Paris, ein Fest fürs Leben

von Ernest Hemingway 
4,3 Sterne bei125 Bewertungen
Paris, ein Fest fürs Leben
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ElkeMZs avatar

Amerikaner in Paris.."Klatsch und Tratsch aus einem vergangenen Jh." würden böse Zungen es nennen, in Hemingways Sprache aber köstlich, gut!

Lostinwordss avatar

Hemingway erzählt von einem wundervollen Paris, das es schon lange nicht mehr gibt. Aber mit diesem Buch kann man ein bisschen schwelgen.

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Inhaltsangabe zu "Paris, ein Fest fürs Leben"

Als Hemingway 1956 nach Paris zurückkehrte, ließ er sich aus dem Keller des Hotels Ritz seine alten Koffer bringen.
Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen aus den Zwanzigern, seiner Zeit als Auslandskorrespondent.
Hemingway nahm sich diese frühen Notizen vor und formte daraus den Roman seiner Pariser Jahre. Für ihn war es eine glückliche, prägende Zeit, als er an der Seine angelte, bescheidene Gewinne beim Pferderennen in Champagner umsetzte, mit Gertrude Stein, James Joyce, Ezra Pound und F. Scott Fitzgerald zusammentraf.
Hemingways letztes Buch führt zu seinen Anfängen zurück: Es ist eine Feier des Lebens und des Schreibens, ein Erinnerungsbuch voll jugendlicher Kraft und melancholischem Humor, das nun, neu übersetzt, erstmals in der vom Autor hinterlassenen Fassung vorliegt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499227028
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.12.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 06.03.2014 bei steinbach sprechende bücher erschienen.

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    Herbstroses avatar
    Herbstrosevor 3 Monaten
    Glückliche Jahre in Paris

    Als Ernest Hemingway im Jahre 1956 mit seiner vierten Ehefrau Mary Paris besuchte, ließ er sich im Hotel „Ritz“ seinen Koffer aushändigen, den er dreißig Jahre zuvor dort im Keller deponiert hatte. Er enthielt Skizzen, Aufzeichnungen und Tagebücher über die Zeit, als er mit seiner ersten Ehefrau Hadley in Paris lebte. Dieses Material bildete die Grundlage seiner Biografie über die Zeit von 1921 bis 1926, an der er dann bis zu seinem Selbstmord 1961 arbeite. Das Ergebnis wurde posthum 1964 unter dem Titel „A Moveable Feast“ veröffentlicht und erschien erstmals 1965 bei Rowohlt unter dem Titel “Paris – Ein Fest fürs Leben“

    Es war wohl für Hemingway eine unbeschwerte, glückliche Zeit in Paris, als er sich entschlossen hatte, nicht mehr als Journalist zu arbeiten, sondern sich nur seiner Schreibkunst zu widmen. Geld war zwar knapp und öfters wurde auch gehungert, wenn er aber eine Geschichte verkaufen konnte, wurde ordentlich gefeiert. Man trank Champagner, ging in die besten Restaurants zum Essen und vergnügte sich auf der Rennbahn. Die Winter verbrachte das Paar in Schruns/Vorarlberg beim Skilaufen. Das Geld hierzu wurde oftmals von Freunden geliehen. Freunde hatte Hemingway während dieser Zeit reichlich. Da war zunächst Gertrude Stein. Die Freundschaft zu ihr war ihm anfangs sehr hilfreich, als er sie jedoch nicht mehr benötigte, brach er den Kontakt ab. Weitere mehr oder weniger gute Freunde waren Ezra Pound, Scott Fitzgerald, T.S. Eliot und zeitweise auch James Joyce. 

    Hemingway zeichnet hier ein atmosphärisch dichtes Bild von Paris in den 20ern und seiner Bewohner. Er hat dabei ein feines Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen. Sehr warmherzig schreibt er über seine Freunde und erwähnt auch einige Male liebevoll seine Frau und seinen Sohn. Die ganze Schilderung ist von gelassener Heiterkeit und hoffnungsvoller Zuversicht durchdrungen, von der schwierigen finanziellen Situation und der drückenden Armut ist wenig zu spüren. Lebendige Dialoge und detaillierte Beschreibungen vermeintlicher Belanglosigkeiten runden den guten Gesamteindruck ab. 

    Fazit: Ein interessanter Abschnitt aus Hemingways Leben – für Leser die ihn und seine Bücher mögen beinahe ein Muss!

    Kommentare: 2
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    Minjes avatar
    Minjevor einem Jahr
    über Hemingways Leben


    "Paris- Ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway erschien im September 1971 bei rororo.


    Inhalt
    Hemingway schreibt in diesem Buch darüber, was er selber mit seiner Frau in Paris erlebt hat: welchen Menschen er begegnet ist, wie er gelebt hat.


    Meinung

    Cover
    Auf meinem Cover des rororo Verlags sieht man eine Brücke und ein Schiff, im Hintergrund eine Stadt. Alles leicht verschwommen. Mir gefällt das gut, es macht leichte Urlaubsstimmung und es passt zum Titel.

    Aufbau
    Nach einem Vorwort folgen 20 kurze Geschichten, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, angereichert mit Hemingways Lebenserfahrung.


    Ich habe dieses Buch als Jugendliche einmal gelesen und nun (2017) das zweite Mal. Auch wenn ich dieses Mal einen anderen "Blick" hatte, auf andere Sachen geachtet habe als beim ersten lesen: an meiner Meinung hat sich nichts geändert. Nach wie vor bin ich begeistert über dieses tolle Buch von Hemingway.
    Was mir bei diesem Mal besonders auffiel: das Hemingway nicht nur über seine Erlebnisse schrieb, sondern auch über sein Schreibhandwerk, wie er Schreiben erlebt hat.
    "Wenn ich eine Geschichte geschrieben hatte, war ich (...) (S.9)"
    "Ich arbeitete immer, bis ich etwas geschafft hatte (...).Auf die Art war ich sicher, am nächsten Tag weitermachen zu können. (S. 11)"
    Das sind jetzt nur zwei Beispiele, es steckt noch so viel mehr in dem Buch!
    Und es wird etwas deutlich: Es wird deutlich, dass es harte Arbeit ist, wenn man vom Schreiben leben möchte. Es fliegt einem nicht zu. Schreiben ist nicht nur Leichtigkeit, es gibt auch eine harte Seite des Autorenberufs, und Hemingway hat keine Scheu, über diese Seite zu berichten. Er berichtet über beide Seiten, das positive wie das negative. 


    Fazit
    Ein wunderschönes Buch, ich kann es jedem empfehlen, der gerne Hemingway liest und jedem, der gerne schreibt.

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Hemingways klare Sprache und seine Berichte aus den Paris-Jahren fand ich einfach großartig!
    Hemingway und Paris- eine Verbindung fürs Leben

    Jahrzehnte nach seinen jungen Jahren in Paris mit seiner Frau Hadley hat Hemingway mit „Paris – Ein Fest fürs Leben“ in den 50er Jahren einen Rückblick auf sein damaliges Leben und viele bekannte Persönlichkeiten geschrieben. Es geht in kurzen Geschichten um das Leben der Hemingways in den zwanziger Jahren, größtenteils noch vor seinem ersten Roman und bevor er wirklich berühmt wurde, er berichtet darin jedoch auch von seinen Treffen mit Gertrude Stein, Scott und Zelda Fitzgerald und Ezra Pound.
    Dabei beeindruckt Hemingway wie so oft durch seine klare, schnörkellose Sprache und gute Beobachtungsgabe. Seine Beschreibungen von Gertrude Stein und Scott Fitzgerald sind teilweise bissig, aber pointiert und treffend zusammengefasst. Besonders fasziniert hat mich die Beschreibung einer Reise mit Fitzgerald, um ein Auto abzuholen. Seine Beobachtungen decken sich dabei sehr gut mit den Beschreibungen von Fitzgerald Charakter in Michaela Karls Biographie „Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals“. Er trinkt, ist wankelmütig und stark beeinflusst von der Eifersucht seiner Frau Zelda. Gleichzeitig entführt Hemingway seine Leser in das Paris der zwanziger Jahre, berichtet anschaulich vom Leben auf den Straßen, in Cafés und den zahlreichen belebten Plätzen der Stadt, so dass man die Bilder vor einem inneren Auge sieht und sich wünscht, selbst Teil dieser Welt zu sein.
    Ernest Hemingways „Paris- Ein Fest fürs Leben“ hat mich wirklich begeistert, seine Sprache und sein Stil sind durch ihre Schlichtheit einfach wundervoll und gestalten für den Leser ein umfangreiches Bild des damaligen Paris. Dazu sagen muss ich allerdings, dass ich das Buch in Paris selbst gelesen habe und ich tagtäglich die Straßen und Plätze, die Hemingway beschreibt, besucht habe, so dass mich das Buch natürlich persönlich besonders getroffen hat. Doch egal wo man liest, Ernest Hemingway ist immer eine ausgiebige Lektüre wert. 

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    Pachi10s avatar
    Pachi10vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kleiner Einblick in Hemingways frühes Leben
    Kleiner Einblick in Hemingways frühes Leben

    Ernest Hemingway, Nobelpreisträger und brillianter Schriftsteller, doch dewegen muss einem sicherlich nicht jedes Buch gefallen.

    Meine einzige Berührung mit Hemingway waren bisher einige Kurzgeschichten, die er über seine Katzen verfasst hatte. Die waren immer heiter, zum Teil recht witzig, sehr kurzweilig also. Auch hier ist der Schreibstil leicht und flüssig, ich würde sogar sagen: heiterer und sorgloser, als dieses Leben damals wirklich war. Aber das Lesen geht einem einfach von der Hand und ehe man sich versieht hat man das Buch durchgelesen - der Inhalt hat mich jedoch nicht so von den Socken gehauen.

    Bei Paris - Ein Fest fürs Leben geht es um Hemingways frühe Jahre in Paris, lange bevor er die heutige Berühmtheit erlangte. Es handelt sich im Grunde um Tagebucheinträge, die einfach in einen Roman umgeschrieben wurden. Großteils erfährt man welche Lokale er besucht hat, was er dort gegessen und getrunken hatte. Und dass er, obwohl sie nicht viel Geld hatten, mit seiner ersten Frau (zumindest eine Zeit lang) sehr glücklich war. Doch nicht nur Paris wird (in allen Einzelheiten beschrieben) sondern auch diverse Reisen. Ich wusste nicht, dass Hemingway sich sogar öfters in Vorarlberg aufhielt.  Man trifft im Buch immer wieder auf berühmte Namen wie Gertrude Stein, Ezra Pound, Scott Fitzgerald, etc. und auch andere Persönlichkeiten die zwar namentlich nicht genannt werden aber man zumindest ahnt um wem es geht. Die Tagebuchaufzeichnungen stammen aus den Mitte 20-Jahren. Hemingway schrieb sie in den 50-Jahren zu einem Roman um. Ich denke er wollte gewisse, unliebsame Begegnungen und Konfrontationen vermeiden, in dem er einfach manche Namen nicht genannt hat. Durch die detaillierte Beschreibung, kann man sich denken um wenn es sich handelt.

    Jedenfalls wird deutlich dass Hemingway schon damals sicherlich ein Problem mit Alkohol hatte und es mit der Treue nicht so genau nahm. Was sich später ja bewiesen hat. Es zeigen sich auch gewisse Stimmungsschwanken, die man heute sicherlich als Anfänge einer bipolaren Störung beschreiben könnte. Damals noch unerkannt, weiß man ja mittlerweile wie Hemingways Leben geendet hat. 

     

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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Hemingways Erinnerungen an ein Paris der Zwischenkriegsjahre, lassen es zumindest in Gedanken wiederauferstehen. Ein wunderbarer Roman
    Ein Fest fürs Leben

    In Paris – Ein Fest fürs Leben – wird das Paris der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts lebendig und Hemingway präsentiert sehr biographisch gefärbt eine Stadt der Liebe, eine Stadt des Savoir-vivre aber auch eine Stadt der Literatur. Gehörten doch die Fitzgeralds und Gertrude Stein zu seinem damaligen Freundeskreis.

    „Es ist sehr wichtig, Paris – Ein Fest fürs Leben“ von Heingway mehrmals zu lesen, denn wir sind eine sehr alte Zivilisation und wir tragen unsere Werte sehr stolz“, sagte eine Frau kurz nach den Terroranschlägen von Paris in einem TV-Beitrag und plötzlich war es eines der meistverkauften Büchern und landete sogar auf Platz 1 der französischen Bestsellerlisten. Daher wird es Zeit, den modernen amerikanischen Schriftsteller Ernst Hemingway und sein posthum erschienenes Werk näher zu betrachten und auch wieder zu lesen.

    Frisch verheiratet kamen die Hemingways 1921 nach Paris um dort auch einige Zeit zu leben und zu wohnen. Das Leben war günstig und so verwunderte es nicht, dass einige große Literaten und Künstler, ebenfalls Paris als Wohnort auserkoren hatten. Die Fitzgeralds gingen bei Gertrude Stein genauso ein und aus, wie es auch Pablo Picasso machte. Hemingway lässt ein idyllisches Paris wiederauferstehen, eines indem Angler an der Seine ihr Glück versuchten und ein Ziegenhirte seine Herde durch die Straßen treibt. Sicherlich, heute wäre es unwahrscheinlich, aber egal ob man nun in Paris ist oder aus der Ferne daran denkt, die Zwanzigerjahre lässt er einem vor dem geistigen Auge erblühen und man wünscht sich nichts sehnlicher, als auch mit ihm und den Fitzgeralds die Nacht zum Tage zu machen.

    Einige Themen und Dinge klammert Hemingway bewusst oder unbewusst aus, das sollte man einfach so akzeptieren, und es eben dem Schriftsteller überlassen, was er und wie viel er von sich persönlich erzählen möchte. Ihm das nun vorzuwerfen wäre meiner Meinung nach schon ein wenig verwerflich. Interessant wird der Roman allerdings noch ein bisschen mehr, wenn man sich auch ein paar Hintergrundinfos zu Hemingway und Paris gemacht hat. Manche Dinge würde man überlesen, und manche Dinge betrachtet man nach der Lektüre dieses Werkes mit anderen Augen.

    Ein richtiges Ende hat Paris – Ein Fest fürs Leben – nicht, dafür aber einige Fragmente und einen Anhang vom Enkel des Autors Seán Hemingway, der diese in der Urfassung 1964 erschienen, im Rowohlt-Verlag neu verlegt hat. Es mag jetzt 4 oder 5 Jahre her sein, dass ich diesen Roman das erste Mal gelesen habe und der resoluten Frau aus dem Fernsehinterview kann ich jetzt, wo ich es zum zweiten Mal gelesen habe, absolut recht geben. Der Nobelpreisträger Ernest Hemingway gehört gelesen.

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    Stephanuss avatar
    Stephanusvor 6 Jahren
    Rezension zu "Paris, ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway

    Der Autor nimmt den Leser mit in das Paris der 1920er Jahre und beschreibt Begebenheiten und Begegnungen die Hemingway, damals ein aufstrebender und noch unbekannter Literat, mit Kollegen und anderen Künstlern bzw. Menschen hatte. Man erfährt viel vom Leben als (armer) Künstler in Paris nach dem 1. Weltkrieg und so ganz nebenbei erfährt der Leser auch vieles über heute berühmte(oder nicht mehr bekannte) Künstler und Personen (z.B. Gertrude Stein, Joyce, Fitzgerald, Pound) und ihre Zeit in Paris, dem damaligen Nabel der Künstlerwelt. Gleichzeitig erfährt der Leser viel über Hemingway und sein Leben mit seiner ersten Ehefrau und später dann seiner zweiten Ehefrau.

    Dieses kleine Büchlein ist das letzte Buch das Hemingway vor seinem Tode schrieb und für mich eines der beeindruckendsten Werke aus seiner Feder.

    Die beeindruckende Gabe Hemingways mit wenigen Worten und kurzen Sätzen Personen und Begebenheiten, aber auch Eindrücke und Landschaften, präzise und genau zu beschreiben kommt hier zur Vollendung. Mit seinem Stil schafft es der Autor auf wenigen Seiten eine päzise Biografie einer Person zu liefern für die manch anderer Autor hunderte von Seiten benötigt, ohne zum gleichen Ergebnis zu gelangen.

    Als Leser taucht man regelrecht in das Paris der 1920er Jahre ein und glaubt mit dem Autor durch die Künstlersalons und die Stadt zu streifen bzw. getrieben zu werden.
    Dieses Buch ist nicht nur eine Homage an Paris, eine wundervolle und faszinierende Stadt und (damals) einzigartige Muse für Künstler, sondern auch an eine längst vergangene Zeit, die uns durch Hemingway und seine Aufzeichnungen (die er 30 Jahre nach seiner Zeit in Paris erst zu Papier brachte) lebendig erhalten wird..

    Das Buch war für mich eines der größten Lesevergnügen der letzten Jahre und für jeden halbwegs literaturinteressierten ist es ein absolutes Muss.

    Ein wahres Meisterwerk und ich bin noch heute sehr dankbar, dass mir das Buch von einem sehr lieben Menschen geschenkt worden ist, da ich sonst vielleicht niemals einen Blick hineingeworfen hätte.

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    curlysues avatar
    curlysuevor 7 Jahren
    Rezension zu "Paris, ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway

    "WENN DU DAS GLÜCK HATTEST, ALS JUNGER MENSCH IN PARIS ZU SEIN, DANN TRÄGST DU DIE STADT FÜR DEN REST DEINES LEBENS IN DIR, WOHIN DU AUCH GEHEN MAGST, DENN PARIS IST EIN FEST FÜRS LEBEN."
    Ernest Hemingways letztes Buch führt ihn zu seinen Anfängen als Korrespondent in Paris zurück. Man taucht mit ihm ein in die Magie dieser Stadt und man kann auch nicht umhin, sofern man das Glück hat in Paris zu sein, in die Bar des Hotel Ritz zu gehen und den einen oder anderen Cocktail zu genießen und auf Hemingway anzu stoßen.
    Dieses Buch habe ich unmittelbar vor unserer Hochzeitsreise, die uns nach Paris geführt hat, gelesen und ich finde, es ist das Beste, was Hemingway jemals geschrieben hat. So voller Lebensfreude und doch auch ein wenig melancholisch. Man hört beim Lesen die Musette-Walzer, die durch die Straßen von Paris klingen und das Pulsieren der Stadt. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher.

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    Mr. Railvor 7 Jahren
    Rezension zu "Paris, ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway

    Nach der Romansicht im Buch “Madame Hemingway” ist es mehr als interessant zu erfahren, wie Ernest Hemingway selbst die Zeit im Frankreich der Zwanziger Jahre empfunden hat.

    Rowohlt hat zum 50. Todestag von Ernest Hemingway sein posthum 1965 erstmals publiziertes Werk “Paris – Ein Fest fürs Leben” in einer liebevoll ausgestatteten und bebilderten Ausgabe neu veröffentlicht.

    So findet zusammen, was zusammengehört. Wie Puzzlesteine fügen sich fiktionale und reale Bilder zu einem großen Lebensbild zusammen und beim Lesen Hemingways erkennt man die gewaltige Dynamik seiner Rückschau auf die Zeit mit Hadley Richardson. Bis kurz vor seinem Tod hat er an “Paris – Ein Fest fürs Leben” gearbeitet. Seine Zweifel am selbst gewählten Weg manifestieren sich in den einzelnen Kapiteln, in Fragmenten und im Nachwort.

    Der Blick zurück ist ein Blick in das Zentrum eines literarischen Orkans, die absolut ungeschminkte Betrachtung einer Zeit der Anonymität und des Strebens nach Erfolg. Eine Zeit an der Seite seiner ersten Ehefrau Hadley Richardson – eine Zeit, die ihn prägen sollte, die er jedoch nie wieder mit Leben füllen konnte. Er hatte sie damals abgelegt. Die Anonymität mit Ruhm getauscht, die erste Frau durch eine wohl besser zu einem großen Schriftsteller passende ersetzt und sich selbst hatte er dabei völlig neu erfunden.

    Ein Schuldeingeständnis, keine Verteidigungsschrift liegt diesem großen Buch zugrunde. Eine Hommage an seine erste Frau, die er im Stich ließ, um sich selbst in der Welt der Schönen und Reichen zu etablieren. Keine Rechtfertigung findet er für seine Schritte – nur die Eitelkeit und den Ehrgeiz macht er für das Scheitern dieser ersten Ehe verantwortlich.

    “Paris – Ein Fest fürs Leben” ist in vielfacher Hinsicht ein Fest fürs Lesen.

    Einerseits tritt der typische “strenge und geradlinige” Erzählstil Hemingways zutage. In den Wiederholungen und in der Schnörkellosigkeit der Beschreibung ist noch heute die Faszination verborgen, die Hemingway erst zu Hemingway macht.

    Weniger ist mehr – dies wird hier deutlich!

    Andererseits erschließt sich die wahre Qualität des Romans “Madame Hemingway“. Die Bücher spiegeln einander ohne sich zu doppeln. Vielleicht gehören sie zusammen – vielleicht mehr als man sich dies vorstellen kann. Sie scheinen miteinander zu sprechen, wie zwei Menschen miteinander reden, obwohl sie schon lange nicht mehr unter uns weilen.

    “Ich habe nie versucht, in der Mechanik dieser Ereignisse irgendwem eine Schuld zuzuweisen, außer mir selbst, und die ist mir mein Leben lang immer klarer geworden. Die Herzen dreier Menschen wurden niedergewalzt, um das eine Glück zu zerstören und ein anderes zu gründen.”

    Ernest Hemingway, “Paris – Ein Fest fürs Leben” (S. 143)

    Mehr zum 50. Todestag, dem Roman "Madame Hemingway und einem besonderen App im Blog.Lovelybooks unter:

    http://blog.lovelybooks.de/2011/07/01/hemingway-der-alte-mann-und-das-app/

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    Anne1984s avatar
    Anne1984vor 8 Jahren
    Rezension zu "Paris - ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway

    Die Gedanken eines Genies mal ganz Privat. Diese Einblick gewährt dieses Buch.
    Hemingway lernte in Paris einige Bekannte Persönlichkeiten kennen mit denen er sich teilweise anfreundete.
    Mit Humor und auch Selbstironie schreibt er über diese Begegnungen und das Leben in Paris.
    Dieses Buch ist wirklich ein Fest fürs Leben.

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    Pankrazs avatar
    Pankrazvor 10 Jahren
    Rezension zu "Paris - ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway

    Voller Ironie und mit dem Abstand von über 30 Jahren geschrieben - oder zumindest fertig gestellt - findet man hier einen Hemingway voller Ironie und manchmal auch mit Gefühl.
    Die Jahre in Paris - "als wir sehr arm und sehr glücklich waren" - werden beschrieben. Episoden aus dem Leben eines jungen Menschen mit der Frechheit sich in einer Stadt wichtig genug zu machen um die Aufmerksamkeit der amerikanischen Künstlerkolonie zu wecken. Ein aufstrebender, vorerst erfolgloser Schriftsteller, der sich und seine Familie mit seinem Job als Korrespondent einer Kanadischen Zeitung mehr schlecht als recht über Wasser hält, der nichtsdestotrotz versucht das Leben der Boheme" zu genießen, der den Stierkampf in Pamplona und das Skifahren in Schruns für sich entdeckt, all dies wurde selten eindrucksvoller beschrieben.
    Und zwischen diesen Geschichten das dauernde Streben nach Erfolg und Anerkennung, die Verrücktheiten der Pariser Kolonie, die Liebe zu seiner ersten Frau Hadley, das Beschreiben seines erfolgreichen Freunds Scott Fitzgerald, dies alles mit einer gewissen Boshaftigkeit abgearbeitet und beschrieben, schließlich hatte Hemingway mit vielen seiner Freunde aus Pariser Zeiten bereits gebrochen.
    Man kann dieses Buch als teilweise zusammenhängende Kurzgeschichten lesen - und dies ist ohne Zweifel Hemingways Metier - oder auch als Schilderung einer vergangenen Zeit als eine gewisse Unschuld in der Pariser Luft lag.

    mehr:
    http://literarische-biografien.suite101.de/article.cfm/hemingwayinparis_19211928

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    Das ist bester Hemingway; niemand hat das Paris der zwanziger Jahre eindrucksvoller beschrieben als er.

    Vom Glück, vom reinen, kindlichen Glück handelt dieses Buch, und es teilt sich jedem Leser mit, der mit dem jungen Autor in einem noch nicht fashionablen Viertel aufwacht, wenn die Sonne die nassen Fassaden der Häuser trocknet.

    Dieses Buch ist nicht nur ein herausragendes literarisches Werk, sondern auch ein Schlüsseltext zur Kulturgeschichte der Moderne.

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