Ernst Toller

 3,9 Sterne bei 40 Bewertungen
Autor*in von Eine Jugend in Deutschland, Masse Mensch und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Ernst Toller (1893-1939) Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Samotschin (Posen), Studium in Grenoble, kehrte 1914 als Kriegsfreiwilliger nach Deutschland zurück, wandelte sich 1916 zum Kriegsgegner, unter dem Einfluss von Kurt Eisner und Gustav Landauer wurde er zum Vertreter eines »ethischen« Sozialismus. Beteiligung an der Münchner Räterepublik, fünf Jahre Festungshaft, 1933 wurden seine Werke in Deutschland verboten, er emigrierte daraufhin über England in die USA, wo er sich 1939 das Leben nahm. Werke u. a.: Die Wandlung (1919), Masse Mensch (1920), Hinkemann (1923), Hoppla, wir leben! (1927), Eine Jugend in Deutschland (1933), Briefe aus dem Gefängnis (1935).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ernst Toller

Cover des Buches Eine Jugend in Deutschland (ISBN: 9783947618002)

Eine Jugend in Deutschland

(15)
Erschienen am 01.01.2018
Cover des Buches Hoppla, wir leben! (ISBN: 9783150099636)

Hoppla, wir leben!

(6)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Hinkemann (ISBN: 9783150079508)

Hinkemann

(6)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Eine Jugend in Deutschland (ISBN: 9783847720607)

Eine Jugend in Deutschland

(3)
Erschienen am 14.03.2024
Cover des Buches Das Schwalbenbuch (ISBN: 9783738621761)

Das Schwalbenbuch

(1)
Erschienen am 02.10.2015
Cover des Buches Eine Jugend in Deutschland (ISBN: 9783835337237)

Eine Jugend in Deutschland

(0)
Erscheint am 22.07.2026
Cover des Buches Masse – Mensch (ISBN: 9783150186879)

Masse – Mensch

(0)
Erschienen am 15.02.2010

Neue Rezensionen zu Ernst Toller

Cover des Buches Eine Jugend in Deutschland (ISBN: 9783847720607)
S_Malts avatar

Rezension zu "Eine Jugend in Deutschland" von Ernst Toller

S_Malt
Ein wichtiges Dokument deutscher Geschichte

Diese Autobiographie von Ernst Hugo Toller - deutscher Schriftsteller jüdischer Herkunft ; Dramatiker, Politiker und linkssozialistischer Revolutionär - hat mir ein Thema näher gebracht, welches mir zwar im Ansatz bekannt aber in diesem Umfang nicht klar war: Die Zeit zwischen dem ersten Weltkrieg und der Weimarer Republik.


Ja, ich wusste, dass die Monarchie abgeschafft wurde, dass es die Novemberrevolution gab und dass die Weimarer Republik ausgerufen wurde; das ganze Ausmaß war mir jedoch nicht bekannt. Ich wusste nichts über die Räterepublik, nichts von den Kämpfen die in Bayern stattfanden, nichts von hunderten von Toten, die friedlich ein gerechteres System in Deutschland einführen wollten - jenseits eines sinnlosen Krieges. 




Wer - wie ich - diesen Teil der deutschen Geschichte noch nicht oder nicht ausführlich genug kennt, dem empfehle ich diese Autobiographie, die - wie der Titel verrät - eine Kindheit und Jugend in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts beschreibt; und einem die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe dieser Zeit näher bringt. Dem Leser fällt dabei auch auf, dass gewisse politische Strömungen lange im Hintergrund schwelen und zu einem Feuer werden können, welches sich dann nur noch schwer löschen lässt!


Unterstützt wird die Lektüre durch die Artikel bei WIKIPEDIA, die man erhält, wenn man NOVEMBERREVOLUTION und/oder ERNST HUGO TOLLER eingibt. 




Von mir 5/5



Cover des Buches Eine Jugend in Deutschland (ISBN: 9783847720607)
R

Rezension zu "Eine Jugend in Deutschland" von Ernst Toller

Renate1964
Solidarität

Ein wunderbares Buch. Kluge, reflektiert, aber trotzdem spannend und auch sarkastisch. Ernst Toller beginnt mit seiner Kindheit in Posen, den Klassen- und Religionsunterschiedenn, dem halbherzig Studium. Deutlich die Kriegsbegeisterung 1914, dann wird er eines Besseren belehrt. Im Mittelpunkt steht sein großer Einsatz für die Räterepuplik und die Konsequenzen. Deutlich sind da die Dokumente

Cover des Buches Eine Jugend in Deutschland (ISBN: 9783847704782)
dracomas avatar

Rezension zu "Eine Jugend in Deutschland" von Ernst Toller

dracoma
Ein faszinierender Blick in eine unruhige Zeit

Mein Hör-Eindruck:

Tollers Aufzeichnungen umfassen die Jahre 1893 bis 1939, und schon in den ersten Sätzen macht er klar, um was es ihm geht: seine persönliche Geschichte ist für ihn typisch für seine Generation in dieser Zeit. 

Aufgewachsen in wohlhabenden Verhältnissen, genießt er eine unbeschwerte Kinderzeit. Allerdings erhält er durch seinen Kinderfreund Einblick in andere, kargere wirtschaftliche Verhältnisse, und die ungleiche Verteilung von Geld und Wohlstand beschäftigt ihn. Die Antwort seiner Mutter „Gott will das so“ beruhigt ihn zunächst, aber nicht auf Dauer, und die Beseitigung dieser und anderer Ungleichheiten wird zu seiner Lebensaufgabe werden.

Toller erzählt von der großen Kriegsbegeisterung, mit der seine Generation in den I. Weltkrieg gezogen ist. Im Feld aber kommt die große Ernüchterung er entwickelt sich zum leidenschaftlichen Pazifisten. Weil er als Kriegsursache das Streben der Hochfinanz nach Bodenschätzen und Gewinn erkennt, wendet er sich dem Sozialismus zu.

Sehr lebhaft beschreibt er in der Folge die Revolution, die Bildung der Arbeiter- und Soldatenräte und er bedauert das Zaudern der Revolutionäre vor institutionalisierten Machtstrukturen, die eine gründliche Umwälzung verhindern und das Erstarken der Konterrevolution begünstigen. Das Scheitern der Räterepublik, der Wirrwarr der Revolution, die blutigen Kämpfe zwischen Weiß- und Rotgardisten – Tollers Erzählungen und die eingefügten Augenzeugenberichte lassen diese unruhige Zeit lebendig werden. Ebenso lebendig in ihrer Grausamkeit und ihrer Menschenverachtung wird die Zeit der 5jährigen Festungshaft.

Toller ist ein außergewöhnlicher Mensch, ein leidenschaftlicher und dabei hoch moralischer Mann. Er weiß inzwischen, dass die Aussage seiner Mutter „Gott will es so“ nicht stimmt, und er setzt seine ganze Energie und Wortgewalt ein für eine Zukunft frei von Ungleichheiten, frei von Kriegen und Nationalismus, und für eine Zukunft, in der das Recht unparteiisch ist und nicht, wie er es erlebt hatte, ein Instrument der Macht. Sehr scharfsichtig erkennt er Hitler als einen üblen nationalistischen Agitatoren, der einer solchen Zukunft im Wege steht.

Seine Erinnerungen sind zugleich ein Memento Mori für seine ermordeten Weggefährten, allen voran Eisner, Landauer, Leviné und Erich Mühsam.

Tollers Leidenschaft wird vom Sprecher Richard Barenberg äußerst wirkungsvoll in Sprache umgewandelt.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

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