Ernst Badian Zöllner und Sünder

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Inhaltsangabe zu „Zöllner und Sünder“ von Ernst Badian

Das Buch stellt die römischen Gesellschaften der "publicani" - auf unterer Ebene die sprichwörtlichen Zöllner und Sünder des Neuen Testaments - während der Republik vor. Damals verfügte der Stadtstaat Rom kaum über den angemessenen bürokratischen Apparat, um den aus der Expansion resultierenden Aufgaben Herr zu werden, sondern nur über wenige ausgewählte Staatsvertreter. Viele unabdingbare Dienstleistungen - Steuereinnahme, Heeresausrüstung und Nachschub, Bau von Straßen und öffentlichen Gebäuden - waren privaten Gesellschaften, geleitet von Rittern unter strenger Kontrolle durch den Staat anvertraut. Trotz der Ausbeutung der Provinzen war das System über einen langen Zeitraum effizient, bis es nach den großen Bürgerkriegen an Bedeutung verlor. Das Buch erlaubt in einem Zeitalter zunehmender Privatisierung staatlicher Hoheitsrechte, einen Blick auf interessante Parallelen im alten Rom zu werfen.

Die ewige Frage: Regierungsadministration oder Privatwirtschaft ??

— Admiral

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  • Unternehmer in der spätrepubliaknischen Phase Roms.

    Zöllner und Sünder

    Admiral

    07. September 2015 um 14:04

    Ernst Badian versucht hier in seinem Buch "Zöllner und Sünder. Unternehmer im Dienst der römischen Republik" (Darmstadt 1997) eine Funktionsgeschichte der (Privat-)Unternehmer (publicani) in der römischen Republik zu formulieren. Das Themenfeld um die publicani gehört definitiv zu denen, die quellentechnisch äußerst problematisch sind. Die Gründe sind bekannt. Erst bei Cicero lässt sich mehr dazu herausholen, was wir anhand Badians Fussnoten erkennen können. In einer chronologisch/thematischen Gliederung nähert Badian sich dem Thema an und beschreibt Tätigkeitsfelder der publicani, sowie Konflikt- und Kooperationspunkte zur Regierungsschicht. Generell ist diese Untersuchung ein gutes und schönes Beispiel für die historische Methode, dass die Geschichte stets mit brandaktuellen Fragestellungen der eigenen Zeit des Historikers untersucht wird. In seiner Einleitung macht Badian überdeutlich, was seine Fragestellung ist, nämlich die nach dem Verhältnis zwischen öffentlicher Regierungsadministration und Privatwirtschaft bzgl. ihrer Tätigkeitsfelder: Wasserversorgung, Steuereinziehung, Strassenbau etc. seien hier als Beispiele genannt. Leider setzt er den Schwerpunkt zu stark auf eben diesen Kontrast und verliert dabei mMn die Erklärung sehr aus den Augen. Er interpretiert viel, beschreibt allerdings wenig. Ein recht klare Definition und Erläuterung zu den publicani ist mir nach der abgeschlossenen Lektüre des Buches nicht so einfach möglich (was natürlich auch an meinem fehlenden Verständnis liegen könnte). Was mich auch etwas negativ überraschte war die Beinahepolemik gegen Toynbee, die zwar gut gerechtfertigt wirkte, aber dennoch unangemessen hart war. Prinzipiell ist diese Untersuchung jedoch eine angenehme Fundgrube für Quellenepisoden, die diese Thematik berühren. Als Einführung in dieses Themenfeld eignet sie sich allerdings nicht sonderlich. Ich plane mir noch einige der Rezensionen zu dieser Untersuchung anzusehen. Falls ich das mache und die Motivation dazu verspüre, teile ich eventuell meine Erkenntnisse hier in einem Kommentar zu dieser Rezension mit euch.

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