Ernst Dronke

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Polizei-Geschichten, Berlin und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ernst Dronke

Ernst Dronke (*1822 in Koblenz; †1891 in Liverpool) entstammte einer Koblenzer Intellektuellenfamilie. Den vorgezeichneten Weg einer Gelehrtenlaufbahn verließ er, als er im Zuge einer Fahndung nach „geheimen politischen Tendenzen“ 1842 zuerst von der Bonner Universität relegiert wurde und an seiner neuen Alma Mater in Marburger unter den Einfluss seiner Professoren und der „Rheinischen Zeitung“ von Karl Marx geriet und dort zum „Junghegelianer“ wurde. In Berlin, wo er sich promovieren wollte, entstanden während eines anderthalbjährigen Aufenthalts die Notizen, die er wenig später – bereits der Stadt verwiesen und durch den Entzug des Bürgerrechts von Kurhessen und Preußen zum Staatenlosen geworden, zu seinem Berlin-Buch verarbeiten sollte. Nach der Flucht aus der Festungshaft wurde Dronke zu einer der zentralen Figuren der „Neuen Rheinischen Zeitung“ um Karl Marx und Friedrich Engels.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Berlin

Neu erschienen am 11.10.2019 als Hardcover bei AB - Die Andere Bibliothek.

Alle Bücher von Ernst Dronke

Cover des Buches Polizei-Geschichten (ISBN:9783946896227)

Polizei-Geschichten

 (1)
Erschienen am 12.03.2018
Cover des Buches Berlin (ISBN:9783847700210)

Berlin

 (0)
Erschienen am 11.10.2019
Cover des Buches Die Maikönigin (ISBN:9783849533748)

Die Maikönigin

 (0)
Erschienen am 08.03.2013

Neue Rezensionen zu Ernst Dronke

Neu

Rezension zu "Polizei-Geschichten" von Ernst Dronke

Das Böse von einst - immer noch lesenswert
aus-erlesenvor 2 Jahren

Staubige Akten mit staubtrockenen Fakten – von wegen! Ernst Dronke wurde vor knapp zweihundert Jahren geboren. Als Journalist, der offen über die sozialen Ungerechtigkeiten in der Sozialreportage „Berlin“ schrieb, brummte man ihm zwei Jahre Festungshaft auf. Er floh nach Brüssel, wo er Friedrich Engels kennenlernte. 
Seine „Polizeigeschichten“ sind keineswegs nur sensationslüsterne Anekdoten aus den staubigen Archiven der Polizeireviere. Sie sind vor allem Anklagen gegen eine Gesellschaft, die die Verrohung hinnimmt und deren Opfer dann zusätzlich auch noch mit Strafen belegt, ja, sogar verhöhnt. Wie die des Tischlers Fritz Schenk. Ein echter Handwerker, geschickt wie kaum ein anderer seiner Kollegen. Eines Tages wird von einem Mann verletzt. Die Kosten der Behandlung trägt der Unfallverursacher. So weit so gut. Doch der Arm will nicht recht wieder in Ordnung kommen. Sein Chef degradiert ihn, mault über seine Arbeit. Schenk will sich selbständig machen. Er sucht den Mann auf, der für seine momentane Situation verantwortlich ist. Dieses Mal wird es nur halb gut. Denn die angebotene Summe reicht nicht, um eine eigene Werkstatt eröffnen zu können. 
Zwischenzeitlich ist Schenk Ehemann und Vater geworden. Die finanziellen Sorgen treiben ihn zu Taten, die er sich nie vorstellen konnte. Eines Tages bietet sich bei einem Kunden die vermeintliche Chance auf den großen Fang. Schenk greift zu. Die Brieftasche nah am Herzen, plagt ihn sein Gewissen. Er hat gestohlen. Ein zu geringer Betrag, um sorglos die Zukunft planen zu können. Zu dilettantisch, um damit davonzukommen. Und schon stehen die Polizei auf der Matte und die Gefängniszelle weit offen. Das Wort Zukunft ist erst einmal aus dem Wortschatz gestrichen. Eine Zeit später trifft Schenk einen ehemaligen Kumpan aus der Knastzeit wieder. Schenk steht kurz vor dem Rauswurf aus seiner Wohnung. Das Angebot des einstigen Schicksalsteilers klingt verlockend. Schnelles Geld für wenig Arbeit. Dass das Risiko zu hoch ist, wird ausgeblendet. Denn der Kumpan spielt ein doppeltes Spiel…
„Das Böse ist immer und überall“, sang die Erste Allgemeiner Verunsicherung. Was als lustiger Chartbreaker bis heute nachhallt, hat in diesem Buch mehr als nur einen derben Hintergrund. Dronke vertritt die Ansicht, dass der Mensch nicht von Natur aus böse ist. Die Umstände zwingen den einen oder anderen durchaus das eine oder andere Mal Maßnahmen zu ergreifen, die die Grenze des Legalen überschreiten. Die Polizei ist dann nicht mehr der Freund und Helfer, sondern willfähriges ausführendes Organ des Staates. Da gibt es auch kein links oder rechts mehr. Es geht schnurstracks geradeaus. Mitten ins Verderben. Lesenswert ist dieses Buch auch wegen der originalen Übernahme des Textes von vor über 150 Jahren. Da ist von Ingrimm die Rede, von Gensd’armen oder Provinzialstädten. So hat man damals geredet – wer deutsche Kultur erlesen underleben will, kommt an diesem Buch nicht so schnell vorbei.

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