Ernest Hemingway Die Sturmfluten des Frühlings

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Inhaltsangabe zu „Die Sturmfluten des Frühlings“ von Ernest Hemingway

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  • Eine Parodie, über die man ohne Hintergrundwissen schlecht lachen kann!

    Die Sturmfluten des Frühlings
    Insider2199

    Insider2199

    Eine Parodie, über die man ohne Hintergrundwissen schlecht lachen kann! Ich habe mir für meine „Insider-Autoren-Challenge“ (jeder ist herzlich dazu eingeladen!) vorgenommen, im Laufe des Jahres 10 Werke von Hemingway zu lesen und zwar in chronologischer Reihenfolge. Ich starte mit diesem knapp 100-seitigen Kurz-Roman aus dem Jahr 1926: Zum Inhalt (aus dem Vorwort): „Die Sturmfluten des Frühlings“ ist eine literarische Parodie Hemingways auf die moderne Pariser Literatur der frühen zwanziger Jahre. Der Roman nimmt die "Modernisten" auf die Hörner und Hemingway hat ihn wohl in nur zehn Tagen zu Papier gebracht, wie es im Abgesang des Werkes selbst heißt. Sein schon in frühen Jahren diszipliniertes Schreiben stand im Widerspruch zu den jungen, wilden Künstlern. Die Geschichte ist banal: Scripps, der Geschichtenschreiber, hat sich in die ältliche Kellnerin Diana vernarrt, aber bald erliegt er der jüngeren Mandy. Meine Meinung: Nach dem Lesen des Werks blieb ich offen gesagt etwas ratlos zurück. Daher entschloss ich mich spontan, mir eine Biografie zu besorgen, um mehr Hintergrundinformationen zu erhalten. In „Ernest Hemingway“ von Hans-Peter Rodenberg heißt es: Anstatt Boni & Liveright seinen fast fertiggestellten ersten Roman Fiesta anzubieten, den er nur noch einmal überarbeiten musste, schrieb Hemingway in acht Wochen – [Anm: er selbst behauptet 10 Tage, Zitat folgt weiter unten!] – eine kaum verhüllte Parodie auf Anderson, in der er sich auch über Gertrude Stein lustig machte und die er nach Turgenjew Sturmfluten des Frühlings nannte. Jetzt, endlich, war er die Kränkung los, dass sein Stil wieder und wieder mit dem von Anderson verglichen wurde. Als Hausverlag von Anderson lehnte Boni & Liveright ab. [...] Privat hatte Hemingway Gertrude Stein und Sherwood Anderson als Freunde verloren, aber dafür Scott Fitzgerald gewonnen, mit dem ihn bald eine schwierige, aber viele Jahre dauernde Freundschaft verband. Die Anspielung auf Gertrude Stein ist in der Tat unverhüllt: „Sie hatten jetzt ein Ziel. En route. Huysmans hatte das geschrieben. Es musste interessant sein, Französisch zu lesen. Er musste es mal versuchen. In Paris gab es eine Straße, die nach Huysmans hieß. Gerade um die Ecke von dort, wo Gertrude Stein wohnte. Ja, das war mal eine Frau! Wohin führten sie ihre Wortexperimente? Was lag alldem zugrunde? Alldem in Paris? Ach, Paris! Wie weit es jetzt nach Paris war. Paris am Morgen. Paris am Abend. Paris bei Nacht. Wieder Paris am Morgen. Vielleicht Paris am Mittag. Warum nicht?“ Gertrude Stein [...] lehrte Hemingway die Kunst des Weglassens. «Ernest, diese Geschichte enthält viele Bemerkungen, Bemerkungen sind keine Literatur», mit diesen Worten gab ihm Gertrude Stein einmal seine Arbeiten zurück. Ihre Kritik war in der Regel eher allgemein gehalten, aber konstruktiv und oft auch sehr scharf. [entnommen aus oben genannter Biografie] Wahrscheinlich hat er deswegen – um erneut gegen Gertrude Stein auszuholen – ganze vier Anmerkungen an den Leser in diesen Kurz-Roman eingefügt, darunter folgende: „Anmerkung des Autors an den Leser. Für den Fall, dass es irgend welchen historischen Wert haben sollte, berichte ich mit Vergnügen, dass ich das vorige Kapitel in zwei Stunden direkt in die Maschine geschrieben habe und dann mit John Dos Passos, den ich für einen sehr kraftvollen Schriftsteller und außerdem für einen mächtig netten Kerl halte, Essen gegangen bin. Dieses ist im Land als gegenseitige Beweihräucherung bekannt. [...] Ich möchte gern, dass der Leser ganz speziell die Art und Weise beachtet, wie die komplizierten Fäden der Lebensgeschichten der einzelnen Charaktere des Buchs zusammenlaufen und dann dort in der denkwürdigen Szene in der Bohnenstube festgehalten werden. Hierbei war es, als ich ihm dies Kapitel vorlas, dass Mr. Dos Passos ausrief: «Hemingway, du hast ein Meisterstück hervorgebracht.»“ „Letzte Anmerkung des Autors für den Leser. Nun, lieber Leser, wie hat es dir gefallen? Ich habe zehn Tage gebraucht, um es zu schreiben. War es das wert?“ Nun, ich sage nein! Denn ... Fazit: Dieser Kurz-Roman setzt zu viel Hintergrundwissen (v.a. auch über Anderson und Stein) voraus, um die Parodie wirklich in vollem Umfang zu verstehen – Hintergrundwissen, dass ich leider nicht hatte (v.a. nicht über den Schreibstil von Sherwood Anderson!) und somit nur den Plot an sich bewerten kann und der war (inkl. der Sprache) eher durchschnittlich. Die Anmerkungen an den Leser waren zwar tw. amüsant, haben aber den Lesefluss eher gestört, waren aber evtl. doch nötig, um dieses Werk überhaupt als Parodie identifizieren zu können. Ich drücke ein Auge zu und erwarte schon etwas mehr von Hemingways erstem „richtigen“ Roman „Fiesta“ ... Zu meiner zweiten Rezension "Fiesta" geht es hier

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