Ernst Engelberg , Achim Engelberg Bismarck

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Inhaltsangabe zu „Bismarck“ von Ernst Engelberg

Größe und Tragik des Eisernen Kanzlers. Das Standardwerk zum Bismarck-Jahr Mit seiner Bismarck-Biographie hat Ernst Engelberg Maßstäbe gesetzt. Bis heute sind seine lebendige Zeichnung des ersten Reichskanzlers und die stilistische Brillanz dieses Meisterwerks der deutschen Geschichtsschreibung unerreicht. Zum 200. Geburtstag Otto von Bismarcks erscheint der Klassiker nun in einer aktualisierten und gekürzten Neuausgabe – ein Lesevergnügen allerersten Ranges. Ernst Engelbergs zweibändige Biographie Bismarcks war schon bei Erscheinen eine geschichtspolitische Sensation: Es war das einzige große historische Werk, das zeitgleich in Ost- und Westdeutschland publiziert wurde. Durch seinen neuen, vielschichtigen Blick auf Charakter und Überzeugungen des ersten deutschen Reichskanzlers überwand es alle geschichtsideologischen Gräben. Engelberg schuf das faszinierende Bild einer einzigartigen Persönlichkeit und eines herausragenden politischen Werkes, das letztlich tragische Züge annahm. Denn es war Bismarcks größte Leistung, die Schaffung des Deutschen Reiches, die am Ende jenes Altpreußen aufhob, in dem er verwurzelt war und dem seine ganze Liebe gehörte. Die von Achim Engelberg edierte Neuausgabe bietet nun endlich die Chance, diesen Bismarck neu zu entdecken.

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  • Zu Recht das Standardwerk zu Person und Wirken

    Bismarck
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    08. December 2014 um 12:30

    Zu Recht das Standardwerk zu Person und Wirken Nicht nur das Werk selbst besticht durch seine umfassende Breite und Ausführlichkeit. In dieser korrespondiert zudem erkennbar der Hintergrund als „Lebenswerk“ des Historikers Ernst Engelberg. In nun durch Engelbergs Sohn Achim, ebenfalls Historiker, erscheint die ehemals zweibändige Biographie nun gesammelt in einem Band im Siedler Verlag. 846 prall gefüllte, fundierte und kenntnisreich verfasste Seiten bieten einen umfassenden Blick auf das gesamte Leben des „eisernen Kanzlers“, auf sein „Werden und Suchen“, auf die Entwicklungen der Zeitgeschichte mit ihrer „Revolution von oben“ und der Hegemonie Preußens, die Rolle, die Bismarck in all dem einnahm (und die ihn zunehmend formte), der Krieg gegen Napoleon den dritten mitsamt der „großen Diplomatie“ und der vielfachen innereuropäischen Interessen mit dem Abschluss zunächst in der Gründung des preußisch-deutschen Reiches und der sehr genauen Darstellung der Formung durch Bismarck, all dies führt den Leser mitten hinein in Person, Zeit und Zeitgeschehen bis zur Kanzlerschaft Bismarcks. Wobei ein besonderes Augenmerk der sozialen Verfassung in Deutschland gilt und Bismarck auch als Kind seiner Zeit in seinen verschiedenen Wurzeln und gewachsenen Überzeugungen dargestellt wird. Engelberg stellt dabei den Machtanspruch, die dominante Persönlichkeit des Politikers ebenso klar heraus, wie er die „Gegenspieler“ und die eigentlichen „Herren“ (meist nur dem Namen nach und teils von Bismarck entweder als unterlegen oder als Gegner betrachtet), die Kaiser in ihren jeweiligen wechselhaften Verbindungen zu Bismarck nachzeichnet. „Klare Kante“ charakterisiert dabei den „eisernen Kanzler“ ebenso, wie ein ausgeprägtes Machtgespür und das erfolgreiche Ziehen von Fäden hinter den Kulissen. Ein Mann, der die eigene Größe im Blick hatte, sich den meisten seiner Zeitgenossen und Herrschern weit überlegen fühlte und wie ein „Ein-Mann-Regime“ zu seinen Hochzeiten die Zügel in der Hand hielt. Und der auch als einer der ersten mit Medienkampagnen arbeitet, soweit er der Meinung war, dass dies seinen Zwecken dienlich war. Sein Selbstverständnis als „Steuermann“ war und blieb ungebrochen, so dass sein Abgang bekanntermaßen eher unrühmlich zu nennen ist. Reibung war daher en ständiger Begleiter seines politischen (und auch privaten) Wirkens. Fast selbstverständlich ist das die Beschäftigung Engelbergs auch mit dem „späten Bismarck“, dem „rastlosen Ruhestand“ bis fast zum letzten Atemzug. Sehr genau liest sich aus dieser breiten und zugleich tiefreichenden Biographie jenes Gefühl und jene Überzeugung der eigenen „Unersetzbarkeit“ heraus, die einerseits die Hybris Bismarcks, andererseits aber auch sein Charisma und seine Faszination ausmachte. All dies wird in den ersten Kapiteln vom Werden Bismarcks bereits angelegt und begründet, die „Wurzeln des Junkertums“ ausführlich und nachvollziehbar dargestellt, das in ein „Geflecht aus persönlichen und gesellschaftlichen Bezügen“ mündete und die überbordende Triebkraft des Mannes intensiv beleuchtet. Auch wenn in dieser Neuauflage nun eine stark komprimierte Fassung vorliegt, dem „normalen“ Leser kann dies nur recht sein. Die Kürzungen gehen nicht auf Kosten der sachgerechten und umfassenden Darstellung von Person und Wirken und machen am Ende die gesamte Biographie wesentlich lesbarer, als die als Grundlage vorliegenden gut 1600 Seiten der beiden Bismarckbände Engelbergs von 1985 und 1990. Auch in dieser Fassung als Standardwerk zur Biographie Bismarcks anzusehen.

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