Ernie LaPointe Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis

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Inhaltsangabe zu „Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis“ von Ernie LaPointe

Nie zuvor wurde die Geschichte Sitting Bulls von einem direkten Nachkommen geschrieben und veröffentlicht. In „Sitting Bull - Sein Leben und Vermächtnis“ präsentiert Ernie LaPointe, ein Urenkel des berühmten Hunkpapa Lakota Häuptlings, die Familiengeschichten und Erinnerungen, die ihm über seinem Urgroßvater erzählt wurden. LaPointe erzählt nicht nur aus der reichen mündlichen Überlieferung seiner Familie - die Geschichten von Sitting Bulls Kindheit, seinem Ruf als wilder Krieger, sein Heranwachsen zu einem weisen und hingebungsvollen Anführer seines Volkes, oder von dem Verrat, der zu seiner Ermordung führte, sondern er erklärt auch, was es bedeutet, ein Lakota zu sein; zu Zeiten Sitting Bulls aber auch heutzutage. Diese mündliche Überlieferung unterscheidet sich in vielem von dem, was zur weithin akzeptierten Standardbiographie Sitting Bulls geworden ist. LaPointe erklärt die Unterschiede und Ursachen, wie es dazu kam, und warum er seine eigene Geschichte von Tatanka Iyotake erzählen will. Dieses Buch ist voller Kraft. Es ist eine Erzählung indianischer Geschichte, erzählt von einem Native American (Indianer), damit alle Menschen diese Kultur, einen ihrer Anführer und einen Menschen besser verstehen können.

Eine Biografie einer anderen Art. Beruhend auf den mündlichen Überlieferungen der Mutter des Autors. Geschrieben vom Urenkel.

— karatekadd

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    Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis

    karatekadd

    16. May 2016 um 15:00

    ... stammt dieses biografische Buch. * * * Einer der Hauptgründe für den diesjährigen Besuch der Leipziger Buchmesse, war die Vorstellung des Buches DIE GESCHICHTE DES SITTING BULL von Erik Lorenz. Zu diesem Buch wird es demnächst noch manches zu schreiben geben, jetzt und hier ist aber erst mal ein anderes Buch dran: SITTING BULL – SEIN LEBEN UND VERMÄCHTNIS. Geschrieben hat dies ein Urenkel des großen Medizinmannes und Häuptlings der Hunkpapa Lakota, Tatanka Iyotake. Oder Tatanka-Yotanka wie ich den Namen zwar falsch, aber trotzdem in Erinnerung behalten werde. Dies ist letztlich kein Zufall, denn der Weg durch die Messe führte mich durch die vielen Stände auch zum Traumfänger-Verlag, zu Kerstin Groeper, auf die ich erst kurz vorher aufmerksam geworden war. Im Regal des auf Indianerthemen spezialisierten Verlages sah ich das hier nun vorzustellende Buch. Es lag nahe, dies unmittelbar, fast gemeinsam, mit dem Buch von Erik Lorenz zu lesen, zumal Erik es auch in der Bibliografie erwähnt. Doch nun erst einmal zu Sitting Bull, dem „Bisonbullen, der im Begriff ist, sich hinzusetzen“ – Tatanka Iyotake. „Mein Name ist Ernie LaPointe. Mein Lakota Name ist Kangi Sie (Crowfoot). Ich bin eines von vier Urenkelkindern von Sitting Bull (Tatanka Iyotake). Ich schreibe dieses Buch über die Familiengeschichten – traditionell mündliche Überlieferungen – die mir, meiner ältere Schwester Marlene Andersen sowie meiner Nichte und meinem Neffen von meiner Mutter Angelique Spotted Horse-LaPointe erzählt wurden. Dieses Buch ist keine Biografie, weil ich nur die Geschichten wiedergebe, die mir meine Mutter über meinen Urgroßvater erzählte… meine Schwester Marlene hat mir die rechtliche Vollmacht gegeben, die Angelegenheiten, die unseren Urgroßvater betreffen, zu regeln. Wir sind die direkten Nachkommen von Sitting Bull.“ [1] Der Urenkel erzählt das Leben seines Urgroßvaters in Geschichten. Und er erzählt auch die Familiengeschichte. Im Jahr 1831 wird einem Paar der Hunkpapa Tiatunwan Lakota (von den Weißen Teton ausgesprochen), namens Her Holy Door Woman und Returns Again ein Junge geboren, der den Namen Jumping Badger erhält: Springender Dachs. Dieser unterschied sich von den anderen Jungs durch Zurückhaltung und Nachdenklichkeit. Und er sollte doch einer der größten Krieger, Häuptlinge und Medizinmänner werden, einer der bekanntesten Prärieindianer Nordamerikas. [2] Mit 14 Jahren nimmt er erstmals an einem Kriegszug teil. In Folge dessen überträgt der Vater seinen Namen, Tatanka Iyotake auf den Sohn. Selbst nennt er sich nun Jumping Bull, einer von vier „Bison“-Namen, die ihm ein weißer Bison übermittelt hat. [3] Tatanka Iyotake wird dann Mitglied im Kriegerbund der Starken Herzen. Im weiteren erzählt LaPointe, was die Lakota unter „Verwandschaft machen“ verstehen, das ist die Geschichte eines Jungen der eigentlich verfeindeten Assiniboine, sie werden Hunka-Brüder, eine „Verbindung die tiefer und wichtiger als die Beziehung zwischen Blutsverwandten“ [4] ist. LaPointe erzählt von Zeremonien wie dem „Zurückhalten der Seele“ Verstorbener und von den Beziehungen zu Frauen und Kindern. Zum Beispiel gehört das Tipi der Frau. Der Mann durfte nur beim Aufstellen z.B. helfen, wenn sie ihn darum bat. Kindern wurde die beste Führsorge entgegengebracht, das ganze Dorf war daran beteiligt. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete er gleich zwei Frauen, trennt sich aber später von einer, weil er sich der anderen wohl stärker hingezogen fühlte und die erste wohl eifersüchtig war. [5] Tatanka Iyotake nahm mehrmals am Sonnentanz teil, die Zeremonie wird detailreich beschrieben. [6] Im Weiteren werden die ersten Begegnungen und Kämpfe mit den weißen Amerikanern beschrieben. Tatanka Iyotake glaubt nicht an die Nachhaltigkeit von Friedensverträgen, verfolgt aber eine Politik der Vermeidung von Angriffen, wenn die Lakota in Ruhe gelassen werden. Der Häuptling der Hunkpapa, Tatanka Iyotakes Onkel Four Horns, entscheidet sich für die Notwendigkeit einer neuen Führung der Lakota. Infolge dessen werden Tatanka Iyotake und Crazy Horse zu deren Anführern. „Vier Häuptlinge gingen zu Tatanka Iyotakes Tipi und führten ihn hinaus. Sie brachten ein Büffelfell mit und hießen ihn, sich daraufzusetzen. Dann trugen sie ihn zum Ratszelt, um die Zeremonie durchzuführen… [Four Horns] teilte allen mit, dass es nun in [Tatanka Iyotakes] Verantwortung läge, die Ernährung und die Verteidigung der Titunwan Lakota zu gewährleisten… ‚Wenn du uns sagst, dass wir kämpfen sollen, werden wir unsere Waffen erheben, und wenn du uns sagst, wir sollen Frieden schließen, dann werden wir sie niederlegen. Jetzt wollen wir Cannunpa Wakan rauchen, die Heilige Pfeife, damit Wakan Tanka unsere Entscheidung segnen möge.‘“ – Jedoch stimmten nicht alle Lakota Abteilungen, zum Beispiel die Oglala unter Red Cloud der Wahl zu. [7] Die folgenden Kapitel erzählen dann von den Kämpfen mit der US-Armee. Der Häuptling wird nach der Schlacht am Little Bighorn (1876) mit seiner Stammesgruppe nach Kanada wandern, sich aber nach fünf Jahren doch den US-Truppen ergeben: für eine solche große Gruppe von hunderten von Familien gibt es dort kein auskommen. Landwirtschaft können sie noch nicht, Bisonherden gibt es kaum noch und die Jagdgründe geben für so viele nicht genug her. Hunger und Heimweh sind auch Beweggründe, die zur Rückkehr führen – in die Standing Rock Reservation. Tatanka Iyotake bleibt der nachdenkliche Führer, der aber doch nicht alle Stammesangehörigen auf dem „alten“ Glaubensweg behalten kann. Er kommt bis nach Washington, reist mit William Cody (Buffalo Bill) im Zirkus durch die Städte der USA und versucht, um Verständnis für sich und sein Volk zu werben. Am 15. Dezember 1890 wird er ermordet, maßgeblich von eigenen Stammesangehörigen, Verrat übte auch ONE BULL, sein eigener Neffe. Die unmittelbare Familie flieht und kommt in die Pine Ridge Reservation. Dem ging die sogenannte Geistertanzbewegung voraus, vor der die Reservationsagentur viel Angst hatte. Da sich Tatanka Iyotake deren Gebote nicht beugen wollte, galt er ihnen als Aufrührer. * * * Im Buch geht es aber nicht nur um das Leben und die Wirkung des Häuptlings. Einen großen Teil nimmt die Geschichte ein, wie Ernie LaPointe den Nachweis um die Nachkommenschaft führte, da andere Indianerfamilien ebenfalls Ansprüche erhoben.[8] Diese Ansprüche gingen seltsamerweise einher mit einerseits der Werbung mit dem Namen Sitting Bull auf der Standing Rock Reservation und andererseits mit der Diffamierung als Aufrührer zum Beispiel. Im Gegensatz zu anderen Autoren haben wir hier einen, der „indianisch“ schreibt. Der amerikanische Herausgeber schreibt im Vorwort über die Schwierigkeit, die Form der mündlichen Überlieferungen, die sich von den üblichen Standardbiografien sehr unterscheiden, mit eben der Biografieform zu verschmelzen. Er erzählt auch von Übersetzungsschwierigkeiten und unterschiedlichen Weltanschauungen. [9] Und so haben wir ein Buch vor uns liegen, welches sich unterscheidet von sonstigen Biografien, da es von den Lebenserfahrungen der Lakota, gepflegt von den Nachkommen eines der wichtigsten Lakotahäuptlingen, aber eben auch von deren Glauben, deren Weltanschauungen erzählt. Manches davon erscheint uns fremd, Die Begriffe von Ehre und Mut im Kampf, wenn in einem solchen auf Leben und Tod mit anderen Indianergruppen dem sogenannten Coup, dem Berühren eines feindlichen Kriegers ohne ihn zu verletzen oder zu töten eine solche Bedeutung zukommt. Unseren Werten wie Leben und Freiheit setzt Ernie LaPointe, der als Soldat in Vietnam gewesen ist und mit diesen sicherlich etwas anzufangen weiß, Werte wie Ehre, Respekt, Demut und Mitgefühl hinzu. Das Buch fördert auf eine bisher weniger bekannte Art und Weise das Verständnis für die Geschichte aber auch die heutige Lage der Lakota. Kleine Kritik von nicht übermäßiger Bedeutung: Der einzige Name, der transkribiert wurde und damit auf „Lakota“ gedruckt, ist Tatanka Iyotake. Alle anderen werden auf Englisch wiedergegeben. Dies verwundert doch ein wenig. Tatanka Iyotake bedeutet soviel wie „Bisonstier, der im Begriff ist, sich hinzusetzen“. Nicht einfach Sitzender Bisonbulle, wie Sitting Bull einfach übersetzt werden kann. Dies führt auch bei Crazy Horse, Tȟašúŋke Witkó zu vermutlichen Widersprüchen, man kennt ihn eigentlich nicht als „verrücktes Pferd“, sondern eher als „Geheimnispferd“. * * * Der Traumfänger Verlag stellte das Buch auf der Buchmesse im Jahr 2011 vor und hatte Ernie LaPointe dabei auch zu Gast. Kerstin Groeper, Autorin und Verlegerin des kleinen Verlages macht sich seit Jahren verdient und eine Indianerliteratur, die durchaus besonders ist, auch weil sie teilweise von Indianern selbst verfasst wurde. Zudem kommt noch der Umstand, dass es nicht nur um historische Geschichten geht, aktuelle Jugendbücher, Krimis, Thriller zählen ebenso zu den Angeboten des Verlages. Ich danke Kerstin Groeper für die Überlassung des Buches, der Traumfängerverlag bleibt seit dem Kennenlernen auf der letzten Buchmesse in Leipzig in ständiger „Beobachtung“. © KaratekaDD [1] Siehe LaPointe, Ernie: Sitting Bull… ; Traumfänger Verlag, Hohenthann 2011, ISBN: 978-3-941485-20-4, Seite 14 [2] Vgl. Ebenda, Seite 21 [3] LaPointe erzählt den und durch den Glauben seiner Vorfahren. [4] LaPointe, Sitting Bull, Seite 36 [5] Vgl. Ebenda, Seite 41ff, Kapitel „Frauen und Kinder“ / Eine zweite Frau war gelegentlich üblich, da deren Familee ja versorgt werden musste, wenn der Mann zum Beispiel im Kampf gefallen war. [6] Auch Ernie LaPointe ist ein Sonnentänzer, die Zeremonie wird auch heutzutage durchgeführt. [7] Vgl. Ebenda Seite 52/53 [8] Vgl. Ebenda, Seite 14: Vier Wege zur Ermittlung der Abstammungslinie. Überlieferungen, Dokumente, eine heilige Zeremonie, aber auch die DNA Bestätigung auf Grund einer Haarlocke. [9] Vgl. Ebenda Seite 10ff

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  • Rezension zu "Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis" von Ernie LaPointe

    Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis

    AusZeit-Mag

    19. December 2011 um 14:08

    Inhalt Nie zuvor wurde die Geschichte Sitting Bulls von einem direkten Nachkommen geschrieben und veröffentlicht. In „Sitting Bull – Sein Leben und Vermächtnis“ präsentiert Ernie LaPointe, ein Urenkel des berühmten Hunkpapa Lakota Häuptlings, die Familiengeschichten und Erinnerungen, die ihm über seinem Urgroßvater erzählt wurden. LaPointe erzählt nicht nur aus der reichen mündlichen Überlieferung seiner Familie – die Geschichten von Sitting Bulls Kindheit, seinem Ruf als wilder Krieger, sein Heranwachsen zu einem weisen und hingebungsvollen Anführer seines Volkes, oder von dem Verrat, der zu seiner Ermordung führte, sondern er erklärt auch, was es bedeutet, ein Lakota zu sein; zu Zeiten Sitting Bulls aber auch heutzutage. Diese mündliche Überlieferung unterscheidet sich in vielem von dem, was zur weithin akzeptierten Standardbiographie Sitting Bulls geworden ist. LaPointe erklärt die Unterschiede und Ursachen, wie es dazu kam, und warum er seine eigene Geschichte von Tatanka Iyotake erzählen will. Dieses Buch ist voller Kraft. Es ist eine Erzählung indianischer Geschichte, erzählt von einem Native American, damit alle Menschen diese Kultur, einen ihrer Anführer und einen Menschen besser verstehen können. Einschätzung „Sitting Bull – Sein Leben und Vermächtnis“ ist eine Mischung aus Biographie und Roman, der 2009 in den USA erschien und nun endlich in deutscher Übersetzung vorliegt. Ernie LaPointe, der Urenkel von Sitting Bull, der seine Blutsverwandtschaft beweisen kann, bringt die mündlichen Überlieferungen seiner Familie zu Papier. Ernie LaPointe wurde für die bisher geschriebenen Bücher über Sitting Bull nie befragt. Die Abhandlungen weißer Wissenschaftler stützen sich auf Informationen der Nachkommen von One Bull, dem Neffen von Sitting Bull, der an dessen Ermordung beteiligt war. Dieses Buch ist das erste und einzige Buch, das ein blutsverwandter Native schrieb. Eine Sammlung von mündlichen Erzählungen, Fotos, Dokumenten und vielen Fakten. Der Autor stützt sich dabei auf Erzählungen seiner Mutter und seiner beiden Großonkel. Obwohl der Autor kein Schriftsteller ist, hat er ein wunderbares Werk geschaffen, das uns unbekannte, sowie bekannte Dinge über Sitting Bull (Tatanka Iyotake) erzählt. Seine Kindheit, Jugend und sein Leben als Krieger und Führer werden durchleuchtet. Berichtet wird auch über die Uneinigkeit der Lakota und den Hintergrund über Sitting Bull‘s Ermordung. In diesen schwierigen Zeiten fanden viele Natives die einzige Lösung darin, mit den Weißen zu kooperieren, um zu überleben, auch wenn es den Verlust von Traditionen und Stolz bedeutete. Vieles werden wir nie erfahren, da es die Beteiligten in ihr Grab mitnahmen. Fazit Ein beeindruckendes Buch mit bisher unbekannten, interessanten Details. Wer sich für die Geschichte der Lakota interessiert, für den ist dieses Buch ein MUSS. (AH)

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  • Rezension zu "Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis" von Ernie LaPointe

    Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis

    Federchen

    22. March 2011 um 10:17

    Wer war Tatanka Iyotake? . Das heutige Wissen vieler über Sitting Bull ist begrenzt oder sogar gänzlich falsch. Mir ging es da nicht anders. Sitting Bull ist bekannt als großer Häuptling, als Krieger der Sioux. Doch er war viel mehr als das. Sein Urenkel Ernie LaPointe räumt auf mit dem Denken in unseren, besonders aber in den Köpfen der Amerikaner. Sitting Bull war in erster Linie ein Sonnentänzer, ein warmherziger, gefühlvoller Mann und Vater, aber auch ein mutiger, besonnener und standfester Kämpfer. Ein heiliger Mann der die Wiwang Wacipi Zeremonie (Sonnentanz), die sehr blutig und schmerzhaft war, als tapferer Krieger mit neuen Visionen überstand. Die Geschichten um Sitting Bull sind alle in der Familie mündlich überliefert und die Lakota tun sich schwer, etwas in Schrift zu setzen. Was wohl auch daran liegt, dass es bestimmte englische Worte nicht im Lakota gibt und umgekehrt. Erklärt wird dies an Beispielen zum Wort Kinder/children. Die Lakota haben keinen Ausdruck für Kinder sondern eine liebevolle Bezeichnung „etwas Heiliges wächst heran“. Auch bei der englischen Übersetzung von Sitting Bull der auf Lakota „Tatanka Iyotake“ (Büffelstier, der im Begriff ist, sich hinzusetzen) heißt, wird dies deutlich. Umso bemerkenswerter ist es, das sich Ernie LaPointe die Zeit genommen und einige Geschichten seines Urgroßvaters aufgeschrieben hat. Sein Buch über das Leben und das Vermächtnis Sittung Bulls ist dabei nicht als komplette Biographie zu verstehen. Es zeigt auf, dass bestehendes Wissen durch bereits geschriebene Biographien im Grunde nicht immer der Wahrheit entspricht. An Hand mehrerer Beispiele widerlegt Ernie LaPointe die Aussagen eines Neffen Sitting Bulls, dessen Familie maßgeblich an der Ermordung des großen Sonnentänzers beteiligt war. Gemeinsam mit seiner Frau Sonja versucht er, das Ansehen seines Urgroßvaters und die Erhaltung seiner Kultur zu bewahren. Mit seinem Buch ist ihm das aus meiner Sicht sehr gelungen. Ein Muss für jeden, der sich mit der Kultur der Nordamerikanischen Ureinwohner beschäftigt.

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