Die grünen Hügel Afrikas

von Ernest Hemingway 
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Die grünen Hügel Afrikas
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Ein Reisebericht im Erzählstil mit fiktiven Dialogen, bei der Hemingway sich selbst auch nicht immer gut aussehen lässt.

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Inhaltsangabe zu "Die grünen Hügel Afrikas"

Die autobiographische Erzählung basiert auf Erlebnissen Hemingways bei einer Großwildjagd, an der er 1933 teilnahm. Hier fabuliert er voller Lust über die Pirsch im Dornendickicht der afrikanischen Steppe, die Jagd auf Kudus und Antilopen, Löwen und Nashörner, die wilde Schönheit und Grazie des Animalischen. Die 'primitive', archaische Dimension der Großwildjagd gestaltet Hemingway als ein maskulines Urerlebnis, das Mensch und Tier im Fokus des gewaltsamen Todes zusammenführt: 'Eine der größten Freuden beim Töten ist das Gefühl der Rebellion gegen den Tod, das man erlebt, wenn man ihn verursacht.'

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499226083
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.07.1999

Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherspiegelvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Reisebericht im Erzählstil mit fiktiven Dialogen, bei der Hemingway sich selbst auch nicht immer gut aussehen lässt.
    Hemingway geht auf Jagd

    Die grünen Hügel Afrikas von Ernest Hemingway sind sicher oft genug beschrieben, rezensiert, gedeutet worden. Ich habe eine 2. Auflage des Aufbau-Verlages Berlin und Weimar von 1977 bekommen und nun während meiner langen Busfahrten zur Arbeit gelesen. Im Abspann ist eine Rezension von Karl-Heinz Schönfelder zu finden, der vor allem auf die zeitlichen Bezüge des Textes, aber nicht nur, eingeht. Dazu nutzt er die Bücher Hemingways als Vergleich und auch Zeitungsartikel der damaligen Zeit. Im Buch beschreibt Hemingway auch andere Künstler, sei es ebenfalls Schriftsteller oder auch Maler. Die, mit denen er gut kann, bekommen Lob von ihm, auf die er nicht gut zu sprechen ist, wird negativ berichtet, ohne echte Namen zu nennen. Daher ist die Rezension am Ende recht hilfreich, weil sie erläutert, warum und wer seinen Unmut geweckt hat.

    Das Buch ist eine Reisebeschreibung einer Jagdgesellschaft, bei der Hemingway mit seiner Frau verschiedene Leute trifft, sich mehr oder weniger gut mit ihnen unterhält und der Autor versucht, bei der Wahrheit zu bleiben. Das ist für ihn das Wichtigste bei diesem Versuch, mal andere Wege der Schriftstellerei auszuprobieren. Die Dialoge sind den Charakteren angepasst und lockern auf. Herrlich ist das vermeintliche Interview eines Gastes, den er im Bezug auf dessen Fragen, wie es denn so ist, als Schriftsteller zu leben, regelrecht auflaufen lässt. Für viele Leser ist es sicher abstoßend, wenn der Autor bis ins kleinste Detail beschreibt, wie die Jagd vonstatten geht. Dabei machte er es sich damals nicht leicht, hielt sich so gut es ging an die Regeln, zum Beispiel an die Jagdkarte, bei der er nur eine bestimmte Anzahl von Tieren töten durfte. Er schimpft auf die angeblichen Jäger, die vom Auto aus ein Tier töten, ganz ohne Spuren zu lesen, es aufzuspüren, stundenlange Märsche die Hügeln hinauf und hinunter, Schluchten durchquerend, Täler mit mannshohen oder noch höheren Gräsern durchstreifend und sie am Ende erlegt. Und immer dabei oder doch fast immer, wenn es auf die Pirsch geht, der angeheuerte Großwildjäger, sein Waffenträger und die Ehefrau Hemingways. Wenn mir auch bei jedem erschossenen Großwild im Nachhinein ein tiefer Seufzer ob des Verlustes kommen will, so hat er doch an einer Stelle ein wahres Wort geschrieben, was zu jeder Zeit Bestand haben wird. Nämlich, dass die Einheimischen mit ihrer Natur sehr gut zurechtkamen, bis wir, die wir uns anmaßen es besser zu können, kommen, um alles zu zerstören.

    Andere Einheimische werden auch beschrieben, doch Vorsicht, immer daran denken, zu welcher Zeit dieses Buch verfasst wurde. Hemingway bewundert die Kraft und die Stärke mancher Stämme und will doch auch manche von seinen Helfern davonjagen, weil sie seiner Ansicht nach zu nichts zu gebrauchen sind. Die einleitenden Worte können einen dazu bringen zu denken, hier würde an der Gefühlswelt gespart. Genau das Gegenteil ist der Fall. Der Autor beschreibt, wie er voller Neid, den er immer wieder bekämpft, auf die Jagderfolge eines Mitreisenden reagiert. Wie er sich manchmal mit seiner Frau kabbelt und doch ganz schnell wieder verträgt. Wie launig er ist und sich mit Whisky am Feuer beruhigen muss oder sich bei deutschem Bier vergnüglich zeigen kann. Dass er sich beeilen muss „zu Schuss“ zu kommen, bevor die Regenzeit kommt. Und wie er sich gegenüber der Natur fühlt, den Menschen, die dort leben, die Tiere, die unter seinen Fehlschüssen leiden müssen, weil er nicht ruhig und sicher genug, nicht abgewartet hatte. Vor allem der letzte Punkt hat ihn maßlos geärgert und er schämt sich dafür, dass das Tier, welches er Waidwund geschossen hat, es nun nach stundenlanger Suche an die Hyäne verloren glaubt.

    Der Schreibstil ist für die heutige Zeit ungewöhnlich, manche Wörter werden inflationär oft benutzt, wie zum Beispiel das Wort „und“. Das Satzzeichen „Komma“ sowie das „Semikolon“ werden ebenfalls viele Male gebraucht, seine Sätze sind jedoch zum Teil ausufernd. Aus über vierhundert Worten besteht eines der Sätze, bei dem ich mehrmals nachschauen musste, ja, da ist tatsächlich noch kein Schlusspunkt. Auch bin ich nicht so ganz damit einverstanden damit, dass es immer nur um „Hügel“, wenn es etwas höher geht auch mal „Berge“, „Schluchten“ und ähnliche Begrifflichkeiten der Landschaft zur Beschreibung der Plätze, auf denen die Jagd stattfindet, geht. Seine Vergleiche mit ähnlichen Landschaften von Orten, die er bereits besucht hat, helfen dann schon eher zu verstehen, wo er sich befindet. Es ist kein herausragendes Buch von ihm, doch zeigt es die Lebenswelt einer Zeit, die uns immer fremder wird.

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    Beaglevor 9 Jahren
    Rezension zu "Die grünen Hügel Afrikas" von Ernest Hemingway

    Ja, ich war hier eher hin und her gerissen - Hemingways "Die schönsten Geschichten aus Afrika" gefielen mir wirklich sehr gut, das Buch war eher langatmig, immer das Gleiche, keine Spannung gegeben. Und trotzdem Hems brilliante, erzählerische Art. Demnach 3 Sterne.

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    Markivor 10 Jahren
    Rezension zu "Die grünen Hügel Afrikas" von Ernest Hemingway

    „Die grünen Hügel Afrikas“ ist ein literarisches Experiment Hemingways, bei dem weder Personen noch Handlung oder Schauplätze fiktiv sind. Autor und Erzähler fallen somit ineinander, wodurch viele Einblicke in die Denkweise Hemingways zu gewinnen sind. Die einzige Verfremdung von der Wirklichkeit der vierwöchigen Safari, die Hemingway 1934 im kolonialen Kenia unternahm, fand folglich durch die zeitliche Distanz zwischen den Ereignissen und ihrer Niederlegung sowie durch die natürlich immer gegebene selektive Wahrnehmung statt.

    Die Hemingways, d.h. Ernest und seine Frau, jagen zusammen mit Freunden und einigen farbigen Mitgliedern der Gruppe nach Großwild und durchstreifen dabei die Serengeti und das Bergland am Kilimandscharo.

    Trotz des Verzichts auf imaginative Zutaten ist das Werk kein bloßer Bericht, sondern liest sich wie ein spannender Roman. Dazu trägt die Tektonik mehrerer Zeitebenen, lebhafte Konversationen zwischen den Charakteren, kontrastreiche Landschaften und eine meisterhafte Beherrschung der Sprache bei.

    Ein Leitmotiv ist die Verfolgung. Durch dies wird bis zum Klimax des Jagderfolges oder dem Antiklimax des Misserfolges nach langer Suche im Busch, immer wieder Spannung erzeugt.

    Neben literarischen Techniken, die gute Romane auszeichnen, besticht das Werk durch faktografische Elemente, die in der genauen Beschreibung der Topografie, klimatischer Besonderheiten, der Tier- und Pflanzenwelt sowie der Bewohner des Landes liegen.

    Die Schönheit Kenias, das Hemingway offenbar tief geliebt hat, wird oft in enge Sinnzusammenhänge mit der Jagd und der Gefühlswelt des Jägers gebracht. Innen- und Außenwelt treten so immer wieder miteinander in Korrespondenz.

    Resümee

    Das Werk sei jedem, der gerne Hemingway liest, besonders empfohlen, da es wesentliche Charakterzüge seines Autors enthüllt. Er zeigt sich mit seinen Schwächen, z.B. wenn er einen übertriebenen, geradezu kindlichen Ehrgeiz entwickelt, die besten Jagdtrophäen davon zu tragen und seine Begleiter zu übertrumpfen. Der Diskurs mit einem Österreicher, den die Gruppe unterwegs trifft, ist ebenso aufschlussreich. Hemingway gibt viele Details über sein Verständnis des Wesens der Literatur und der Literaturkritik seiner Zeit preis.

    „Die grünen Hügel Afrikas“ ist zwar sicher nicht das stärkste Werk Hemingways, aber es kann in seiner unausgeschmückten Wirklichkeitstreue dem Vergleich mit einem fiktiven Wortkunstwerk standhalten. Es sollte auch als Zeugnis einer vergangenen Zeit gelesen werden, in der die Jagd in Afrika als großes Abenteuer galt, bei dem elementare existentielle Erfahrungen gemacht werden konnten und Urinstinkte wieder wach wurden. Die kritischen Implikationen, die heute damit verbunden wären, hatten schließlich in den 30iger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts noch keinen Bestand.

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