Ernst H. Gombrich

 4.5 Sterne bei 39 Bewertungen

Lebenslauf von Ernst H. Gombrich

Ernst H. Gombrich, geboren 1909 in Wien, gestorben 2001 in London, war ein britischer Kunsthistoriker österreichischer Herkunft, der am Warburg Institute in London wirkte. Er gilt als einer der weltweit angesehensten Kunsthistoriker. Seine weltberühmte ›Geschichte der Kunst‹ erschien 1950 und zählt zu den meistverkauften Kunstbüchern.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser" von Ernst H. Gombrich

Well done
sKnaerzlevor 2 Monaten

Ein wirklich schneller Durchgang durch die Weltgeschichte. Gombrich trifft dabei den Ton "Kinder, ich erzähl euch was!" und wählt aus der Masse des Stoffes nicht nur die Haupt- und Staatsaktionen aus, sondern berichtet gern über Philosophen und Religionsstifter.

Dabei bemüht sich Gombrich auch um eine faire Beurteilungen, was im meist gut, aber in der Zeitgeschichte eher weniger gelingt.



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Dieser Band beginnt mit einem von der Enkelin des Autors geschriebenen Vorwort, das erzählt, wie es kam, dass ihr Großvater diesen Klassiker schrieb. Eigentlich sollte er nämlich ein englisches Geschichtsbuch für Kinder aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen, da es derartiges auf Deutsch noch nicht gab. Doch er fand, das von ihm zu übersetzende Werk so schlecht, dass er dem Verleger vorschlug, ein eigenes besseres Werk auf Deutsch zu schreiben. Der Erfolg hält über Jahrzehnte an und lediglich der zweite Teil, musste viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, um weitere Kapitel bis zur europäischen Union ergänzt werden. Im Jahre 2001 verstarb er.

Ernst H. Gombrich ist studierter Kunsthistoriker und so fließt in seine Darstellung der Geschichte auch immer etwas Kunstgeschichte mit ein, z.B. wenn er über die Höhlenmalerei der Steinzeitmenschen, die Wandmalereien in den ägyptischen Pyramiden, die Jagdszenen auf griechischen Vasen oder die Schönheit in der Schlichtheit der Akropolis preist. Aber es ist keine kunstgeschichtliche Abhandlung, man könnte es auch einfach ganzheitlich nennen, denn auf die prägenden Kulturformen der jeweiligen Zeit wird eingegangen, auch auf Sport, Theater, Musik und Religion. Dabei wird eben auch geschildert, dass es teilweise die Religion eines kleinen Volkes ist, die ihm geschichtliche Bedeutung verleiht. Dabei kommen eigentlich auch alle großen Volksreligionen und Kulturen zu Wort. Besonders beeindruckend fand ich die Erklärung des Orakels von Delphi. Mir war bisher nicht bekannt, dass das Orakel durch Erdgase völlig benebelt war und daher eher unklar gelallt, als gesprochen hat... So wird wie in diesem Beispiel auch oft die Herkunft gewisser Redensarten erklärt, was die Kinder wirklich interessant finden und die Eltern bisweilen auch nicht wussten. Meine größte Sorge bereiteten mir die religiösen Schilderungen, wobei ich ausgerechnet Buddha und Lao-Tse gemeinsam mit meinem Pubertier hörte. Beim Zuhören wurde mir heiß und kalt, als ich begriff, dass sie ja die Meditation von Buddha und Lao-Tse, das Streben nach dem Nichts, dem Nirwana oder auch den Zustand eines Käfers zu erreichen, einfach mit Chillen übersetzen könnte. Zum Glück ist das nicht passiert, ich bekam nie die Ausrede fürs Nichtstun zu hören, dass sie nach Höherem strebe ;) Die Jüngere freute sich, ihr aktuelles Reli-Referatsthema wieder zu entdecken: Der Auszug der Juden aus Ägypten. Im Gegensatz zum Text in ihrem Relibuch, war dieses Kapitel für sie aber gut verständlich. Aber auch wenn er den Buddhismus und Lao-Tse erläutert und die Bedeutung des Judentums, der ägyptischen und griechischen Götter, so wird doch offenbar, daß er eindeutig Christ ist und von der christlichen Kirche in seinem Selbstverständnis geprägt. Da ich selbst dazu gehöre und diese Werte an meine Kinder weitergebe stört es mich nicht, könnte bei einigen aber nicht gut ankommen. Ich habe erfreut festgestellt, dass meine Schulbildung doch gründlich war. Ich habe alles schon mal im Unterricht gehabt, aber immer nur ausschnittsweise und nie als ineinandergreifende Zusammenhänge. Daher wird auch auf die Philosophen eingegangen, wie auch Diogenes, der ja doch auch verblüffende Ähnlichkeiten mit Buddha und Lao-Tse aufweist und auch mit dem modernen Trend des Minimalismus. In seiner Dinge werden aber wohl noch nicht einmal 100 Dinge Platz gefunden haben, aber er war schon für Alexander den Großen beeindruckend. Für mich beeindruckend, war die Fähigkeit dieser großen Herrscher riesige Reiche über Jahre zu beherrschen, ganz ohne die Mittel der modernen Kommunikation. Das macht mich schon neugierig, wie sie das denn eigentlich angestellt haben, in Zeiten, in denen Briefe monatelang unterwegs waren. Ach ja, die Leistung der einzelnen Völker Schriftsprachen zu entwickeln wird übrigens auch jeweils unter die Lupe genommen.

Sehr erstaunlich finde ich, dass dieses Hörbuch, obwohl seine Vorlage bereits so alt ist (1935) noch immer von Kindern gut verstanden wird, auch wenn der Wortschatz stetig im Wandel begriffen ist. Da die Buchvorlage aus dem Jahre 1935 stammt, ist sie nicht mehr immer unbedingt politisch korrekt, für heutige Verhältnisse. Erstaunlicherweise, hat meinen Mann das überhaupt nicht gestört. Wer aber vermeiden möchte, dass die Kinder Begriffe wie „Neger“ hören, der sollte hier nicht zugreifen. Es ist ein historisches Dokument.

Mein Mann war von Christoph Waltz als Sprecher ganz angetan. Er spricht wohl moduliert und nie monoton. Da macht es Freude zuzuhören. Seinen kleinen österreichischen Einschlag finde ich charmant. So, wie in vielen seiner frühen Filme, klingt er hier nicht wie ein Bösewicht, sondern einfach freundlich, wie ein netter Onkel, der einem Kind etwas erklärt. Oft hat man auf Deutsch nicht die Gelegenheit einem Oscar-Preisträger zu lauschen.

Es ersetzt kein Geschichtsbuch und kein Lernen für die Schule. Aber dieses Hörbuch kann etwas ganz Wichtiges: Kindern Geschichte als ganzheitliches Subjekt nahe zu bringen, zu verdeutlichen, dass es mehr um Zusammenhänge und das große Ganze, als um einzelne Jahreszahlen geht. Klar, es werden auch Jahreszahlen genannt, aber vom einmaligen Hören, prägt man es sich ja nicht ein. Daher werden oft auch zeitliche Parallelen und andere zeitliche Zuordnungen geschaffen. Es weckt vor allem Interesse und das finde ich wertvoll. Ab 10 Jahren wirklich zu empfehlen.

Kommentare: 3
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Rezension zu "Die Geschichte der Kunst" von Ernst H. Gombrich

Wer alles für Kunst wissen möchte, muss das lesen!
DanielaSchneiderheinzevor 3 Jahren

Ich liebe Schönes, aber ich umgebe mich nicht tagtäglich damit. Ich verstehe nicht immer, was manche Hypes auf sich haben. In diesem Werk wird erklärt, was für mich vorher im Nebel war. Ein Lesen wird kein Studium ersetzen, aber nachhaltig beeindrucken. Eine Empfehlung für alle Kunstinteressierten, die etwas hinter die Kulissen schauen wollen.

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die kunstgeschichte von e.h.gombrich frage: wo bekomme ich noch die auflage 15
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