Der alte Mann und das Meer

von Ernest Hemingway 
4,0 Sterne bei861 Bewertungen
Der alte Mann und das Meer
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (616):
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Ein Meeresabenteuer der besonderen Art und Weise

Kritisch (67):
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Lehrreich für ebenjenen, der die Botschaft des Werkes in aller Einzelheit für sich herausfiltert. Für mich aber bleibt die Handlung flach.

Alle 861 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der alte Mann und das Meer"

Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis 1953, ein Jahr später ausdrücklich von der Nobelpreis-Jury erwähnt:

Hemingways faszinierende Novelle über den kubanischen Fischer Santiago. Allein fährt er in einem kleinen Ruderboot aufs Meer. Vierundachtzig Tage hat er nichts gefangen. Sein junger Helfer wurde auf ein anderes Boot geschickt – der alte Mann sei vom Unglück verfolgt, sagen die Eltern. Doch nachdem Santiago wieder einen ganzen Tag lang umsonst gewartet hat, beißt ein sehr großer Fisch an und zieht ihn und das Boot hinaus aufs offene Meer. Ein ungleicher Kampf beginnt.

Eine der berühmtesten Erzählungen der modernen Weltliteratur in neuer Übersetzung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499267673
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.03.2014
Das aktuelle Hörbuch ist bei Litraton erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Hopeandlives avatar
    Hopeandlivevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Klassiker über das Leben und das Meer. Absolut lesenswert!
    Er blickte über das Meer......

    "Der alte Mann und das Meer", ein Klassiker von Ernest Hemingway, veröffentlicht 1952 und dafür 1954 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
    Mich hat die Geschichte des Fischers Santiago fasziniert, der alt und erfolglos in der Fischerei ist und eines Tages ohne seinen jungen Gehilfen, mit seinen Fischerboot in See sticht um es doch noch einmal zu versuchen. Ein letzter Versuch, eine letzte Herausforderung? Wie wird sie ausgehen?
    Mich hat diese Geschichte in der einfachen und eindringlichen Sprache Hemingways absolut fasziniert und ich habe Hochachtung vor dem Beruf des Fischers bekommen, den Gezeiten ausgesetzt, das Meer ist ein Freund und kann doch unmittelbar zum Feind werden. Santiago fängt diesen Fisch, einen riesengroßen Fisch, und er liefert sich mit ihm einen Kampf auf Leben und Tod und doch zollt er in diesem Kampf dem Fisch Respekt.
    Der Leser fühlt sich, als würde er mit in diesem kleinen Fischerboot sitzen und hört die Gespräche Santiagos mit sich selbst, mit seinem Körper, mit dem Fisch. Er hört seine Gebete , seine Verzweiflung und seine spürt seine tiefe, innere Kraft, die er mobilisiert, als die Haie kommen und seinen Fisch angreifen.
    Er kommt mit dem Fisch nach Hause, mit dem, was die Haie übrig gelassen haben und ist völlig erschöpft, der Respekt seines jungen Gehilfen und auch der Dorfbewohner gehört ihm, doch es ist offen, ob es ihm überhaupt noch etwas bedeutet.
    Das Ende der Geschichte ist auf der einen Seite traurig und auf der anderen Seite auch voll Hoffnung, denn ich hatte den Eindruck, dass sich die Beziehung von Santiago und Manolo, des Jungen, vertiefen wird.
    Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen und ich bin dankbar, diesen Ausflug in die Klassik gewagt zu haben und kann nur höchste Leseempfehlung aussprechen!

    Kommentare: 1
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    Schnicks avatar
    Schnickvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Je öfter ich das Buch lese, desto besser finde ich es.
    Zu Recht ein moderner Klassiker

    Je älter ich werde, je öfter ich das Buch lese, desto besser gefällt es mir. 


    In meiner Jugend empfand ich die Geschichte als so langweilig, dass ich - wenn ich mich richtig entsinne - die Lektüre nach etwa der Hälfte beendete (und das, obwohl das Buch nun wirklich nicht dick ist).

    10 Jahre später nahm ich das Büchlein wieder in die Hand und las es in einem Zug durch. Ich kam zu dem Schluss, dass Hemingway eine tolle Novelle geschrieben hat, als Klassiker wollte ich sie aber nicht bezeichnen. 

    Nun habe ich nach weiteren 20 Jahren mal wieder "Der alte Mann und das Meer" in die Hand genommen. Auch wenn ich es diesmal nicht in einem Zug durchlas, bin ich doch wieder begeistert. Und ja, es ist ein (moderner) Klassiker und das vollkommen zu Recht. 

    "Der alte Mann und das Meer" ist eins von diesen Büchern, die auch bei mehrmaligem Lesen Neues bieten. Tatsächlich ist Hemingway ein kleines Meisterwerk gelungen, das trotz der Kürze so viele Ebenen beinhaltet, so viele Verweise auf andere Werke (besonders deutlich natürlich auf "Moby Dick"), dass es nie langweilig wird. 

    Obgleich Hemingway seinem Reportage-Stil treu bleibt, fühlt man sich dem Mann unglaublich nah, man fühlt mit ihm, fiebert mit ihm. Und dann ist da noch die Fähigkeit Hemingways, eine scheinbar belanglose Szene so spannend zu machen, dass ich sagen muss: Nie war das Einfangen eines Fisches so spannend wie hier. Die Entwicklung Santiagos, in gewisser Weise auch seine Läuterung, sind fesselnd beschrieben, das Ende ist konsequent, ernüchternd und schön zugleich. 

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    Yolandes avatar
    Yolandevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine kraftvolle, aber auch berührende Novelle, die mich sehr neugierig auf weitere Hemingway-Werke gemacht hat
    Kraftvoll, berührend und poetisch

    Ernest Hemingway wurde am 21. Juli 1899 in Oak Park, Illinois, USA geboren. Schon im Alter von 18 Jahren arbeitete er als Lokalreporter beim Kansas City Star. Hemingway hatte ein bewegtes Leben. Er war viermal verheiratet, Kriegsberichterstatter, Hochseefischer, Großwildjäger und Abenteurer. In den 20er Jahren lebte er mit seiner ersten Ehefrau Hadley in Paris und gehörte dort dem Künstlerkreis um Gertrude Stein an. Seine Erlebnisse hat er oft in seinen Büchern verarbeitet.

    1953 erhielt er den Pulitzer-Preis für seine Novelle "Der alte Mann und das Meer" und 1954 den Literaturnobelpreis.
    Ernest Hemingway litt die meiste Zeit seines Lebens an Depressionen. Am 2. Juli 1961 erschoss er sich in Ketchum, Idaho, USA.

    Über den Inhalt des Buches brauche ich wohl nichts zu schreiben, er ist hinlänglich bekannt. Ich gebe zu, ich bin etwas zögerlich an die Lektüre dieses Buches gegangen. Ich hatte bisher ein Buch von Ernest Hemingway gelesen, "Inseln im Strom" wurde 1970 posthum veröffentlicht und enthält drei Geschichten in denen es um die Karibik, den Krieg, seine Söhne und eben auch um Hochseeangeln geht. Das wurde in diesem Buch seitenweise in allen Details geschildert. Es war so langweilig, dass ich von dem Autor erst einmal Abstand nahm. 
    "Der alte Mann und das Meer"  ist jedoch in keinster Weise ein Buch über das Fischen. Es ist ein Buch über das Leben, den Kampf des Einzelnen gegen das große Ganze - die Natur, das Unglück, das Schicksal. Die Geschichte ist sehr kraftvoll, aber gleichzeitig auch berührend und obwohl es, bis auf den Beginn, nur ein Ein-Personen-Stück ist, wird es nicht langweilig oder eindimensional. Die Selbstgespräche, die Santiago mit sich führt, sind auch ein ewiges Ringen mit seinen Zweifeln und Ängsten.
    Ich habe die Neuübersetzung von Werner Schmitz aus dem Rowohlt-Verlag gelesen. Diese Übersetzung hat mir gut gefallen, weil Schmitz den Schreibstil Hemingways mit seinen kurzen, klaren Sätzen sehr gut umgesetzt hat. 
    Diese Ausgabe hat ein Vorwort von Charles Scribener, dem Verleger Hemingways, in der die Geschichte schon gekürzt vorerzählt wird. Wer also den Inhalt des Buches noch nicht kennt, sollte auf dieses Vorwort verzichten, wenn er sich nicht um die Pointe bringen lassen will.

    Fazit: Eine kraftvolle, poetische und berührende Novelle, die mich sehr neugierig auf weitere Hemingway-Werke gemacht hat.


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    Buchlandung_in_Muenchens avatar
    Buchlandung_in_Muenchenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Ode an das Meer.
    Leidenschaft bis zur Selbstaufgabe

    Der alte Mann, Santiago, fährt alleine zum Fischen aufs Meer hinaus und kämpft dort den Kampf seines Lebens gegen einen großen Fisch, der ihn immer weiter in den Ozean hinauszieht. Ich hätte nicht gedacht, dass Hemingway so poetisch und einfühlsam erzählt. Das hat mich wirklich positiv überrascht. Eine Ode an das Meer war das. Ich habe die Falten im Gesicht und die Schrunden an den Händen des alten Mannes, die Spiegelungen des Meerwassers und den Fisch ganz deutlich gesehen. Habe mitgefiebert und mitgelitten. Es war eine große Freude diese Erzählung lesen und ich werde sie wohl irgendwann nochmals lesen. Vielleicht verstehe ich dann auch das Ende oder die Metaebene besser. Nicht komplett zu wissen was das Ganze einem sagen soll macht die Erzählung für mich sogar noch besser. Das Ende ließ mich nicht hilflos und ratlos zurück, sondern lässt mich auch nach Tagen/Wochen immer wieder an den alten Mann denken und mit jedem Mal wird der Fokus auf den Sinn etwas schärfer. Absolute Leseempfehlung!

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 5 Monaten
    ‚Es gibt viele gute Fischer und einige ganz große. Aber niemand wie dich.‘

    ‚Es gibt viele gute Fischer und einige ganz große. Aber niemand wie dich.‘ - ‚Danke. Du machst mich glücklich. Hoffentlich wird mir kein Fisch begegnen, der so groß ist, daß er uns Lügen straft.‘

    ‚Solch einen Fisch gibt es nicht, wenn du noch so stark bist, wie du sagst.‘

    Seit 84 Tagen hat der alte, erfahrene Fischer Santiago keinen Fisch mehr gefangen, so dass er am 85. Tag beschließt, ganz allein - ohne seinen Gehilfen Manolin, dessen Eltern ihm das Fischen mit Santiago verboten haben, weil dieser vom Pech verfolgt zu sein scheint - weit in den Golf hinaus zu fahren, um dort sein Glück zu versuchen.

    Tatsächlich beißt ein großer Fisch an, doch der Fisch ist zu groß und zu schwer, so dass Santiago ihn nicht ins Boot hieven kann. Stattdessen zieht der Fisch das Boot hinter sich her, doch nach ein paar Tagen ist er so erschöpft, dass er nur noch im Kreis schwimmt, so dass Santiago, der auch völlig geschwächt und delirant ist, den Fisch, den er mittlerweile seinen Bruder nennt, töten muss.

    Doch der Fang und die Heimkehr steht weiterhin unter einem schlechten Stern, und Santiago muss sich gegen die Natur behaupten und gegen allerlei Unbilden kämpfen.

    ‚Der alte Mann und das Meer‘ erschien erstmals im Jahre 1952 und trug dazu bei, dass Ernest Hemingway zwei Jahre später der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde.

    Ich habe ‚Der alte Mann und das Meer‘ vor etwa 20 Jahren zum ersten Mal gelesen und nun, gewissermaßen zur Auffrischung, als ungekürztes Hörbuch gehört. Manchmal ist es so, dass einem Bücher nach so vielen Jahren nicht mehr gefallen, wenn man sie erneut liest oder hört, aber ich war sehr erfreut, dass mich das Hörbuch noch genauso faszinieren und begeistern konnte wie es die Novelle in den 1990ern getan hat.

    Die Novelle ist in schlichter Sprache geschrieben und bietet eher wenig Handlung, die in wenigen Zeilen zusammengefasst werden kann, aber durchweg packend erzählt wird und einen perfekten Spannungsbogen aufweist.

    Trotz des schnell zusammengefassten Inhalts ist die Novelle sehr bewegend und mitreißend, zeigt den Kampf des alten Mannes gegen die Natur, aber auch gegen das Altern und gegen die eigene Schwäche.

    ‚Der alte Mann und das Meer‘ ist eine vollkommen authentisch wirkende Geschichte, die auf einfache Weise erzählt wird, jedoch sehr berührt und durch die vielen Facetten und Bedeutungsebenen noch lange im Leser nachhallt.

    Ich kann sowohl das Buch als auch die Lesung von Rolf Boysen empfehlen.

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderschön und traurig zugleich. Einfach aber grandios erzählt.
    Grandios

    Grandios

    Das ist wieder so ein Buch, das eigentlich jeder kennt, das aber wahrscheinlich die wenigsten tatsächlich gelesen haben. Warum auch? Beschreibt der Titel doch schon fast den gesamten Inhalt. Ich bin gerade sehr dankbar, doch endlich zu diesem Klassiker gegriffen zu haben, der lange vergessen in meinem Regal stand.

    Von der ersten Seite an hat mich Hemingways Sprache gepackt. Es ist so ruhig und einfach erzählt und wirkt - wie der alte Mann selbst - irgendwie erfahren und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Wie das Meer beschrieben wird und der anbrechende Tag, die Qualle im Wasser und die fliegenden Fische, das war einfach wunderschön. Dabei trifft Hemingway auch einen sehr traurigen Ton ohne allerdings Mitleidig zu wirken. Obwohl nicht viel passiert, hat mich die Geschichte mit ihrer Intensität in Atem gehalten. Ich konnte kaum aufhören zu lesen, habe geschwankt zwischen „wie schön!“ und „wie traurig!“

    Dabei hat mir das Wesen des alten Mannes mit am besten gefallen. Diese Verbundenheit mit der Natur und mit der Welt. Die Dankbarkeit, die Reflexion, die Ruhe die er ausstrahlt. Keine Bitterkeit, keine Wut war da zu spüren. Das hat mich sehr gerührt und mir sehr gefallen. Auch Inhaltlich fand ich alles rund. Wie der alte Mann sich orientiert, wie er seiner Arbeit nachgeht, sein Erfahrungsschatz: Das alles hat auf mich sehr realistisch gewirkt. Es gab kein stocken beim lesen, keine losen Enden, keine Fragezeichen.

    Dieser Roman ist so klar und so schön. Kein Wort ist zu viel. Er ist einfach aber es steckt so viel drin. Eine Parabel auf das Leben. Stärke. Weisheit. Ich fand ihn grandios.

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    Chrissy87s avatar
    Chrissy87vor 9 Monaten
    Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer

    Durch einen anderen Klassiker hatte ich schon heraus gefunden, das mir Geschichten die auf oder im Wasser spielen nicht so liegen, aber das es noch ein Stufe schlimmer geht, hat mir "Der alte Mann und das Meer" gezeigt.
    Ja, ich weiß. Jedes Buch hat irgendwie seine Daseins-Berechtigung und es gibt bestimmt nicht wenig Leute die dieses Buch von Hemingway lieben. Aber jetzt mal ehrlich, was war das denn bitte für ein langweiliges Buch? Da war ja nicht mal die Spur einer Handlung zu erkennen.
    Toll, da fährt ein alter Mann mit seinem kleinen Boot raus und übernimmt sich beim angeln und ist auch noch zu Stur seinen Fang aufzugeben. Und der Leser darf sich Seite für Seite mit dem alten Mann durch seine Odyssee quälen.

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    M
    Marlin55vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Kampf mit den Urgewalten des Lebens, ein Klassiker ohne Zweifel...
    Der alte Mann und das Meer

    Der Kampf mit den Urgewalten des Lebens, auch Einsichten durch das Leben gewonnen, und doch der unbedingte Wille zum Sieg...sowie das Zerrinnen der Mannesstärke. 
    Zeitlos.

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor einem Jahr
    Ernest Hemingway | DER ALTE MANN UND DAS MEER

    In drei Stunden ausgelesen. Zum Inhalt brauche ich wohl kaum etwas schreiben (alter Fischer fährt weit aufs Meer, macht den Fang seines Lebens, verliert ihn aber an eine Übermacht an Haien und kehrt nach Tagen mit dem bloßen Skelett in den Hafen zurück); ich denke, das ist den meisten geläufig, auch wenn sie das Buch nicht gelesen haben. Der Weltruhm dieses schmalen Büchleins gründet aber natürlich nicht nur auf der erzählten Geschichte.

    FORM: Die Sprache ist knapp, ruhig und einfach, in Zusammenhang mit dem Titelhelden wohl altersweise. Die große Kunst Hemingways besteht im Weglassen: Vieles, was man über den alten Mann erfährt, steht zwischen den Zeilen. Man hat das Gefühl, man kenne den Mann, ohne direkt etwas von ihm zu wissen. Der Charakter wird geformt durch das, was Hemingway NICHT schreibt. Das ist meisterhaft.

    Und was bedeutet das alles nun? Da kann sich wohl jeder selbst eine Interpretation zusammenschustern. DER ALTE MANN UND DAS MEER ist eine Parabel und der Text bietet dutzende Möglichkeiten, eine Moral zu ziehen. Mir gefällt: Der alte Mann ist die Menschheit, das Meer die Natur; der Mensch entreißt der Natur ihre Schätze, die Natur nimmt sie sich wieder. Oder: Der alte Mann ist ein alter Mann, das Meer sein Leben, der Fisch das Glück (zum Beispiel ein Lottogewinn), die Haie das Unglück (zum Beispiel das Finanzministerium oder geldgeile Ex-Frauen); soll heißen: Für das Glück musst Du kämpfen, das Unglück kommt auch so. Oder (etwas positiver): Der alte Mann hat den Kampf begonnen um hunderte Pfund Fischfleisch zu verkaufen (materiell) und kommt mit nichts nach Hause, hat aber dennoch gewonnen (ideell); ein Sieg ohne Trophäe, ein Kampf um des Kampfes willen…

    FAZIT: Man kann das ewig weiter spielen (eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, das wird ja länger als Buch selbst). Kurzum: Mir hat’s gefallen – volle Punktzahl.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    de_schwobs avatar
    de_schwobvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Großartige Erzählung eines großen Dichters!
    Ein Mann hat getan, was er sollte…

    Ist es wirklich auf die wenigen Worte reduziert? Ich finde, nein. Hemingway beschreibt eine Moral vergangener Zeiten, die man sich auch heute oftmals zurück wünschen möchte. Das unendliche Meer, der unerbittliche Kampf gegen das Schicksal, das doch auch eine berechtigte Form des Daseins hat. Weder Hai noch Umwelt sind böse, alles gewinnt nur aus Sicht des jeweils Beteiligten eine andere Bedeutung.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

    Bereits zum zweiten Mal nach 2016 nehmen wir uns "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway vor.

    Die nicht ganz einfache Einteilung konnte ich daher praktischerweise aus der alten Leserunde übernehmen. Da es keine Kapitel oder Absätze gibt, habe ich das Buch etwa in drei Teile geteilt und einfach bestimmte Textstellen herausgesucht. Diese findet ihr in den jeweiligen Abschnitten.

    Diese Leserunde beginnt am 1. August. Wer dann noch nicht genug hat: es wird noch eine zweite Leserunde geben, die am 10. August startet - "Unterm Birnbaum" von Theodor Fontane. https://www.lovelybooks.de/autor/Theodor-Fontane/Unterm-Birnbaum-1551950976-w/leserunde/1646163552/

    Viel Spaß!
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    Apfelgruens avatar
    Willkommen zur zweiten Leserunde im August der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

    Hier wollen wir zusammen "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway lesen.

    Wikipedia meint dazu:
    Der alte Mann und das Meer (The Old Man and the Sea) ist eine von Ernest Hemingway auf Kuba geschriebene Novelle, die 1952 erstmals veröffentlicht wurde. Sie war Hemingways letztes Werk, das zu seinen Lebzeiten erschien, und sie gilt als sein bekanntestes Werk überhaupt. Im Mittelpunkt der Handlung steht der kubanische Fischer Santiago, der mit einem riesigen Marlin ringt. Obwohl das Werk Gegenstand einer harten Kritik war, gilt es als eines der bedeutendsten Werke in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Der alte Mann und das Meer bestätigte noch einmal Hemingways Rang in der Weltliteratur und trug dazu bei, dass ihm 1954 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde.

    Die Einteilung der Leserunde gestaltete sich etwas schwierig, da es leider keine Kapitel gibt. So habe ich das Buch in etwa drei Teile geteilt und werde die entsprechenden Stellen in den Abschnitten posten.

    Die Leserunde beginnt am 1. August. Wer mit einer Leserunde noch nicht genug hat, kann auch gerne noch bei der anderen vorbeischauen: http://www.lovelybooks.de/autor/Harper-Lee/Wer-die-Nachtigall-st%C3%B6rt-53777125-w/leserunde/1254804114/

    Viel Spaß!
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