Ernst Engelberg

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Bismarck, Die Bismarcks und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ernst Engelberg

Bismarck

Bismarck

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Erschienen am 13.11.2017
Die Bismarcks

Die Bismarcks

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Erschienen am 21.05.2012
Bismarck, Urpreuße und Reichsgründer

Bismarck, Urpreuße und Reichsgründer

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Erschienen am 01.06.1991
Bismarck: Sturm über Europa. Biographie

Bismarck: Sturm über Europa. Biographie

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Erschienen am 13.10.2014
Bismarck II. Das Reich in der Mitte Europas

Bismarck II. Das Reich in der Mitte Europas

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Erschienen am 01.06.1994
Bismarck, in 2 Bdn.

Bismarck, in 2 Bdn.

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Erschienen am 01.04.1999

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Rezension zu "Bismarck" von Ernst Engelberg

Bismarck: Sturm über Europa
Joenivor einem Jahr

Geschichte
kann so spannend sein! Gerade dann, wenn das Leben eines Autors mit
dem von ihm Geschriebenen verknüpft ist. Der Großvater von Ernst
Engelberg hatte die Revolution von 1848 miterlebt und in deren Zuge
das adlige „von“ abgelegt. Der Vater hatte 1898 den
SPD-Ortsverein von Haslach im Kinzigtal ins Leben gerufen. Engelberg
selbst gehörte der KPD an, lebte während des Dritten Reichs im Exil
und lehrte später in der DDR, wo er Mitglied der SED und nach dem
Mauerfall der PDS war. Von der Biographie Bismarcks erschien 1985 der
erste von den zwei Bänden – und zwar als eines der ganz wenigen
Bücher zeitgleich im Osten und im Westen des damals noch geteilten
Deutschlands. Der Sohn, Achim Engelberg, hat nach dem Tod seines
Vaters dessen Archive übernommen und eine gekürzte einbändige
Fassung der Biographie für die Veröffentlichung vorbereitet. Vier
Generationen in einer solchen Verbundenheit, da ist das Ergebnis sehr
interessant.





Engelberg
beschreibt das Leben Ottos von Bismarck sehr lebendig und farbenfroh.
Der Leser meint immer wieder, selbst mitten im Geschehen zu stehen,
die Fragen beantworten zu müssen, denen sich der erste Reichskanzler
stellen muss. Es ist in erzählerischer Sicht ein wahrer Genuss,
dieses ausführliche und doch so kompakte Buch zu lesen. Engelberg
erzählt von der Familie, in welche Bismarck hineingeboren wurde; es
war eine Familie von Gutsbesitzern, Landjunkern und Beamten in
Pommern. Nach einer Kindheit auf dem Lande besuchte er das Gymnasium
in Berlin, wo er in der Stadtwohnung seiner Familie lebte. Dort war
jeweils für den Winter und das Frühjahr auch „Onkel Fritz“ zu
Hause, der immer wieder hochgestellte Persönlichkeiten zu Besuch
hatte. Nach einem Studium und Referendariat kehrte Bismarck zurück
ins Pommersche, wo er mithalf, den elterlichen Kniephof zu
modernisieren. Dort machte er nun auch vermehrt die Bekanntschaft mit
den Vertretern der Pommerschen Erweckungsbewegung um Adolf von
Thadden-Trieglaff, der wiederum die Berliner Brüder Ludwig und
Leopold von Gerlach beeinflusste, und letztlich war es Ludwig von
Gerlach, der Bismarck in die Politik zu bringen vermochte.





An
der Stelle muss ich Engelberg ein großes Lob aussprechen. Es ist ihm
gelungen, eine Biographie zu schreiben, welche die damalige
geistliche Entwicklung der Regionen Pommern und Berlin ernst nimmt.
Das findet man selten – und das gerade von einem ziemlich links
orientierten Historiker. Und doch schafft er es, die Ansichten der
Hochkonservativen ernst zu nehmen und zu würdigen. Davon dürfte es
ruhig mehr geben. Das habe ich richtig genießen können beim Lesen.
Auch dass Engelberg diese so oft stiefmütterlich behandelten
pietistischen Erweckungskreise wieder zur Sprache bringt, rechne ich
ihm hoch an. Zuweilen gibt es aber auch leichte Spitzen seinerseits
gegen manche der Sichtweisen der Pietisten, wie etwa hier: „Die
Abwendung von der Aufklärung drückte sich bei den Neupietisten
manchmal recht drastisch aus, so wenn Gustav von Below einmal
schrieb, man müsse den 'gewaltigen Teufel von geistiger
Verstandeshoffart' bekämpfen.“ (S. 78)





Wie
schätzte Engelberg den Glauben Bismarcks ein? Auch hierzu ein kurzes
Zitat aus dem Buch: „Sein Verhältnis zu Gott ist von Anfang an
eigenständig, aktiv und jeder Form passiver Gottergebenheit geradezu
feind. Dem Bruder gegenüber sagte er es am 31. Januar 1847, als er
über sein Verhältnis zu Johanna schrieb, am deutlichsten: 'In
Glaubenssachen gehen wir, mehr zu ihrem als zu meinem Leidwesen,
etwas auseinander, wenn auch nicht so sehr als Du meinesteils glauben
magst, denn mancherlei innre und äußre Ereignisse haben in letzter
Zeit Veränderungen in mir hervorgebracht, durch die ich mich, was
früher, wie Du weißt, nicht der Fall war, berechtigt halte, mich
den Bekennern der christlichen Religion beizuzählen.'“ (S.
114) Man mag darüber nun selbst denken wie man mag, aber ich schätze
an dieser Biographie die Offenheit, mit welcher sich der Autor diesen
Dingen widmet.





Bismarck
erlebte die Revolution von 1848, ja, er erlebte sie nicht nur,
sondern beteiligte sich im Lager der Konservativen an ihr, das heißt,
er wandte sich gegen das Revolutionäre an ihr und für die bisherige
Machtverteilung. Schließlich war er ein Preuße von ganzem Herzen,
und so setzte er sich für dieses sein altbekanntes Preußen ein. Mit
den Gebrüdern von Gerlach besprach er sich des Öfteren, und machte
durchaus auch mal Geschäfte hinter dem Rücken des Königs Friedrich
Wilhelm IV, da auf diesen zuweilen kein Verlass war. Wie es wohl
nicht anders geht, nimmt auch der Erfolg Bismarcks mit den Gesetzen
zur Unfall- und Krankenversicherung der Arbeiter ein Kapitel bei
Engelberg ein. Schließlich konnten so die Sozialdemokraten, aus
welchen seine Familie stammt, Punkte sammeln.





Man
merkt an vielen Stellen dem Autor seine politische Herkunft an, was
allerdings in Ordnung ist. Schließlich lässt er auch die andere
Seite zu Wort kommen. So entsteht ein rundes Ganzes, ein Buch, das
man gerne liest, und eine Schilderung, die den Leser in die Zeit
hinein nimmt, in welcher sie spielt. Wer sich für die Person Ottos
von Bismarck interessiert, dem empfehle ich diese Biographie sehr.
Mir hat auch das Nachwort gefallen, in welchem die Herkunft des
Autors sowie die Entstehungsgeschichte der Biographie noch näher
erläutert wird.





Ich
gebe dem Buch deshalb fünf von fünf Sternen.




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M

Rezension zu "Bismarck" von Ernst Engelberg

Zu Recht das Standardwerk zu Person und Wirken
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Zu Recht das Standardwerk zu Person und Wirken

Nicht nur das Werk selbst besticht durch seine umfassende Breite und Ausführlichkeit. In dieser korrespondiert zudem erkennbar der Hintergrund als „Lebenswerk“ des Historikers Ernst Engelberg.

In nun durch Engelbergs Sohn Achim, ebenfalls Historiker, erscheint die ehemals zweibändige Biographie nun gesammelt in einem Band im Siedler Verlag.

846 prall gefüllte, fundierte und kenntnisreich verfasste Seiten bieten einen umfassenden Blick auf das gesamte Leben des „eisernen Kanzlers“, auf sein „Werden und Suchen“, auf die Entwicklungen der Zeitgeschichte mit ihrer „Revolution von oben“ und der Hegemonie Preußens, die Rolle, die Bismarck in all dem einnahm (und die ihn zunehmend formte), der Krieg gegen Napoleon den dritten mitsamt der „großen Diplomatie“ und der vielfachen innereuropäischen Interessen mit dem Abschluss zunächst in der Gründung des preußisch-deutschen Reiches und der sehr genauen Darstellung der Formung durch Bismarck, all dies führt den Leser mitten hinein in Person, Zeit und Zeitgeschehen bis zur Kanzlerschaft Bismarcks.

Wobei ein besonderes Augenmerk der sozialen Verfassung in Deutschland gilt und Bismarck auch als Kind seiner Zeit in seinen verschiedenen Wurzeln und gewachsenen Überzeugungen dargestellt wird. Engelberg stellt dabei den Machtanspruch, die dominante Persönlichkeit des Politikers ebenso klar heraus, wie er die „Gegenspieler“ und die eigentlichen „Herren“ (meist nur dem Namen nach und teils von Bismarck entweder als unterlegen oder als Gegner betrachtet), die Kaiser in ihren jeweiligen wechselhaften Verbindungen zu Bismarck nachzeichnet.

„Klare Kante“ charakterisiert dabei den „eisernen Kanzler“ ebenso, wie ein ausgeprägtes Machtgespür und das erfolgreiche Ziehen von Fäden hinter den Kulissen. Ein Mann, der die eigene Größe im Blick hatte, sich den meisten seiner Zeitgenossen und Herrschern weit überlegen fühlte und wie ein „Ein-Mann-Regime“ zu seinen Hochzeiten die Zügel in der Hand hielt. Und der auch als einer der ersten mit Medienkampagnen arbeitet, soweit er der Meinung war, dass dies seinen Zwecken dienlich war.

Sein Selbstverständnis als „Steuermann“ war und blieb ungebrochen, so dass sein Abgang bekanntermaßen eher unrühmlich zu nennen ist. Reibung war daher en ständiger Begleiter seines politischen (und auch privaten) Wirkens.

Fast selbstverständlich ist das die Beschäftigung Engelbergs auch mit dem „späten Bismarck“, dem „rastlosen Ruhestand“ bis fast zum letzten Atemzug. Sehr genau liest sich aus dieser breiten und zugleich tiefreichenden Biographie jenes Gefühl und jene Überzeugung der eigenen „Unersetzbarkeit“ heraus, die einerseits die Hybris Bismarcks, andererseits aber auch sein Charisma und seine Faszination ausmachte.

All dies wird in den ersten Kapiteln vom Werden Bismarcks bereits angelegt und begründet, die „Wurzeln des Junkertums“ ausführlich und nachvollziehbar dargestellt, das in ein „Geflecht aus persönlichen und gesellschaftlichen Bezügen“ mündete und die überbordende Triebkraft des Mannes intensiv beleuchtet.

Auch wenn in dieser Neuauflage nun eine stark komprimierte Fassung vorliegt, dem „normalen“ Leser kann dies nur recht sein. Die Kürzungen gehen nicht auf Kosten der sachgerechten und umfassenden Darstellung von Person und Wirken und machen am Ende die gesamte Biographie wesentlich lesbarer, als die als Grundlage vorliegenden gut 1600 Seiten der beiden Bismarckbände Engelbergs von 1985 und 1990.

Auch in dieser Fassung als Standardwerk zur Biographie Bismarcks anzusehen.

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Ernst Engelberg wurde am 05. April 1909 in Haslach (Deutschland) geboren.

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