Mama Tandoori

von Ernest van der Kwast 
3,6 Sterne bei8 Bewertungen
Mama Tandoori
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Mama Tandoori ist weniger witzig als schmerzlich, der Autor schreibt sich frei und das wirkt unangenehm. Wer Slapstick mag kommt allerdings

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Humorvoll mit fadem Beigeschmack

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Inhaltsangabe zu "Mama Tandoori"

Der Vater hegt keinerlei Zweifel: es wird ein Mädchen. Die Geburtsanzeige für Eva van der Kwast liegt bereits beim Drucker. Als dann sehr zur Bestürzung der Eltern in einer Klinik in Bombay 1981 der kleine Ernest das Licht der Welt erblickt, nimmt ein nicht ganz unbelastetes Verhältnis zwischen Sohn und Eltern seinen Lauf.
In seinem autobiografisch gefärbten Roman präsentiert Ernest van der Kwast einen bunten Reigen von Charakteren, von Bollywood Star Onkel Sharma bis zu seiner Tante Jasleen, einer einstmals erfolgversprechenden Siebenkämpferin. Allen voran aber seine Mutter, die Matriarchin des Klans, geliebt und gefürchtet, eine Tyrannin mit dem Herzen einer Löwin. Eine Frau von eisernem Willen, beinahe absurder Gründlichkeit und bei aller Stärke erfüllt von einer tiefen Traurigkeit um ihren behinderten Sohn Ashirwad. Sie ist es, bei der alle Fäden der Geschichte zusammenlaufen. »Mama Tandoori« lässt einen Staunen, Nachdenken und Lachen - ein wunderbar witziges Famlienporträt, das mitten ins Herz trifft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442757695
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:14.05.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor einem Monat
    Kurzmeinung: Mama Tandoori ist weniger witzig als schmerzlich, der Autor schreibt sich frei und das wirkt unangenehm. Wer Slapstick mag kommt allerdings
    Autobiographische Abrechnung mit der indischen Mutter

    Ernest van der Kwasts Mutter ist eine Katastrophe, ein Hurrican, der lautstark und nachdrücklich versucht immer das herauszuhandeln, was ihr, nach ihrem Gefühl, zusteht. So entsteht aus der Familiengeschichte eine Aneinanderreihung von Slapsticksituationen, die sich anfangs noch ganz witzig lesen, später hat man als Leser nur noch das Gefühl permanent vom Zug überrollt zu werden. Wumm, Mama Tandoori leistet sich den nächsten Hammer, zack, hier schlägt sie erneut zu, wuuuuuuuuuschhh… sie schimpft und schreit und ist dabei tiefstens verzweifelt. Sie versucht am Leben zu bleiben, kämpft wie Don Quichotte gegen Windmühlen und Phantome ihres, wie sie glaubt, durch eine armselige Kindheit bedrohten Lebens. Das ist wuchtig und es bleibt kaum Raum für leise, nachdenkliche Töne.

    Van der Kwast schreibt sich frei vom Rockzipfel seiner Mutter und persönlich mag das sehr erleichternd sein, doch in Romanform ist es eine nüchterne Aufzählung all der unangenehmen Seiten seiner Mutter, versetzt mit kleinen Hinweisen, wie es dazu kommen konnte, dass sich diese Frau so entwickelte. Lautstark, nudelholzschwingend, unfreundlich, vehement, penetrant und psychisch versehrt. Geschildert wird eine Frau, die in keinster Weise fähig ist zu Empathie, geschweige denn rationalem Denken. Das ist eher schmerzlich, als unterhaltsam. Dabei versteht der Autor sein Handwerk, er schreibt und beschreibt gut, doch das dabei gezeigte Kopfkino bleibt meist eindimensional auf das peinliche und anstrengende Zusammenleben mit seiner Mutter ausgerichet. Zwar weiß er um die Liebe seiner Mutter für ihre Familie die sie antreibt, annerkennt dies auch, den Graben verzeihend zu schließen ist ihm im Roman jedoch nicht ganz gelungen.

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    Frau_J_von_Ts avatar
    Frau_J_von_Tvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Humorvoll mit fadem Beigeschmack
    Humorvoll mit fadem Beigeschmack

    In „Mama Tandorri“, einem autobiografisch angehauchten Roman, erzählt Ernest van der Kwast wie ist es ist, als Sohn einer multikulturellen Familie aufzuwachsen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht seine Mutter, welche zwei verschiedene Gesichter zu haben scheint. Sie hat in der Familie das Sagen, niemand kommt gegen sie an, nicht einmal ihr eigener Ehemann.

    Nach „Die Eismacher“ ist dies der zweite Roman von Ernest van der Kwast den ich gelesen habe und ich muss sagen, dieser lässt mich etwas ratlos zurück. Denn ebenso wie seine Mutter zwei sehr unterschiedliche Gesichter hat, so trifft dies auch auf den Roman zu.
    Liest man einfach nur die Geschichte, ohne darüber nachzudenken, dass er hier über sein eigenes Leben schreibt, so hat van der Kwast einen sehr unterhaltsamen und humorvollen Roman geschaffen.
    Doch auch wenn der Autor sagt, die Geschichte sei reine Fiktion, so kommt man doch nicht umhin sich zu fragen, wie viele der Anekdoten wohl doch der Wahrheit entsprechen und wie es sein kann, dass jemand seine eigene Familie auf solche Art und Weise an den Pranger stellt. Der Autor lässt oft kein gutes Haar an seiner Mutter und er beschreibt sein Verhältnis zu seiner Familie ja auch selbst als schwierig.

    Mir wurde es deshalb an einigen Stellen einfach zu viel. Ich konnte die Distanz nicht wahren, die man zum Lesen des Romans möglicherweise braucht. Von daher gibt es von mir nur drei Sterne.

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    naninkas avatar
    naninkavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Bissig-bös und zeitweilig sehr lustig. Irgendwann war mir das Bashing gegen die Tandoori-Mama dann doch zu viel und einseitig.
    Mama Tandoori

    Endlich wieder ein Buch von Ernest Van der Kwast! Und tatsächlich begann das Buch auch sehr vielversprechend - poetisch, voller Humor und kulturellem Hintergrund. Ernest van der Kwast schreibt einen autobiografischen Roman über seine Kindheit/Jugend mit einer multikulturellen Identität. Seine Mutter ist Inderin und hat die Hosen zu Hause an. Sein Vater Holländer. Der tägliche Kulturclash ist Programm. Ernest Van der Kwast wächst im ständigen Unbehagen auf und schämt sich für die sehr überspitzt geschilderten Gepflogenheiten seiner indischen Mama. Der Vater kuscht immer zu, es bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Einst war er sehr verliebt, ob er’s immer noch ist sei dahingestellt. Eigentlich sind die Beschreibungen Van der Kwasts wunderbar und zeitweilig sehr lustig. Zwar betont Van der Kwast immerzu, dass sein Buch keine Abrechnung ist. Auch wird immer wieder mal erwähnt, das Buch sei Fiktion und doch ist einem klar, dass es sich um eine Autobiografie handelt, die zwar auf wunderbare Weise viel indische Kultur vermittelt, aber auch von bitterböser Ironie oder gar Zynismus sprüht. Man bleibt mit dem sehr deutlichen Gefühl zurück, dass Sohnemann sehr froh darüber ist, seiner Mama entflohen zu sein.

    Kommentare: 1
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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ernest van der Kwast schreibt witzig über seine indisch-niederländische Familie, aber das Lachen ist mir oft im Hals steckengeblieben.
    Keine Rache?

    Seine Romane "Fünf Viertelstunden bis zum Meer" und "Die Eismacher" mochte ich sehr, deshalb habe ich mich auf das neue Buch des in Bombay geborenen Niederländers Ernest van der Kwast gefreut. Erste Enttäuschung: Es ist nur auf dem deutschen Buchmarkt neu, das niederländische Original erschien bereits 2010. Versöhnt hat mich aber sogleich das knallbunte Cover mit den Chilischoten und ich war gespannt auf diese autobiografische Geschichte.

    Es beginnt überaus witzig, immer wieder musste ich hell auflachen über die Art, wie Ernest van der Kwast vor allem seine aus Indien stammende Mutter beschreibt, die 1969 als Krankenschwester in die Niederlande kam, eigentlich nur kurz bleiben wollte und dann aus Mitleid seinen Vater geheiratet hat. Wie sie überall lautstark um den Preis feilscht, von Sonderangeboten magisch angezogen wird und alles kauft, was reduziert ist, wie sie Sperrmüll hortet und stets mit ihrem ganzen Hausrat verreist, das alles war äußerst amüsant zu lesen. Aber nach einiger Zeit stellte sich bei mir ein Gefühl des Unbehagens ein. Darf man als Sohn beschreiben, wie die Mutter mit dem Nudelholz auf Ehemann, Makler und Söhne einprügelt, in Hotels Handtücher, Bettwäsche und Wandschmuck mitgehen lässt und den Vater, einen weltweit renommierten Prostataforscher und totalen Pantoffelhelden, ohne Unterlass beleidigt?

    Dabei erschließt sich im Laufe des Romans so manches über die Gründe für das Verhalten der Mutter aus ihrer Biografie: „Armut, Krieg, neun ältere Geschwister haben mehr als nur einen Kratzer im Charakter meiner Mutter hinterlassen.“  Ihr ältester Sohn und Augenstern Ashirwad ist nach einer Erkrankung im Kleinkindalter geistig behindert. Besessen von Hoffnung, wartet sie auf das Wunder der Heilung. Als der zweite Sohn Johan eine Muslimin heiratet und Ernest sein Studium der Wirtschaftswissenschaften zugunsten einer Karriere als Schriftsteller aufgibt, war "alles umsonst": „Sie wollte mich nicht mehr sehen. Sie schämte sich, einen Schriftsteller als Sohn zu haben, und sie schämt sich noch heute. Dieses Buch ist keine Rache.“ Wirklich nicht? Tief getroffen hat Ernest van der Kwast verständlicherweise auch, dass die Mutter seinen Sohn, ihr erstes Enkelkind, nicht kennenlernen möchte.

    Einzig im letzten Teil des Buches habe ich ein klein wenig Zuneigung des Autors zu seiner peinlichen, verbitterten Mutter gespürt. Er unternimmt eine Reise nach Indien, lernt in zwei seiner Tanten die „milde“ und die „schwierige Version“ seiner Mutter kennen und erfährt, wie sehr das Schreiben über ihre Person sie ängstigt: „Ich frage vorsichtig nach den frühen Jahren meiner Mutter, nach dem dunklen Fleck in ihrem Leben. ‹Ist es für dein Buch? ›, fragte Tante Jasleen. ‹Vielleicht. › ‹Deine Mutter ist sehr wütend. Sie tut kein Auge mehr zu. Sie sagt, du machst sie in deinem Buch lächerlich.› ‹Es ist Fiktion.›“

    Insgesamt lässt mich dieser Roman unsicher zurück und es fällt mir sehr schwer, ein Urteil zu fällen. Die Geschichten über die indischen Tanten und den Bollywood-Onkel haben mir gefallen, auch die über Onkel Herbert, das schwarze Schaf der Familie van der Kwast, war sehr unterhaltsam. Ernest van der Kwast kann zweifellos amüsant und pointiert schreiben, aber Teile des Buches lesen sich für mich trotz aller Komik wie eine bittere Abrechnung, auch wenn nie klar wird, was davon Wahrheit, was Fiktion und was gar Satire ist.

    http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/ernest-van-der-kwast-mama-tandoori/

    Kommentare: 3
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    S
    SophiaBookyvor 3 Tagen
    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor 3 Monaten
    E
    elisakavor 4 Monaten
    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 4 Monaten

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