Ernst Horst Nur keine Sentimentalitäten!

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Inhaltsangabe zu „Nur keine Sentimentalitäten!“ von Ernst Horst

Grau und miefig war es im Deutschland der 50er-Jahre – bis Dr. Erika Fuchs kam, und mit ihr Donald Duck. Die höhere Tochter und Kunsthistorikerin war nach heutigen Einstellungskriterien als Chefredakteurin von Micky-Maus-Heftchen überqualifiziert, aber Frau Fuchs war der festen Überzeugung, dass man für die Übersetzung von Comics nicht gebildet genug sein konnte. So brachte sie nicht nur Farbe und Witz in die tristen Nachkriegskinderzimmer, sondern bewirkte wahrscheinlich mehr für die deutsche Sprachkultur als viele hochdekorierte PEN-Mitglieder. Ihr Einfluss im alltäglichen Sprachgebrauch und in der Popkultur ist bis heute enorm: egal ob dem »Ingeniör nichts zu schwör« ist, wir über den »großen Lauschangriff« diskutieren oder Jugendliche elterliche Vorgaben mit »würg, röchel« kommentieren. Humorvoll und reich bebildert beweist dieses Buch Kapitel für Kapitel, wie viel Entenhausen in Deutschland steckt – und umgekehrt: Von der Küche über die Literatur und den Schlager bis hin zu unserem Verhältnis zu fremden Kulturen ist Erika Fuchs’ Werk ein Spiegel deutscher Befindlichkeit. Nur keine Sentimentalitäten! ist somit die fröhlichste kleine Kulturgeschichte, die man sich denken kann.

Ein wahres Lese-Vergnügen!

— bücherelfe
bücherelfe

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  • Rezension zu "Nur keine Sentimentalitäten!" von Ernst Horst

    Nur keine Sentimentalitäten!
    Zebrafink

    Zebrafink

    29. April 2012 um 21:22

    Wie der Titel schon sagt, "Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte" Gut recherchiert, amüsant geschrieben und für Fans ebenso interessant, wie für Gelegenheits- Donaldisten.

  • Rezension zu "Nur keine Sentimentalitäten!" von Ernst Horst

    Nur keine Sentimentalitäten!
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    12. April 2012 um 14:18

    Millionen von Kindern sind nach dem Krieg aufgewachsen mit den wöchentlichen Mickey Maus Heften. Ich erinnere mich noch gut, wie ich in den sechziger Jahren bei knappen elterlichen Kassen immer wieder darum betteln musste, dass sie mir ein Heft oder später dann eines der beliebten Taschenbücher kauften. Was ich damals nicht wusste, und was mich dieses wunderbare Buch lehrte, ist, dass es eine deutsche Frau war, Erika Fuchs, die die Zeichnungen des weltberühmten Carl Barks in ein den deutschen Kindern verständliches Umfeld brachte. Das nach Deutschland verlegte Dorf Entenhausen, die Namen der Figuren, ihre typischen Aussprüche, ihre wie selbstverständlichen Zitate deutscher Klassiker und Sprichwörter, das ist alles ihre Schöpfung. Sie hat aber damit nicht nur Donald Duck den deutschen Kindern mehrerer Generationen nahe gebracht, sondern mit ihren Wortschöpfungen die deutsche Sprache der Nachkriegszeit geprägt wie kaum ein anderer Wortkünstler dieser Zeit. Das vorliegende mit unzähligen Cartoons bebilderte Buch von Ernst Horst ist Biographie und Grundlagenwerk für Donaldisten in einem. Es steht zu hoffen, dass auch die Sprachwissenschaftler dieses Werk rezipieren. Denn es zeigt überzeugend, dass die auch mir in meiner Jugend lange madig gemachte Gattung der Comics mehr zur Sprachentwicklung beigetragen hat, als man bisher dachte.

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  • Rezension zu "Nur keine Sentimentalitäten!" von Ernst Horst

    Nur keine Sentimentalitäten!
    bücherelfe

    bücherelfe

    13. March 2011 um 12:45

    Das Buch mit dem energisch schreitenden Donald Duck mit Sprechblase und dem typischen „Na wartet“-Gesichtsausdruck auf dem Cover ist ein echter Hingucker. Sogleich fühle ich mich in meine Kinderzeit zurückversetzt, in der neben Pippi Langstrumpf & Co. auch leicht zerfledderte Micky-Maus-Hefte zu meinen Wegbegleitern gehörten. Überraschend schwer ist dieses Buch. Aber das wundert nicht, schliesslich steckt auch eine ganze Welt darin. Entenhausen! Was wäre Entenhausen ohne Dr. Erika Fuchs. Sie hat die Geschichten aus dem fernen Amerika in in die deutsche Sprache übersetzt. Wie und mit welchem persönlichen Hintergrund sie das getan hat, dem geht Ernst Horst, begeisterter Donaldist, in seinem Buch nach. Und das auf äusserst unterhaltsame Weise. Alles was mit deutschen Worten gesagt werden konnte, hat Dr. Fuchs auch so übersetzt. Nur um mal zwei Beispiele aus der Entenhausener Küche zu nennen, wurde da aus Toast Röstbrot und aus Cornflakes Knusperflocken. Und wo ihr kein passendes Wort einfiel, hat sie flugs eines erfunden; man möge mir mal den Fischer zeigen, der einen Rauhhaarrollmops aus dem Wasser gezogen hat…. Aus dem Radio dudelten konsequent deutsche Schlager, zugegebenermassen textlich leicht abgewandelt – statt fetzigem Rock’n'Roll und Donald war schon mal unterwegs zum Fussballfeld obwohl er auf der Illustration deutlich sichtbar einen Hockeyschläger mit sich trägt. Aber was soll’s. Dr. Fuchs hatte das ins Deutsche zu übersetzen und bei den Kindern in Deutschland war Hockey zu jeder Zeit einfach nicht populär; in Deutschland spielte man Fussball, Punkt. Mir hat das Lesen dieses Buchs mindestens so viel Spass gemacht wie die Donald Duck-Comics meiner Kinderzeit. Auf der Cover-Rückseite wird Elke Heidenreich zitiert mit „die wichtigste Frau in meinem Leben hiess Erika Fuchs“. Dem kann ich nicht widersprechen. Fazit: Eine herrlich unterhaltsames Werk, grosszügig garniert mit vierfarbigen Illustrationen. Warmherzig, witzig und erhellend.

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  • Rezension zu "Nur keine Sentimentalitäten!" von Ernst Horst

    Nur keine Sentimentalitäten!
    Wonnefried

    Wonnefried

    03. January 2011 um 11:37

    Donald Duck war für die deutschen Leser nicht nur Carl Barks sondern immer auch Erika Fuchs. Ihre Übersetzungen hatten eine unverwechselbare Sprache und gaben den Geschichten aus dem Amerikanischen oft eine ganz eigene Prägung. Wie sie das getan hat, wen sie zitiert hat und dass sie viele berühmte Sätze, die man ihr zuschrieb, wie z.B. "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör", ursprünglich gar nicht erfunden hat (was ihre Leistung keineswegs schmälert), erfährt der Leser, der vielleicht glaubt, schon ziemlich viel über den Entenhausener Kosmos zu wissen, in diesem Buch. Ernst Horst, Jahrgang 1951, ist mit allen Wassern des Gumpensunds gewaschen. Die Ducks waren nicht nur die Begleiter seiner Kindheit, er ist auch Gründungsmitglied der D.O.N.A.L.D., der Deutschen Organiation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus. Und so durchstreift der Autor in einem sehr persönlichen Buch, in dem er oft Bezug zu seinem eigenen Leben und Erleben nimmt, die Welt der Ducks, versucht Entenhausen geografisch zu orten und zeigt vor allem, wie Dr. Erika Fuchs mit den amerikanischen Texten umging, und was wir und die deutsche Sprache ihr verdanken. Für mich ein unverzichtbares Werk, wenn ich auch, wie ich mir das als Kind immer gewünscht hatte, noch immer keinen eigenen Geldspeicher habe. Weh' mir Frevler, dass ich schoss, den Schicksalsvogel Albatros, dreimal wehe, dass ich traf, dafür trifft mich des Schicksals Straf'.

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