Ernest van der Kwast

 4 Sterne bei 192 Bewertungen
Autor von Die Eismacher, Fünf Viertelstunden bis zum Meer und weiteren Büchern.
Ernest van der Kwast

Lebenslauf von Ernest van der Kwast

Journalist, Schriftsteller, Eismacher: Ernest Roelof Arend van der Kwast wird Anfang des Jahres 1981 in Bombay, Indien geboren. Seine Mutter ist Inderin, sein Vater stammt aus den Niederlanden. In van der Kwasts Jugend zieht die Familie wieder in die Heimat seines Vaters. Dort studiert van der Kwast zunächst Wirtschaftswissenschaften und arbeitet anschließend als Journalist, unter anderem als Chefredakteur für die Literaturzeitschrift Passionate Magazine. Er veröffentlicht mehrere Bücher unter verschiedenen Pseudonymen, bevor er unter seinem Realnamen die Autobiografie „Mama Tandoori“ veröffentlicht. Mit dem Buch, in dem seine Mutter Veena die Protagonistin ist, gelingt dem Autor der internationale Durchbruch als Schriftsteller. Auch sein Buch „Die Eismacher“ ist sehr erfolgreich und beweist, dass seine Werke kein einmaliger Hit sind. Nachdem er einige Zeit in Südtirol verbrachte, lebt der Autor heute mit seiner Familie in den Niederlanden.

Neue Bücher

Die Eismacher

 (3)
Neu erschienen am 08.10.2018 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Ernest van der Kwast

Die Eismacher

Die Eismacher

 (100)
Erschienen am 09.05.2016
Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Fünf Viertelstunden bis zum Meer

 (79)
Erschienen am 08.08.2016
Mama Tandoori

Mama Tandoori

 (9)
Erschienen am 14.05.2018
Die Eismacher

Die Eismacher

 (3)
Erschienen am 08.10.2018
Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Fünf Viertelstunden bis zum Meer

 (1)
Erschienen am 16.07.2015

Neue Rezensionen zu Ernest van der Kwast

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abas avatar

Rezension zu "Mama Tandoori" von Ernest van der Kwast

Rezension zu "Mama Tandoori" von Ernest van der Kwast
abavor 18 Tagen

(K)eine normale Familie

Als Ernest van der Kwasts Mutter erfahren hat, dass ihr Sohn ein Buch über seine Familie schreibt, hörte sie auf, seine Neugier mit Anekdoten zu befriedigen. Anscheinend ahnte sie, was aus diesen werden sollte: "Mama Tandoori", eine erstaunliche Geschichte über eine (fast) niederländische Familie, deren unumstrittene Chefin eine indische Frau ist, die Ende der 60er in die Niederlande kam, um das Land in die Knie zu zwingen.

Für Veena existiert das Wort "nein" nicht. Wenn überhaupt darf nur sie es benutzen, und das macht sie besonders gern, vor allem, wenn sie daraus Vorteile ziehen kann. Mit indischer Entschlossenheit und eiserner Konsequenz erzieht sie nicht nur ihre Kinder, sondern auch ihren Mann und dessen eigene Familie. Van der Kwast erzählt mit einer Mischung aus Komik und Gefühl, die ich auch aus seinen anderen Romanen - "Fünf Viertelstunden bis zum Meer" und "Die Eismacher" - kenne. In einem Moment muss man über eine bizarre Situation lachen, im nächsten muss man die Lektüre unterbrechen, weil man zum Nachdenken gebracht wird. Solche Eigenschaften, in einem einzigen Roman vereinigt, überzeugen mich immer und hinterlassen einen bleibenden Eindruck in mir.

Wer, wie Ernest van der Kwast, so einen Roman über die eigene Familie schreibt, ist sicher der Meinung, dass er keine gewöhnlichen Verwandten hat, über die es sich nicht lohnt, etwas zu erzählen.
Es gibt aus meiner Sicht kein schöneres Denkmal.

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Rezension zu "Die Eismacher" von Ernest van der Kwast

Die Geschichte des Eises aus der Sicht einer Eismacherfamilie
ullikenvor 3 Monaten

Die Familie Talamini lebt inmitten der malerischen Dolomiten. Der Ururgroßvater des Protagonisten Giovanni ist mit Freunden und Nachbarn 1891 auf die Idee gekommen, aus dem St. Gotthard-Tunnel Schnee und Eis zu ernten. Anschließend haben sie es um eine Trommel gepackt, Salz hinzuzufügen, damit es nicht zu schnell schmilzt. In die Trommel kommt der Brei, der gerührt werden und immer wieder von der kalten Wand abgestreift werden muss. Drehen, drehen, drehen. Die Masse wird mehr und berkommt die richtige Konsistenz, doch man muss aufpassen. Drehen, drehen, drehen, das ist die Melodie, mit der die Familie lebt.

Natürlich wussten die Italiener nicht, dass auch auf anderen Flecken unserer Erde die gleichen Versuche mit Erfolg unternommen wurden. Ebenso wurde z.B. die Eistüte wahrscheinlich von einem aus Syrien stammenden Italiener erfunden.

Die Familie der Talaminis ist sehr erfolgreich, sie haben auch in Rotterdam ein Eiscafe. Giovanni hat einen jüngeren Bruder Luca, für den er immer da ist. Doch es kommt der Tag, als sich Giovanni dazu entscheidet, für die Literatur zu leben. Er ist sehr erfolgreich, veranstaltet  große Poetry Festivals und umgibt sich mit Schriftstellern. Sein Bruder spricht von Stund an kein Wort mehr mit ihm, hat er doch sein Leben der Familientradition vorgezogen und sein jüngerer Bruder muss seinen Platz einnehmen. Allerdings im Privatleben bekommt Luca das schönste Mädchen des Dorfes, in das auch Giovanni verliebt war.

Wenn man sich die Geschichte der Talaminis ansieht, so merkt man, dass in jeder Generation das Eismachen mehr als Pflicht gesehen wird. Der Vater von Vater Guiseppe wird erst einmal Abenteurer, nachdem er durch den St. Gotthardttunnel verschwunden ist; Giovannis Vater wäre gerne Erfinder geworden, tja, und er hat die Poesie.

Natürlich hat er ständig Kontakt zu seiner Familie, nur sein ehemals bester Freund, sein Bruder Luca, meidet ihn und spricht mehrere Jahre kein Wort mit ihm. Bis auf den Tag, als er eine an ihn herantritt und ihn um etwas Außergewöhnliches bittet.

Ernest van der Kwast hat eine wunderbare bildhafte Sprache, ich sehe alles vor mir und kann das Eis schmecken. Wortgewaltig berichtet er über das Leben einer Eismacherfamilie mit all ihren Sorgen und Nöten. Besonders schön finde ich die Zitate der Schriftsteller/Poeten.

Das Buch erschien im April 2018 in der Taschenbuchausgabe bei btb und Randomhouse. 

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Rezension zu "Mama Tandoori" von Ernest van der Kwast

Autobiographische Abrechnung mit der indischen Mutter
thursdaynextvor 4 Monaten

Ernest van der Kwasts Mutter ist eine Katastrophe, ein Hurrican, der lautstark und nachdrücklich versucht immer das herauszuhandeln, was ihr, nach ihrem Gefühl, zusteht. So entsteht aus der Familiengeschichte eine Aneinanderreihung von Slapsticksituationen, die sich anfangs noch ganz witzig lesen, später hat man als Leser nur noch das Gefühl permanent vom Zug überrollt zu werden. Wumm, Mama Tandoori leistet sich den nächsten Hammer, zack, hier schlägt sie erneut zu, wuuuuuuuuuschhh… sie schimpft und schreit und ist dabei tiefstens verzweifelt. Sie versucht am Leben zu bleiben, kämpft wie Don Quichotte gegen Windmühlen und Phantome ihres, wie sie glaubt, durch eine armselige Kindheit bedrohten Lebens. Das ist wuchtig und es bleibt kaum Raum für leise, nachdenkliche Töne.

Van der Kwast schreibt sich frei vom Rockzipfel seiner Mutter und persönlich mag das sehr erleichternd sein, doch in Romanform ist es eine nüchterne Aufzählung all der unangenehmen Seiten seiner Mutter, versetzt mit kleinen Hinweisen, wie es dazu kommen konnte, dass sich diese Frau so entwickelte. Lautstark, nudelholzschwingend, unfreundlich, vehement, penetrant und psychisch versehrt. Geschildert wird eine Frau, die in keinster Weise fähig ist zu Empathie, geschweige denn rationalem Denken. Das ist eher schmerzlich, als unterhaltsam. Dabei versteht der Autor sein Handwerk, er schreibt und beschreibt gut, doch das dabei gezeigte Kopfkino bleibt meist eindimensional auf das peinliche und anstrengende Zusammenleben mit seiner Mutter ausgerichet. Zwar weiß er um die Liebe seiner Mutter für ihre Familie die sie antreibt, annerkennt dies auch, den Graben verzeihend zu schließen ist ihm im Roman jedoch nicht ganz gelungen.

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Gespräche aus der Community

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Mare_Verlags avatar
Liebe Lovely-Books-Fans,

schon geht es weiter mit der nächsten Vorableserunde! 
Dieses Mal mit einem geradezu hoffnungslos romantischen Titel!
Am 10. Februar erscheint im mareverlag Ernest van der Kwasts zauberhafter Roman »Fünf Viertelstunden bis zum Meer« und mit etwas Glück könnt Ihr eines von 20 Vorableseexemplaren gewinnen und an unserer Leserunde teilnehmen!
Zum Buch:

Juli 1945, ein heißer Sommertag am Strand von San Cataldo, am östlichen Ufer von Italiens Absatz: Fasziniert beobachten die Brüder Ezio und Alberto die Mädchen am Strand, die in hochgeschlossenen Badeanzügen vorbeistolzieren. Bis die 20-jährige Giovanna Berlucchi aus der Brandung auftaucht – in einem Zweiteiler. So etwas haben die Jungen noch nie gesehen. Ezio verliebt sich leidenschaftlich in die stolze donna Pugliese, und im Laufe dieses Sommers, in dem der Zweiteiler nicht die einzige Offenbarung bleibt, wird er ihr zwei Heiratsanträge machen. Doch Giovanna liebt das Meer und ihre Freiheit, sie hat die »Lunge eines Delfins« und kann länger tauchen als ihre vier Schwestern zusammen: Auf beide Anträge antwortet sie, indem sie zum Meer läuft und in den Wellen verschwindet. Aus Schmach und Kummer flieht Ezio, so weit er kann, vom Süden in den Norden Italiens. Dort wird er Apfelpflücker, und in den kalten Südtiroler Wintern melkt er Kühe – doch nie vergisst er Giovanna und den gemeinsam verbrachten Sommer. Über sechs Jahrzehnte sehnt er sich nach seiner ersten und einzigen großen Liebe. Da trifft ein Brief von ihr ein. 

In Szenen, die elegant zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechseln und mediterrane Sinnlichkeit verströmen, erzählt Ernest van der Kwast die Geschichte einer großen, unerfüllten Liebe, von kleinen Zufällen und großen Entscheidungen – und von der Erfindung des Bikinis. 

Hier geht's zur Leseprobe.

Ihr wollt zu den 20 exklusiven Vorablesern gehören*? Dann bewerbt Euch gleich und beantwortet bis zum 22. Januar die folgende Frage:

In Ernest van der Kwasts Roman »Fünf Viertelstunden bis zum Meer« geht es um nichts Geringeres als die eine große Liebe.   Stellt Euch vor Ihr trefft nach 60 Jahren Eure allererste Liebe wieder. Traum oder Albtraum? Wie begegnet Ihr Euch und was passiert wohl?

Wir sind sehr gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen!

Euer mareverlag 

* Bedingung ist, dass Ihr Euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Ernest van der Kwast wurde am 01. Januar 1981 in Mumbai (Indien) geboren.

Ernest van der Kwast im Netz:

Community-Statistik

in 258 Bibliotheken

auf 46 Wunschlisten

von 6 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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