt, wie sehr die Menschen daran kaputtgehen, wenn sie nicht in der Lage sind darüber zu sprechen und stattdessen zu diversen 'Betäubungsmitteln' greifen. Dennoch waren auch kleine Lichtblicke vorhanden, die dem Leser etwas von der Schwere genommen haben, wie die kluge kleine Schwester Fussel oder wie Bou langsam eine positive Entwicklung macht, indem er lernt seiner Mutter zu verzeihen und wieder zu lieben, Menschen an sich heranzulassen. Alles in allem waren die Einträge authentisch, allerdings konnte mich dieses Jugendbuch in seiner Gesamtheit nicht vollends überzeugen, denn dafür hat mir an manchen Stellen einfach die Tiefe gefehlt in Bezug auf manche Gedankengänge. Natürlich darf man nicht außer Acht lassen, dass es sich hierbei um ein Tagebuch handelt und daher geschrieben wurde, was gerade so in einem vorgeht, also drücke ich da ein Auge zu. Was mich dann aber ziemlich unschlüssig dagelassen hat, war das Ende. Es werden keinerlei weitere Hinweise dazu gegeben wie es nun mit Bou, seiner Familie und seiner Liebe weitergeht, also wird der Leser ganz seinen eigenen Interpretationen überlassen und das hat mich dann doch etwas unzufrieden zurückgelassen.

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  • Das hier ist kein normales Jugendbuch

    Das hier ist kein Tagebuch
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. September 2015 um 19:13

    Boudewijn, genannt Bou, hat keine Mutter mehr. Sie hat sich umgebracht. Und seine Trauer bricht sich erst Jahre später Bahn. So heftig, dass sein Vater ihn zwingt, Tagebuch zu schreiben und sich bestimmte Musik anzuhören. Als letzten Ausweg, bevor es in die Geschlossene geht. Bou ist davon wenig begeistert, aber in die Geschlossene will er auch nicht... "Das ist kein Tagebuch" ist die erste Übersetzung des mittlerweile 5 Jahre alten Werkes der Niederländerin Erna Sassen. Die Autorin befasst sich in diesem von außen düster anmutenden Buch mit Depressionen und Trauer bei Jugendlichen und hat diese in meinen Augen sehr gut getroffen. Die Geschichte wird von Bou erzählt. Man darf als Leser in sein Tagebuch hineinschlüpfen und sich Tag für Tag mit seinen Gedanken auseinandersetzen. Zu Beginn merkt man sehr stark seinen Unwillen, irgendetwas niederzuschreiben. Doch bald erkennt man auch, dass Bou oft die Kraft fehlt, irgendwas zu tun. Für jemanden, der Depressionen nur vom Hörensagen kennt, mag das schwierig nachzuvollziehen sein. Für mich hat Bou das Innerste eines Depressiven mehr als gut getroffen. Er zeigt in seinen einzelnen Einträgen recht deutlich, wie es ist, wenn man zu nichts Kraft hat, wenn selbst das Essen einen anstrengt und man sich nachts ins Zimmer seiner kleinen Schwester schleichen muss, um keine Angst zu haben. Ich habe mich mit Bou sofort verbunden gefühlt. Der Jugendliche zeigt nicht nur eine nachdenkliche, sondern ab und an auch sehr wütende Seite an sich. Gerade wenn es um seine tote Mutter geht, über die er nur selten spricht, wechseln sich Wut und Trauer ab, wobei die Wut klar vorherrscht. Der Lichtblick in seinem Leben ist Bous jüngere Schwester Fussel. Fussel ist herzensgut, lebensfroh und in manchen Belangen schon sehr erwachsen. Sie gibt ihrem Bruder den Halt, den er benötigt. Und das zeigt Bou sehr deutlich, wenn er über sie schreibt. Diese Lichtblicke ließen beim Lesen die Hoffnung aufkommen, dass der Jugendliche es allein aus dem Tal der Tränen hinausschafft und sein Leben wieder in die Hand nehmen kann. Das Ende ist abrupt. Der Junge öffnet sich gerade wieder für die Außenwelt, da hört das Tagebuch auf. Zwar mit einer positiven Andeutung, doch die Autorin lässt ihre Leser nicht an der endgültigen Wandlung ihres Schützlings teilhaben. Das fand ich schade, auf der anderen Seite aber auch tröstlich, denn so kann ich mir allein ausmalen, wie Bou sein Leben quasi neu anfängt. Der Stil von Erna Sassen ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt zu einem depressiven Jugendlichen und sie hat die Stimmungsschwankungen sehr gut eingefangen. Fazit: um Jugendlichen einen Einblick in die Gedankenwelt depressiver Menschen zu geben, eignet sich das schwarze Büchlein perfekt. Ich kann es voll und ganz empfehlen.

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  • Den Kummer von der Seele schreiben

    Das hier ist kein Tagebuch
    dieDoreen

    dieDoreen

    12. September 2015 um 12:54

    Boudewijn wird von seinem Vater vor die Wahl gestellt, entweder er schreibt ein Tagebuch oder er wird in die Psychiatrie eingewiesen, denn Boudewjin leidet an einer Depression. Er geht nicht mehr zur Schule, verkriecht sich in seinem Zimmer und redet kaum noch. Der Vater hat Angst um ihn, denn seine Mutter nahm sich vor vielen Jahren aufgrund der selben Krankheit das Leben."Das hier ist kein Tagebuch" ist natürlich doch eines und zwar wurde es von Boudewijn geschrieben. Zunächst widerwillig und mit allerlei Nebensächlichkeiten beginnt er zu schreiben. Von Seite zu Seite öffnet er sich aber mehr dem Leser, in dem Bewußtsein, dass sein Tagebuch von anderen gelesen wird. Der Schreibstil, entspricht dem typischen Sprachstil eines Jugendlichen, der schnell erwachsen werden musste. Aus den Seiten spricht tiefer Schmerz und Wut über den Tod der Mutter und erst nach und nach erfährt man, welche gravierende Auswirkungen dieser Selbstmord auf Boudewijn hatte. Das Thema Depression wird hier sehr eindrücklich und tiefgründig behandelt. Man spürt, dass die Autorin sich auch näher mit dieser Krankheit befasst hat. Ich gehe selten auf das Format eines Buches ein, hier finde ich es aber angebracht, denn die Aufmachung gefällt mir ausgesprochen gut. Der Buchdeckel und Rücken ist so verstärkt, dass das Buch nicht wie ein typisches Hardcover wirkt, sondern tatsächlich das Gefühl ein echtes Tagebuch in den Händen zu halten vermittelt. Die Kapitel sind in Tage eingeteilt und sind manchmal kurz in wenigen Sätzen gehalten oder in langen Abschnitten.Wer sich für das Thema Depression interessiert und und gern Geschichten liest die den Leser tief berühren ist mit diesem Buch sehr gut bedient.

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  • Glaubhafte Umsetzung des Themas "Depression"

    Das hier ist kein Tagebuch
    victoria1986

    victoria1986

    06. September 2015 um 16:23

    Inhalt Der 16-jährige Boudewijn bekommt von seinem Vater ein Ultimatum gestellt: Entweder er führt von nun an täglich Tagebuch über seine Gefühle und Gedanken, oder er wird in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Denn Boudewijn ist nach dem Selbstmord seiner Mutter schwer depressiv und droht immer weiter abzustürzen... Rezension Der Schreibstil der Autorin wirkt sehr authentisch und lässt sich sehr flüssig lesen. Die Geschichte wird aus Boudewijns Sicht in Tagebuchform erzählt. Er führt täglich Tagebuch und manchmal stehen nur sehr wenige Wörter am jeweiligen Tag. Boudewijn und seine Familie lebten jahrelang mit der manisch-depressiven Mutter und bekamen quasi alle Facetten dieser Erkrankung zu spüren. Bou, wie er genannt wird, empfindet nur Hass für sie. Jahre nach dem Tod seiner Mutter rutscht er immer weiter in ein Loch und ist mittlerweile selber schwer depressiv. Diesen zustand hat die Autorin sehr glaubhaft dargestellt. Bou ist sehr antriebslos und desinteressiert am Leben. Einzig mit seiner kleinen Schwester, die er über alles liebt, redet er manchmal noch vernünftig. In der Schule mogelt er sich so durch. Nach und nach arrangiert er sich mit dem Ultimatum seines Vaters und führt Tagebuch. So erhält der Leser einen sehr intensiven Einblick in Bous Gefühls- und Gedankenwelt. Bous Empfindungen konnten ich sehr gut nachvollziehen, auch den Hass auf seine Mutter. Er reflektiert die Jahre, bevor seine Mutter den Freitod wählte. Die Erzählung ist zwar nicht spannend, aber durchaus interessant. Der Weg, den Bou geht, um aus den Fängen der Depression zu entkommen, ist manchmal etwas langatmig erzählt. Es passiert eben nicht viel in seiner düsteren und einsamen Welt. Doch eines Tages trifft Bou auf einen "Lichtblick". Das Ende ist einerseits offen, aber dennoch sehr passend gewählt. Mein Fazit Insgesamt ist dieses Werk ein interessantes und kurzweiliges Lesevergnügen mit einem sehr ernsten Hintergrundthema. Authentische Charaktere und und die gute Umsetzung verleiten mich dazu vier Sternchen zu vergeben. Alle, die sich mal mit dem Thema Depression auseinandersetzen wollen oder dies gerne tun, sollten einen Blick hineinwerfen.

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  • Viel Luft nach oben!

    Das hier ist kein Tagebuch
    jasimaus123

    jasimaus123

    27. August 2015 um 10:40

     Seit Boudewijns Mutter sich vor einen Zug geworfen hat, hat er keine Lust mehr das Haus zu verlassen und wenn er nicht gerade auf seine egoistische Mutter wütend ist, schläft er. Früher bemerkt Boudewijns Vater das sein Sohn den Tod der Mutter nicht gut verkraftet und bietet ihm einen Deal an. Wenn Boudewijns nicht jeden Tag etwas in ein Tagebuch schreibt und eine CD anhört, schickt ihn sein Vater in eine Psychatrie. Da Boudewijns keine Lust hat in eine Psychatrie zu kommen, beginnt er genervt ins Tagebuch zu schreiben und öffnet sich dabei immer mehr. Der Grundstein auf dem diese Geschichte basiert ist einerseits das Tagebuch, zu dem Boudewijns gezwungen wird und andererseits auch der Selbstmord seiner Mutter. Das Tagebuch hat er von seinem Vater bekommen, der versucht seinen depressiven und wütenden Sohn wieder ins Leben zurück zu holen. Ob er damit das richtig tut ist für mich umstritten. Natürlich kann ich verstehen, dass der Vater es in diesem Moment auch gerade nicht leicht hat und mit seinen eigenen Sorgen kämpft. Trotzdem finde ich das Boudewijns professionelle Hilfe viel nötiger hätte, als ein Tagebuch, schließlich merkt man beim Lesen sehr gut welch große Wut er in sich trägt. Er hasst seine Mutter dafür, dass sie ihn und seine Schwester Fussel immer im Stich gelassen hat, früher als sie wegen ihrer dipolaren Störung in einer Klinik war und nun da sie sich das Leben genommen hat. Egoistisch nennt er sie. Ich kann Boudewijns Wut verstehen, aber ich habe schnell gemerkt das er alleine damit nicht umgehen kann. Boudewijns ist nicht nur auf seine Mutter wütend. Eigentlich hasst er das ganze Leben. Dauernd ist er müde, leicht angeschlagen und schlecht drauf. Typische Anzeichen einer Depression. Im ganzen Buch über konnte ich keine richtige Beziehung mit Boudewijns aufbauen, den Grund dafür erkläre ich gleich, doch dafür verstand ich seinen Vater umso besser. Er ist überfordert mit der Situation und möchte das es seinem geliebten Sohn wieder besser geht. Es gibt nur wenige Szenen mit dem Vater, doch alle davon haben mich gerührt. Selbst wenn die meisten damit voller Streit waren. Da das Buch im Tagebuchstil ist, bekommt man nur so viel von der Geschichte mit, wie Boudewijns frei gibt und das ist leider nicht fiel. Er schreibt in kurzen, knackigen Sätzen und trotzdem kann man seine maßlose Enttäuschung und Wut immerzu spüren. Unglücklicherweise wurde alles immer nur kurz angeschnitten, dann hatte er keine Lust mehr es weiter auszuführen und sprang zum nächsten Tag. Ich bekam einen kurzen Einblick in Boudewijns Gedankenwelt und wurde so gleich wieder herausgerissen, bevor ich ihn richtig verstehen konnte. Ehrlich gesagt hätte ich mir gewünscht dass Buch wäre nicht im Tagebuch-Stil geschrieben worden. Ich denke viele von uns haben schon selbst Tagebücher geschrieben. Darin fasst man sich immer kurz und statt 'Ich war heute einkaufen und habe ein paar nette Freunde getroffen', schreibt man 'War einkaufen und hab Freunde getroffen'. Dabei geht unglaublich viel verloren und genauso war es bei diesem Buch. Mir fehlte einfach ständig etwas. Die Grundidee ist klasse, ohne Frage! Allerdings ist die Ausführung sehr schwach und mit dem Protagonisten Boudewijn konnte ich auch nicht recht warm werden.  Es war kein komplette Flop, aber auch nicht das was ich mir gewünscht hätte. Schade. ~ FAZIT ~ Das Buch hat tolle Ansätze, die allerdings nie weiter ausgeführt sondern immer nur kurz angeschnitten werden. Weiteres fiel mir auf das ich Probleme hatte mich in Boudewijn hineinzuversetzen, da seine Ablehnung viel zu groß ist. Leider erreichte das Buch nicht die Tiefe die ich mir gewünscht hab und konnte mich nur hin und wieder packen.

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