Ernesto Cardenal , Juliane Steinbach Niemand ist mir so nahe

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Inhaltsangabe zu „Niemand ist mir so nahe“ von Ernesto Cardenal

Für Ernesto Cardenal gibt es kein größeres Geheimnis als die Liebe. Als junger Student schreibt er seine Gedichte getrieben von seiner Sehnsucht nach dem geliebten Mädchen, das sich ihm entzieht. Als Novize im Kloster richtet sich sein Sehnen auf die Begegnung mit Gott und am meisten berühren solche Verse, deren Eros nicht zu unterscheiden ist von männlichem Begehren. Die „Gesänge des Universums“ des reifen Dichters schließlich rücken die Liebe als Gestaltungsprinzip ins Zentrum der gesamten Schöpfung. Liebe – ob zu den Menschen oder zu Gott - ist für Cardenal nicht zu trennen von Sinnlichkeit, auch darum hat er nie ein jenseitiges Paradies beschworen. Dorothee Sölle schrieb an ihren Freund Ernesto: „Du hast sie beieinander gelassen: Religion, Politik und Liebe, Deine Liebeslieder sind politisch, Deine Psalmen erotisch. Deine Bejahung, deine Feier des Lebens ist umfassend.“

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    Niemand ist mir so nahe
    Heike110566

    Heike110566

    13. April 2011 um 08:03

    "Als ich dich verlor, haben wir beide verloren: ich, weil du warst, was ich am meisten liebte, und du, weil ich es war, der dich am meisten liebte. Doch von uns beiden verlierst du mehr als ich: weil ich andere lieben kann, wie ich dich liebte, aber dich wird niemand so lieben wie ich." (S. 13) Ernesto Cardenal (geb. 1925) war katholischer Priester und sandinistischer Revolutionär, der nach dem Sieg der FSLN über Diktator Somoza Kulturminister des sozialistischen Nicaragua unter Präsident Daniel Ortega wurde. Und er ist Lyriker, ein herausragender Lyriker, der während seines gesamten Wirkens auch seine Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte in Gedichten verarbeitete. In wunderschönen Gedichten, wie diese Zusammenstellung überzeugend zeigt. Das Buch trägt den Titel: "Niemand ist mir so nahe" und dazu als Untertitel "Gedichte von Liebe und Sehnsucht". Es ist eine Zusammenstellung von Texten, die während seiner gesamten bisherigen Schaffenszeit entstanden. Alle Stationen spiegeln sich wider. Vier große Lieben werden deutlich: Claudia, Myriam, die Sehnsucht nach einer menschlichen Welt und, immer wieder schwingt dies in den Zeilen durch, die Liebe zu Nicaragua, dem Land und seiner Bevölkerung. In dem Gedicht "Tagesanbruch" heißt es: "Steh auf, Pancho Nicaragua, nimm die Machete, es gibt viel schlechtes Gras zu schneiden, nimm die Machete und die Gitarre. Es schrie eine Eule um Mitternacht und ein Uhu um eins. Keinen Mond hatte die Nacht und keinen einzigen Stern. Auf dieser Insel brüllten die Tiger, und es antworteten die von der Küste. Schon flog der Pocoyo davon, der ruft: Beschissen. Beschissen. Bald singt der Zapate Clarinero auf der Palme, singen wird er: Gefährtin. Gefährte. Vor dem Licht flieht der Schatten wie ein Vampir. Erhebt euch: du und du und du. (Schon krähen die Hähne.) Einen Guten Tag gebe euch Gott!" (S. 95) Glaube, Liebe, Hoffnung - drei Elemente des christlichen Glaubens, voller Harmonie verbunden mit den Sehnsüchten der Menschen in Nicaragua und dem Kampf für die sandinistische Revolution. Klar: solche Lyrik eines katholischen Priesters gefiel dem Klerus nicht. So verwundert es auch nicht, dass er 1985 als Priester suspendiert wurde. Das Buch enthält die Gedichte in deutscher Übersetzung und dem spanischen Original. Selbst für dem spanisch-unkundigen Leser ist so das Gefühl für die Melodik der Originale sehr schön nachvollziehbar. Natürlich ist es nicht einfach, Lyrik von einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Beachtet werden muss ja, dass jedes Wort, jedes Komma usw vom Dichter ganz bewusst gesetzt wurde, um bestimmte Effekte zu erzielen. Und dies in die Übersetzung analog einzuarbeiten, ist ein schweres Unterfangen. - Hier erscheint es mir aber, zumindest was die Struktur und die Rhythmik betrifft, sehr gut gelungen. Die Gedichte sind vom inneren Dasein des Autors geprägt. Die Emotionalität ist einfach faszinierend für mich gewesen. Tiefe Gefühle kraftvoll in Versen verarbeitet. Sinnlich, gefühlvoll und immer nachdenklich machend. Lyrik vom Feinsten!

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