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ErnstKaufmann

vor 2 Jahren

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Bewerbt euch jetzt für eines von 10 Rezensionsexemplaren zur Leserunde.


Wir suchen 10 Leser, die das Buch in einer Leserunde lesen möchten und darüber auch ihre Meinung abgeben. Natürlich würden wir uns über einige Blogger in der Leserunde freuen – schreibt uns dazu bei der Bewerbung Eure Blogadresse.

Seid Ihr interessiert? Dann beantwortet unserer Bewerbungsfrage:
"Mein Eindruck von Inhalt und Leseprobe"

Ernst Kaufmann nimmt als Autor an der Leserunde teil und beantwortet Eure Fragen.

Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Leser, die das Buch bereits besitzen, sind herzlich eingeladen damit ebenfalls an der Leserunde teilzunehmen.

Die Bewerbungsfrist endet am Montag, den 12. Oktober um 24 Uhr.

Ich freue mich auf Eure Posts.

Dany Winter
PR und Pressebetreuung




INHALT

Einprägsam und mit feinem Humor schildert die Biografie das faszinierende Leben des jüdischen Komponisten Bruno Granichstaedten.

Einst gefeierter Star des Wiener Theaterpublikums, wird er nach dem Anschluss Österreichs verhaftet und entgeht nur durch die Intervention prominenter Künstler dem KZ. Auf abenteuerlichen Wegen gelingt ihm schließlich die Flucht vor dem NS-Regime über Luxemburg nach Amerika.

Dort kann er jedoch nie Fuß fassen und fristet sein Dasein als Pianist in einer Bar. In der letzen Nachricht aus Deutschland erfährt er von der Deportation seines Sohnes nach Auschwitz, wo dieser schließlich vergast wird. Verarmt, vergessen und von den Schicksalsschlägen schwer gezeichnet, stirbt Granichstaedten im Mai 1944 an einem Herzanfall in New York.

Die Biografie, über den Wiener Ausnahmekünstler, ist eine sehr persönliche Annäherung an die Geschichte eines leidenschaftlichen Menschen zwischen Erfolg und Ohnmacht. Das Buch verknüpft Granichstaedtens Leben aber auch mit der Geschichte der Wiener Musikszene vom ausgehenden 19. Jh. bis in die Zeit der amerikanischen Emigration.




LESEPROBE

Die Tropfen des beginnenden Regens klopften unregelmäßig auf die Fensterscheiben des kleinen Apartments in der 55. Straße in Midtown New York, dem Theaterviertel nahe des Central Parks. Sie liefen in schmalen Bächen über das Glas und hinterließen Spuren, wie kleine Sprünge, in denen sich das noch immer helle Blau des abendlichen Herbsthimmels spiegelte. Die winzigen Wasserläufe, die im späten Sonnenlicht immer wieder kurz aufblitzten, ließen die übrige Fensterscheibe grau und staubig erscheinen.
»Unbarmherzig«, dachte Bruno, der das Spiel von seiner Schreibmaschine aus verfolgte, nachdenklich. Vieles, was in seiner Erinnerung aufleuchtete, war genauso unstet, kaum zu greifen, und trotzdem wurde dadurch alles, was zwischen diesen flüchtigen Reflexionen lag, beinahe farblos und unbedeutend. »Nur ein paar glänzende Augenblicke …«
Er stand auf, ging um den Schreibtisch herum und trat ans Fenster. Auf den wenigen Seiten, die er geschrieben hatte, stand noch kein Satz, der ihn zufriedenstellte.
Dicht hinter der Scheibe kniff er die Augen zusammen und starrte durch die verästelten Spuren des Regens nach unten auf den hektischen Betrieb in der Straße, acht Stockwerke unter ihm. Das Öffnen und Schließen der Regenschirme, die von oben nur wie große, bunte Kreise aussahen, folgte einem eigenwilligen Rhythmus. Keinen, den er voraussehen konnte, der aber doch bestimmten logischen Gesetzen zu folgen schien – eine seltsame Musik, von einem fremden Volk, die man sah, aber nicht hörte, stumm, aber doch aufdringlich.
Ein feines Lächeln lief über Brunos Mundwinkel bei dem Gedanken, denn genau so fühlte er sich hier bei den Amerikanern, wie unter einem fernen, unentdeckten Volk – noch sprachlos in seiner Kultur, aber schon dreist in seinem Wesen. Und so unverschämt unbekümmert.
Wenn man durch das Wasser schaute, das über die Scheiben lief, erschien alles seltsam verzerrt, ähnlich wie in der Rückschau auf sein Leben, das er begonnen hatte niederzuschreiben. Weniger, um es der Nachwelt zu erhalten, als vielmehr, um sich Mut zu machen, dass das nicht alles gewesen sein konnte.
»Als ob das so wichtig wäre«, murmelte er vor sich hin und dachte an die Nachricht, dass sein Sohn in Auschwitz war. Abgeholt und ins Deutsche Altreich zum Arbeiten deportiert hatte ihn die SS schon im Sommer ’38. Aber nun Auschwitz, ein Ort irgendwo in Polen, wo man die Juden verbrannte und verscharrte. Und mittendrin Felix, ein sanfter Junge mit klugen Augen.
Bruno griff mechanisch nach einer Zigarre, um das aufkommende Gefühl zu beruhigen. Angeblich wussten die daheim nichts von den Lagern, aber hier, da erzählten sie es dir an allen Ecken.
Er ging zurück zum Tisch und sah auf die Blätter hinunter, die neben der Schreibmaschine lagen. Mein Leben ..., das waren die ersten Worte, die er heute Morgen getippt hatte.
Ein Leben – was war das überhaupt? Hatte denn das aufgeweckte Kind von damals, das mit seiner Mutter Papierdampfer am Donaukanal schwimmen ließ, noch etwas mit dem müden, verstummten Mann zu tun, den ein großer Dampfer sechzig Jahre später nach Amerika gebracht hatte?
Bedächtig drehte er die halb getippte Seite aus der Walze, nahm die vier beschriebenen Seiten, die bereits neben der Maschine lagen und warf alles gemeinsam in den Papierkorb neben dem Schreibtisch.
Er wollte noch einmal anfangen, ganz von vorn, nicht mehr von den paar glänzenden Augenblicken schreiben, sondern von den Zwischenräumen, den scheinbar unbedeutenden Momenten – von dem Vater, dessen Sohn ins KZ verschleppt wurde, von dem Mann, der seine große Liebe zu spät kennengelernt hatte, von dem Wunderkind, das aus seiner Heimat vertrieben worden war.
Der Regen war stärker geworden.

Weiter Infos zum Buch und den Autoren gibt es auf der Homepage des Verlags: www.edition-av.de.

Autor: Ernst Kaufmann
Buch: Wiener Herz am Sternenbanner

Aspasia

vor 2 Jahren

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Ein interessantes Thema, die Emigration eines Künstlers, dem das keine Rettung ist. Dazu das Wien des ausgehenden 19. Jh., das hört sich gut an. Der Stil des Autors gefällt mir auch. Ich wäre also gerne dabei. Meine noch junge Blog Adresse ist: https://dieartderidagratias.wordpress.com

ErnstKaufmann

vor 2 Jahren

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@Aspasia

Wir freuen uns über die erste Bewerbung. Ich habe auch bereits ein wenig im Blog gestöbert. Die Zusammenstellung ist spannend, da Ernst ja auch an zwei Kochbüchern mitgearbeitet hat.
LG
Dany Winter

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ErnstKaufmann

vor 2 Jahren

Flucht und Emigration (ab S135)
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mabuerele schreibt:
Sie hat es mit Bruno nicht einfach gehabt. Erfolgslosigkeit, Herzanfälle, Depression stellen auch an den Partner hohe Anforderungen. Trotzdem hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass sie damit zurecht kam.

Ja das ist vollkommen richtig - Bruno war und blieb die große Liebe ihres Lebens, obwohl sie 15 Jahre nach seinem Tod nochmals geheiratet hat. Sie blieb in NY und eröffnete ihr eigenes Lokal mit dem Namen "Gloriette", das sie bis 1963 führte. Danach zog sie sich nach Florida zurück, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Sie starb Ende Mai 1979 - 3 Monate vor Brunos 100. Geburtstag, den sie nicht mehr erleben durfte.
LG
Ernst Kaufmann

ErnstKaufmann

vor 2 Jahren

Fazit und Eure Rezensionslinks
@mabuerele

Herzlichen Dank für die wunderbare und ausführliche Rezension. Es freut mich - vor allem im Andenken an Bruno und seine Musik - wenn ich sein Leben jemandem nahebringen kann.
Liebe Grüße
Ernst Kaufmann

mabuerele

vor 2 Jahren

Flucht und Emigration (ab S135)
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ErnstKaufmann schreibt:
.) Ja das Zusammentreffen mit dem Prediger hat es gegeben, der meinem Onkel das Leben gerettet hat, indem er sofort nach Brunos Herzanfall einen Arzt im Zug fand, der ihn erstversorgte, und auch dafür sorgte, dass ein Rettungswagen an der Station bereitstand. Bruno hat ihn danach lange gesucht, aber nie gefunden. Schließlich war er fest davon überzeugt, dass es nur ein Schutzengel gewesen sein konnte.

Das hätte ich an seiner Stelle auch so gesehen.

mabuerele

vor 2 Jahren

Fazit und Eure Rezensionslinks
@ErnstKaufmann

Danke für die ausführlichen Antworten auf meine Fragen.

nuffel

vor 2 Jahren

Fazit und Eure Rezensionslinks

Entschuldigung das ich meine Rezension erst jetzt schreibe, aber mein Laptop war defekt.

Danke das ich dieses tolle Buch lesen durfte.

Hier meine Rezension:
http://www.lovelybooks.de/autor/Ernst-Kaufmann/Wiener-Herz-am-Sternenbanner-1211264676-w/rezension/1211286066/

abetterway

vor 2 Jahren

Fazit und Eure Rezensionslinks
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Vielen vielen Dank das ich dieses Buch lesen durfte. Es ist eine der besten Biografien die ich je gelesen habe.

Rezi:
http://www.lovelybooks.de/autor/Ernst-Kaufmann/Wiener-Herz-am-Sternenbanner-1211264676-w/rezension/1211299683/

Vielen vielen lieben Dank nochmal!

ErnstKaufmann

vor 2 Jahren

Herzlichen Dank für die umfassenden und tollen Rezensionen.
Wünsche einen schönen Freitag und ein geruhsames Adventwochenende.
Ernst Kaufmann

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