Ernst Solèr

 3.1 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Staub im Feuer, Staub im Wasser und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ernst Solèr

Staub im Feuer

Staub im Feuer

 (6)
Erschienen am 01.03.2006
Staub im Wasser

Staub im Wasser

 (3)
Erschienen am 01.02.2007
Staub im Schnee

Staub im Schnee

 (2)
Erschienen am 15.02.2008
Staub im Paradies

Staub im Paradies

 (2)
Erschienen am 10.03.2009
Quotenblut

Quotenblut

 (1)
Erschienen am 01.06.1999

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Rezension zu "Staub im Paradies" von Ernst Solèr

Rezension zu "Staub im Paradies" von Ernst Solèr
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Fred Staub macht kurz vor seiner Amtseinführung samt Ehefrau Leonie, seinem Sohn und dessen Freundin Urlaub in Sri Lanka, wo Tochter Anna in einer Forschungsstation arbeitet. Wärend die restlichen Staubs sich lieber am Strand und zwischen Sehenswürdigkeiten tummeln, fährt Fred zu Anna in den Dschungel. Er wird Zeuge eines Mordanschlags auf einen Kollegen Annas und guckt dem ankommenden Kommissar und dem unvermeidlichen Militär genauer auf die Finger.

Die offizielle Version steht schnell fest: Ein Anschlag der Tamil Tigers, tamilischen Separatisten. Staub kann's nicht so einfach glauben und hört sich misstrauisch um. Zugleich bekommt er eine Anfrage aus Zürich: Dort wurde ein Tamile erstochen und weil Staub auf Sri Lanka ist, soll Staub sich gleich mal mit dessen Familie in Verbindung setzen. Staub beginnt, in zwei Geschichten zu stochern. Dabei tritt er erstaunlicherweise in beiden Fällen denselben Menschen auf die Füße.

Dieses Besondere an der Geschichte ist gleichzeitig ein kleines Manko. Konstruierte Geschichten haben es bei mir nicht einfach, auch, wenn sie gut lesbar sind. Die sri-lankische Bevölkerung wird überraschend wenig an der Handlung in Sri Lanka beteiligt; Staubs einheimische Kontakte beschränken sich im Prinzip auf einen schwer einschätzbaren Polizisten, arrogantes Militär und Annas Freund Tschaggat, dafür umso mehr mit zwei reichen Ausländern, die sowohl mit dem Zürcher als auch dem sri-lankischen Mord zu tun zu haben scheinen. Staubs ehemalige Zürcher Kollegen stochern hilflos in der Tamilen-Szene herum und scheitern fast daran, dass die Menschen sich abschotten und die Schweizer keine Ahnung von Traditionen und Gepflogenheiten haben. Eine sehr viel größere Rolle im Roman nehmen die Moskitos ein, die Staub unbarmherzig plagen.

Das Ende des Buchs entspricht der undurchsichtigen Situation, die sich im Lauf der Zeit aufbaut. Solèr hat das Buch wirklich konsequent zu Ende geführt. Leider bleibt es bei vier Büchern rund um Fred Staub, denn wie es mit Staub in Zürich weitergegangen wäre, hätte mich brennend interessiert. Solèr hat da eine interessante Fährte gelegt. Doch der Autor verstarb, noch bevor sein Buch erschienen ist und die Reihe bleibt unvollendet.

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Rezension zu "Staub im Feuer" von Ernst Solèr

Rezension zu "Staub im Feuer" von Ernst Solèr
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Fred Staub sitzt mit Gattin Leonie in der S-Bahn und versucht, die ehelichen Wogen zu glätten. Der Versuch scheitert kläglich, weil es im unteren Geschoss des Doppelstockwagens zu brennen beginnt. Die Bahn ist noch mitten im Tunnel und die Leute ergreift Panik. Da hilft es auch nicht viel, dass Staub seinen Dienstausweis zückt und damit Ruhe zu schaffen versucht. Zum Glück erreicht die Bahn das Tunnelende, die Notbremse wird gezogen und die Leute kommen mit leichteren Verletzungen aus dem Waggon.
Hinterher verdichten sich die Hinweise, dass der Brand nicht zufällig ausgebrochen ist. Und auch nicht zufällig in der S-Bahn, in der Staub in die Stadt fuhr. Die Ruhe verliert der Hauptmann erst, als eine Lösegeldforderung eintrifft - und die Übergabe durch Staub selbst in einem Feuer-Fiasko endet.

Der erste Band um Fred Staub eröffnet mit einem bösartigen Szenario. Nicht nur, weil die S-Bahn bedroht ist durch Unbekannte, die professionell arbeiten, sich aber zunächst nirgends einordnen lassen. Auch, weil die Familie von Fred Staub plötzlich mittendrin steckt. Die Tochter steht nicht nur bei den Erpressern als Lösegeld-Übermittlerin auf der Wunschliste, auch Staubs Chefs beginnen, ihre Bekanntschaften zu durchleuchten. Und irgendwie gehört in dieses Puzzle ein mäßiger Gitarrist einer kaum erfolgreichen Band, bei der Drogen aufgetaucht sind.

Mit diesem Buch bin ich nicht in die Serie eingestiegen, daher kannte ich einige Details zur Familie und zu den Kollegen bereits. Und ich mag's immer noch, dass Staub eine muntere Familie hat und alleine schon deshalb so viel natürlicher wirkt als viele seiner Ermittlerkollegen. Nach diesem Fall um die zerstörten S-Bahnen verstehe ich auch, was es mit der Abteilungspfeife Mario auf sich hat. Was man ihm aufträgt, will wohl überlegt sein. Und es kann trotzdem schief gehen.

Das Ende kam für mich sehr überraschend. Wohl war damit zu rechnen, wo Staub seine Gegner suchen muss; dennoch bekam die Konstruktion ohne Vorwarnung ihren Abschlussbaustein und so plötzlich, wie Staub seine Erleuchtung über die Zusammenhänge bekam, so verblüfft war ich über die Wendung. Den Spaß an Fred Staub hat es mir allerdings keineswegs verdorben.

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Rezension zu "Staub im Wasser" von Ernst Solèr

Rezension zu "Staub im Wasser" von Ernst Solèr
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Wenigstens hat Fred Staubs Ehefrau Leonie bessere Laune: Sie darf mit Olivenöl Extra Vergine Planeta einen leckeren Salat zubereiten, während sich ihr Mann mit einer Leiche ohne Kopf herumschlagen darf. Wer er ist, ist unklar, was die Ermittlungen verständlicherweise stocken lässt. Erst eine Vermisstenmeldung bringt Staubs Team auf die richtige Fährte. Der vermeintliche Grund für den Tod wird Makulatur, als die zweite Leiche ohne Kopf auftaucht. Zu beiden Morden lassen sich Graffiti-Botschaften zuordnen, die aber eher verwirren als aufklären. Richtiggehend unheimlich wird es, als eine dritte Serie Botschaften auftaucht - das potenzielle Opfer steht umgehend unter Polizeischutz, aber von einem Täter fehlt weit und breit jede Spur. Irgendeine Lücke ist immer und für einen Haftbefehl auf Nummer Sicher reicht es hinten und vorne nicht.

Fred Staub steht vor einem vertrackten Fal, bei dem sich der Täter in der Erzählung immer wieder selbst äußert. So viel früher als die Ermittler war ich als Leser aber auch nicht dran - da hat mich dieses stilistische Hilfsmittel schön an der Nase herum geführt. Die verschiedenen Erzählperspektiven sorgen folglich dank versteckter Vorahnungen und Hinweise immer für Spannung. Die Opfer, von denen der Täter erzählt, sind teils gut zu erahnen, wärend die Hinweise auf den Täter selbst - natürlich - sehr spät erst ein komplettes Bild ergeben. Zum Schluss wartet eine wirkliche Überraschung auf Staub und sein Team - ein Dreh, den ich weder so erwartet habe noch jemals so gelesen habe. Wer bis dato "bloß" einen runden Whodunit gelesen hat, bekommt hier einen Clou obendrauf.

Solèr schreibt kurz und bündig worum es geht, bauscht seine Charaktere nicht auf und das macht ihn mir so sympathisch. Sein Staub hat ein schönes Privatleben, das er genießt, vor allem, wenn es gutes Essen gibt. Zieht sich Staub zum Denken zurück oder hat er kurzzeitig mal keine Lust auf ein Diner mit Fremden, zerfleddert er sich nie in Selbstmitleid deshalb - was woanders ohnehin gerne übertrieben wird. Er opfert statt dessen tapfer 32,80 Franken für Olivenöl für ein wenig Salat und für seine Frau und der Abend kann kommen. Über die Kinder und die Kollegen bin ich im Bilde, ohne dass ich seitenlang über sie lese.

Auch aktuelle Politik kommt zum Zug und Solèr bezieht - finde ich jedenfalls - dezent Stellung. Ein ganz anderer Typ als Staub ist seine Kollegin Bea, sie konservative Hardlinerin, er verfährt auch mal nach dem Motto "Mer muss och jönne könne"; Staub hat Zeit für einen Schwatz mit Kleinkriminellen, die sich über Wasser halten und sich um Hunde aus dem Tierheim kümmern und wundert sich über seltsame Kontraste, die der Besitz oder Nichtbesitz von Aufenthaltspapieren auslösen kann.
Wie auch in den anderen Bänden klärt ein kleines Glossar über einige Helvetizismen im Text auf - sehr hilfreich für jeden, der Lavabo, Schopf oder Natel nicht zuordnen kann.

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