Die so tragisch endende Lebensgeschichte Ernst von Borsigs verdient es absolut, erzählt zu werden. Der Autor hatte aufgrund seiner familiären Verbindungen Zugang zu zahlreichen Quellen und weiß diese zu nutzen. Das Buch ist mit Zitaten aus Briefen, Tagebüchern u.ä. sowie vielen Fotografien angereichert, hier merkt man die sorgfältige Arbeit des Historikers.
Man merkt aber leider auch, daß Harmsen eben Historiker und kein Autor ist. Stilistisch ist hier viel Luft nach oben. Wirklich flüssig liest sich das Buch nicht, auch wird teilweise sprunghaft erzählt, wodurch der Lesefluß ebenfalls beeinträchtigt wird. An den Formulierungen hätte ein gutes Lektorat noch einiges bewirken können (und sollen). Zum Ende hin, etwa ab dem Teil, der vom Krieg berichtet, wirkt der Schreibstil immerhin harmonischer.
Es sind sehr viele Informationen enthalten, sowohl zu Ernst von Borsig selbst wie auch zu seinem Umfeld und den historischen und gesellschaftlichen Hintergründen. Mit ein wenig stilistischer Überarbeitung wäre es ein hervorragendes Buch geworden, so ist es immerhin informativ und gut recherchiert.



