Ernst Kaufmann , Arnold Rubel Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie

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Inhaltsangabe zu „Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie“ von Ernst Kaufmann

Manche Berufe wirken von außen betrachtet wenig spektakulär, sind aber bei genauerem Hinsehen doch etwas erstaunlich Spezielles. Eine dieser scheinbar alltäglichen und trotzdem außergewöhnlichen Tätigkeiten hat mit oft sonderbaren Menschen zu tun - der Pflegedienst in psychiatrischen Kliniken. Die Krankenschwestern und Pfleger, die in diesen Abteilungen arbeiten, schaffen für Menschen, deren Existenz wir gern ausblenden, ein Stück Geborgenheit. Sie sorgen dafür, dass sich auch Geschöpfe, die nicht den üblichen Normen entsprechen, in ihrem Leben zurechtfinden. Dieser Beruf erfordert viel Geduld und Einfühlungsvermögen, belohnt aber dafür mit einer Fülle an Erlebnissen, die eigenwillig und skurril, aber oft auch unglaublich berührend sind. Vor allem kann man entdecken, dass viele der scheinbar absurden Zwänge ein klein wenig in uns allen stecken. Denn seien wir mal ehrlich: Außerhalb der psychiatrischen Einrichtungen gibt es doch mindestens genauso viele verrückte Menschen. Arnolds erster Arbeitstag begann mit einer Katastrophe, aber im Laufe der Jahre sind ihm die Patienten dennoch so sehr ans Herz gewachsen, dass er anfing, ihre Geschichten und die Erlebnisse mit ihnen zu sammeln. So berichtet er von »General Rostock«, der von alten Schlachten schwadroniert, dem Riesenbaby Alex, dessen Bärenkräfte überaus nützlich sind, oder der zauberhaften 80-jährigen »Tante Rosa«, die Liebesbesuch erwartet. Manche seiner Anekdoten sind witzig und kurios, andere wieder herrlich irrational, aber eines haben sie alle gemeinsam - sie bringen uns »seine« Patienten so nahe, dass man glaubt, sie persönlich zu kennen. Daneben lässt uns Arnold aber auch ein Stück in sein Privatleben schauen und zeigt uns, dass man von den Menschen am Rande der Vernunft viel lernen kann. Arnold Rubel arbeitet nun bereits seit dreißig Jahren im psychiatrischen Pflegedienst, und doch erlebt er noch immer Situationen, die überraschend und unerwartet sind. Das ist auch der Grund, warum er sich bis heute keinen anderen Beruf für sich vorstellen kann.

Ein Buch voller lustiger, tiefgründiger und trauriger Geschichten

— SallysAngel
SallysAngel

Diese Buch hat mir sehr gut gefallen. Es gibt hier lustige, nachdenkliche aber auch traurige Geschichten.

— janaka
janaka

Humorvoll, witzig, tragisch und berührend

— nuffel
nuffel

Feinfühlig erzählte Anekdoten aus dem aufreibenden Psychiatrie-Alltag eines engagierten Pflegers - witzig und berührend gleichzeitig!

— vanessabln
vanessabln

Ich liebe Bücher, bei denen aus einem Beruf erzählt wird. Bei diesem überzeugen mich aber weder die Geschichten noch die Sprache. Schade.

— Stjama
Stjama

Berührend, urkomisch, tragisch - unbedingt lesenswert!

— Huschdegutzel
Huschdegutzel

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  • Leserunde zu "Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie" von Ernst Kaufmann

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    ErnstKaufmann

    ErnstKaufmann

    Bewerbt Euch für eines von 12 signierten Exemplaren  Wir suchen 12 Leser, die das Buch in einer Leserunde lesen und darüber ihre Meinung abgeben. Natürlich würden wir uns über einige Blogger in der Leserunde freuen – schreibt uns dazu bei der Bewerbung Eure Blogadresse. Seid Ihr interessiert? Dann beantwortet die Bewerbungsfrage: "Mein Eindruck von Inhalt und Leseprobe" Ernst Kaufmann nimmt als Autor an der Leserunde teil und beantwortet Eure Fragen. Die Bewerbungsfrist endet in zwei Wochen, am Mittwoch, den 16. September um 24 Uhr. ACHTUNG: Ihr solltet bereits mehrere Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig sie sind.  Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehören auch Wortmeldungen zu den Unterthemen und die Rezension des Buches. (Nichtleser können wir leider nicht berücksichtigen.) Leser, die das Buch bereits besitzen, sind herzlich eingeladen damit ebenfalls an der Leserunde teilzunehmen. Weiter Infos zum Buch und den Autoren gibt es auf der Homepage des Verlags:  http://www.schwarzkopf-verlag.net/store/p864/Arnold_Rubel%3A_ICH_BIN_VIELLEICHT_VERR%C3%9CCKT%2C_ABER_NICHT_BL%C3%96D.html Die Inhaltsangabe und die Leseprobe gibt es im nächsten Post. Ich freue mich auf Eure Posts. Dany Winter PR und Pressebetreuung

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  • Verrückt aber nicht blöd

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    SallysAngel

    SallysAngel

    15. November 2015 um 19:50

    In diesem Buch werden Geschichten aus dem Arbeitsalltag von Arnold Rubel, Pfleger in der psychiatrischen Abteilung, erzählt. Ob lustig, traurig oder nachdenklich. Zu finden ist hier alles. Meine Meinung: Stil: Der Autor überzeugt mich vollkommen mit seinem wunderbar lockerem Schreibstil, dem man gut folgen kann. Die Geschichten sind nicht unbedingt chronologisch, aber das tut dem Buch keinen Abbruch. Inhalt: Ob es nun um Geschehnisse in der Klinik oder bei Arnold zuhause geht, alles ist mit Witz erzählt, aber regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Auch wenn die Personen vielleicht verrückt sind, sind sie doch auch warmherzig und irgendwo auch ganz normale Menschen. Das wird in diesem Buch sehr schön deutlich. Es gibt diesen Menschen ein "Stimme" und macht klar, dass sie einem womöglich mehr geben können, als andere es vermögen zu tun.´ In jeden Kapitel wird hauptsächlich auf eine Person eingegangen und wir bekommen nicht nur das Krankheitsbild an sich präsentiert, sondern auch die Hintergründe, die dazu geführt haben. Die einzelnen Personen sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich finde es schade, dass das Buch zuende ist. Fazit: Ein Buch, in dem man sich verlieren kann. Abschalten kann und sich mitfreuen, ärgern oder trauern kann. Geschehnisse in der Klinik werden mit einer lockeren Leichtigkeit beschrieben und es wird klar: Verrückte sind auch nur "Menschen"

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  • "Alte Probleme begraben, heißt offen sein für neue Wege!"

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    janaka

    janaka

    31. October 2015 um 12:10

    Arnold ist Krankenpfleger, der auf einer psychiatrischen Station arbeitet. Seinen Beruf und auch seine Patienten liebt er heiß und innig, in verschiedenen Geschichten berichtet er von seinen Erlebnissen, sie sind witzig aber auch berührend. In "Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd!" hat der Autor Ernst Kaufmann diese Geschichten aufgeschrieben und mir vergnügliche aber auch nachdenkliche Stunden bereitet. Der Schreibstil ist lustig und spannend zugleich... manche Geschichten bringen mich aber auch zum Nachdenken, wie zum Beispiel die Friedhofszene. Es wäre schön, wenn man Krankheiten oder auch bestimmte Erinnerungen so einfach beerdigen kann. Ich hätte da so einiges... Der Pfleger Arnold behandelt seine Patienten mit Respekt, sehr einfühlsam und individuell. Er zeigt uns "Normalen" das Patienten in der Psychiatrie auch Menschen mit Bedürfnissen und Gefühlen sind. Die Geschichten aus dem privaten Leben von Arnold runden das Buch insgesamt ab. Fazit: Dieses Buch bekommt eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne von mir, außerdem bekommen die Menschen, die in diesem Beruf arbeiten meinen Respekt und meine Anerkennung. Danke, dass es euch gibt!!!

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  • Irre Erlebnisse in der Psychiatrie

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    maria61

    maria61

    27. October 2015 um 01:09

    Ein faszinierender Einblick in den Arbeitsalltag eines passionierten Krankenpflegers in der Psychiatrie , Die Logik des Verrücktseins – hautnah erlebt, über Jahre zusammengetragen , Geschichten von Menschen jenseits der Norm – witzig, kurios und berührend Der Schreibstil von Ernst Kaufmann ist flüssig und sehr gut zu lesen. Die kurzen Kapitel sind überdies sehr angenehm. Menschen die sich in einer Psychiatrie befinden, haben hier ein Gehör gefunden. Es ist allerdings kein Sachbuch im eigentlichen Sinn, Ernst Kaufmann stellt die Probleme aus der Sicht eines Pflegers dar und ist mit Humor unterlegt. So könnte es von den "normalen Menschen" gesehen werden, die nicht den ganzen Tag mit kranken Menschen zu tun hat. Es ist für den Moment lustig, aber auch zum Nachdenken. Ernst Kaufmann hat es geschafft, eine nicht von der Gesellschaft vergessene Welt uns etwas näher zu bringen, Nicht auf eine Art die abstoßend ist, sondern auch diese Menschen gehören zu uns. Das Buch zeigt auf eine eigene Welt mit sehr liebenswerten Menschen, deren Beruf nicht immer einfach ist und zumeist nicht anerkannt wird. man schweigt dieses Thema weg, weil es einfacher ist. Mir hat das Buch viel Freude bereitet. Es ist auf jedenfall eine Kaufempfehlung. Ich hoffe das Ernst Kaufmann mehr Bücher schreibt.

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  • Bei dir wäre ich gerne Patientin

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    buchfeemelanie

    buchfeemelanie

    08. October 2015 um 17:32

    Der Titel sagt es ja schon. Ich fand Arnold in dem Buch sehr sympathisch. Er respektiert seine Patienten nicht nur, der Leser spürt, dass er sie mag. Mehr als einmal tut er mehr, als sein Job eigentlich verlangt und gerät so in ungewollte Situationen.   Das Buch umfasst nicht zu lange Kapitel. Der Schreibstil ist in Ordnung und auch Leser, die sich mit diesem Bereich nicht auskennen haben keinerlei Probleme durch das Buch. Wir begleiten nicht nur die Patienten über Jahre hinweg, sondern auch seine Familie. So, ich habe Schmunzler im Buch. Es hat mich auch gewundert, dass mich einiges nachdenklich gemacht hat. Aber allgemein habe ich mir ein bisschen mehr von dem Buch erwartet. Ich weiß, dass man nicht immer meinen Humor treffen kann. Jedoch fand ich einiges nicht besonders spektakulär. Was nicht heißt, dass ich dieses Buch schlecht finde. Die Personen, die oft anders als die " Normalen" sind, haben mich durch ihre Art auch überzeugt. Manche Geschichten fand ich eher langatmig, als besonders spannend oder außergewöhnlich. Letztendlich hat mir das Buch aber gezeigt, welch liebenswürdige Menschen sich dort befinden und dass diese sicher nicht als Spinner zu bezeichnen sind.    

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  • Lesenswerter Einblick in den bunten Berufsalltag eines Pflegers für Psychiatrie

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    seschat

    seschat

    04. October 2015 um 16:39

    INHALTArnold arbeitet seit 30 Jahren als Krankenpfleger für Psychiatrie in Österreich. In dieser Zeit hat der Deutsche viel mit seinen Patienten erlebt, sowohl Skurriles als auch allzu Menschliches, davon erzählt dieses Buch. MEINUNG"Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd!" ist ein ganz besonderes Sachbuch, das den von außen oft belächelten, psychisch kranken Patienten eine Stimme gibt und zeigt, dass diese auch nur "Menschen" sind. Der Literat Ernst Kaufmann hat die "irrsten" Erlebnisse seine Freundes Arnold Rubel auf 233 Seiten zu Papier gebracht. In pointierter, authentischer und warmherziger Weise erzählt er mal nachdenkliche, mal humorvolle Anekdoten, die den Leser nicht ungerührt lassen. Pfleger Arnold ist ein ausgesprochener Menschenfreund. Jedem seiner Patienten, egal ob depressiv, zwangsgestört oder größenwahnsinnig, begegnet er mit Respekt und großer Hilfsbereitschaft. So kann es leicht passieren, dass er für seine Patienten einen Baukran besteigt oder auch mal als Gärtner aktiv wird. Für seine Patienten ist ihm kein Wagnis zu viel. Kurzum, sein Beruf ist für ihn Berufung. Die Patienten, 40 bis 80 Jahre, sind allesamt besondere Typen. Da gibt es z. B. Paul, der sich jedem persönlich vorstellen muss, oder Unicum "Rostock", ein Ex- Bundeswehrveteran der glaubt, er habe 1918 gegen den Widerstand des mecklenburgischen Großherzogs Rostock eingenommen. Die persönlichen Schicksale der Klinikinsassen werden ungeschönt offen präsentiert, was dazu führt, dass Vorbehalte etc. vor den sog. "Irren" schnell in den Hintergrund treten. Auf die Lektüre einstimmendes Zitat: "Wenn jemand sagt: "Eine Stimme spricht zu mir", ist er entweder ein Heiliger oder ein Patient, was aber manchmal das Gleiche ist." FAZITEin interessantes Buch, dessen Lektüre ich nur jedem Leser empfehlen kann, weil es an eingefahrenen Sichtweisen ordentlich rüttelt und die "Menschlichkeit" in den Vordergrund stellt.

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  • Ich bin vielleicht verrückt aber nicht doof

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    nuffel

    nuffel

    01. October 2015 um 17:13

    "Ich bin vielleicht verrückt aber nicht doof" von Ernst Kaufmann In dem Buch geht es um Arnold, der als Krankenpfleger auf einer Psychiatrischen Abteilung arbeitet. Der Autor erzählt in diesem Buch was Arnold erlebt und wie dieser Beruf sein Leben prägt. Ich denke das diese zwei Sätze etwas vom Inhalt wieder geben. Ich habe beim lesen des Buches oft geschmunzelt und manchmal musste ich auch etwas Schlucken weil der Autor es geschafft hat zu zeigen das diese Menschen von der Gesellschaft als "nicht normal" abgestempelt werden, aber genauso warmherzig und besonders wie andere. Manchmal geben sie einem mehr als Menschen die man auf der Straße trifft. Ich selber arbeite im sozialen Bereich und habe schon viel erlebt und muss sagen das ich auch schon viel Dankbarkeit von Patienten bekommen habe die die Gesellschaft nicht mehr sieht oder als unnormal abgeschrieben hat. Die kurzen Kapitel und der angenehemen Schreibstil ermöglicht es, in diese Welt mit einzutauchen und mitzuerleben. Was man durch dieses Buch erfährt zeigt einem, dass man diesen Menschen offen gegenüber sein sollte und sie nicht vergessen sollte. Der Autor schafft es all das skurille, witzige, tragische und berührende in dieser Geschichte zu verpacken. Eine absolute Leseempfehlung und nicht nur für Menschen im sozialen Bereich.

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  • Der Titel ist das Motto

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    vanessabln

    vanessabln

    30. September 2015 um 10:10

    Bekenntnisse verschiedener Berufsgruppen in Buchform (ob nun Putzfrau oder Lehrer) gibt es ja schon einige, meist leider in recht reißerischer und oberflächlicher Form. Auf die „irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie“ war ich gespannt, denn in habe bisher noch keine Psychiatrie von innen gesehen. Der Titel „Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd!“ ist tatsächlich das Motto dieses Buches, das sich dem Thema mit viel Feingefühl annimmt. Aufgrund des Covers erwartet man möglicherweise Schenkelklopfer über „Verrückte“ à la „Einer flog über das Kuckucksnest“. Die ersten Kapitel kamen mir daher überraschend ruhig vor. Als ich das akzeptiert hatte, hat mir das Buch mit jedem Kapitel mehr gefallen. Es werden jeweils Anekdoten aus dem Alltag in einer offenen Psychiatrieabteilung erzählt. So gibt es Patienten mit Phobien, Geltungs- und Größenwahn oder Zwängen, die jeweils kurz skizziert werden und durch ihre Handlungsweise unverwechselbar werden. Eindrucksvoll fand ich die Patienten, die sich zu Höherem berufen fühlen, und sympathisch die älteren Damen. Immer wieder kommt es zu Situationen, die für die Pfleger kniffelig - und für die Leser sehr witzig - sind. Überrascht hat mich immer wieder die motivierte und engagierte Arbeitsweise des Pflegepersonals. Da wird z. B. unerlaubter Weise schon mal fern des Arbeitsplatzes ein Kran bestiegen oder zum Paternoster geeilt, um einen Patienten zu retten. Mit jeder Geschichte wird klarer, dass die beschriebenen Psychiatrie-Patienten keine „Aliens“ sind, mit denen man am besten nichts zu tun hat, und schon gar nicht „blöd“ - wie sie selbst betonen. Sie wachsen einen beim Lesen fast ans Herz, genauso wie der Pfleger Arnold. Was Arnold in seinem Berufsalltag erlebt, ist immer wieder zum Auflachen, aber auch berührend oder erstaunlich. Jedes übersichtliche Kapitel ist in sich abgeschlossen, trotzdem kann man das Buch wie einen Roman lesen, da es eine chronologische Abfolge hat. Am Anfang tritt der junge Arnold noch unsicher seine allererste Stelle an und zum Schluss wechselt er dann nach einem Umzug leider zu einer neuen Wirkungsstelle. Der Schreibstil war jederzeit gut und unterhaltsam. Da das Buch in Wien spielt, kommen einige österreichische Begriffe vor.

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  • Berührend, urkomisch, tragisch - unbedingt lesenswert!

    Ich bin vielleicht verrückt, aber nicht blöd! - Die irren Erlebnisse eines Pflegers in der Psychiatrie
    Huschdegutzel

    Huschdegutzel

    27. September 2015 um 17:55

    LESEPROBE AUS DEM BUCH Arglos ging ich zur Küche, um das Frühstück auszuteilen, als mich aus dem Stationsbad ein verzweifelter Aufschrei erreichte. "Herr Arnold ...!!" Ich machte am Absatz kehrt und rannte zum Bad ohne die geringste Ahnung, was diesen Schrei ausgelöst haben könnte. Als ich jedoch die Türe aufstieß, traf mich der Anblick mit voller Wucht. Unsere Aushilfskraft hatte alle Gebisse der Patienten durcheinander in eine große Waschschüssel zur Reinigung gegeben. Sie lagen auf einem Haufen und füllten die Schale mit weißen Kunststoffzähnen und rosa Kieferplatten bis zum Rand. Fassungslos starrte mich die Oberschwester Barbara an. "Ja, seid's ihr denn wahnsinnig geworden? Was machen wir denn jetzt?" Ich probierte in Windeseile die Prothesen zumindest ansatzweise nach männlich oder weiblich zu sortieren, wobei es vielerlei Täuschungen gab, während aus den Zimmern bereits mehrere erboste Rufe nach dem fehlenden Eigentum kamen. Barbara versuchte so gut es ging beruhigend zu wirken und teilte inzwischen das Frühstück aus. Die Hungrigen begannen es bereits zahnlos hinunterzuwürgen, als wir schließlich das Versehen offenbaren mussten und die Gebisse feinsäuberlich auf zwei Serviertabletts zum allgemeinen Probieren herumreichten. Es dauerte fast eine volle Stunde, bis jeder mit dem, was er im Mund hatte, halbwegs zufriedengestellt war. Auf erboste Zurufe, wie "Aua, viel zu eng" oder "Ich bekomm s' nicht rein", reagierte Barbara nur mit einem knappen Fingerzeig auf mich und ihr Blick erzählte mir genau, was sie ab nun über mich dachte. Noch Wochen später traf ich zwei der Patientinnen, die an mir vorbeigingen und mich trotz meines freundlichen Grußes keines Blickes würdigten. Ausnahmsweise gibt es einmal keine Inhaltsangabe von mir -  schlicht und ergreifend deswegen nicht, weil man gar nicht zusammenfassen kann, was Herr Arnold so alles mit seinen Patienten erlebt. Aber obige Leseprobe verschafft einen ganz guten Eindruck, wie es in diesem Buch so zugeht - ich hab stellenweise Tränen gelacht, aber auch Tränen aus Trauer und Rührung geweint. Autor Ernst Kaufmann verleiht hier denjenigen eine Stimme, die man normalerweise nicht hört - indem er aus dem Leben des Herrn Arnold erzählt, der in der psychiatrischen Krankenpflege arbeitet, erhielt ich als Leser einen Einblick in die Welt der ........... ja was? Geistig gestörten, Zwangsbehafteten, Verängstigten; Unnormalen? Aus der Gesellschaft ausgeschlossen? Ja und irgendwie trifft es das trotzdem nicht - ich lernte hier Menschen kennen, die zwar außerhalb der Norm ticken, aber trotzdem in ganz vieler Hinsicht warmherziger sind als so mancher, der noch draußen herumläuft. Die angenehm kurzen Kapitel und der beschwingte Schreibstil tut sein übriges - ich nahm Anteil am Leben der Menschen innerhalb der Mauern und an dem von Herrn Arnold gleichermaßen. Was hier so alles passiert ist skurril, witzig, berührend, unfassbar, tragisch und auf jeden Fall unbedingt lesenswert! Leseempfehlung für alle, die auch manchmal das Gefühl haben, sie wären vielleicht nicht ganz normal:-))

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